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Full text of "Die Süsswasserfauna Deutschlands. Eine Exkursionsfauna"

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Die  Süsswasserfauna 
Deutschlands 


QU 
265 
B  84 


Herausgegeben  von 

A.  BRAUER 


HEFT  8: 

EPHEMERIDA,  PLECOPTERA, 

LEPIDOPTERA 

bearbeitet  von 
F.KLAPALEK,  K. GRÜNBERG 


Jena>Yerlag  von  Gustav  Fiseher 


DIE 

SÜSSWASSERFAUNA 
DEUTSCHLANDS 

EINE  EXKURSIONSFAUNA 

BEARBEITET   VON 

Prof.  Dr.  Böhmig  (Graz),  Prof.  Dr.  Brauer  (Berlin),  Prof.  Dr. 
CoLLiN  (Berlin),  Prof.  Dr.  Dahl  (Berlin),  C.  VAN  Douwe  (Mün- 
chen), Prof.  Dr.  VON  Graff  (Graz),  Dr.  Grünberg  (Berlin),  Dr. 
Hartmeyer  (Berlin),  Prof.  Dr.  R.  u.  H.  Heymons  (Berlin),  Prof. 
Dr.  Jägerskiöld  (Göteborg),  Dr.  Johansson  (Göteborg),  Dr.  Keil- 
hack (Berlin),  Prof.  Dr.  Klapalek  (Karlin  bei  Prag),  F.  Koenike 
(Bremen),  Dr.  Kuhlgatz  (Danzig),  Dr.  v.  Linstow  (Göttingen), 
Dr. LUHE  (Königsberg),  Prof.  Matschie  (Berlin),  Prof.  Dr.  Michael- 
sen (Hamburg),  Dr.  Neresheimer  (Wien),  Dr.  Pappenheim  (Berlin), 
Prof. Dr.  Reichenow  (Berlin),  E.  Reitter  (Paskau),  Dr.  Ris  (Rheinau), 
Dr.  Thiele  (Berlin),  Prof.  Dr.  Tornier  (Berlin),  G.  Ulmer  (Ham- 
burg), Dr.  Vavra  (Prag),  Prof.  Dr.  Weltner  (Berlin) 

UND  herausgegeben 
VON 

Prof.  Dr.  Brauer  (Berlin). 

HEFT  8: 
EPHEMERIDA,  PLECOPTERA,  LEPIDOPTERA 

bearbeitet  von 

FR.  KLAPALEK,  K.  GRÜNBERG. 

MIT  260  FIGUREN  IM  TEXT. 


VERLAG  VON  GUSTAV  FISCHER,  JENA 

1909. 


ALLE  RECHTE  VORBEHALTEN. 


0CA2 


Vorwort. 


In  den  letzten  beiden  Jahrzehnten  ist  die  grolie  Beideutling, 
welche  die  Süßwasserfauna  in  wissenschaftlicher  und  wirtschaftlicher 
Hinsicht  verdient,  mehr  und  mehr  wie  in  anderen  Ländern  so  auch 
in  Deutschland  erkannt  worden,  und  der  Staat,  Vereine  und  Private 
sind  durch  Bewilligung  von  Mitteln,  durch  Gründung  von  Stationen 
und  Instituten  bemüht  gewesen,  die  Erforschung  der  Süßwasserfauna 
zu  fördern.  Neben  praktischen  Fragen  wie  der  Kenntnis  der  Lebens- 
weise und  Lebensbedingungen  der  wirtschaftlich  wichtigen  Krebse 
und  Fische,  dem  Nahrungswert  der  kleinen  Tiere  u.  a.  bilden  rein 
wissenschaftliche,  wie  die  Feststellung  der  Variabilität  der  Tiere 
unter  verschiedenen  Bedingungen,  der  Verbreitung  der  Glazialrelikte 
u.  a.  den  Inhalt  der  Forschung.  Welche  Fragen  man  aber  auch 
in  Angriff  nehmen  mag,  und  ob  man  intensiver  oder  nur  vorüber- 
gehend, um  zu  forschen  oder  um  sich  und  andere  zu  unterrichten, 
der  Süßwasserfauna  sein  Interesse  zuwenden  mag,  immer  wird  sich 
die  Notwendigkeit  ergeben,  die  systematische  Stellung  der  unter- 
suchten Formen  zu  ermitteln.  Hierfür  fehlte  bisher  jegliches,  die 
ganze  Süßwasserfauna  zusammenfassende  Werk.  Wohl  behandeln 
einige  dieselbe,  ich  erinnere  besonders  an  das  Werk  Lamperts 
,,Das  Leben  der  Binnengewässer',  aber  alle  behandeln  die  Tierö 
nur  mit  Auswahl  und  berücksichtigen  besonders  die  biologischen 
Verhältnisse  der  auffallenderen  und  bekannteren  Formen.  Diese 
Lücke  soll  dieses  Werk  auszufüllen  suchen.  Es  soll  ein  wissen- 
schaftliches Bestimmungsbuch  für  die  Süßwasserfauna  Deutschlands 
sein.  Es  sind  deshalb  keine  längeren  anatomischen  oder  biologi- 
schen Beschreibungen  gegeben,  sondern  Bestimmungstabellen  und 
kurze,  aber  gut  durchgearbeitete  Diagnosen,  die  alle  wichtigen  morpho- 
logischen Charaktere,  ferner  wichtige  biologische  und  faunistische 
Notizen  enthalten.  Zur  Unterstützung  des  Textes  sind  möglichst 
viele  Figuren  gegeben,  die  zwar  einfach  gehalten  sind,  aber  die 
für  die  Bestimmung  in  Betracht  kommenden  Merkmale  zeigen. 
Neben  der  knappen  Form,  die  den  praktischen  Gebrauch  und  die 
Übersichtlichkeit  des  Werkes  erleichtern  soll,  wurde  als  Hauptaufgabe 
angesehen,  dem  gegenwärtigen  Stande  der  Kenntnisse  soweit  als 
möglich  gerecht  zu  werden  und  eine  vollständige  Zusammenstellung 
aller  bisher  beschriebenen  deutschen  Süßwassertiere  zu  geben.  Die 
Durcharbeitung  hat  gezeigt,  wie  lückenhaft  auf  diesem  Gebiete 
unsere  Kenntnisse  zum  Teil  noch  sind,  wieviel  noch  übrig  bleibt, 
namentlich  zur  Erforschung  der  Larven  und  Jugendstadien.  Diese 
Lücken  auszufüllen  überschreitet  die  Kräfte  Einzelner. 

Hier  müssen  viele  mit  helfen,  und  es  würde  als  ein  großer 
Erfolg  des  Werkes  betrachtet  und  von  den  Bearbeitern  mit  großem 
Dank  begrüßt  werden,  wenn  die  Benutzer  den  Herausgeber  oder 
die  einzelnen  Bearbeiter  der  Gruppen  auf  Lücken  aufmerksam 
machten  und  besonders  durch  Mitteilung  eigener  Beobachtungen 
oder  durch  Einsenden  des  Materials  an  der  Verbesserung  und  Ver- 
vollständiffung  des  Werkes  mithelfen  würden. 


IV  /'     "  Vorwort. 

v.-  ■      ,  '  ■■       \, 

"  ,Scbwi«rig:  war  :die  Frage,  was  unter  „Süßwasserfauna"  zu 
verstehen  sei.  Es  sind  in  dem  Werk  zu  ihr  sowohl  die  Tiere,  welche 
\\\  und  auf  dem  Süßwässer  leben,  als  auch  diejenigen,  welche  an 
den  Rändern-  der  Teiche,  Seen,  Flüsse  u.  a.  leben,  aber  nur  solche 
welche  zum  Wasser  in  engster  Beziehung  stehen,  gerechnet  worden ; 
dagegen  sind"  solclie,  welche  nur  vorübergehend  das  Wasser  oder 
seine  Känder  ^ufsuöh^n,  ausgeschlossen  worden.  In  manchen  Gruppen 
sind  vielleichtTiere  mit  behandelt  worden,  welche  besser  als  Landtiere 
zu  bewerten  sind,  aber  ein  Zuviel  dürfte  hier  weniger  schaden  als 
ein  Zuwenig.  Lediglich  praktische  Gesichtspunkte  sind  maßgebend 
gewesen,  wenn  das  hier  behandelte  Faunengebiet  einstweilen  auf 
das  politische  Deutschland  beschränkt  wurde.  So  wünschenswert 
es  gewiß  gewesen  wäre,  die  Grenzen  weiter  zu  stecken  und  die 
Süßwasserfauna  mindestens  von  ganz  Mitteleuropa  zusammenzufassen, 
so  mußte  doch  vorläufig  von  diesem  Ziel  Abstand  genommen  werden, 
um  das  Werk  in  absehbarer  Zeit  überhaupt  zum  Abschluß  bringen 
zu  können  und  um  vor  allem  eine  wesentliche  Verschiedenheit  und 
Ungleichartigkeit  in  der  Bearbeitung  zu  vermeiden,  die  wegen  der 
zum  Teil  noch  sehr  ungenügenden  Kenntnis  der  Süßwasserfauna 
der  nichtdeutschen  Länder  die  unausbleibliche  Folge  gewesen  wäre. 
Der  dadurch  erzielte  Gewinn  hätte  in  keinem  Verhältnis  zu  dem 
großen  Mehraufwand  von  Arbeit  und  Zeit  gestanden.  Es  versteht 
sich  von  selbst,  daß  Formen,  welche  außerhalb  Deutschlands,  aber 
nahe  seinen  Grenzen  gefunden  sind  und  deren  Vorkommen  auch 
in  Deutschland  wahrscheinlich  ist,  mit  berücksichtigt  wurden. 

Unberücksichtigt  ist  vorläufig  auch  die  Abteilung  der  Protozoen 
geblieben.  Der  Grund  liegt  darin,  daß  gute  systematische  Werke, 
z.  B.  diejenigen  von  Bloch  mann  und  ßütschli,  bereits  vorliegen, 
und  weiter,  daß  von  anderer  Seite  eine  gründliche  neue  Durcharbeitung 
in  den  nächsten  Jahren  zu  erwarten  ist.  Später  soll  diese  Lücke 
ausgefüllt  werden. 

Zum  Schluß  drängt  es  mich,  allen  Mitarbeitern  an  diesem 
Werk  meinen  besten  Dank  zu  sagen.  Sie  haben  sich  alle  bemüht, 
rechtzeitig  das  zum  Teil  riesige  Material  zu  bearbeiten  und  in 
meinem  Sinne  die  große  Aufgabe  zu  lösen. 

Nicht  weniger  danke  ich  aber  dem  Verleger.  Er  hat  nicht 
nur  alles  getan,  was  zur  Ausstattung  des  Werkes  dienen  konnte, 
sondern  ist  auch  stets  auf  jeden  Wunsch  eingegangen  und  hat  in 
jeder  Weise  mitgeholfen,  das  Zustandekommen  des  Werkes  zu  sichern, 
obwohl   der  Umfang  weit  über  den  Anschlag  hinausgewachsen    ist 

Berlin  1909. 

A.  Brauer. 


I.  Ephemerida,  Eintagsfliegen. 

Von 

Prof.  Fr.  Kiapäiek  (Karlin). 

Mit  53  Abbildungen  im  Text. 


Ordnung  Ephemerida,  Eintagsfliegen. 

Kopf  verhältnismäßig  klein,  mit  verkümmerten  Mundwerk- 
zeugen, 3  Punktaugen,  2  zusammengesetzten  Augen  und  2  ahl- 
förmigen  Fühlern.  Diese  bestehen  aus  2  kurzen,  aber  starken 
Grundgliedern  und  einer  vielgliedrigen  feinen  Borste.  Die  Augen 
sind  bei  den  Männchen  immer  viel  größer  als  bei  den  Weibchen 
und  bei  vielen  Gattungen  in  2  Abschnitte  geteilt.  Der  obere  Teil 
zeigt  gröbere  Facettierung  und  ist  öfters  anders  gefärbt  als  der 
untere.  Wenn  die  Furche  zwischen  beiden  Teilen  tief  ist,  nimmt 
der  obere  eine  zylindrische  Form  an  und  ist  nur  auf  seiner  oberen 
Fläche  facettiert;  der  untere  bleibt  dagegen  eiförmig  und  ist  auf 
seiner  ganzen  Olserfläche  mit  Facetten  bedeckt. 

Thorax  ist  stark,  aber  sein  erster  Ring  steht,  was  seine  Größe 
anbelangt,  auffallend  hinter  den  beiden  anderen  Ringen  und  ist 
ziemlich  fest  mit  dem  zweiten  verbunden.  Am  stärksten  ist  der 
Mesothorax  entwickelt  Beine  sind  immer  schwach,  manchmal  ganz 
gebrauchsunfähig.  Beim  Männchen  sind  die  Vorderfüße  immer 
länger  als  beim  Weibchen.  In  der  Regel  sind  die  Vorderfüße  länger 
als  die  Mittel-  und  Hinterfüße.  Die  Füße  sind  4— ögliedrig,  auf 
verkümmerten  Beinen  aber  auch  nur  2gliedrig  oder  ganz  un- 
gegliedert. Die  Zahl  der  Glieder  ist  entweder  auf  allen  Füßen  gleich, 
nämlich  5,  oder  es  sind  die  Vorderfüße  5-,  die  übrigen  nur  4  gliedrig. 
Die  Klauen  sind  entweder  gleich  oder  ungleich,  spitzig  oder  stumpf. 

Die  Vorderflügel  sind  in  der  Regel  dreieckig,  an  den  Ecken 
abgerundet.  Hinterflügel,  wenn  sie  überhaupt  entwickelt  sind, 
bleiben  immer  viel  kleiner  als  das  erste  Paar,  manchmal  sind  sie 
schmal  pfriemenförmig  mit  stark  reduzierter  Nervatur.  Gewöhnlich 
sind  sie  eiförmig  oder  länglich  eiförmig  und  öfters  ist  ihr  Vorder- 
rand winklig  vorgezogen. 

Die  Flügelmembran  ist  in  der  Regel  zart,  stark  glänzend,  sehr 
oft  irisierend,  selten  gefleckt,  manchmal  aber  graulich  oder  weißlich 
getrübt.  Nervatur  fein,  in  der  Regel  dicht,  mit  vielen  Längs-  und 
Queradern.  An  dem  Außenrande  der  Flügel  finden  wir  oft  kurze 
Adern  einzeln  oder  zu  zwei,  welche  ganz  frei  zwischen  den  Ästen 
der  Längsadern  verlaufen  und  welche  wir   Zwischenraumadern 

Süßwasserfauna  von  Deutschland.     Heft  8.  1 

20.  Ao  n 


2  Fr.  Klapälek, 

nennen.  Von  den  Längsadein  bildet  die  Costa  den  Vorderrand 
des  Flügels,  Subcosta  ist  gerade  und  mit  dem  Rande  fast  parallel, 
und  bleibt  bis  zu  ibrer  Einmündung  in  die  Costa  einfach;  Radius 
läuft  parallel  mit  der  Subcosta  und  entsendet  schon  am  Grunde  den 
Sector  radii.  welcher  mehrere  Äste  bildet;  Media  ist  etwa  in 
der  Flügelmitte,  Cubitus  nahe  am  Grunde  gegabelt  und  zwischen 


2  Hauptästen  des  letzteren  sehen  wir  mehrere  eingeschaltene  Längs- 
adern; von  den  Analadern  mündet  die  erste  in  den  Außenrand 
des  Flügels  in  der  Nähe  des  analen  Winkels  desselben,  die  zwei 
übrigen  überschreiten  selten  die  Mitte  des  Innenrandes.  Für  die 
Systematik  ist  besonders  das  gegenseitige  Verhältnis  des  Cubitus 
und  der  vorderen  zwei  Analadern  wichtig.  Es  ist  auffallend,  wie 
die  Nervatur  trotz  ihrer  Kompliziertheit  konstant  ist. 


Ephemerida,  Eintagsfliegen.  3 

Der  Hinterleib  zeigt  10  deutliche  Ringe,  die  ziemlich  gleich- 
mäßig gebildet  sind.  Beim  (^  ist  die  9.  Ventralplatte  ausgeschnitten 
oder  bildet  eine  mehr  oder  weniger  deutliche  Subgenitalplatte,  an 
welche  sich  die  starken  Genitalfüße  stützen;  diese  sind  gewöhnlich 
8— 4  gliedrig  und  bilden  Greif organe,  mit  welchen  das  Männchen 
seine  Partnerin  erfaßt.  Über  und  zwischen  den  Genitalfüßen  ragt 
meist  deutlich  die  Rute  vor,  welche  chitinisiert  und  immer  aus 
2  Röhrchen  oder  „Hörnern"  besteht,  von  welchen  jedes  eine  selbst- 
ständige Öffnung  zeigt.  Manchmal  gesellen  sich  zu  der  Rute  noch 
dornärtige  Fortsätze,  welche  wir  Titillatoren  nennen  wollen. 
Über  der  Rute  ist  das  10.  Segment,  aus  welchem  die  langen  viel- 
gliedrigen  Schwanzfäden  herausragen;  diese  sind  entweder  nur  2 
und  stellen  uns  die  Anhänge  des  11.  Ringes  dar,  sog.  Cerci,  oder  es 
ist  noch  eine  Mittelborste  vorhanden,  welche  die  gegliederte  Ver- 
längerung des  Supraanallobus  bildet. 

Beim  Weibchen  befindet  sich  die  Genitalöffnung  am  Grunde 
des  8.  Ringes  und  ist  öfters  durch  eine  kleine  Verlängerung  der 
7.  Ventralplatte  —  die  Subgenitalplatte  —  verdeckt.  Auch  die 
9.  Ventralplatte  ist  vorgezogen  und  bildet  die  Supragenitalplatte. 
Dann  folgt  das  10.  Segment  und  die  Schwanzborsten. 


Die  Eintagsfliegen  halten  sich  meist  in  der  Nähe  von  fließenden 
Gewässern  auf,  obwohl  einige  Arten  auch  in  den  Teichen  und  Seen 
sich  entwickeln.  Auch  die  während  des  Tages  fliegenden  Arten 
vermeiden  die  Mittagssonne  und  jagen  sich  bei  schönem  Wetter  am 
liebsten  im  Sonnenscheine  etwa  bis  zur  10.  Stunde  und  vor  dem 
Sonnenuntergänge.  Manche  Arten  sind  ausgesprochene  Nachttiere 
und  werden  wie  diese  durch  das  Licht  und  helle,  beleuchtete 
Flächen  angelockt.  Der  Flug  von  Ephemeriden  ist  sehr  charak- 
teristisch und  besteht  aus  einem  tanzenden  Auf-  und  Absteigen  in 
einer  fast  vertikalen  Richtung.  Bei  schlechtem  Wetter  oder  während 
der  Mittagshitze  können  wir  sie  durch  Klopfen  auf  die  Gebüsche 
aufscheuchen. 

Die  Weibchen  legen  ihre  in  einem  Klumpen  hervorquellenden 
Eier  in  das  Wasser,  über  demselben  fliegend  oder  seltener  in  das- 
selbe hinabsteigend;  das  letztere  unternehmen  merkwürdigerweise 
die  zarten  Arten  der  Gattung  Baetis.  Die  Dauer  des  Eierstadiums 
ist  besonders  naöh  der  Temperatur  verschieden,  ist  aber  wahr- 
scheinlich immer  recht  lang;  bei  Polymitarcts  ist  in  dem  Labora- 
torium beobachtet  worden,  daß  die  Jungen  erst  nach  6 — 7  Monaten 
aus  den  Eiern  schlüpften. 

Die  Nymphe  ist  dem  vollkommenen  Insekte  ziemlich  ähnlich, 
hat  aber  selbstverständlich  keine  Flügel,  deren  Scheiden  allmählich 
nach  den  zahlreichen  Häutungen  auf  dem  Thorax  sich  entwickeln, 
besitzt  vollkommen  ausgebildete  beißende  Mundteile  und  atmet 
durch  die  auf  dem  Hinterleibe  befindlichen  Kiemen.  Auf  dem 
Kopfe  sind  2  mäßig  große  Augen,  3  Punktaugen  und  ahlförmige 
oder  borstenförmige  Fühler.  Die  Mandibeln  sind  stark,  entweder 
als  einfache,  nach  vorn  gerichtete  Fangzähne  entwickelt,  oder  auf 
ihrer  Innenseite  mit  einer  starken  Kaufläche  versehen,  oder  stark 
und  kurz  mit  starken  Zähnen  bewehrt.  Auf  der  Maxiila  sehen  wir 
nur  eine  einzige  Lade,  welche  in  ihrer  Form  der  Lacinia  entspricht 
und  den  2 — 4gliedrigen  Taster;    die  Form  der  Lade  und  die  rela- 

1* 


4  Fr.  Klapälek, 

tive  Länge  des  letzten  Tastergliedes  sind  systematisch  wichtig. 
Labium  kurz  mit  deutlichen  4  Laden  und  2— 3gliedrigen  Tastern. 

Die  Beine  sind  der  Lebensweise  der  Nymphe  angepaßt;  bei 
den  im  Schlamme  lebenden  Arten  sind  die  vorderen  zu  starken 
Grabbeinen  umgestaltet,  bei  anderen  sind  es  Laufbeine,  welche  be- 
sonders bei  den  in  rasch  fließenden  Wässern  lebenden  Arten  sehr 
flach  sind,  seitwärts  abstehen  und  zu  dem  Klettern  auf  den  Steinen 
gut  geeignet  sind.     Der  Fuß  ist  eingliedrig,  mit  starker  Klaue. 

Der  Hinterleib  trägt  auf  den  ersten  4 — 7  Ringen  die  Tracheen- 
kiemen in  der  Form  von  Blättchen  oder  Faden,  welch  letztere  in 
Büschel  verbunden  sind.  Die  Kiemen  sind  seitlich  an  den  Ringen 
befestigt,  entweder  einzeln  oder  zu  zwei  am  Grunde  verbunden  und 
zwar  entweder  2  Blättchen  oder  1  Blättchen-  mit  einem  Faden- 
büschel. Manchmal  ist  eins  von  den  vorderen  Paaren  stärker  und 
größer  und  bedeckt  flügeldeckenartig  die  übrigen  Kiemen.  Die 
Zahl  und  die  Form  der  Kiemen  ist  für  die  Systematik  sehr  wichtig. 

Das  Ende  des  Hinterleibes  trägt  meistens  3  Schwanzborsten; 
manchmal  ist  die  mittlere  von  ihnen  verkümmert  oder  wird  bei  der 
vorletzten  Häutung  verloren. 

Wie  lange  das  Nymphenstadiura  dauert,  ist  nicht  bekannt;  bei 
Palingenia  soll  dasselbe  3  Jahre  dauern  und  nach  John  Lubbock 
macht  Cloeon  23  Häutungen  durch.  Nachdem  aber  die  Nymphe 
reif  geworden  ist,  trachtet  sie  eine  ruhige  Stelle  des  Wasserspiegels 
zu  erreichen,  häutet  sich  und  verwandelt  sich  in  das  Subimago. 
Dieses  ist  dem  vollkommenen  Insekt  ganz  ähnlich,  nur  die  Beine  und 
Schwanzborsten  sind  kürzer  und  die  Flügel  trübe,  manchmal  mit 
auffallender,  dunkler  Zeichnung.  Das  Subimago  häutet  sich  in 
einer  Entfernung  vom  Wasser,  welche  es  fliegend  erreicht  hat,  noch 
einmal  —  bei  einigen  Arten  nicht  auf  dem  ganzen  Körper  —  und 
wird  zum  vollkommenen  Insekt,  welches  keine  Nahrung  aufnehmen 
kann  und  nur  so  lange  am  Leben  bleibt,  bis  es  die  ihm  auferlegte 
Aufgabe  der  Fortpflanzung  erfüllt  hat.  Es  dauert  12  Stunden  bis 
einige  wenige  Tage. 

Bestimmungstabelle  der  Gattungen. 

1.  Hinterflügel  fehlen.  2. 

—  Hinterflügel  vorhanden,  wenn  auch  manchmal  sehr  klein.    4. 

2.  Flügel  milchig  getrübt,  am  Hinterrande  gewimpert;  Zwischen- 
raumadem  fehlen;  3  Schwanzborsten.  Caenis  St. 

—  Flügel  glashell,  am  Hinterrande  nicht  gewimpert;  Zwischen- 
raumadern einzeln;  2  Schwanzborsten.  Cloßon  Leach. 

3.  Flügel  milchig  oder  graulich  getrübt.  4. 

—  Flügel  glashell.  6. 

4.  Hinterflügel  ohne  Queradern  und  in  den  Vorderflügeln  nur  die 
2-4  vordersten  Felder  mit  einigen  Queradern.  Oligoneuria  P  i  c  t. 

—  Beide  Flügelpaare  mit  zahlreichen  Queradern.  5. 
.   5.  Körper  zart,  wie  die  Flügel  weißlich;  Hinterbeine  sehr  kurz 

und  schwach.  Polymitarcis  Eat. 

—  Körper  stark,  wie  die  Flügel  braun;  Hinterbeine  normal. 

Palingenia  Burm. 
6.  Hinterflügel  bloß  mit  2 — 3  Längsadern.  7. 

—  Hinterflügel  mit  vielen  durch  Queradern  verbundenen  Längs- 
adern. 8. 


Ephemerida,  Eintagsfliegen.  5 

7.  Hinterflügel  länglich  eiförmig,  stumpf;  Zwischenraumadern 
zu  2.  Baetis  Leach. 

—  Hinterflügel  sehr  schmal,  bandförmig,  zugespitzt;  Zwischen- 
raumadern einzeln.  Centroptiluiii  Eat. 

8.  3  Schwanzborsten.  9. 

—  2  Schwanzborsten;  Augen  des  (^  und  9  einfach;  Zwischen- 
raumadern mit  den  Längsadern  verbunden.  14. 

9.  Yorderflügel  mehr  oder  weniger  braun  gefleckt;  Augen  des  (^ 
einfach.  Ephemera  L. 

—  Vorderflügel  ungefleckt.  10. 

10.  Yorderflügel  mit  gelb  gefärbtem  Costalfelde. 

Potanianthus  Pict. 

—  Das  Costalfeld  nicht  gelb  gefärbt.  11. 

11.  Die  2.  Analader  am  Grunde  gerade,  der  lA  weit  mehr  ge- 
nähert als  der  3A,  hinter  der  ersten,  sie  mit  der  lA  ver- 
bindenden Querader  im  stumpfen  Winkel  gebrochen  und  nur 
im  sanften  Bogen  zum  Hinterrande  laufend,  so  daß  der 
Raum  zwischen  lA  und  2A  dreieckig  ist.   Ephemerella  Wal sh. 

—  Die  2.  Analader  geschwungen,  am  Grunde  der  3A  eher  etwas 
näher  als  der  lA  oder  von  beiden  genannten  Adern  gleich 
entfernt  und  an  dem  äußersten  Grunde  nach  vorn  gebogen 
und  der  Raum  zwischen  lA  und  2A  hat  den  Umriß  eines 
Schinkens.  12. 

12.  Zwischenraumadern  fehlen.  Habrophlebia  Eat. 

—  Zwischenraumadern  mit  den  Längsadern  verbunden.  13. 

13.  Der  Costaistreif  der  Vorderflügel  hyalin.    Leptophlebia  Eat. 

—  Der  Costaistreif  der  Vorderflügel  dunkelbraun  gefärbt. 

Choroterpes  Eat. 

14.  Zwischen  den  2  normalen  Schwanzborsten  ein  gegliederter 
Ansatz  einer  Mittelborste.  15. 

—  2  Schwanzborsten;  Ansatz  einer  Mittelborste  fehlt;  Genital- 
füße des  (j"  3gliedrig,  das  1.  Glied  am  längsten.  17. 

15.  Der  Hinterfuß  kürzer  als  die  Schiene;  die  Genitalfüße 
3gliedrig,  1.  Glied  am  längsten.  16. 

—  Der  Hinterfuß  länger  als  die  Schiene;  die  Genitalfüße 
4gliedrig,  ihr  2.  Glied  am  längsten.  Siphlnrns  Eat. 

16.  1.  Glied  der  Hinterfüße  deutlich  kürzer  als  das  2.;  die 
Vorderklaue  in  eine  kleine  Schuppe  endend,  die  außen  ge- 
kielt, innen  ausgehöhlt  ist;  die  Hinterklauen  schmal,  normal, 
beide  gleich.  Chirotonetes  Eat. 

—  1.  Glied  der  Hinterfüße  kaum  sichtbar  kürzer  als  das  2.;  auf 
allen  Füßen  eine  Klaue  stumpf,  die  andere  spitzig. 

Ameletiis  Eat. 

17.  1.  Glied  der  Hinterfüße  länger  als  das  2.,  dieses  länger  als 
das  3.  18. 

—  1.  Glied  der  Hinterfüße  so  lang  wie  das  2.  19. 

—  1.  Glied  der  Hinterfüße  kürzer  als  das  2.  20. 

18.  1.  Glied  der  Vorderfüße  so  lang  wie  das  2.;  die  Hörner  der 
Rute  stark,  durch  einen  dreieckigen  Einschnitt  voneinander 
gesondert  und  an  der  Spitze  quer  nach  außen  erweitert. 

Epeonis  Eat. 

—  1.  Glied  der  Vorderfüße  kürzer  als  das  2.;  die  Hörner  der 
Rute  stark,  gewöhnlich  quer  erweitert,  manchmal  aber  ei- 
förmig. Ecdyurus  Eat. 


6  Fr.  Klapälek, 

19.  Die  Hörner  der  Rute  schmal,  stäbchenförmig,  an  der  Spitze 
etwas  erweitert;  Schenkel  meist  mit  einem  dunkelbraunen 
Punkte  oder  Striche  in  der  Mitte  der  Außenseite;  1.  Glied 
der  Vorderfüße  beim  (^  etwa  '/^  so  lang  wie  die  Schiene. 

Rhitrogena  Eat. 

—  Die  Hörner  der  Rute  stark,  an  der  Spitze  stark  erweitert 
oder  eiförmig;  Schenkel  geringelt,  aber  ohne  den  auffallen- 
den Punkt  in  der  Mitte;  1.  Glied  der  Vorderfüße  beim  (^ 
hat  wenigstens  ^/g  der  Länge  der  Vorderschienen. 

Ecdyiiriis  Eat. 

20.  Die  Außenseite  der  Schenkel  mit  einem  dunklen  Punkte 
oder  Striche  in  der  Mitte;  die  Hörner  der  Rute  schmal, 
stäbchenartig,  an  der  Spitze  etwas  erweitert  und  weit  von- 
einander abstehend.  Rhitrogena  Eat. 

—  Die  Außenseite  der  Schenkel  ohne  dunkle  Zeichnung;  die 
Hörner  der  Rute  kurz,  breit,  flach  erweitert  und  durch  einen 
dreieckigen  Einschnitt  voneinander  gesondert. 

Heptagenia  Walsh. 

1.  Familie  Palingeniidae. 

Subcosta  in  den  Vorderflügeln  fehlt  oder  ist  in  einer  Falte  der 
Membran  unter  dem  Radius  verborgen;  Cn^  läuft  am  Grunde  des 
Flügels  mit  lA  und,  wenn  die  übrigen  Analadern  vorhanden  sind, 
auch  mit  der  2A  zusammen;  die  Beine  des  ^  kurz  und  schwach 
oder  gar  verkümmert  und  die  Hinterbeine  länger  als  die  Vorder- 
beine; die  Hinterfüße  4gliedrig;  beim  (j"  die  Augen  einfach. 

1.  Gattung  Palingenia  Burm. 

Media  hinter  der  Mitte  des  Flügels  gegabelt;  die  Analadern 
vorhanden;  in  allen  Feldern  zahlreiche  Queradern.  Vorderfüße  des 
Männchens  etwa  2,5  mal  so  lang  wie  die  Schenkel;  Schwanzborsten  2, 
beim  ^  etwa  3  mal  länger,  beim  5  gleich  lang  wie  der  Körper. 

Kopf  pechschwarz,  Thorax  gelb,  Mesonotum  bräunlich,  Hinter- 
leib erdbraun,  die  Unterseite,  Beine  und  Schwanzborsten  bleichgelb, 
Flügel  rehbraun  mit  schmutzig  braunen  Adern.  Länge  des  (^  23 
bis  25  mm,  des  $  27—29  mm,  Flügellänge  des  S  24—26,  des  $ 
32  mm,  der  Schwanzborsten  des  S  70—74,  des  $  26—27,5  mm.  — 
An  großen  Flüssen,  Juli  August.     Elbing,  Westfalen. 

longicauda  Oliv. 

2.  Gattung  Oligoneuria  Pict. 

Media  ungegabelt;  nur 
die  1.  Analader  entwickelt; 
nur  in  den  Feldern  bis  zur 
Media  einige  Queradern; 
Vorderfüße  des  (j  viel 
kürzer  als  die  Schenkel; 
Schwanzborsten  3,  die 
mittlere  etwas  kürzer, 
beim  (j  etwa  l'/o^ial  so 
lang  wie  der  Körper,  beim 
rA^nana  imh.  Q  Die  ?  haben  sic  nur  ^'4-73 
(Nach  Eaton.)  der  Länge  desselben;  die 


Ephemerida,  Eintagsfliegen.  7 

hinteren   Hinterleibsringe  sind   an   der   Seite  domartig   vorgezogen 
(Fig.  2). 

Kopf  und  Thorax  ockergelb,  Hinterleib  weißlich  in  der  vorderen 
Hälfte  der  Ringe  beim  (^  durchscheinend,  beim  9  bräunlich.  Vorder- 
beine und  Hinterschenkel  des  (^  licht  gelbbraun,  sonst  die  Beine 
weiß;  beim  ^  sind  die  Beine  gelbbraun.  Schwanzborsten  und 
Genitalfüße  weiß.  Körperlänge  des  ^  9 — 13,5,  des  $  12 — 15  mm, 
Flügellänge  des  (j"  11  — 14,5,  des  ^  14 — 16  mm,  Schwanzborsten  des 
(^  12 — 13  mm,  des  $  3 — 4  mm.  —  An  größeren  Flüssen  oft  massen- 
haft; fliegt  an  die  Straßenlampen,  August.  rhenana  Imh. 

2.  Familie  Polymitarcidae. 

Von  der  vorigen  durch  die  wohl  entwickelte  und  deutlich  sicht- 
bare Subcosta  verschieden;  Nervatur  vollkommen,  mit  zahlreichen 
Queradern. 

3.  Gattung  Polymitarcis  Eat. 

Vorderbeine  des  (^  so  lang  wie  der  ganze  Körper  und  die 
Vorderfüße  3 — 5  mal  so  lang  wie  die  Schenkel,  welche  kaum  '/4  der 
Länge  der  Schienen  haben;  die  Mittel-  und  Hinterbeine  kurz. 
Schwanzborsten  beim  (J  2,  da  die  mittlere  verkümmert  ist,  beim  $ 
3  und  gleich  lang.     Flügel  trübe. 

Kopf  weißlich,  unter  der  Stirn  schwarz,  Thorax  licht  gelbbraun, 
Hinterleib  gelblichweiß,  Flügel  milchig  getrübt,  Costa,  Subcosta  und 
Radius  grau,  Beine  weißlich,  Vorderschenkel  und  Schienen  oben 
schwärzlich.  Beim  9  ist  der  Körper  mehr  bräunlich.  Körperlänge 
des  c^  10—11,  des  $  16—17  mm,  Flügellänge  des  ^  11—12,5  des 
9  16  mm,  Schwanzborsten  des  (^  30 — 33,5  des  9  13  mm.  —  An 
größeren  Flüssen,  stellenweise  massenhaft.     August.       virgo  Oliv. 

3.  Familie  Ephemeridae. 

Am  Grunde  des  Vorderflügels  laufen  Cu^,  lA  und  2A  zusammen; 
beim  (^  sind  die  Beine  wohl  entwickelt  und  die  vorderen  wenigstens 
so  lang  wie  die  hinteren.  Augen  des  cf  einfach.  Der  Grund  der 
Genitalfüße  stark  entwickelt  und  das  9  ohne  Supragenitalplatte. 

4.  Gattung  Ephemera  L. 

Flügel  glasliell  mit  zalilreichen  Quer-  und  Längsadern,  mehr 
oder  weniger  braun  gefleckt.  Beim  (^  ist  der  Vorderfuß  etwa  4  mal 
so  lang  wie  der  Schenkel,  beim  9  ^twa  gleich  lang  wie  derselbe. 
Schwanzborsten  3,  von  gleicher  Länge.  Hinterfüße  4gliedrig,  die 
ersten  3  Glieder  fast  gleich  lang;  Klauen  ungleich.  Genitalfüße 
4gliedrig,  das  2.  Glied  am  längsten. 

1.  Meso-  und  Metanotum  schwarz;  Längsadern  und  Queradem 
schwarz  und  meist  angeraucht;  Schwanzborsten  undeutlich 
geringelt.  2. 

—  Thorax  oben  bei  dem  (^  lederbraun,  beim  9  lichter  bis  gelb ; 
Längsadern  wenigstens  teilweise  gelbbraun;  Schwanzborsten 
deutlich  geringelt.  3. 

2.  Hinterleib  dunkel-  bis  rötlichbraun,  die  Segmente  auf  dem 
Rücken  jederseits  mit  einem  starken,  schwarzen,  kommaartigen 


Fr.  Klapälek, 


Fig.    3.     Ephemera    vulgata    L. 
Das  (^  Hinterleibsende  Ton  unten. 


Striche,  welcher  auf  den  vorderen  Ringen  dreieckg  erweitert 
ist;    auf   dem  7. — 9.  Ringe   ist  zwischen    denselben    ein  Paar 
von  feinen  kurzen  Linien;  auf  der  Bauchseite  zieht  sich  auf 
den  Segmenten  jederseits  ein  feiner  schwarzer  Strich.   Vorder-, 
flügel  bräunlich,  beim  $  viel  stärker  als  beim  $  angeraucht, 
mit  mehreren  dunklen  Flecken  und  dunkler  gesäumten  Quer- 
adern.   Hinterflügel  am  Rande  breit  braun  gesäumt,  beim  (^ 
mit  dunklem   Mittelflecke.     Vorderbeine   schwarz,    Schwanz- 
borsten rotbraun,  kaum  dunkler 
geringelt.      Länge    des    Körpers 
14 — 22  mm,  der  Flügel  beim  $ 
16—17,  beim  $  18—24  mm,  der 
Schwanzborsten   beim   (j"  32  bis 
36  mm,  des  $  22—26  mm  (Fig.  3). 
—  Vom  Mai  bis  Juli  gemein. 

vulgata  L. 
Hinterleib  elfenbeinweiß,  nur  an 
der  Spitze  etwas  braun  ange- 
laufen, oben  jederseits  mit  einem 
starken,  keilförmigen,  beim  5 
dreieckig  erweiterten  und  den 
Hinterrand  des  Ringes  weit  nicht 
erreichenden  Flecke;  auf  dem 
6. — 9.  Ringe  ist  zwischen  den- 
selben ein  Paar  von  feinen, 
kurzen  Linien;  beim  ^  bleiben 
aber  die  ersten  5  Rückensegmente  oben  ungezeichnet.  An 
den  Seiten  sind  2  die  Seitenlinie  begrenzende  feine,  krumme 
Striche.  Auf  der  Bauchseite  zieht  sich  jederseits  eine  Reihe 
von  feinen,  schwarzen  Linien.  Sonst  sind  die  Farben  wie 
bei  vulgata,  Körperlänge  des  cf  16—17,  des  $  16-23  mm, 
Flügel  des  c^  16—17,  des  $  14—22  mm,  Schwanzborsten  des 
J  30—41  mm,  des  $  14—25  mm.  —  Gemein,  aber  an 
kälteren  und  schneller  fließenden  Gewässern.     Mai  bis  Juli. 

danica  Müll. 
3.  Die  Hinterleibsringe  6—9  auf  dem  Rücken  jederseits  mit 
3  fast  gleich  starken,  schwarzen  Linien,  von  welchen  die 
innerste  auf  den  vorderen  Ringen  verschwindet,  die  2  äußeren 
mehr  verwaschen  werden.  An  den  Seiten  über  der  Seiten- 
linie und  unter  derselben  eine  feine,  krumme  Linie;  auf  d«m 
Bauche  ist  jederseits  auf  allen  Ringen  eine  schwarze  Linie. 
Körper  beim  (^  licht  lederbraun,  am  Grunde  des  Hinterleibes 
und  dem  Bauche  etwas  lichter;  beim  5  ^i^ht  gelbbraun. 
Vorderbeine  des  cf  mit  dem  Körper  fast  gleichfarbig,  an  den 
Gelenken  schwarzbraun;  die  hinteren  bedeutend  lichter,  gelb- 
lich. Beim  $  sind  die  Vorderbeine  mit  der  Bi-ust  gleich- 
farbig, beide  Enden  von  den  Schienen  und  die  Spitzen  der 
Fußglieder  schwarz,  die  mittleren  und  hinteren  Beine  sind 
schwach  gelblich  mit  schwarzen  Klauen.  Schwanzfäden  licht- 
braun, deutlich  schwarz  geringelt.  Flügel  beim  (^  stark 
glänzend,  schwach  bräunlich  getrübt,  wenig  gefleckt,  an  den 
Queradern  schmal  braun  gesäumt,  die  Hinterflügel  ohne  den 
Mittelfleck.  Beim  $  sind  die  Flügel  fast  glashell,  mit 
wenigen  punktförmigen   braunen  Flecken,   mit   gelbem  Sub- 


Ephemerida,  Eintagsfliegen.  9 

costalfelde  und  ungesäumten  Qu'eradern.  Länge  des  Körpers 
beim  ^  15—20,  beim  $  21— 2ö  mm,  der  Flügel  beim  c?  16, 
beim  2  20 — 21  mm,  der  Schwanzborsten  beim  (j  30 — 36,  beim 
5  24 — 26  mm.  —  An  der  Elbe,  Juni,  Juli.  lineata  Eat. 
—  Die  Hinterleibsringe  7 — 9  auf  dem  Rücken  jederseits  mit 
2  parallelen,  schwarzen  Linien,  die  auf  dem  10.  in  einen 
länglichen  Fleck,  auf  den  vorderen  (2 — 6)  zu  einer  Linie 
zusammenfließen.  An  der  Seitenlinie  ist  an  ihrem  unteren 
Rande  vorn  ein  schwarzer  Punkt  und  an  dem  oberen  Rande 
hinter  ihm  eine  krumme,  auf  den  2  vorletzten  Linien  eine 
gerade,  schwarze  Linie.  Die  Unterseite  der  Ringe  ist  mit  2 
nach  hinten  divergierenden,  schwarzen  Linien  geziert.  Beine 
wie  bei  lineata.  Flügel  mit  rostgelben  Längsadern  und 
schwarzen  Queradern,  fast  ungefleckt,  die  hinteren  ohne  den 
braunen  Mittelfleck.  Schwanzborsten  gelblich,  braun  ge- 
ringelt. Die  Genitalfüße  entweder  mit  dem  Hinterleibe  gleich- 
farbig und  an  der  Spitze  der  Glieder  schwarz  oder  schwarz- 
braun, oder  mit  dunkelbraunem  ersten  und  den  2  letzten 
Gliedern.  Länge  des  Körpers  11—17  mm,  der  Flügel  beim 
(^  10 — 15,  beim  ^  10 — 16  mm,  der  Schwanzborsten  beim  (^ 
15—23,  beim  9  H — 14  mm.  —  Lausitz,  Juli,  August. 

glancops  Pict. 

4.  Familie  Potamanthidae. 

In  den  Vorderflügeln  laufen  Cu^,  lA  und  2A  am  Grunde  zu- 
sammen; Augen  des  (^  einfach;  Genitalfüße  3gliedrig,  1.  Glied  am 
längsten;  beim  5  die  Supragenitalplatte  wohl  entwickelt. 

5.  Gattung  Potamanthus  Pict. 

Beim  ($  der  Vordertarsus  etwas  länger  als  die  Schiene,  ögliedrig, 
das  1.  Glied  sehr  kurz,  das  2.  hat  etwa  ^5  der  Länge  der  Schiene, 
die  übrigen  stufenweise  kürzer.  Mittel-  und  Hinterfüße  4gliedrig. 
Beim  ^  hat  der  Vor- 
derfuß fast  '^|^  der 
Länge  von  der  Schie- 
ne. Schwanzfäden  3, 
fast  gleich  lang. 

Körper  hellgelb, 
über  den  Rücken  des 
Hinterleibes  zieht 
sich  ein  breiter  brau- 
ner Streifen,  an  der 
Seite      des      2.-10. 

Ringes  nahe  dem  Vor-         Fig.    4.     Potamanthus    intens    L.      Die    kubitaie  und 

derrande  an  der  Sei-  *"*'^  ^^s**"^  '^^'^  Vorderflügel, 

tenlinie  ist  ein  schwarzer  Punkt,  und  ein  anderer  dunkelbrauner 
ist  mehr  gegen  den  Rücken  gerückt  vor  dem  Hinterrande  des  2. 
bis  8.  Ringes  (Fig.  4).  Vorderbeine  etwas  dunkler,  an  der  Spitze 
der  Schienen  und  der  Fußglieder  mit  schwarzem  Punkte,  die  Mittel- 
und  Hinterbeine  dunkler,  mit  schwärzlichen  Klauen.  .Schwanz- 
borsten lichtbraun,  dunkelbraun  geringelt.  Flügel  hyalin  oder  sehr 
schwach  gelblich,  die  vorderen  mit  gelben  Längsadern  und  braunen 


10 


Fr.  Klapälek, 


Queradern,  die  aber  gegen  den  Außen-  und  Hinterrand  lichter 
werden;  Hinterflügel  ganz  mit  hellgelber  Nervatur.  Länge  des 
Körpers  9—13  mm,  die  der  Flügel  beim  (j"  12 — 13,  beim  §  15  mm, 
der  Schwanzborsten  beim  (j"  15 — 19,  beim  $  12  mm.  —  An  Flüssen 
und  größeren  Bächen,  Juni,  August.  luteus  L. 

5.  Familie  Leptophlebiidae. 

Am  Grunde  der  Vorderflügel  ist  tA  von  dem  Cti  ganz  getrennt 
und  umschreibt  mit  der  3A  einen  Raum  in  der  Form  eines  Schin- 
kens. 2A  ist  am  Grunde  nach  vorn  gebogen  und  der  lA  näher  als 
der  3A  und  in  ihrem  Verlauf  stark  geschwungen.  Wurzel  der 
Genitalfüße  und  die  $  Supraanalklappe  wohl  entwickelt.  Augen 
des  (j  geteilt. 


6.  Gattung   Leptophlebia  Westw. 

Vorderrand  der  Hinterflügel  ungleichmäßig  flach    bogenförmig, 
wobei  die  Subcosta  fast  parallel  mit  demselben  und  Radius   gerade 

verläuft  (Fig.  5).  Die 
Zwischen  räum  ädern  mit 
den  Längsadern  verbun- 
den; in  dem  1.  Analfelde 
sind  2  untereinander  und 
mit  den  Längsadern 
durch  Queradern  ver- 
bundene Zwischenraum- 
adern. Vorderfuß  des  (^ 
etwas  länger  als  die 
Schiene,  sein  1.  Glied 
am  kürzesten,  das  2.  am 
längsten  und  die  übrigen 


Fig.  5.     Leptophlebia  ynarginata  L.     Die  kubitale 
und  anale  Gegend  der  Vorderfliigel. 


stufenweise  kürzer.  Hinterfuß  3gliedrig,  aber  das  1.  Glied  un- 
deutlich getrennt.  Beim  2  sind  die  letzten  4  Glieder  des  Vorder- 
fußes etwa  halb  so  lang  wie  die  Schiene.  Schwanzborsten  3,  fast 
gleich.     Genitalfüße  3gliedrig  (Fig.  6). 

1 .  Vorderflügel  bräunlich  angeraucht,  besonders  nach  der  Spitze 
zu;  der  Costaistreif  nach  der  Spitze  zu  bräunlich  gefärbt, 
gegen  die  Wurzel  zu  hyalin;  Längsadern  bräunlichgelb. 
Thorax  schwarz,  Hinterleib  dunkelbraun,  Vorderbeine  schwarz- 
braun, die  hinteren  heller,  Schwanzborsten  dunkelbraun, 
Genitalfüße  lichter  als  der  9.  Ring.  Beim  $  sind  die  Vorder- 
schienen licht  rötlichgelb.  Länge  des  Körpers  6 — 12  mm, 
des  Flügels  6 — 11  mm,  der  Schwanzborsten  des  (j  12— 20  mm, 
des  $  8 — 16  mm,  —  An  Flüssen  und  Bächen  häufig,  Mai 
bis  Oktober;  weit  verbreitet.  marginata  L. 

—  Vorderflügel  glashell,  nicht  bräunlich  angeraucht;  der  Costai- 
streif nicht  dunkler.  2. 

2.  Schwanzfäden  eifarbig  weiß.  Thorax  oben  schwarz,  an  den 
Seiten  braun,  Hinterleib  pechbraun,  in  der  Regel  auf  dem 
2. — 7.  Ringe  vorn  weißlich  durchscheinend.  Beine  weißlich, 
die.  Schenkel  und  Schienen  der  vorderen  an  der  Spitze 
dunkler.  Genitalfüße  weißlich,  gegen  den  Grund  zu  schwärz- 
lich  grau.     Die   Hörner   der   Rute   divergierend,    mit   einem 


Ephemerida,  Eintagsfliegen. 


11 


scharfen  Vorsprunge  vor  der  Spitze  auf  der  Außenseite. 
Beim  9  ist  der  Hinterleib  dunkelbraun,  gelblich  geringelt. 
—    An    Bächen    weit    verbreitet,    Juli,    August.     Länge    des 


Fig.  6.  Fig.  7. 

Fig.  6.     Leptophlebia  marginata  L.     (^     Das  Hinterleibsende  von  unten. 

Fig.  7.     Leptophlebia  ctncta  Retz.     (^     Das  Hinterleibsende  von  unten. 

Körpers  7—8,  der  Flügel  8 — 9,  der  Schwanzborsten  des  $ 
8 — 11,    des  5  7 — 11  niin  (Fig.  7).  —  Lausitz,  Juli,  August. 

cincta  Retz. 

—  Schwanzfäden  deutlich  geringelt.  3. 

3.  Schwanzfäden  lichtbraun,  dunkler  geringelt.  Thorax  oben 
schwarz,  Hinterleib  pechbraun  oben,  lichter  unten  und  an 
dem  Yorderrande  der  mittleren  Ringe  weißlich.  Vorderbeine 
schwarz  oder  schwarzbraun,   die  hinteren  lichtbraun.     Länge 


Fig.  8.  Fig.  9. 

Fig.  8.     Leptophlebia  submarginata  St.     (^     Das  Hinterleibsende  von  unten. 

P'ig.  9.     Leptophlebia  Meyeri  Eat.     ^     Das  Hinterleibsende  von  unten. 

des  Körpers  8 — 11,  der  Flügel  10 — 13,  der  Schwanzborsten 
des  cf  12 — 14,  des  $  9 — 12  mm.  —  An  den  Bächen  häufig, 
Mai  bis  August  (Fig.  8).  submarginata  St. 

—  Schwanzfäden  weißlich,  schwarzbraun  geringelt.  Thorax  oben 
tiefschwarz,  Hinterleib  pechbraun,  an  dem  3. — 6.  oder  7.  Ringe 
durchscheinend,  Beine  schwarzbraun,  Genitalftiße  weißlich 
(Fig.  9).     Die  Hörner  der  Rute   stark   divergierend,   an   der 


12  Fr.  Klapälek, 

Spitze  mit  einem  klauenartigen,  nach  außen  gekrümmten 
Zahne  versehen.  liänge  des  Körpers  6 — 9,  der  Flügel  7  bis 
0  mm.  —  An  Gebirgsbächen  im  Juli,  Böhmerwald. 

Meyeri  Eat. 

7.  Gattung  Choroterpes  Eat. 

Vorderrand  der  Hinterflügel  in  stumpfem  Winkel  gebrochen, 
so  daß  der  durch  den  Radius  und  den  Vorderrand  umschriebene 
Teil  der  Flügelfläche  einen  dreieckigen  Umriß  hat;  Subcosta  ver- 
läuft etwa  in  gleicher  Entfernung  von  Costa  und  Radius.  Nur  in 
der  apikalen  Partie  sind  mehr  zahlreiche  Queradern;  sonst  sind  sie 
sehr  spärlich.  Die  kurzen  Zwischenraumadern  am  Hinterrande  des 
Flügels  fehlen.  In  dem  1.  Analfelde  verlaufen  alternierend  2  kurze 
und  2  längere  Zwischenraumadern.  Genitalfüße  4  gliedrig.  Schwanz- 
fäden 3. 

Thorax  schwarzbraun,  Hinterleib  und  Vorderbeine  dunkelbraun, 
Hinterleib  am  Vorderrande  der  mittleren  Ringe  und  auf  dem  Bauche 
lichter  und  etwas  durchscheinend.  Genitalfüße  am  Grunde  dunkel- 
braun, rötlichbraun  nach  der  Spitze  zu.  Hinterbeine  und  Schwanz- 
borsten bräunlich,  die  letzteren  dunkel  geringelt.  Flügel  hyalin, 
Costal-  und  Subcostalfeld  der  vorderen  braun.  Länge  des  Körpers 
und  Flügels  10  mm,  und  der  Schwanzborsten  12  mm.  —  Heidel- 
berg, Dresden.     August  bis  Oktober.  Picteti  Eat. 

8.  Gattung  Habrophlebia  Eat. 

Der  Vorderrand  der  Hinterflügel  bildet  etwa  in  der  Mitte 
einen  rechtwinkligen  Vorsprung,  der  durch  einen  tiefen  Einschnitt 
gebildet  wird.     Subcosta  meistens  mit   dem  Radius  parallel  und  in 

gleicher  Entfernung  wie 
von  der  Costa  laufend. 
Queradern  mäßig  zahl- 
reich,  öfters   nach   dem 

Hinterrande  zu  ver- 
schwindend.    Zwischen- 
raumadern   fehlen     mit 
Ausnahme     des     ersten 
Analfeldes,    wo   2 — 5 
Fig.  10.    Habrophlebia  fusca  Cntt.    Die  kubitale  vorkommen    können 

und  anale  Gegend  der  Vorderfiügel.  ,7"  .  "r!"l^"  ,^ ,?  ,  V* 

Genitalfüße  3  gliedrig. 
Schwaiizfäden   3,   untereinander   fast  gleich.     Die  ^  Supragenital- 
platte  scharf  ausgeschnitten  (Fig.  10). 

1.  Hinterleib  braun,  am  Vorderrande  der  mittleren  Ringe  etAvas 
lichter  und  durchscheinend.  Thorax  oben  schwarz.  Vorder- 
beine schwarzbraun  (Fig.  11),  Hinterbeine  lichtbraun.  Schwanz- 
fäden lichtbraun,  dunkel  geringelt.  Flügel  hyalin,  mit  blaß- 
brauner Nervatur;  die  Queradern  bis  zum  Hinterrande  des 
Flügels  entwickelt.  Länge  des  Körpers  5—7,  des  Flügels 
6 — 7,  der  Schwanzborsten  beim  (^  8 — 12,5,  beim  $  6—9  mm. 
—  An  Bächen  und  P'lüssen  häufig,  Juni,  Juli.  fusca  Ct. 
—  Der  2.-7.  Hinterleibsring  durchscheinend  w^eiß;  die  Quer- 
adern gehen  nicht  bis  zu  dem  Hinterrande  des  Flügels  und 
lassen  eine  ziemlich  breite  Randzone  frei.  2. 


Ephemerida,  Eintagsfliegen. 


13 


Vorderbeine  graulichweiß,  Mittel-  und  Hinterbeine  weiß, 
durchscheinend.  Thorax  oben  schwarz,  Schwanzfäden  weiß, 
Flügel  hyalin  mit  weißlicher  Nervatur,  nur  Subcosta  und 
Radius  im  Vorderflügel  braun.  Länge  des  Körpers  5,  des 
Flügels  6  und  der  Schwanzfäden  des  ^  7  mm.  —  Nach 
Rostock  in  Sachsen.  mesoleuea  Brauer. 


Fig.  11.  Fig.  12. 

Fig.   11.     Habrophlebia  fusca  Bat.     ^     Das  Hintei leibsende  von  unten. 
Fig.  12.      Habrophlebia   lauta   Mc.   Lach.      Die   Rute  von  unten. 

—  Auf  den  Vorderbeinen  ist  der  Trochanter,  Femur  und  beide 
Enden  der  Schienen  dunkel-  bis  schwarzbraun.  Sonst  wie 
die  vorige.  An  Bächen  sehr  häufig.  Länge  des  Körpers 
5 — 6,  des  Flügels  6—7,  der  Schwanzfäden  beim  (^  8—11, 
beim  $  6,5—7  mm  (Fig.  12)."  lauta  Mc  Lach. 


6.  Familie  Ephemerellidae. 

In  den  Vorderflügeln  laufen  die  1.  und  2.  Analader  am  Grunde 
zusammen,  die  letztere  ist  am  Grunde  fast  gerade  und  biegt  hinter 
der  1.  Querader  im  stumpfen  Winkel  gegen  den  Hinterrand  des 
Flügels  ab.     Die   1.  und   3.  Analader  umschreiben   ein    etwa   drei- 


Cu    M, 


Fig.  13.     Ephemerella  ignita  Poda.     Der  Vorderflügel. 

eckiges  Feld.  Die  Zwischenraumadern  frei  oder  mit  den  Längs- 
adern verbunden.  Der  Vorderrand  der  Hinterflügel  bogenförmig 
geschwungen  mit  einem  muldenartigen  Ausschnitte  in  der  Mitte 
(Fig.  13).  Genitalfüße  3gliedrig,  mit  langem  2.  Gliede.  Schwanz- 
fäden 3. 


14  Fr.  Klapälek, 

9.  Gattung  Epheinerella  Walsh. 

Körper  rötlichgelb  bis  rotbraun,  Beine  gelb  bis  gelbbraun  mit 
dunkleren  Gelenken,  Schwanzborsten  gelblich,  schwarzbraun  ge- 
ringelt. Flügel  hyalin,  die  stärkeren  Adern  bräunlich.  Länge  des 
Körpers  beim  c^  6—9,5,  beim  ^  6—10,  der  Flügel  beim  (j"  7—9, 
beim  $  7,5 — 11  mm,  der  Schwanzborsten  beim  (^  7 — II,  beim  $ 
7 — 9  mm.    An  Bächen  stellenweise  sehr  häufig,  Juni  bis  September. 

ignita  Po  da. 

7.  Familie  Caeiiidae. 

In  den  Vorderflügeln  ist  am  Grunde  lA  sehr  nahe  der  Cii^  und 
weit  entfernt  von  der  2A.  Media  ist  gegabelt  und  die  1.  mit  der 
3.  Analader  umschreiben  ein  dreieckiges  Feld.    Hinterflügel  fehlen. 

10.  Gattung  Caenis  öt. 

Queradern  in  eine  Reihe  geordnet;  die  Hinterleibssegmente 
7 — 9  an  den  Seiten  hinten  ahlförmig  vorgezogen.  Schwanzfäden  3, 
gleich.  Füße  4gliedrig,  nur  die  Vorderfüße  des  (^  ögliedrig. 
Genitalfüße  kurz,  ungegliedert.  Flügel  trübe,  weißlich,  ohne 
Zwischenraumadern,  am  Hinterrande  gewimpert  (Fig.  14). 


Fig.  14.     Caenis  dimidiata  St.     (Nach  Eaton.) 

1.  Schwanzfäden  weiß,  weißlich  oder  mit  gelblichem  Anflug.   2. 

—  Schwanzfäden  grau  oder  schwärzlich  grau.  3. 

2.  Thorax  pechbraun;  Hinterleib  weißlich  mit  grauer  Zeichnung 
auf  dem  Rücken  und  grauen  Punkten  an  den  Seiten;  Vorder- 
beine weißlich  mit  graubraunen  Schenkeln,  Hinterbeine  grau- 
weiß mit  einem  schwarzen  Punkte  auf  der  oberen  Kante 
der  Schenkel  vor  dem  Knie.  Flügel  am  Vorderrande  leicht 
graulich  und  die  3  ersten  Längsadern  sepiabraun.  liänge 
des  Körpers  3—5,  der  Flügel  beim  c?  4,  beim  ^  5,  der 
Schwanzborsten  beim  ^j"  13—18,  beim  5  3  mm.  —  An  größeren 
Flüssen  weit  verbreitet,  Juni  bis  Oktober.  dimidiata  St. 

—  Thorax  gelbbraun,  Hinterleib  weißlich  gelbbraun,  an  der 
Spitze  dunkler,  Beine  weißlich  oder  ganz  licht  fahlgelb;  Flügel 
hyalin,  Subcosta  und  Radius  schwarz,  übrige  Adern  gelblich, 
beim  $  farblos.  Länge  des  Körpers  beim  $  3,  beim  $  '^» 
der  Flügel  beim  (j"  3,5,  beim  $  4  mm,  der  Schwanzborsten 
des  (j'  11  mm.  —  Preußen,  August.  lacteella  Eat. 


Ephemerida,  Eintagsfliegen. 


15 


3.  Beine  peclischwarz,  Schienen,  Füße  und  die  untere  Kante  der 
Schenkel  licht  schwärzlichgrau  und  durchscheinend,  Thorax 
pechbraun;  Hinterleib  graulich;  Schwanzborsten  grau,  dunkler 
geringelt;  Flügel  graulichweiß,  Costa,  Subcosta  und  Radius 
pechschwarz.  Länge  des  Körpers  beim  (^  4 — 5,  beim  ^ 
6  mm,  der  Flügel  beim  J^  4—5,  beim  ^  7  mm,  der  Schwanz- 
fäden beim  cf  14 — 16,  beim  2  ^ — 3  mm.  —  An  Teichen 
und  Flüssen;  Mai  bis  September.  Lausitz  (Diehmen,  Klix, 
Bautzen).  halterata  F. 

—  Vorderfüße  hell  sepiabraun,  Hinterfüße  licht  schwärzlichgrau 
mit  schwarzen  Gelenken;  Thorax  pechschwarz,  Hinterleib 
lichtbraun;  Schwanzborsten  grau  oder  licht  schwärzlichgrau. 
Flügel  weißlich  mit  grauen  Adern  bis  auf  die  pechschwarze 
Subcosta  und  Radi.us.  Länge  des  Körpers  beim  ^T  6j5,  beim 
$  5 — 7,  der  Flügel  5,5—6,  der  Schwanzborsten  beim  (^ 
25  mm.   —  Berlin.     August.  harrisella  Ct. 

8.  Familie  Baetidae. 

Die  lA  ist  am  Grunde  der  Vorderflügel  von  der  Cu  und  der 
2A  vollkommen  getrennt;  2A  ist  nur  schwach  bogenförmig  und 
Media  einfach.  Der  Hinterfuß  hat  ^/.j— ^/j  der  Länge  von  Tibia, 
ist  4gliedrig  mit  langem  ersten  Gliede. 

11.  Gattung  Baetis  Leach. 

Hinterflügel  vorhanden,  elliptisch  oder  länglich  eiförmig,  am 
Vorderrande  nahe  der  Wurzel   in   der  Regel   in  einen  dreieckigen. 


Fig.  15.     Baetis  tenax  Eat.     Flügel:    rechts    der  Hinterflügol   stärker   vergrößert. 

spitzigen  Zipfel  auslaufend,  mit  2  —  3  Längsadern  mit  sehr  spär- 
lichen oder  gar  keinen  Queradern.  In  den  Vorderflügeln  sind  die 
Queradern  in  3  Reihen  geordnet;  Zwischenraumadern  zu  zwei. 
Genitalfüße  4gliedrig;    2  Schwanzborsten.     Beim  (^   Augen  geteilt. 

1.  Schwanzfäden  rein  weiß.  2. 

—  Schwanzfäden  grau.  9. 

—  Schwanzfäden  geringelt.  12. 

2.  Hinterflügel  mit  2  Längsadern,  3. 

—  Hinterflügel  mit  3  Längsadern.  -  5. 

3.  Zweite  Ader  der  Hinterflügel  gegabelt.  Thorax  oben  pech- 
schwarz, Hinterleib  des  $  auf  dem  2. — 7.  Ringe  durchscheinend 
weiß  oder  licht  aschgrau,  auf  dem  8. — 10  pechbraun,  rötlich- 
braun oder  gelblichbraun  auf  dem  Rücken,  weißlich  grünlichgrau. 


16  Fr.  Klapälek, 

oder  braun  auf  dem  Bauche;  die  Baucbringe  haben  meist 
2  divergierende  kurze  dunkle  Linien  nahe  dem  Vorderrande 
und  hinter  jeder  einen  Punkt.  Beim  9  ist  der  Rücken  des 
Hinterleibes  kastanienbraun,  die  Hinterränder  der  Ringe 
2 — 6  und  3  kurze  Linien  vorn  ockergelb.  Schwanzfäden 
des  (j"  weiß  oder  grauweiß,  oft  dunkler,  oder  am  Grunde 
rötlich  geringelt;  beim  ^  einfarbig  grauweiß  oder  rötlich  ge- 
ringelt. Yorderl3eine  des  (^  grauweiß  oder  gelblichgrün,  mit 
rötlichbrauner  Spitze  der  Schienen;  Hinterfüße  weißlich, 
am  Grunde  der  Schenkel  weiß  und  mit  schwarzen  Spitzen 
der  Fußglieder  und  braunen  Klauen;  beim  $  die  Beine 
grünlich  gelbbraun  mit  rauchbraunen  Gelenken  der  Fuß- 
glieder. Genitalfüße  am  Grunde  dunkelgrau,  dann  licht  grün- 
lichweiß. Länge  des  Körpers  5 — 7,5,  des  Flügels  6 — 8,  der 
Schwanzfäden  des  cf  9— 11,  des  $  6 — 8,5  mm.  —  England. 
Mai,  Juni  und  September  (Fig.  16).  niger  L. 

—  Zweite  Längsader  der  Hinterflügel  einfach.  4. 

4.  Erstes  Glied  der  Genitalfüße  schwarz.  Thorax  oben  kohlen- 
schwarz, Hinterleib  oben  kastanienbraun,  etwas  lichter  an 
den  Nähten  und  meist  aschgrau  auf  dem  Bauche.  Schwanz- 
fäden weiß  oder  aschgrau  mit  dunkleren  Nähten  am  Grunde, 
beim  ^  dunkler.  Beim  J  sind  die  Vorderschenkel  grünlich- 
grau, Vorderschienen  und  Füße  schwärzlich;   Hinterschenkel 


Fig.  16.  Fig.  17.  Fig.  18. 

Fig.  IG.     Baefü  niger  L.     Der  Hinterflügel.     (Nach  Eaton.) 
Fig.  17.     Baetis  alpinus  Pict.     Der  Hinterflügel.     (Nach  Eaton.) 
Fig.  18.     Baetis  scambus  Eat.     Der  Hinterflügel.     (Nach  Eaton.) 

mehr  ockergelb  mit  einem  rötlichen  Strich  am  Knie,  Schienen 
gewöhnlich  licht  rehbraun.  Füße  schwärzlich  mit  schwarzen 
Nähten.  Beim  $  sind  die  Beine  grünlichgrau,  Schienen  und 
Füße  schwärzlich.  Genitalfüße  am  Grunde  schwarz,  nach 
der  Spitze  zu  lichter.  Länge  des  Körpers  7—8,5,  des  Flügels 
8—10,  der  Schwanzfäden  vom  $  16,  vom  J  13  mm.  — 
Alpen.    Juli,  August  (Fig.  17).  alpimis  Pict. 

Genitalfüße  weiß.  Beim  (^  Thorax  oben  kohlen-  oder  pech- 
schwarz, der  2.-6.  Hinterleibsring  durchscheinend  weiß 
oder  grünlich,  die  übrigen  nußbraun;  beim  $  ist  der  Körper 
grünlichbraun.  Schwanzfäden  des  (^  weiß,  einige  untere 
Glieder  dunkler;  beim  $  rauchgrau,  an  den  Nähten  der 
Glieder  dunkler,  Schenkel  des  (^  kreideweiß  oder  grünlich- 
grau, Vorderfuß  rauchgrau,  hintere  Schienen  und  Füße  grün- 
lichweiß; beim  ^  sind  die  Schenkel  grünlichbraun.  Schienen 
und  Füße  dunkel  rauchgrau.  Länge  des  Körpers  6—6,5, 
des  Flügels  6—7;  der  Schwanzfäden  beim  J  12,  beim  $ 
9—10  mm.     England.     Juni,  September  (Fig.  18). 

scambus  Eat. 


Ephemerida,  Eintagsfliegen. 


17 


5.  2.  Längsader  der  Hinterflügel  gegabelt.  Thorax  oben  pech- 
schwarz bis  pechbraun;  Hinterleib  beim  (^  auf  dem  2.  bis 
7.  Ringe  durchscheinend  weiß,  sonst  oben  gelblich  pech- 
braun, unten  braun  wie  Umbra;  beim  ^  rötlich  pechbraun 
mit  gelbbraunen  Nähten  und  hellerem  Bauche.  Schwanz- 
fäden des  (j  weiß,  des  $  sehr  licht  rötlich  braungrau.  Beine 
des  (j  weiß,  Vorderschenkel,  Füße  und  die  Spitzen  der 
Schienen  sind  licht  schwarzgrau;  beim  ^  sind  sie  entweder 
einfarbig  blaßgrau  oder  grünlichgrau  mit  sepiagrauen  Füßen. 
Genitalfüße  weiß.  Länge  des  Körpers  5 — 7,  des  Flügels 
beim  (^  4—6,  beim  $  11—13  mm,  der  Schwanzfäden  beim 
cj"  11 — 13,  beim  $  7,5  bis  10  mm.  —  In  Europa  weit  ver- 
breitet.    Mai  bis  Oktober  (Fig.  19).  pumiliis  Burm. 

—  2.  Längsader  in  den  Hinterflügeln  einfach.  5. 


Fig.  19. 


Fig.  20. 


Fig.  21.  Fig.  22. 

Fig.  19.     Baetis  pjimüus  Burm.     Der  Hinterflügel.    (Nach  Eaton.1 

Fig.  20.    Baeiis  vernusGt.    )\\n\.&xi\\x%'Q\.    (Nach  Eaton.) 
Fig.  21.     Baetis  biiceratus  Eat.     Der  Hinterflügel.    (Nach  Eaton.) 
Fig.  22.     Baetis  binoculatus  L.     Der  Hinterflügel. 

6.  Genitalfüße  weiß.  6. 

—  Genitalfüße  graulichweiß,  gegen  den  Grund  zu  etwas  dunkler 
und  mit  ganz  weißen  2  letzten  Gliedern.  Thorax  oben  pech- 
schwarz, Hinterleib  braun  oder  grünlichgrau,  mit  helleren 
Nähten  oder  an  dem  2. — 7.  Ringe  durchscheinend;  Schwanz- 
fäden weiß  oder  rauchgrau.  Schenkel  grünlichgrau.  Schienen 
und  Füße  weißlich,  nur  die  Vorderfüße  dunkelgrau.  Länge 
des  Körpers  5,5—8,  des  Flügels  beim  (^  5 — 7,  beim  $  7  bis 
9  mm;  der  Schwanzfäden  beim  (^  12 — ^16,5,  beim  $  10 — 12  mm 
(Fig.  20).  —  England  und  Finland.  Mai,  Juni,  September 
und  Oktober.  vernus  Gurt. 

7.  Genitalfüße  knieartig  gekrümmt,  da  die  ersten  2  Glieder 
stark  divergieren,  die  übrigen  wieder  konvergieren  und  die 
ganze  Gliedmaße  unten  stark  bogenförmig  ist.  Sonst  wie 
vernus  oder  tenax.  Länge  des  Körpers  des  $  8 — 9,  des 
Flügels  8—9,  der  Schwanzfäden  10—16  mm  (Fig.  21).  — 
England.     April,  Mai.  buceratiis  Eat. 

—  Genitalfüße  einfach  bogenförmig.  8. 

8.  Hinterleib  oben  auf  dem  2.-6.  oder  7.  Ringe  durchscheinend 
weiß  oder  schwach  gelblich,  auf  den  übrigen  Ringen  sienna- 
bis   dunkelbraun;  beim  $   ist  der  Hinterleib  grünlich   nuß- 

Süßwasserfauna  von  Deutschland.     Heft  8.  2 


lg  Fr.  Klapälek, 

braun,  an  den  Nähten  mehr  oder  minder  lichtgelb.  Thorax 
oben  nußbraun  bis  pechschwarz.  Beine  beim  (j  weißlich, 
beim  $  licht  olivenbraun.  Länge  des  Körpers  4—8,  der 
Flügel  6—8,  der  Schwanzfäden  beim  ^  10 — 18,  beim  § 
8—10  mm  (Fig.  22).  —  Europa  und  Nordamerika.  Mai  bis 
Oktober.  biiiociilatus  L. 

—  Hinterleib  oben  hell  olivenbraun,  durchscheinend  auf  dem 
2. — 6.  Ringe,  licht  aschgrau  auf  dem  Bauche.  Thorax  pech- 
schwarz. Schenkel  olivenbraun,  Schienen  und  Füße  aschgrau, 
Hinterfüße  an  den  Nähten  dunkler  oder  mit  schmalen, 
schwarzen  Ringen.  Länge  des  Körpers  6—8,  der  Flügel 
7 — 8,5,  der  Schwanzborsten  beim  (j*  14 — 16  mm.  —  England. 
Juni.  tenax  Eat. 

9.  Hinterflügel  mit  2  Längsadern.  10. 

—  Hinterflügel  mit  3  Längsadern.  IL 
10.  2.  Längsader  der  Hinterflügel  einfach,  Genitalfüße  am  Grunde 

schwarz  (s.  oben).  alpinus  Pict. 

—  2.  Längsader  der  Hinterflügel  gegabelt,  Genitalfüße  weiß 
(s.  oben).  niger  L. 


Fig.  23.  Fig.  24. 

Fig.  23.     Baehs  atrebattnus  Eat.     Der  Hinterflügel,     (Nacb  Eaton.) 
Fig.  24.     Baetis  Rhodatti  Piet.     (Nach  Eaton.) 

IL  Länge  des  Flügels  beim  (^  5 — 7,  beim  $  7 — 9  mm,  Thorax 
oben  pechschwarz  (s.  oben).  vernns  Gurt. 

—  Länge  des  Flügels  beim  (^  4,5,  beim  ^  5  mm,  Thorax  oben 
grünlich  nußbraun,  Hinterleib  beim  cf  auf  dem  2. — 6.  Ringe 
durchscheinend  weiß,  auf  dem  7. — 9.  oben  dunkel  olivenbraun 
mit  ockergelben  Nähten,  unten  ockergelb;  beim  ^  ist  der 
Körper  grünlich  nußbraun.  Schenkel  weiß,  Schienen  und 
Füße  des  $  weißlich,  des  $  dunkel  rauchgrau.  Länge  des 
Körpers  4 — 4,5,  der  Schwanzborsten  beim  $  9,  beim  9  6,5  mm. 
—  Schweiz.     August.  veniistiihis  Eat. 

12.  Hinterflügel  ohne  den  zahnförmigen  Zipfel  am  Grunde  des 
Vorderrandes  (Fig.  23).  Sonst  wie  Baetis  Rhodani.  Länge 
des  Körpers  7—8,  der  Flügel  6 — 8,  der  Schwanzfäden  des  cf 
11—13,  des  $  8—10  mm.  —  England.     Oktober. 

atrebatimis  Eat. 

—  Hinterflügel  mit  deutlichem  Zipfel  am  Grunde.  13. 

13.  Hinterflügel  nur  mit  2  Längsadern.  s.  10. 

—  Hinterflügel  mit  3  Längsadern,  Thorax  oben  pechschwarz, 
Hinterleib  nußbraun,  beim  (^  auf  den  Segmenten  2  —  6  oder  7 
durchscheinend.  Schwanzfäden  grünlichgrau  mit  sepiabraunen 
oder  rötlichen  Nähten.  Beine  grünlichgrau  oder  lichtgrau. 
Genitalfüße  grünlichgrau,  das  3.  und  4.  Glied  mehr  oder 
minder  weißlich.  Länge  des  Körpers  5,5 — 9,  der  Flügel 
beim  (j"  5,5 — 9,  beim  ^  bis  12,  der  Schwanzfäden  beim  (j" 
13-19,  beim  $  16  mm  (Fig.  24).  —  Weit  verbreitet.  Mai 
bis  Oktober.  Rhodani  Pict. 


Ephemerida,  Eintagsfliegen.  19 

12.  Gattung   Centroptilum  Eat. 

Hinterflügel  schmal,  handförmig,  zugespitzt,  gewöhnlich  mit 
einem  spitzigen  Zipfel  am  Grunde  des  Yorderrandes  und  bloß  mit 
2  Längsadern.  Im  Vorderflügel  sind  die  Queradern  in  3  Reihen 
geordnet  und  Zwischenadern  einzeln. 

Hinterflügel  scharf  zugespitzt  und  ihr  Vorderrand  von  dem 
Zipfel  nach  der  Spitze  zu  gerade  oder  eher  etwas  konkav,  so  daß 
die  Flügelspitze  nach  vorn  gerichtet  ist.  Thorax  oben  pechbraun 
bis  schwarz,  Hinterleib  des  cf  auf  dem  2. — 7.  Ringe  durchscheinend 
weiß,  auf  den  übrigen  Segmenten  ockergelb  bis  nußbraun;  Schwanz- 
fäden und  Genitalfüße  weiß.  Beim  $  ist  der  Thorax  oben  nuß- 
bis  olivenbraun,  Hinterleib  (Fig.  25)  oben  gelbbraun  oder  oliven- 
braun, unten  lichter;  Schwanz- 
fäden weiß  oder  graulichweiß. 
Beim  (j"  sind  die  Schenkel  kreide-  a 
weiß,  Schienen  und  Füße  graulich 
oder  bräunlich  weiß.  Länge  des 
Körpers  5 — 7,  des  Flügels  6—7,5, 
der  Schwanzfäden  beim  (^  10 — 14,  ^ 
des  $  8—9  mm.  —  Häufig  an 
Flüßen    und    Bächen.      Im    Mai,       Fig.    25.     Die  Hinterfiügei    A    von 

Juni    und    Oktober.  Centroptilum      luieoluni      Müll. ;      B 

luteolum   Müll.         C. /^«««/a/«w  Eat.     (Nach  Eaton.) 

Hinterflügel  stumpf  zugespitzt  mit  bogenförmigem  Vorderrande. 
Thorax  oben  gelbbraun  bis  nußbraun,  I.  Hinterleibssegment  oben 
pechbraun,  2. — 6.  weißlich  durchscheinend,  an  den  Nähten  gelblich, 
7. — 10.  rotbraun;  Schwanzfäden  und  Genitalfüße  weiß;  Beine  weiß, 
die  Spitzen  der  Schenkel  gelblich  und  die  Endglieder  der  Füße 
bräunlich.  Beim  9  ist  der  Thorax  oben  bräunlich  bis  braungrau, 
Hinterleib  oben  braungrau,  gegen  die  Spitze  zu  licht  rötlichbraun, 
längs  des  Rückens  mit  breiter  dunkler  Mittellinie,  unten  lichter, 
mehr  gelb.  Schwanzfäden  weiß;  Schenkel  weißlichgelb.  Schienen 
weißlichgrau.  Länge  des  Körpers  und  Flügels  8 — 9,  der  Schwanz- 
fäden beim  (^  14 — 17,  beim  ^  11  mm.  —  Lausitz.  September, 
Oktober.  peimnlatnin  Eat. 

13.  Gattung  Cloeon  Leach. 

Hinterflügel  fehlen.  Vorderflügel  häufig  im  Costal-  und  Sub- 
costalfelde  gefärbt,  mit  spärlichen  Queradern,  welche  in  8  Reihen 
geordnet  sind;  Zwischenraumadern  einzeln.  Genitalfüße  4gliedrig, 
ihr  3.  Glied  am  längsten,  Schwanzborsten  2. 

1.  Costalfeld  beim  9  gelbbraun  bis  nußbraun  gefärbt,  beim  $ 
in  dem  apikalen  Teile  des  Costalfeldes  nur  wenige  (3 — 5) 
Queradern;  die  1.  Querader  zwischen  dem  Radius  und  seinem 
Sektor  ist  wenigstens  um  ihre  eigene  Länge  von  der  nächsten 
Querader  der  2.  Reihe  entfernt  und  nach  innen  geschoben. 
Thorax  oben  gelbbraun  bis  pechbraun,  Hinterleib  rötlichbraun, 
gelbbraun  bis  pechbraun,  beim  (^  auf  dem  2. — 7.  Ringe  mehr 
oder  weniger  durchscheinend  bis  weiß.  Schwanzfäden  weiß 
oder  rötlichweiß,  manchmal  am  Grunde  rötlich  oder  schwärz- 
lich geringelt.  Vorderbeine  des  J  grauweiß  oder  graugelb 
mit  dunkleren    Schienen   und    Füßen    und    einem    rötlichen 


^ö  Fr.  Klapäiek, 

Punkte  oder  pechbraunem  Ringe  vor  der  Spitze  der  Schenkel; 
Hinterfüße  weißlich,  Fußglieder  an  der  Spitze  schwarz  oder 
dunkelgrau.  Beim  ^  sind  die  Beine  rotgelb,  die  Vorder- 
schenkel mit  lichten  Ringen.  Länge  des  Körpers  beim  (^ 
5_10,  beim  $  8—11,  der  Flügel  beim  c?  6—11,  beim  § 
9—12,  der  Schwanzborsten  beim  c^  13—20,  beim  $  12  bis 
15  mm  (Fig.  26).  —  An  Tümpeln  und  Teichen.  August, 
September.  dipterum  L. 

—  Beim  9  ist  der  Costaistreif  hyalin,  beim  (^^  sind  in  dem  api- 
kalen Teile  des  Costalfeldes  6—11  Queradern.  2. 

2.  Im  apikalen  Teile  des  Kostalfeldes  6—8  schiefe,  selten  nach 
der  Subcosta  zu  gegabelte  Queradem.  Thorax  oben  pech- 
schwarz, pechbraun,  braungelb  bis  ockergelb.  Hinterleib  des 
(^  durchscheinend  weiß,  die  3 — 4  letzten  Ringe  pechbraun 
bis  rotgelb.  Genitalfüße  und  Schwanzfäden  weiß,  letztere 
öfters  entfernt  schmal  schwarz  geringelt.  Hinterleib  beim  ^ 
braun  bis  ockergelb,  auf  dem  2. — 7.  Ringe  lichter.  Beine 
weiß  bis  grünlichgrau.     Länge  des  Körpers  5—9,  der  Flügel 


Fig.   26.     Cloeon  dipterum  L. 

6—10,  der  Schwanzfäden  beim  J  13—15,  beim  ^  10 — 12  mm. 
—  Sachsen.     Juli,  August.  riifulum  Müll. 

—  Im  apikalen  Teile  des  Costalfeldes  9 — 11  Queradern,  welche 
unregelmäßig  gekrümmt,  gegen  die  Subcosta  zu  öfters  ge- 
gabelt und  hie  und  da  untereinander  verbunden  sind.  Thorax 
oben  pech-  oder  kastanienbraun;  Hinterleib  beim  $  oben 
pechbraun,  unten  aschgrau,  beim  ^  gelbbraun.  Schwanzfäden 
rötlichweiß,  rot  geringelt.  Genitalfüße  grünlichweiß.  Beine 
grünlichgrau  oder  grünlichbraun  mit  dunkleren  Füßen.  Länge 
des  Körpers  9—10,  der  Flügel  beim  (^  8,  beim  ^  10  "in'ij 
der  Schwanzfäden  beim  (^  14 — 15,  beim  ^  10 — 14  mm.  — 
England,  Frankreich,  Schweiz.     September,  Oktober. 

simile  Eat. 

9.  Familie  Siphluridae. 

Die  lA  am  Grunde  des  Flügels  von  Cu  weit  entfenit  und  der 
2A  genähert  oder  mit  derselben  zusammenlaufend;  sie  ist  mit  dem 
Innenrande  des  Flügels  parallel.  2A  trifft  den  Innenrand  des 
Flügels  etwa  in  seiner  Mitte.  Zwischenraumadern  mit  den  Längs- 
adern verbunden  und  in  dem  1.  Analfelde  Äste  der  lA  bildend. 
Hintertarsi  5gliedrig.  Schwanzborsten  2  mit  kurzem  Rudimente 
der  dritten. 


Ephemerida,  Eintagsfliegen. 


21 


14.  G-attung  Chirotonetes  Eat. 

Hinterfüße  kürzer  als  die  Schienen,  ihr  1.  Glied  kürzer  als 
das  2.;  in  den  Vorderfüßen  des  (j  ist  das  1.  Glied,  in  jenen  des  $ 
das  0.  am  längsten.  Klauen  gleich,  schmal,  hakenförmig.  Die  Er- 
weiterung des  Costalfeldes  stumpf.  Genitalfüße  3gliedrig.  Supra- 
genitalplatte  des  9  stumpfwinklig  ausgeschnitten. 

Thorax  oben  rotbraun,  Hinterleib  kastanienbraun,  beim  2  etwas 
lichter;  Vorderbeine  schwarzbraun,  die  V^urzeln  der  Fußglieder  und 
die  Klauen  lichter.  Hinterbeine  strohgelb,  letztes  Fußglied  und 
Klauen  schwärzlich.  Genitalfüße  schwärzlich,  an  den  Gelenken 
lichter.  Schwanzfäden  weißlich,  am  Grunde  bräunlich,  beim  2 
gelblichweiß,  an  der  Wurzel  rötlich.  Flügel  hyalin,  mit  fast  durch- 
sichtigen Adern.  Länge  des  Körpers  und  der  Flügel  12 — 13,  der 
Schwanzfäden  beim  J  27,  beim  $  20  mm.  —  Sachsen,  Lausitz. 
Juli.  •  ignotus  Walker. 

15.  Gattung  Ameletus  Eat. 

Hinterfüße  etwas  kürzer  als  die  Schienen  und  ihr  I.  Glied  etwa 
so   lang   wie    das   2.;   in   den  Vorderfüßen   ist   das  2.  Glied  länger 


Fig.  27.    Afuelettis  inopinatus  Eat.    Die  kubitale  und  anale  Gegend  der  Vorderflügel. 

als  das  1.;    Genitalfüße   4gliedrig.     Die    5    Supragenitalplatte   sub- 
triangulär, mit  abgestumpfter  Spitze  (Fig.  27  u.  28). 

Körper  und  Beine  pechbraun,  Flügel  glas- 
hell mit  rotbraunen  Adern.  Beine  und  Schwanz- 
fäden gelbbraun,  letztere  schwach  dunkler  ge- 
ringelt Länge  des  Körpers  und  der  Flügel 
10  mm.  —  Schwarzwald.  Juli.  Vogesen.  (Nebst- 
dem  nur  aus  dem   Tatragebirge    bekannt.) 

inopinatus  Eat. 

16.  Gattung  Siphlurus  Eat. 

Hinterfüße  bedeutend  länger  als  die  Schie- 
nen, ihr  1.  Glied  am  längsten,  die  übrigen 
stufenweise  kürzer.  Vorderfüße  etwa  1'/,  mal 
80  lang  wie  die  Schienen  und  ihr  1.  Glied 
ebenfalls  am  längsten.  Alle  Klauen  gleich, 
schmal  und  hakenförmig.  Genitalfüße  4 gliedrig; 
ihr  2.  Glied  am  längsten.  Die  $  Supragenital- 
platte  kurz,   parabolisch   oder  stumpf   dreieckig   (Fig.   29) 


Fig.    28.       Ameletus 

inopinatus    Eat.      (^ 

Das     Hiuterleibsende 

von  unten. 


22 


Fr.  Klapälek, 


Thorax  oben  braun,  Hinterleib  oben  dunkelbraun  mit  helleren 
Nähten  nach  den  Seiten  zu,  unten  gelblich  oder  ockergelb  mit  Uförmigen 

dunkleren  Flecken  auf  den  hinteren 
Segmenten.  Genitalfüße  dunkelbraun. 
Schwanzfäden  sehr  licht  braungrau, 
dunkelbraun  geringelt.  Vorderbeine 
pechbraun,  die  hinteren  gelblich.  Flü- 
gel glashell,  grünlichgrau  gefärbt  mit 
dunkelbrauner  Nervatur.  Länge  des 
Körpers  14—15,  der  Flügel  15—16, 
der  Schwanzfäden  beim  (J  24 — 25  mm 
(Fig.  30  u.  31).  —  Bisher  nur  aus 
England  bekannt,  aber  wahrscheinlich 
auch  in  Deutschland  vorkommend. 
Juli.  armatiis  Eat. 

Thorax  oben  pechschwarz  oder 
pechbraun.  Hinterleib  oben  dunkel 
pechbraun  mit  ockergelben  Nähten, 
auf  den  letzten  3  Ringen  ins  Gelbe 
übergehend,  auf  den  vorderen  Ringen 
mit  2  schiefen,  dunklen  Strichen, 
welche  sich  auf  den  hinteren  zu  U  för- 
miger Zeichnung  verbinden.  Genital- 
füße nußbraun,  Schwanzfäden  sepia- 
braun auf  der  Wurzel,  grünlichgrau 
nach  hinten  mit  dunkleren  Ringen. 
Beine  gelbbraun  mit  dunkleren  Schen- 
keln, Flügel  glashell,  mit  pechbraunen 
Adern.  Länge  des  Körpers  und  der 
Flügel  12 — 15,  der  Schw^anzfäden  des 
c^  17—20,  beim  $  16-18  mm.  — 
England,  Savoi,  Italien,  Dänemark  und 
Steiermark.     August,  September. 

lacnstris  Eat 


10.  Familie  Ecdyuridae. 

-^  Die  1.  Analader  am  Grunde  der 

Vorderflügel  von  Ctc  entfernt  und 
mehr  der  2A  genähert,  welche  ihrerseits  von  der  3A  entfernt  ist 
und  in  mäßigem  Bogen  nicht  weit  von  dem  hinteren  Winkel  in 
den  Hinterrand  einmündet.  Zwischenraumadern  mit  den  Längs- 
adern verbunden;  in  dem  1.  Analfelde  sind  4  lange  Zwischenraum- 
adern, welche  zu  2  und  2  genähert  sind,  hie  und  da  die  lA  er- 
reichen und  untereinander  durch  Queradern  verbunden  sind.  Hinter- 
tarsi  kürzer  als  die  Schienen,  immer  ögliedrig  (P'ig.  32). 


17.  Gattung  Epeorus  Eat. 

1.  Glied  der  Hinterfüße  deutlich  länger  als  das  2.,  und  das 
1.  Glied  der  Vorderfüße  etwa  so  lang  wie  das  2.  Die  Hörner  der 
Rute  stark,  durch  einen  dreieckigen  Einschnitt  voneinander  geschieden 
und  an  der  Spitze  nach  außen  erweitert. 


Ephemerida,  Eintagsfliegen. 


'23 


Thorax  oben  pechschwarz  oder  pechbraun,  Hinterleib  isabella- 
braiin,  der  Hinterrand  der  Segmente  ist  breit  Van  Dyck-braun  und 
dieser  Streifen  (Fig.  33)    biegt  an   den  Seiten  nach  vorne  ab;  auf 


Fig.  30.    Siphlurus  armattis  Eat. 
^  Das  Hinterleibsende  von  imteu. 


Fig.  31.    Siphlurus  lacustris  Eat. 
(^  Das  Hinterleibseude  von  unten. 


Pig.  32.     Ecdyurus  forcipula  KoUar.     Die  kubitale  und  anale  Gregend  der 
Vorderflügel. 


den  Ventralringen  ist  je  ein  großer  dreieckiger  Van  Dyck-brauner 
Makel,  welcher  von  dem  Uinterrande  nach  vorn  sich  verschmälert, 
aber   den    Vorderrand   nicht   erreicht.      Vorderbeine   schwarzbraun, 


Fig.  33.     Epeorus  assimilis  Eat.     Die 
Rute  von  unten. 


Fig.  34.   Rhitrogena  senticolorata 
Curt.     Die  Rute  von  unten. 


Hinterschenkel  nußbraun,  Schienen  und  Füße  etwas  lichter.  Schwanz- 
fäden am  Grunde  sepiabraun,  gegen  die  Spitze  zu  lichter,  fahlgelb, 
nicht  geringelt.     Flügel  glashell,   nach  der  Wurzel  zu  grünlich  ge- 


24  Fr.  Klapälek, 

färbt;  Adern  pechschwarz;  die  äußere  Hälfte  des  Costalfeldes  ge- 
])räunt  und  die  Queradem  daselbst  hie  und  da  durch  Queräste  ver- 
bunden. Länge  des  Körpers  14,  der  Flügel  beim  <^  15—16,  beim 
AVeibchen  17 — 19  mm,  Schwanzfäden  des  J  35 — 45,  des  $  34  mm. 
—  Schwarzwald,  Baden,  Böhmerwald.     Juli,  September. 

assimilis  Bat. 

18.  Gattung  Rhitrogena  Eat. 

Das  1.  Glied  der  Hinterfüße  etwa  so  lang  wie  das  2.,  jenes 
der  Vorderfüße  beim  J  hat  nur  etwa  Vs  der  Länge  des  2.  Gliedes. 
Auch  beim  9  ^^t  das  1.  Glied  viel  kürzer  als  das  2.  Die  Hörner 
des  Penis  durch  einen  breiten  und  tiefen  Einschnitt  voneinander 
getrennt,  schmal,  stäbchenförmig  und  an  der  Spitze  erweitert  oder 
lanzettlich.  Schenkel  in  der  Regel  in  der  Mitte  der  Außenseite 
mit  einem  dunklen  Punkte  oder  breiten  Striche  (Fig.  34). 

1.  Vorderflügel  in  der  inneren  Hälfte  bräunlich  gefärbt.  Körper 
rötlichbraun,  auf  dem  Thorax  oben  ins  Kastanienbraue  über- 
gehend. Beine  und  Schwanzfäden  licht  braun,  letzte  am 
Grunde  sepiabraun,  nicht  geringelt.  Nervatur  sepiabraun 
nur  Subcosta  und  Radius  in  der  unteren  Hälfte  rostgelb. 
Queradern  in  dem  apicalen  Teile  des  Subcostalfeldes  einfach. 


Fig.    35.       Rhitrogena    germanica    Eat.         Fig.  36.     Khitrogena  auranttaca 
Die  Rute.  Burm.     Die  Kute  von  unten. 

Länge  des  Körpers  7 — 11,  der  Flügel  7 — 12,  der  Schwanz- 
fäden beim  <^  23 — 28,  beim  ^  14  mm.  —  An  rasch  fließen- 
den Bächen  mit  reinem  Wasser  häufig.     Mai  bis  September. 

semicolorata  Gurt. 

—  Flügel  glashell,  höchstens  nur  am  Grunde  bräunlich  gefärbt.  2. 

2.  Größere  Art.  Körper  dunkel  rotbraun,  Thorax  oben  kastanien- 
braun, Hinterleib  an  den  Nähten  lichter  an  dem  Ende  sepia- 
braun. Beine  dunkelbraun,  die  hinteren  lichter.  Knie  und 
die  Schienenspitze  dunkler.  Schwanzfäden  braun,  schmal 
dunkler  geringelt.  Flügel  hyalin,  am  Grunde  rostbräunlich, 
mit  rotbrauner  Nervatur;  Subcosta  und  Radius  erscheinen 
bei  gewisser  Stellung  gelbbraun ,  die  Queradern  sind  auf- 
fallend stärker  als  die  Längsadern  und  schmal  bräunlich 
gesäumt.  Länge  des  Körpers  oder  der  Flügel  14,  der  Schwanz- 
fäden beim  (j"  28  mm.  —  Rhein   bei  Lauffenburg  (Fig.  35). 

germanica  Eat. 

—  Kleinere  Art  Thorax  oben  gelb  oder  gelbbraun,  Metanotum 
schwarz  oder  pechbraun,  Hinterleib  bräunlich,  die  Segmente 


Ephemerida,  Eintagsfliegen.  25 

vor  dem  helleren  Hinterrande  kastanienbraun,  an  den  Seiten 
mit  einem  starken  schwarzen  schrägen  Striche.  Vorderbeine 
des  (^  scherbengelb,  an  den  Gelenken  dunkler,  Hinterschenkel 
gi'ünlichweiß ,  ins  licht  Olivengrüne  übergehend,  Schienen 
lichter,  Füße  schwärzlich,  dunkler  als  die  Vorderfüße.  Ge- 
nitalfüße schwarz  oder  grünlich  schwai-z,  nach  der  Spitze  zu 
lichter.  Schwanzfäden  sepiagrau,  nach  der  Spitze  zu  weiß- 
lich, an  der  Wurzel  schwarz  geringelt.  P'lügel  hyalin.  Länge 
des  Körpers  6,5—9,  der  Flügel  7 — 10,  der  Schwanzfäden 
beim  (j"  11 — 15,  beim  2  9 — 10  mm.  —  Dresden,  Halle,  Schwarz- 
wald.   Juli,  August  (Fig.  36).  anrantiaca  Bur. 

19.  Gattung  Heptagenia  Walsh. 

Das  1.  Glied  der  Hinterfüße  kürzer  als  das  2.,  welches  wieder 
gleich,  oder  etwas  länger  ist  als  das  3.;  das  1.  Glied  der  Vorder- 
füße ist  viel  kürzer,  beim  (J  nur  ^5  so  lang,  wie  das  2.,  welches 
etwa  so  lang  ist  wie  das  8.,  beim  ^  etwas  länger.  Die  dunklen 
Punkte  oder  Striche  in  der  Mitte  der  Schenkel  fehlen.  Hörner 
der  Rute  breit,  unten  abgeflacht,  durch  einen  dreieckigen  Ein- 
schnitt voneinander  geschieden. 

1.  Der  Costaistreif  glashell,  ungefärbt  oder  höchstens  am  Spitzen- 
rande schwach  gelblich.  Thorax  gelbbraun,  hinten  dunkler; 
Hinterleib  oben  braun,  an  den  Segmentenden  dunkler,  an 
den  Seiten  und  unten  weißgelb,  die  3  Endsegmente  schwach 
orange.  Vorderbeine  scherbengelb  mit  dunkleren  Gelenken. 
Genitalfüße  bräunlich,  Schwanzfäden  schmutzigweiß  und  bis 
zur  Spitze  dunkler  geringelt.  Vorderflügel  bläulich  schim- 
mernd mit  dunkel  gelbbraunen  Queradern;  Costa  gelb.  Flügel- 
spannung 21,  Länge  der  Schwanzborsten  beim  (J  25  mm.»  — 
An  der  Weißeritz  bei  Dresden.     August. 

coerulans  Rost. 

—  Der  Costaistreif  deutlich  gelb  gefärbt.  Costa  gelb.  Vorder- 
beine gelb  oder  scherbengelb.  2. 

2.  Hinterleib  oben  schön  gelb,  stark  rötlich  getuscht,  an  den  Seg- 
mentenden dunkler,  in  der  Mitte  mit  einem  braunen,  breiten 
Längsstreif.  Thorax  bräunlichgelb,  Prothorax  beiderseits  mit 
einem  großen,  dunkel  violettbraunen  Fleck.  Längsadern  im 
Vorderflügel  schwarz,  mit  Ausnahme  der  3  ersten,  welche 
gelb  sind;  der  Costaistreif  stellenweise  rötlich  gefärbt  und 
mit  schwarzen  Nodalpunkten.  Der  ganze  Flügel  mehr  oder 
weniger  gelb  gefärbt.  Schwanzborsten  weiß  oder  schwach 
rötlich,  dunkler  rot  geringelt.  Länge  des  Körpers  9 — 12, 
der  Flügel  beim  ^  10 — 12,  beim  $  11 — 15,  der  Schwanz- 
fäden beim  J  24,  beim  ^  15—25  mm.  —  Lausitz.  Juli, 
September.  flava  Rost. 

—  Hinterleib  in  der  Mitte  ohne  dunklen  Längsstreif,  nicht  röt- 
lich getuscht,  blaßgelb  oder  schwach  bräunlich,  an  den  Seg- 
mentenden dunkler.  8. 

3.  Beine  isabellfarbig,  die  Schenkel,  wenigstens  die  vorderen, 
mit  2  fleischroten  Ringen.  Thorax  gelblich,  Pronotum  in 
der  Mitte  mit  dunklerem  P'leck,  Metanotum  über  der  Ein- 
lenkung  der  Hinterhüften  mit  dunklerem  Punkte;  die  Hinter- 
leibssegmente 2—7  beim  ^  durchscheinend  weißlich  mit  nuß- 


26  i^r.  Klapälek, 

braunen  Hinterrändern,  8—10  licht  gelbbraun.  Schwanzborsten 
gelblich,  dunkler  geringelt.  Flügel  hyalin,  gegen  den  Vorder- 
rand zu  grünlichgelb  gefärbt  mit  schwärzlicher  Nervatur. 
Länge  des  Körpers  12 — 14,  der  Flügel  beim  cf  14 — 15,  beim 
9  17,  der  Schwanzborsten  des  (^  20 — 33,  des  9  21  mm.  — 
Sachsen.     Juni  bis  August  (Fig.  37).  flavipeiinis  Duf. 

—  Beine  grünlichgelb,  die  Schenkel  ohne  dunklere  Ringe.  Thorax 
gelblich,  Metathorax  an  den  Seiten  lichter  als  anderswo.    Die 

Hinterleibssegmente  1 — 7  beim 
(j  licht  grünlichbraun  oder  oli- 
vengrau durchscheinend,  schmal 
dunkler  an  den  Hinterrändern 
der  Segmente;  8 — 10  licht  gelb- 
braun. Schwanzborsten  graulich- 
weiß, schwärzlich  oder  rotbraun 
geringelt.  Flügel  hyalin  mit 
pechbrauner  Nervatur.  Länge 
des  Körpers  beim  (j  7—10, 
beim  9—11,  der  Flügel  des  ^ 

Heptageniaflavipennis         8,^-12,     beim     $     11-13,     der 

Die  Rute  von  unten.  Schwanzborsten  beim  $  16—23, 

beim   ^   14 — 19   mm.  —  Weit 
verbreitet  in  Europa.    Mai  bis  September,    snlphnrea  Müll. 

20.  Gattung  Ecdynrus  Eat. 

An  den  Vorderfüßen  sind  meistens  die  4  ersten  Glieder  stufen- 
weise kürzer,  nur  die  ersten  2  können  manchmal  etwa  gleich  lang 
sein;  in  den  Vorderfüßen  des  (^  ist  das  1.  Glied  wenigstens  Vs  so 
lang  wie  das  2.,  welches  etwa  so  lang  ist  wie  das  3.,  beim  ^  ist 
das'  1.  kürzer  als  das  2.  und  dieses  länger  als  das  3.  Die  Hörner 
der  Rute  meist  nach  außen  erweitert,  durch  einen  mäßigen  Ein- 
schnitt voneinander  getrennt;  seltener  sind  sie  flach,  eiförmig. 

1.  Hinterleib  nicht  mit  Punkten  geziert.  2. 

—  Hinterleib  des  J  auf  dem  2. — 7.  Ringe  durchscheinend  weiß- 
lichgelb, bei  dejn  9  fahlgelb,  auf  dem  Rücken  etwas  dunkler, 
bei  beiden  Geschlechtem  mit  schwarzbraunem  Streifen  an 
dem  Hinterrande,  welcher  schräg  nach  vorn  abbiegt  und  in 
den  Winkel  zwischen  dem  Vorderrande  des  Segmentes  und 
der  Seitenlinie  sich  zieht;  auf  dem  Bauche  des  2. — 8.  Ringes 
ist  in  der  Mittellinie  ein  bis  in  die  Mitte  reichender  Strich 
und  4  hinter  ihm  im  Bogen  gestellte  Punkte,  von  welchen 
die  2  äußeren  strichartig  gegen  die  Mitte  des  Vorderrandes 
des  Segmentes  verlängert  sind  und  so  eine  fächerförmige 
Zeichnung  bilden.  Thorax  beim  (j"  dunkel,  beim  9  Hchter 
braun.  Vorderbeine  schwarzbraun,  Mittel-  und  Hinterbeine 
licht  gelbbraun.  Knie  und  die  Füße  gegen  die  Spitze  zu 
dunkelbraun.  Schwanzfäden  dunkel  sepiabraun,  gegen  die 
Spitze  zu  kaum  lichter.  Flügel  hyalin  mit  grober  schwarz- 
brauner Nervatur,  in  dem  apikalen  Teile  des  Costai-  und 
Subcostalfeldes  gebräunt.  Die  Queradern  im  apikalen  Teile 
des  Costalfeldes  netzartig  verbunden.  Länge  des  Körpers 
10—14,  der  Flügel  beim  ^  10—12,  beim  $  12—15,  der 
Schwanzfäden  beim  (^  32 — 34,  beim  §  22 — 25  mm.  —  An  Ge- 
birgsbächen  von  Mai  bis  August  (Fig.  38  u.  39).    insignis  Eat. 


Ephemerida,  Eintagsfliegen. 


27 


Die  Hörner  der  Rute  abgerundet,  eiförmig,  eng  aneinander 
gepreßt.  Thorax  oben  pechbraun,  beim  $  etwas  lichter, 
Hinterleib  van  Dyck-braun,  etwas  rötlich,  mit  schmalem, 
schwarzbraunem  Hinterrande  der  Segmente,  mit  3  lichten, 
parallelen  Strichen  auf  dem  Rücken,  einem  durchscheinenden 
lichten  Flecke  an  der  Seite;  beim  ^  ist  der  Hinterleib  etwas 
dunkler  und  die  Zeichnung  undeutlich  (Fig.  40).  Vorder- 
beine schwarzbraun,  mit  ein  wenig  lichterem  Fuße,  Mittel - 
und  Hinterbeine  mit  den  Brustseiten  gleichfarbig,  mit  dunkleren 
Knien  und  Fußspitzen,  Schwanzborsten  licht  nußbraun,  kaum 
kenntlich  geringelt,  Flügel  hyalin,  stark  irisierend  mit 
van  Dyck-brauner,  feiner  Nervatur;  Queradern  in  dem  api- 
calen    Teile   des   Costalfeldes    einfach.      Länge    des   Körpers 


Fig.    38.      Ecdyurus    insignis   Eat.      Die 
Zeichnung  der  Ventralsegmente. 

Fig.  39.     Ecdviirus  hisignis  Eat. 
Die  Rute. 


Fig.    40.       Ecdyurus    laieralt's    Eat. 
Das  Hinterleibsende  von  unten. 


6 


Fig.  38. 


Fig.  39. 


Fig.  40. 


5—9,  der  Flügel  beim  $  6 — 10,  beim  $  7 — 10,  der  Schwanz- 
fäden beim  ^  19,  beim  ^  15  mm.  —  An  Gebirgsbächen. 
Mai  bis  August.  lateralis  Ct. 

Die  Hörner  der  Rute  flach,  stumpf  dreieckig,  quer  erweitert.  4. 
Vorderfüße  des  (^  deutlich  lichter  als  die  dunkel-  bis  schwarz- 
braunen Schenkel  und  Schienen;  ihr  1.  Glied  etwa  halb  so 
lang  wie  das  2.  Schwanzfäden  am  Grunde  sepiabraun,  in 
der  distalen  Hälfte  ganz  licht,  dunkler  geringelt.  Thorax 
oben  rötlichbraun,  dunkler  entlang  der  Mittellinie,  Hinter- 
leib beim  ^f  lichtbraun  mit  einem  sepiabraunen  Streifen  an 
dem  Hinterrande  der  Ringe,  welcher  an  den  Seiten  dreieckig 
erweitert  und  nach  vorn  verlängert  ist;  vorne  an  der  Seiten- 
linie ist  ein  durchscheinend  weißlicher  Fleck.  Beim  $  ist 
der  Hinterleib  rötlichbraun  mit  ähnlicher,  aber  weniger 
deutlicher  Zeichnung.  Genitalfüße  dunkel  sepiabraun.  Flügel 
hyalin,   in   dem   apicalen   Teile  des   Costal-   und  Subcostal- 


28  Fr.  Klapälek, 

feldes  gebräunt.  Länge  des  Körpers  beim  cf  8 — 11,  beim  5 
9—12,  der  Flügel  beim  S  9—12,  beim  $  9—14,  der 
Schwanzfäden  beim  c^  19—23,  beim  §  lö— 22  mm  (Fig.  41). 
—  An  Gebirgsbächen  weit  verbreitet,  aber  nicht  häufig. 
Juli  bis  September.  flumimim  Pict. 

—  Die  ganzen  Vorderbeine  des  (j"  schwarzbraun  bis  schwarz. 

5.  Schwanzborsten  schmutzig  weiß",  nach  dem  Grunde  zu  dunkler, 
deutlich  dunkelbraun  geringelt;  erstes  Glied  der  Vorderfüße 
0,674  mal  so  lang  wie  die  Schiene.  Beim  ^  ist  der  Körper 
braun,  auf  der  hinteren  Partie  des  Mesonotums,  auf  dem 
Metanotum  und  den  Hinterrändern  der  Abdominalringe 
schwarzbraun.  Die  Beine  ebenfalls  braun,  die  vorderen 
etwas  dunkler,  Schenkel  mit  2  verwaschenen  dunkleren 
Querbändern  und  die  Füße  gegen  die  Spitze  zu  schwarz- 
braun. Flügel  stark  glänzend,  hyalin,  mit  schw^arzbrauner 
ziemlich  scharf  ausgeprägter  Nervatur.  Das  $  ist  bedeutend 
lichter,  so  daß  der  Körper  licht  lederbraun,  auf  dem  Meso-, 
Metanotum  und  den  Hinterrändern  der  Abdominalringe 
dunkelbraun  ist.  Auch  die  Nervatur  ist  etwas  lichter.  Die 
Queradern    im   apicalen  Teile  des  Subcostalfeldes  stark  ver- 


Fig.    41.       Ecdyurtis  fluniinutn  Fig    42.     Ecdyurus  volitansYj'At. 

Pict.     Die  Rute.  Die  Hute. 

zweigt  und  netzartig  verbunden.  Länge  des  Körpers  12  bis 
15  mm,  der  Flügel  beim  c?  13—14,  beim  $  ^4  mm,  der 
Schwanzborsten  beim  (^  25—28,  beim  5  20  mm  (Fig.  42). 
—  Mai,  Juni.     Oberwiesental?  volitans  Eat. 

—  Schwanzborsten  am  Grunde  sepiabraun,  nicht  geringelt.       6. 

6.  Erstes  Glied  der  Vorderfüße  beim  cf  0,54— 0,58  mal  so  lang 
wie  die  Schiene.  Körper  licht  gelbbraun,  Thorax  oben 
dunkelbraun,  die  Hinterränder  der  Abdominalringe  oben 
schwarzbraun  und  an  der  Seite  in  einen  schiefen  breiten 
Strich  nach  vorn  vorgezogen.  Vorderbeine  dunkelbraun, 
etwas  rötlich,  die  Mittel-  und  Hinterbeine  gelbbraun.  Plügel 
meist  mit  einem  düstergrünlichen  Anfluge,  das  Costal-  und 
Subcostalfeld ,  besonders  gegen  die  Spitze  zu  bräunlich; 
Nervatur  dunkel  sepiabraun,  die  Queradern  in  dem  apicalen 
Teile  des  Subcostelfeldes  verzweigt  und  mäßig  netzartig  ver- 
bunden. Länge  des  Körpers  9 — 12,  der  Flügel  10—13,  der 
Schwanzborsten  beim  (j"  22—31,  beim  5  21  mm.  —  Im 
Sommer  an  reinen  Bächen  weit  verbreitet  (Fig.  43). 

forcipula  Pict. 


Ephemerida,  Eintagsfliegen. 


29 


Erstes  Glied  der  Vorderfüße  beim  ^  etwa  0,72  mal  so  lang 
wie  die  Schiene.  Die  Farbe  des  Körpers  etwas  dunkler, 
mehr  rotbraun,  sonst  aber  dem  vorigen  ähnlich.  Flügel 
hyalin,  mit  starker,  schwarzbrauner  Nervatur;  der  apicale 
Teil   des  Costal-  und  Subcostalfeldes  deutlich   braun  gefärbt 


Fig.  43.     Ecdyiiriis  forcipula  Kollar. 
Die  Rute. 


Fig.    44.      Ecdyurtis    •venosus    F. 
Die  Rute. 


und  die  Queradern  im  Costalfelde  daselbst  verzweigt  und 
netzartig  verbunden.  Länge  des  Körpers  15,  der  Flügel 
15 — 16,  der  Schwanzborsten  beim  (^  31 — 40,  beim  ^  25  mm. 
—  Vom  Mai  bis  September  an  klaren  Bächen.  Lausitz, 
Schwarzwald  (Fig.  44).  venosus  Fab. 


Bestimmiiiigstabelle  der  Gattungen  der 
Ephemeridennymphen*j. 

1.  Labial taster  2gliedrig.  2. 
—  Labialtaster  3gliedrig.  8. 

2.  Das    Grundglied    der   Labialtaster   kürzer   als    das   2.    Glied. 
Maxillartaster  ebenfalls  2gliedrig.  3. 


Fig.  45.     Epherne7-a  rnilgata  L. 
Unterlippe  der  Nymphe. 
(Nach  Eaton.) 


Die 


Fig.  46.  Polyniita7-cys  virgo 
L.  Rechte  Hälfte  vom  I^bium 
der  Nymphe.    (Nach  Eaton.) 


Das  Grundglied  der  Labialtaster  etwa  so  lang  wie  das  2.; 
Maxillartaster  3gliedrig.  Auf  dem  Hinterleibe  7  Paare  von 
schmalen  2  ästigen,  an  den  Rändern  befransten  Kiemen,  von 


')  Nach  Eaton,   A  revisional  monograph   of  recent  Ephemeridae,   pag.  307. 


30 


Fr.  Klapälek, 


welchen  das  1.  Paar   rudimentär  und  .unbefranst    ist;    mit  2 
spitzig  konischen  Vorsprüngen  vorn  auf  der  Stirn  (Fig.  45). 

Epheniera. 

—  Das  Grundglied  der  Lippentaster  länger  als  das  2.  Glied; 
Maxillartaster  ebenfalls  2gliedrig;  7  Paare  von  Hinterleibs- 
kiemen. 5. 

3.  Die  Kiemen  bestehen  aus  einer  kleinen,  dicken,  eiförmigen 
Schuppe  und  einem  Büschel  von  feinen  Fäden,  welcher  am 
Grunde  der  Unterseite  mit  derselben  verbunden  ist;  das 
1.  Kiemenpaar  ist  auf  der  Unterseite  des  1.  Ringes. 

Oligoneiiria. 

—  Kiemen  schmal,  2  ästig,  am  Rande  befranst.  4. 


Fig.  47. 


Fig.  47.     Rhitrogena  aurantiaca  Biirtn.     Die 
Unterlippe  der  Nymphe.     (Nach  Eaton.) 


Fig. 


48.      Potamanthus    luteus    L.      Maxilla 
der  Nymphe.     (Nach  Eaton.) 


Fig.  49.     Die  Kiemen   der  Nymphe  von  Cho- 
roterpes  Pictetti.  Eat.     (Nach  Eaton.) 

Fig.    50.       Caenis   halierata    F.     Maxilla    der 
Nymphe.     (Nach  Eaton.) 


Fig.  48. 


Fig.  49. 


Fig.  50. 


4.  Sechs  Paare  von  gleich  gebildeten  Kiemen;  der  Mittellobus 
der  Unterlippe  zugespitzt;  Mandibeln  stark  und  kurz. 

Palingenia. 

—  Sieben  Paare  von  Tracheenkiemen,  von  welchen  aber  das 
1.  rudimentär,  klein,  einfach  und  schuppenförmig  ist;  der 
Mittellobus  der  Unterlippe  stumpf;  Mandibeln  stark  ver- 
längert (Fig.  46).  Polymitarcys. 

5.  Das  vorderste  Kiemenblättchenpaar  unterhalb  der  Hinterbrust 
konvergierend  und  einander  berührend;  die  Kiemenfäden  in 
Büscheln  (Fig.  47).  Rhitrogena. 

—  Die  vordersten  Kiemenblächen  weit  voneinander  entfernt.     6. 

6.  Die  mittlere  Schwanzborste  fehlt  den  älteren  Nymphen; 
Kiemenfäden  in  Büscheln  verbunden.  Epeoriis. 

—  Alle  3  Schwanzborsten  vollkommen  entwickelt.  7. 

7.  Kiemenblättchen  schmal  lanzettförmig.  Heptagenia. 


Ephemerida,  Eintagsfliegen, 


31 


10. 


Die  vorderen  Kiemenblättchen  ellipsoid,  die  hinteren  von 
länglich  eiförmigen  in  eiförmige  übergehend;  bei  jüngeren 
Stücken  sind  sie  schmäler  und  eher  dreieckig.  Ecdynrus. 
Maxille  schief  abgestutzt  und  auf  dieser  Abstutzung  unter 
der  Spitze  eine  Bürste  von  dichten  Haaren  tragend;  Taster 
länger  als  die  Maxilla.  9. 

Maxilla  zugespitzt  mit  bogenförmiger  oder  schwach  winklig 
gebrochener  äußeren  Kontur,  an  der  Spitze  und  auf  der 
Innenkante  mit  starken  Zähnen  versehen.  12. 

Hinterleib  mit  6  Paaren  von  gleichartigen  Kiemen;  jede 
Kieme  besteht  aus  zwei  am  Grunde  verwachsenen  eiförmigen, 
aber  federartig  geteilten  Blättchen  (Fig.  48). 

Potamanthus, 
Hinterleib  mit  7  Paaren  von  Kiemen.  10. 

Die  vordersten  Kiemen  einfach,  schmal  lanzettlich;  die  übrigen 
bestehen  aus  je  2  durch  ihre  Stiele  verbundenen  etwas  un- 


Fig.  51.     Cloeon    simile.     Fig    52.    Baetis  Rhodatn     Fig.    53.       Centropttlum 

Die  Unterlippe  der  Nym-     Pict.     Labium  der  Nyni-     luteolum  L.     Jjabiuin  der 

phe.    (Nach  Eaton.)  phe.     (Nach  Eaton.)       Nymphe.   (Nach  Eaton.) 


gleichen  und  assy metrischen  Blättchen,  deren  Endteil  durch 
zwei  tiefe  Einschnitte  von  der  übrigen  Fläche  gesondert  ist 
(Fig.  49).  Choroterpes. 

—  Alle  Kiemenpaare  gleichförmig.  11. 

11.  Jede  Kieme  besteht  aus  2  dünnen  ahlförmigen  Teilen. 

Leptophlebia. 

—  Kiemen  zweiteilig  und  jeder  Teil  wieder  in  mehrere  faden- 
förmige Abschnitte  geschlitzt.  Habrophlebia. 

12.  4 — 5  Kiemenpaare;   Maxillartaster  kürzer  als  die  Maxillen. 

Ephemerella. 

—  6  Kiemenpaare;  Maxillartaster  länger  als  die  Maxilla;  das 
vorderste  Kiemenpaar  ist  rudimentär,  das  nächste  groß  und 
nach  der  Art  von  Flügeldecken  die  übrigen  4  Paare  deckend; 
diese  sind  am  Rande  gefranst  (Fig.  50).  Caenis. 

—  7  Kiemenpaare;  Maxillartaster  so  lang  oder  länger  als  die 
Maxillen.  13. 

13.  Die  Kieferteile  der  Unterlippe  kaum  länger  als  breit,  stumpf; 
die  mittleren  Hinterleibsringe  mehr  oder  weniger  erweitert 
und  an  der  Seite  vorgezogen.  14. 

—  Die  Kieferteile  der  Unterlippe  deutlich  länger  als  breit,  zu- 
gespitzt und  sichelförmig;  die  mittleren  Hinterleibsringe  nicht 
erweitert  und  nicht  vorgezogen.  15. 


32  Fr.  Klapälek, 

14.  Alle  Kiemenblätter  einzeln  und  eiförmig;  Maxillartaster  den 
Kieferteil  der  Maxilla  kaum  überragend.  Chirotonetes? 

—  Auf  den  ersten  2  Ringen  sind  j euerseits  2  Kiemenblätter 
paarweis  verbunden,  auf  den  übrigen  sind  die  Kiemenblätter 
einzeln;  Maxillartaster  länger  als  die  Maxilla.       Siplilurus. 

15.  Alle  Kiemenblätter  einzeln.  16. 

—  Die  Kiemenblätter  meistens  oder  durchweg  doppelt,  aus  un- 
gleichen Teilen  zusammengesetzt.  Letztes  Glied  der  Lippen- 
taster abgestutzt,  spitzig;  letztes  Glied  der  Maxillartaster 
lang,  dünn  (Fig.  51).  Cloeoii. 

16.  Kiemenblätter  breit  eiförmig,  stumpf;  letztes  Glied  der 
Labialtaster  kugelig,  mit  dem  vorletzten  zu  einer  Keule 
eng  verbunden;  letztes  Glied  der  Maxillarsaster  lang  (Fig.  52). 

Baetis. 

—  Kiemenblätter  schmal  eiförmig  bis  lanzettlich,  zugespitzt; 
letztes  Glied  der  Labialtaster  viereckig  an  der  Spitze  ab- 
gestutzt; letztes  Glied  der  Maxillartaster  lang  und  dünn. 
(Fig.  53).  Centroptilum. 


II.  Plecoptera,  Steinfliegen. 

Von 

Prof.  Fr.  Klapälek  (Karlin). 

Mit  124  Abbildungen  im  Text. 


Ordnung  Plecoptera,  Steinfliegen. 

Kopf  prognath,  oben  flach,  meist  gleich  hinter  den  Augen  ab- 
gerundet ohne  deutliche  Schläfen  zu  bilden.  Mundteile  beißend, 
mit  ahlförmigen  oder  fadenförmigen  Tastern,  von  welchen  die  maxil- 
laren  5,  die  labialen  Sgliedrig  sind;  die  Unterlippe  zeigt  4,  wenigstens 
durch  runde  Lobi  angedeutete  Laden  und  auf  der  Innenseite  einen 
kurzzungenförmigen  Hypopharynx.  Fühler  lang,  borstenförmig. 
Nebst  den  zusammengesetzten  Augen  sind  bei  den  europäischen 
Arten  3  Punktaugen  «entwickelt.  Hinter  den  hinteren  Punktaugen 
zieht  sich  die  bogenförmige  Scheitelnaht,  welche  den  Scheitel  gegen 
das  Hinterhaupt  begrenzt;  vor  und  nach  außen  von  denselben  sind 
2  Schwielen ,  welche  wir  Stirnschwielen  nennen  und  die  für  die 
Systematik  gute  Charaktere  bieten.  Der  Kopfschild  ist  von  der 
Stirn  durch  eine  M-förmig  gewundene  schmale  Schwiele  geschieden; 
diese  werden  wir  als  die  M-Linie  bezeichnen.  Bei  der  Beschreibung 
der  Arten  werden  wir  als  ein  Merkmal  öfters  den  gegenseitigen 
Abstand  der  Punktaugen  und  die  Entfernung  der  hinteren  von  dem 
Innejirande  der  Augen  benützen  (Fig.  54);  dabei  messen  wir  die 
Entfernungen  vom  Mittelpunkte  der  Punktaugen  und  von  dem 
nächsten  Punkte  des  Innenrandes  der  Augen;  es  ist  zu  diesem 
Zweck  am  besten  den  Kopf  der  Fliege  unter  dem  Mikroskop  genau 
horizontal  zu  stellen,  so  daß  alle  3  Punktaugen  gleichzeitig  scharf 
zu  sehen  sind,  und  eine  einfache  Zeichnung  der  Augen,  Punkt- 
augen und  der  Stirnschwielen  zu  machen. 

Pronotum  querelliptisch,  aber  seine  Seitenteile  sind  meist  nach 
unten  umgeschlagen,  wodurch  dasselbe  eine  querviereckige,  oder 
trapezoide  Form  erhält.  Am  Vorder-  und  Hinterrande  entlang 
zieht  sich  die  Vorder-  und  Hinterrandsfurche,  in  der  Mittellinie 
die  Mittelfurche;  die  seitlichen  Partien  sind  meist  erhöht,  mit  wurm- 
förmigen  Schwielen  geziert  und  gegen  das  Mittelfeld  scharf  be- 
grenzt. Dieses  Mittelfeld  ist  selten  gleichmäßig  breit;  gewöhnlich 
ißt  dasselbe  vor  der  Mitte  am  schmälsten  und  nach  vorn  und  hinten 
erweitert,  wobei  die  Ränder  gerade  oder  bogenförmig  sein  können. 
Wir  werden  öfters  das  Verhältnis  der  Breite  des  Mittelfeldes  zu 
der  Breite  des  ganzen  Pronotums  auf  der  Stelle,  wo  das  Mittelfeld 

Süßwasserfauna  von  Deutschland.     Heft  8.  3 


34 


Fr.  Klapälek, 


am  schmälsten  ist,  als  ein  Merkmal  benützen;  auch  das  Verhältnis 
der  Breite  am  Yorderrande  zu  jener  am  Hinterende  und  zur  Länge 
ist  für  die  Bestimmung  wichtig. 

Meso-  und  Metathorax  sind  einander  sehr  ähnlich  gebildet. 
Wir  unterscheiden  auf  ihrer  dorsalen  Fläche  4  flachhügel artige  Er- 
höhungen, die  kreuzweise  gestellt  sind.  Die  vorderste  ist  das  Prae- 
scutum,  die  2  seitlichen,  welche  der  Flügelwurzel  genähert  sind, 
bilden   das  Scutum   und  die  eiförmige,   in  der  Mittellinie  liegende 


Fig.  54.  Chloroperla  rivulorum  Pict.  Von  oben  An  =z  Fühler, 
O  =  Augen,  Oc  =  Punktaugen,  Pr  =  Pronotura,  Prs  =  Prae- 
scutura ,  Sc  =  Scutum ,  Sl  =  Scutellum  ,  Pss  =  Postscutellum, 
/ — X  =  erster  bis  zehnter  Hinterleibsring,  C=  Cerci,  C  =  Costa, 
Sc  =  Subcosta,  Sci  =  Ast  der  Subcosta,  P  =  Radius,  Ps^,  Ps2  = 
1.,  2.  Ast  des  Sector  Radii ,  Af^,  M^,  M^,  Mi  =  1.— 4.  Ast  der 
Media,  Cu^^,  Cuq  =  vorderer  und  hinterer  Cubitus,  lA,  sA,  jA 
—  1.,  2.,  3.  Analader. 


hintere  ist  das  Scutellum ;  die  hinterste  quere  Partie  von  den 
2  Ringen  ist  das  Postscutellum.  Die  Bruststücke  (Sterna)  der 
Thorakalringe  sind  durch  eine  deutliche  Naht  in  2  Teile  geschieden: 
einen  breiten  queren  vorderen  und  ein  kleines,  zwischen  den 
Hüften  gelegenes  eiförmiges  oder  herzförmiges  hinteres  Stück. 

Die  Laufbeine  sind  schlank,  mit  dreigliedrigen  Füßen,  deren 
Glieder  entweder  alle  3  fast  gleich  lang  sind,  oder  die  2  ersten 
sehr  kurz,  das  dritte  viel  länger  ist  als  beide  zusammen,  oder 
zuletzt  das  2.  Glied  am  kürzesten  ist. 


Plecoptera,  Steinfliegen.  35 

Flügel  meist  vollkommen  entwickelt,  seltener  beim  Männchen 
verkürzt.  Gewöhnlich  sind  die  Hinterflügel  bedeutend  breiter,  da 
sie  einen  wohl  entwickelten  analen  Teil  haben.  Die  Membran  ist 
glasartig  oder  mehr  oder  minder  braun  angeraucht,  seltener  grün- 
lich. Die  Nervatur  ist  ziemlich  primitiv.  Die  Randader  (Costa,  C) 
bildet  wirklich  den  Vorderrand,  die  Unterrandader  (Subcosta,  Sc) 
mündet  ziemlich  weit  vor  der  Flügelspitze  in  den  Vorderrand  ein. 
Die  Radialader  (Radius,  R)  ist  fast  gerade  und  mündet  ebenfalls 
vor  der  Spitze  in  den  Rand;  in  den  Vorderflügeln  bildet  sie  einen 
Ast,  welcher  vor  der  Mitte  der  Flügellänge  abgeht  und  öfters  noch 
weitere  mehr  oder  minder  parallele  Aste  gegen  den  Außenrand  ab- 
gibt; das  ist  der  Sector  radii  (Rs).  In  den  Hinterflügeln  fehlt 
anscheinend  diese  Ader.  Die  nächste  Längsader  ist  die  Media  (M). 
In  den  Vorderflügeln  ist  sie  nur  einmal  gegabelt,  in  den  Hinter- 
flügeln ist  sie  zweimal  gegabelt,  aber  die  vordere  Zinke  bei  der 
ersten  Gabelung  entspricht  in  ihrem  weiteren  Verlauf  vollkommen 
dem  Sector  radii;  wir  müssen  demnach  trotz  dem  verschiedenen 
Verlauf  beide  Adern  für  homolog  halten.  Den  5.  Hauptstamm 
bildet  die  Cubitalader  (Oi),  welche  in  beiden  Flügelpaaren  sehr 
nahe  der  Wurzel  in  2  starke  Äste  geteilt  ist;  der  vordere  Cubitus 
entsendet  mehrere  akzessorische  Äste  gegen  den  Seitenrand  und 
zwar  in  der  Unterordnung  Setipalpia  nach  hinten,  in  der  Unter- 
ordnung Filipalpia  nach  vorn.  Die  Analadern  sind  in  den  Vorder- 
flügeln schwach  entwickelt,  in  den  Hinterflügeln  meist  wohl 
entwickelt  und  verästelt.  Die  erste  von  ihnen  bleibt  immer  ein- 
fach, die  übrigen  2  haben  meist  je  3  Äste.  Der  Vorderast  der 
2.  Analader  entsendet  meist  nach  hinten  einige  parallele  akzessorische 
Äste,  von  welchen  der  längste  mit  dem  Mittelaste  durch  eine  Quer- 
ader verbunden  sein  kann,  was  für  die  Systematik,  wichtig  ist. 
Der  anale  Teil  des  Flügels  ist  von  dem  vorderen  durch  eine  Längs- 
falte geschieden. 

Zwischen  den  Längsadern  finden  wir  Queradern,  von  welchen 
einige  regelmäßig  vorkommen,  die  anderen  aber  fehlen  können. 
Zwischen  der  Costa  und  Subcosta  in  dem  sog.  Costalfelde  finden 
wir  immer  am  Grunde  eine  starke  Querader,  welche  wir  die  hume- 
rale  nennen,  nach  außen  von  derselben  sehen  wir  eine  variable  Zahl 
von  Queradern,  welche  auch  gänzlich  fehlen  können.  Zwischen  der 
Subcosta  und  dem  Radius,  in  dem  Subcostalfelde  finden  wir  mit  Aus- 
nahme einer  einzigen  vor  dem  Ende  der  Subcosta  selten  einige 
Queradern;  in  der  äußeren  Partie  des  Subcostalfeldes,  zwischen  dem 
Radius  und  der  Costa,  sind  öfters  einige  Queradern,  von  welchen 
die  erste  mit  der  früher  erwähnten  Querader  einen  teilweise  mit 
dem  Radius  verbundenen  Ast  der  Subcosta  vorstellt.  Zwischen  den 
apicalen  Ästen  sind  bei  den  europäischen  Arten  selten  einige  Quer- 
adern, dafür  finden  wir  dieselben  regelmäßig  zwischen  der  Media 
und  Cubitus  anticus  in  den  Vorderflügeln  und  zwischen  den  beiden 
Ästen  des  Cubitus,  in  beiden  Flügelpaaren.  Der  apicale  Teil  der 
Flügel  ist  durch  eine  zusammenhängende  Reihe  von  Queradern  be- 
grenzt, welche  wir  die  Anastomose  nennen.  Die  einzelnen,  durch 
die  Längs-  und  Queradern  begrenzten  Felder  und  Zellen  werden 
nach  der  ihren  vorderen  Rand  bildenden  Längsader  oder  ihrem  Aste 
benannt  und  bezeichnet.  Öfters  wird  die  interradiale  Zelle  (iJ^i) 
des  Vorderflügels  und  die  Intramediale  (iÄf2)  des  Hinterflügels  er- 
wähnt.    Die  erstere  liegt  zwischen  dem  Radius  und  seinem    Sector 

3* 


36  Fr.  Klapälek, 

und  ist  nach  außen  durch  die  Querader  r—s  begrenzt,  die  letztere 
liegt  zwischen  beiden  Zinken  der  Media  und  ist  ebenfalls  durch 
eine  Quemder  (?;/)  geschlossen.  Bei  diesen  Zellen  ist  das  Verhältnis 
ihrer  Länge  zur  Länge  des  Stiels,  welche  A'on  der  basalen  Querader 
(am  Grunde  zwischen  der  M  und  Cu)  gemessen  wird,  für  die 
Systematik  gut  zu  verwerten. 

Der  Hinterleib  zeigt  eine  ziemlich  homonome  Gliederung  und 
wir  können  in  der  Regel  wenigstens  auf  dem  Rücken  sehr  deutlich 
10  Segmente  zählen.  Das  11.  Segment  ist  nur  auf  der  Bauchseite 
entwickelt  und  in  2  dreieckige  Teile  gespalten,  welche  wir  als  Sub- 
analklappen  bezeichnen;  der  12.,  den  After  tragende  Ring  ist  auf 
seiner  Rückenseite  deutlicher  und  bildet  den  sog.  Supraanallobus. 
Der  11.  Ring  trägt  gegliederte,  fühlerförmige  Anhänge,  die  aber  in 
vielen  Fällen  bis  auf  ihr  Grundglied  reduziert  sein  können;  wir 
nennen  dieselben  Cerci.  Der  Hinterleib  zeigt  die  Geschlechtsunter- 
schiede. Beim  Männchen  ist  in  der  Regel  der  Yentralbogen  des 
9.  Ringes  vorgezogen  und  bildet  so  eine  Subgenitalplatte,  welche 
oft  durch  eine  Längsfalte  jederseits  gegen  die  Seitenteile  begrenzt 
ist.  Nebstdem  können  die  Subanalklappen ,  Cerci,  der  Supraanal- 
lobus, sowie  die  Dorsalfläche  der  Hinterleibsringe  zum  Zwecke  der 
Erleichterung  von  Kopulation  modifiziert  werden.  Beim  Weibchen 
sind  die  Sexualcharaktere  einfacher  und  beschränken  sich  meist  auf 
die  Bildung  einer  Subgenitalplatte,  welche  durch  die  Verlängerung 
der  8.  Ventralplatte  entsteht. 


Die  Steinfliegen  halten  sich  meist  an  fließenden  Gewässern  auf; 
nur  die  Gebirgsseen  machen  von  der  Regel  Ausnahme  und  werden 
von  einigen,  für  solche  Lokalitäten  typischen  Arten  aufgesucht. 
Wir  können  sie  von  den  auf  den  Ufern  wachsenden  Bäumen  und 
Gebüsch  herabklopfen,  in  den  Ritzen  der  Rinde  oder  unter  den 
Steinen  (besonders  die  größeren  Frühjahrsformen)  finden  oder  auch 
im  hellen  Sonnenscheine  fliegend  fangen.  Die  Weibchen  tragen 
oft  recht  große  Eierballen  an  der  Unterseite  der  Hinterleibsspitze 
und  lassen  dieselben  über  dem  Wasserspiegel  fliegend  in  das  für 
die  Nymphen  unentbehrliche  Element  fallen. 

Die  Nymphen  erinnern  in  ihrer  Form  schon  an  das  vollkommene 
Insekt,  von  welchem  sie  sich  durch  den  Mangel  von  Plügeln  unter- 
scheiden. Sie  halten  sich  auf  und  unter  den  Steinen  auf  Wasser- 
pflanzen auf.  Die  größeren  Arten  haben  faden-  oder  büschelförmige 
Tracheenkiemen,  welche  meistenteils  auf  der  Brust  sitzen.  Das 
Hinterleibsende  trägt  immer  2  fühlerartige  Schwanzfäden  (Cerci), 
wonach  sie  leicht  kenntlich  sind. 

Bestimmungstabelle  für  die  Gattungen. 

1.  Alle  3  Fußglieder  fast  gleich  lang;  Schwanzfäden  stark  ver- 
kürzt. 2. 

—  2.  Fußglied  am  kürzesten,  1.  und  3.  fast  gleich.  5. 

—  3.  Fußglied  am  längsten,   viel  länger  als   das   sehr  kurze  2. 
und  1.  zusammen;  Schwanzfäden  lang,  füblerartig.  8. 

2.  Der  vordere  Cubitus  entsendet  2  —  3  akzessorische  Äste  nach 
vorn  gegen  den  Außenrand;  die  Subgenitalplatte  des  (^  lang, 


Plecoptera,  Steinfliegen.  37 

am  Gninde  mit  Anhang;  das  9.  Sternit  des  $  in  eine  Supra- 
genitalplatte  vorgezogen.  Taeniopteryx. 

—  Der  vordere  Cubitus  hat  nur  einen  akzessorischen  Ast.        3. 

3.  Zwischen  der  Costa  und  Subcosta  2 — 3  Queradern;  die  (^ 
Subgenitalplatte  lang,  ohne  Anhang  am  Grunde;  das  9.  9 
Sternit  nur  in  der  Mitte  des  Hinterrandes  zungenförmig  ver- 
längert. Rhabdiopteryx. 

—  Zwischen  der  Costa  und  Subcosta  keine  Queradern.  4. 

4.  Die  Subcosta  endigt  vor  dem  2.  Drittel  der  Flügellänge; 
Sector  radii  dreimal  gegabelt;  die  ^j"  Subgenitalplatte  lang, 
ohne  Anhang;  das  9.  Sternit  des  $  in  eine  Platte  verlängert. 

Oemopteryx. 

—  Die  Subcosta  endigt  hinter  dem  2.  Drittel  der  Flügellänge; 
Sector  radii  nur  einmal  gegabelt;  die  (j  Subgenitalplatte  kurz, 
kaum  verlängert;  das  9.  Sternit  des  $  ebenfalls  nur  schwach 
rundlich  erweitert.  Neplielopteryx. 

5.  Schwanzfäden  eingliedrig,  oft  verschiedenartig  modifiziert.    6. 

—  Schwanzfäden  immer  mehrgliedrig,  wenn  auch  manchmal 
verkürzt.  7. 

6.  Am  Anfange  der  Anastomose  bilden  die  Adern  eine  X förmige 
Kreuzung;  die  Flügel  in  der  Ruhe  flach  auf  den  Hinterleib 
zusammengelegt.  Neraura. 

—  Der  Anfang  der  Anastomose  bildet  keine  X-förmige  Kreuzung; 
die  Flügel  in  der  Ruhe  röhrchenartig  um  den  Hinterleib  zu- 
sammengerollt. Leuctra. 

7.  Der  anale  Teil  der  Hinterflügel  ist  nicht  abgesondert  und 
der  Hinterrand  des  Flügels  ist  einfach  bogenförmig;  Schwanz- 
fäden verkürzt.  Capnopsis. 

—  Der  anale  Teil  der  Hinterfiügel  normal  entwickelt;  Cerci 
lang.  ^  Capnia. 

8.  Der  anale  Teil  der  Hinterflügel  schwach  entwickelt,  durch 
einen  sehr  seichten  Einschnitt  des  Hinterrandes  angedeutet, 
alle  drei  anale  Adern  einfach;  Pronotum  querelliptisch. 

Isopteryx. 

—  Der    anale    Teil    der    Hinterflügel    deutlich    entwickelt;    die 

2  hinteren   Analadern  Äste   bildend   und   der  Vorderast  der 
2.  Analader  gegabelt.  9. 

9.  Zwischen  dem  Radius  und  seinem  Sector  mehrere  Queradern, 
welche  oft  ein  unregelmäßiges  Netzwerk  bilden, 

Perlodes. 

—  Zwischen  dem  Radius  und  seinem  Sector  außerhalb  der  Ana- 
stomose höchstens  ganz  vor  dem  Ende  eine  Querader.       10. 

10.  Zwischen  der  Costa  und  dem  Radius  außerhalb  der  Subcosta 
höchstens  2  Queradern,  meist  jedoch  nur  eine;  der  Vorderast 
der  2.  Analader  nicht  mit  dem  Mittelaste  durch  eine  Quer- 
ader verbunden.  Ohloropeiia. 

—  In    dem    Subcostalfelde    außerhalb    der   Subcosta   wenigstens 

3  Queradern.  11. 

11.  Der  I.Ast  des  Sector  radii  ist  in  der  Regel  mit  seiner  Wurzel 
an  der  Bildung  der  Anastomose  beteiligt  oder,  wenn  er 
außerhalb  der  Anastomose  verläuft,  entsteht  er  wenigstens  nahe 
derselben;  der  Vorderast  der  2.  Analader  ist  meistens  durch 
eine  Querader  mit  dem  Mittelaste  verbunden;  Pronotum  zwar 


38 


Fr.  Klapälek, 


12. 


nicht  stark,  aber  doch  deutlich  nach  hinten  verschmälert  ohne 
einen  gelben  Mittelstreifen.  Perla. 

Die  Äste  des  Sector  radii  verlaufen  alle  außerhalb  der  Ana- 
stomose und  zwar  ziemlich  von  derselben  entfernt;  der  Yorder- 
ast  der  2.  Analader  ist  nicht  durch  eine  Querader  mit  dem 
Mittelast  verbunden;  Pronotum  parallelseitig  oder  eher  nach 
vorn  verschmälert  mit  einem  gelben  Mittelstreifen.  12. 

Das  Männchen  kurzflügelig,  mit  zapfenartig  vorragenden  und 
den  Hinterrand  des  10.  Dorsalringes  überragenden  Subanal- 
klappen;  die  weibliche  Subgenitalplatte  nimmt  kaum  etwas 
mehr  als  die  Hälfte  der  Breite  des  2.  Ringes  ein. 

Peiiodes. 


Fig.  55.  Perlodes  dispar  Rmb.  P.  Die  Flögelnervatur.  C  =  Costa,  Sc  = 
Subcosta,  R  =  Radius,  Rs^,  Rs^,  Rs^,  Rs^  —  1.,  2.,  3.,  4.  Ast  des  Sectoris  radii, 
Ml,  M^  =  1.  und  2.  Ast  der  Media,  Cu^  =  vorderer,  Cti^  hinterer  Cubitus,  lAi 
2A,  3A  =  1.,  2.,  3.  Analader,  h  =  die  humerale,  b  =  basale,  rs  radiosectorale, 
rm  =  i-adiomediale,  m  =  mediale,  mcu  =  mediocubitale  Querader. 

—  Das  Männchen  vollflügelig  mit  kurzen  kahnförmigen  an  den 
Supraanallobus  gepreßten  und  den  10.  Dorsalring  nicht  über- 
ragenden Subanalklappen ;  die  weibliche  Subgenitalplatte  groß, 
fast  die  ganze  Ventralfläche  des  9.  Ringes  bedeckend. 

Isogeniis. 

Bestiramungstabelle  der  kurzflügeligen 
Männchen. 
1.  Zweites  Fußglied  am  kürzesten,   1.  und  3.  fast  gleich  lang; 
der  Supraanallobus  auffallend  groß,  penisartig  und  nach  oben 
gekrümmt.  Capnia. 

—  Drittes  Fußglied  am  längsten,  viel  länger  als  die  2  ersten 
zusammen;  Supraanallobus  nie  penisartig.  2. 


Plecoptera,  Steinfliegen.  39 

2.  Hinterrand  des  8.  Ventralringes  in  der  Mitte  mit  einem  ab- 
geiimdet  viereckigen,  stärker  chitinisierten  Anhang. 

Chloroperla. 

—  Hinterrand  des  8.  Ringes  ohne  einen  Anhang.  3. 

3.  Pronotum  nach  hinten  deutlich  schmäler,  ohne  einen  gelben 
Mittelstreifen;  die  Subanalklappen  dreieckig  oder  kahnförmig. 

Perla. 

—  Pronotum  parallelsei tig  oder  eher  nach  vorn  schmäler,  mit 
einem  gelben  Mittelstreifen;  die  Subanalklappen  aneinander- 
gepreßt,  zusammen  zapfenförmig.  Perlodes. 

A.  Unterordnung  Plecoptera  setipalpia. 

Die  Glieder  der  Taster  nehmen  an  Stärke  stufenweise  ab,  so 
daß  sie  ahlförmig  oder  bei  größerer  Länge  borstenförmig  erscheinen. 
Die  akzessorischen  Äste  des  Cubitus  anticus  gehen  alle  nach  hinten 
ab,  die  Ader  selbst  ist  aber  vorgebogen.  Die  Schwanzfäden  wohl 
entwickelt,  fühlerartig. 

1.  Familie  Perlodidae. 

Pronotum  parallelseitig  oder  eher  nach  vorn  schmäler,  meist 
mit  einem  gelben  Mittelstreifen.  Die  Äste  des  Sector  radii  ver- 
laufen alle  außerhalb  der  Anastomose  und  beginnen  ziemlich  weit 
von  derselben.  Der  Vorderast  der  2.  Analader  1 — 2  akzessorische 
Äste  bildend,  ohne  Querader.  Die  Subanalklappen,  der  Supraanal- 
lobus  und  öfters  auch  das  10.  Dorsalsegment  zu  Kopulationszwecken 
modifiziert.  Häufig  finden  wir  zwischen  dem  Radius  und  seinem 
Sector  zahlreiche  Queraderh,  welche  ein  unregelmäßiges  Netzwerk 
bilden  können  (Fig.  55). 

1.   Gattung  Perlodes  Banks  (Dictyopteryx  Pict.). 

Beim  Männchen  sind  die  Subanalklappen  halbwalzenförmig,  an- 
einandergepreßt,  so  daß  sie  einen  Zapfen  bilden.     Der  10.  Dorsal- 
bogen ist  ganz,  nicht  geschlitzt.    Beim  Weibchen  ist  die  Subgenital- 
platte  entweder  groß,  quer  elliptisch    oder   kleiner  halbkreisförmig 
oder  abgerundet  dreieckig, 
a)  Zwischen   dem  Radius  und   seinem  Sector   ein   unregelmäßiges 
Netzwerk;  die  Subanalklappen  des  Männchens  den  Hinterrand 
des  10.  Dorsalringes  in  der  Ansicht  von  oben  nicht  überragend; 
die  weibliche  Subgenitalplatte  groß,  querelliptisch. 

Perlodes  s.  str 
1.  Nur  der  Kopfschild  vor  der  J/-Linie  schwach  glänzend 
der  Kopf  sonst,  besonders  zwischen  den  Punktaugen,  matt. 
Der  helle  Makel  auf  dem  Kopfschilde  fehlend  oder  kaum 
angedeutet;  die  seitlichen  Hinterhauptsflecke  klein.  Pro- 
notum vorn  fast  so  breit  wie  der  Kopf  samt  Augen.  Fühler 
dünn.  Das  cf  mit  kurzen  Flügelrudimenten.  Körperlänge 
des  S  7—11  mm,  des  2  9—16  mm,  Flügelspannung  des  $ 
27  —  37  mm.  Unter  Steinen  und  Rinde  an  größeren 
Flüssen.    April,  Mai.    Dresden,  Hamburg  (Fig.  56  u.  57). 

dispar  Rmb, 


40 


Fr.  Klapälek, 


2.  Der  Kopf  auch  zwischen  den  Punktaugen  glänzend.  Der 
Kopfschild  mit  einem  deutlichen  dottergelben  Makel  vor 
der  J/- Linie.  Pronotum  vorn  kaum  so  breit  wie  das  Hinter- 
haupt. Fühler  stark.  Das  (^  vollflügelig.  Körperlänge 
des  (j"  8 — 11  mm,  des  $ 
15—17  mm,  Flügelspannung 
des   S  .20—30   mm,    des    $ 


Fig.  56.     Perlodes  dispar  Rmb.  ^.     Die  Fig-   57.     Perlodes  dtspar 

Subanalklappen  {Li)  und  der  untere  Teil  der        ßmb.  ^.       Hinterleibsende     von 
Cerci  (C).    Die  10.  Ventralplatte  abgeschnitten.  unten. 

38 — 40  mm.     Wie  die  vorige,  aber  etwas  später,   auch  an 
größeren  Bächen,  in  Wäldern.     Gotha,  Schandau. 

microcephala  Pict. 

b)  Zwischen  dem  Radius  und  seinem  Sector  kein  unregelmäßiges 

Netzwerk  von  Queradern;  die  Subanalklappen  des  (^  verlängert 


Fig.  58  3. 


Fig.  58  a. 

Fig.    58.     Dictyopterygella    rccta    Kny.    ^.     Das 

Hinterleibsende,     a    von  der   Seite,    b    von    oben 

gesehen. 


Fig.    59.     Dictyoptetygelia    recta    Kny.     Q.     Das 
Hinterieibsende  von  unten. 


Fig.  59. 

und  in  der  Ansicht  von  oben  den  Hinterrand  des  10.  Ringes 
deutlich  überragend;  die  weibliche  Subgenitalplatte  kaum  etwas 
mehr  als  die  Hälfte  der  Breite  des  8.  Ringes  einnehmend. 

Untergattung  Dictyopterygella  Klp. 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


41 


1,  Die  seitlichen  Hinterhauptsflecke  wenig  deutlich,  die  Körper- 
lange  beim  (^  7 — 10  mm,  beim  ^  9 — 18  mm.  Flügelspannung 
des  5  10 — 16  n^iw-  Schwarzbraun,  schwach  glänzend,  mit 
sehr  breitem,  fast  abgerundet  dreieckigen  Scheitelflecke, 
breit  dreieckigem  mittleren  Hinterhauptsmakel  und  am 
Innenrande  gelb  gesäumten  Augen.  Die  Hochgebirgsseen 
des  Riesengebirges  im  Juni,  Flinsberg,  Juli  (Fig.  58  u.  59). 

recta  Kmpy. 

2.  Die  seitlichen  Hinterhauptsflecke  deutlich  und  der  Kopf- 
schild größtenteils  gelb;  Körperlänge  des  (^  10—12  mm, 
des  5  ^0 — 1"^  ™™>  Flügelspannung  des  5  26 — 32  mm, 
sonst  wie  vorige.    Der  große  Teich  im  Riesengebirge.    Juni 

septentrionis. 

2.  Gattung  Isogenus  Newm. 

Beim  ,^  ist  der  10.  Dorsalring  geschlitzt,  an  den  Enden  der 
Abschnitte  abgerundet,  verdickt  und  beborstet;  die  Subanalklappen 
kahnförmig  und  an  den  stark  modifizierten  Supraanallobus  gepreßt; 


IX 


~"~fes^rfe 


.-.,       LS 


Fig.  60.     Isogenus  nubecula  Nwm.     1.  Das  <^  Hinterleibsende   von   oben; 
selbe  von  der  Seite  gesehen;   3.  das  $  Hinterleibsende  von  unten. 


das- 


dieser  besteht  aus  einem  scheidenartigen  Teile,  zwei  Titillatoren 
und  einem  Mittelhöcker,  welcher  auf  dem  Rücken  mit  einem  chitini- 
sierten,  an  der  Spitze  schnabelartig  vorspringenden  Längsstreifen 
versehen  ist.  Die  weibliche  Subgenitalplatte  nimmt  bei  der  einzigen 
deutschen  Art  fast  die  ganze  Breite  des  9.  Ventralringes  ein.  An 
der  Querader  r — rs  ein  dunkler,  runder  Fleck,  Körper  schwarzbraun, 
auf  dem  Meso-  und  Metanotum  stark,  an  der  Hinterleibsspitze 
schwach  glänzend,  sonst  matt  und  nur  die  Schwielen  und  der  Raum 
zwischen  den  Punktaugen  glänzend.  Der  gelbe  Scheitelfleck  läng- 
lich eiförmig,  vorn  breiter  und  mit  dem  dreieckigen  Hinterhaupts- 
makel fast  zusammenhängend.  Der  Mittelstreifen  auf  dem  Pronotum 
ziemlich  schmal,  die  ganze  Breite  des  Mittelfeldes  nicht  einnehmend. 


42 


Fr.  Klapälek, 


Der  9.  Ring  an  den  Seiten,  der  10.  ganz  gelb.  Die  Unterseite  des 
Hinterleibes  gelbbraun.  Fühler  und  Taster  schwarzbraun,  Beine 
gelbbraun  bis  braun,  Schenkel  und  Schienen  gegen  die  Spitze  zu 
schwärzlich,  P^üße  schwarzbraun,  Cerci  olivenbraun,  schwärzlich  ge- 
ringelt. Körperlänge  12 — 16  mm,  Flügelspannung  30 — 38  mm.  — 
Langsam  fließende  Gewässer  in  Mittel-  und  Nordeuropa.  März, 
April   (Fig.  (50).  nubecula  Newm. 


2.  Familie  Perlidae. 

Beim  J  ist  die  9.  Ventralplatte  meist  in  eine  parabolische 
Subgenitalplatte  verlängert;  die  Subanalklappen  sind  normal,  drei- 
eckig, schmal  kahnförmig,  öhrchenartig,  selten  klauenartig;  der 
Supraanallobus  ist  klein,  kaum  vorragend,  oder  unter  dem  Hinter- 
rande des  10.  Dorsalbogens  halbkugelig  gewölbt.  Sonst  sind  die 
Hinterleibsringe  meist  normal,  seltener  ist  der  5.  Dorsalring  schild- 
chenartig  vorgezogen  und  stärker  gewölbt;  der  8.  Ventralring  in  der 
Mitte  seines  Hinterrandes  oft  mit  einem  viereckigen  oder  trapezoiden 


Fig.  61.     Perla  abdominalis  Burm.     NerVatur;  Erklärung  wie  Fig.  54. 


Anhange  versehen,  der  10.  Dorsalring  ist  entweder  ganz  oder  in  der 
Mitte  geschlitzt  und  auf  jedem  Abschnitte  mit  einem  nach  vorn  ge- 
richteten Fortsatze  versehen  oder  einen  nach  vorn  gekrümmten 
starken  Chitinzahn  tragend.  Der  9  Hinterleib  normal,  die  Sub- 
genitalplatte deutlich  oder  fehlend.  Flügel  meist  vollkommen  ent- 
wickelt, seltener  beim  (^  verkürzt.  Sector  radii  entweder  nur  ein- 
mal gegabelt  oder  mit  mehreren  hinten  zum  Außenrande  parallel 
abgehenden  Ästen  versehen;  bei  europäischen  Arten  sind  zwischen 
diesen  Apicalästen  keine  Queradern  entwickelt.  Der  vordere  Cubitus 
ist  entweder  ganz  einfach  oder  biegt  sein  Ende  nach  vorn  ab  und 
sendet  nach   hinten   mehrere   parallele  Äste   zum  Außenrande   ab. 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


43 


3.   Gattung-  Perla  Geoffr. 

Kopf  breit,  ziemlich  flach;  Pronotum  vorn  schmäler  als  der 
Kopf  samt  den  Augen,  nach  hinten  deutlich  verschmälert  Im  Sub- 
costalfelde  außerhalb  der  Subcosta  wenigstens  3  Queradern,  Sector 
radii  mit  wenigstens  2  Ästen,  Cubitus  anticus  einige  akzessorische 
Äste  zum  Außenrande  abgebend,  der  anale  Teil  des  Hinterflügels 
wohl  entwickelt,  der  Vorderast  der  2.  Analader  wenigstens  mit 
2  Ästen  und  mit  dem  Mittelaste  durch  eine  Querader  verbunden 
odef  nicht.  Beim  (^  sind  die  Hinterleibsringe  normal  oder  der 
5.  Dorsalring  dreieckig  vorgezogen  und  stärker  gewölbt.  Der 
9.  Ventralring  bildet  eine  kurze  Subgenitalplatte,  der  10.  in  der 
Regel  geschlitzt  und  in  2  nach  vorn  gerichtete  Fortsätze  vorgezogen. 
Subanalklappen  normal,  Supraanallobus  klein,  kaum  sichtbar.  Beim 
9  fehlt  meistens  eine  Subgenitalplatte  gänzlich,  seltener  ist  eine 
stumpf  dreieckige  oder  parabolische  Subgenitalplatte  vorhanden. 
Große,  meist  braun  gefärbte  Arten  (Fig.  61). 


Fig.  62.    Per/a  cephalotes  Curt.     a  Kopf  mit  Pronotum,  b  $  Hinterleibsende   von 

unten. 


A.  Der  Vorderast  der  2.  Analader   mit  dem  Mittelaste   durch   eine 
Querader  verbunden. 

a)  Die  Punktaugen  in  ein  schmales,  gleichschenkliges  Dreieck 
gestellt  und  der  Abstand  der  hinteren  kaum  gleich  %  der 
Entfernung  derselben  vom  Innenrande  der  Augen.  Pronotum 
stark  trapezoid,  vorn  deutlich  schmäler  als  das  Hinterhaupt. 
In  dem  medialen  Felde  der  Hinterflügel  1 — 3  Queradern. 
Der  10.  Dorsalring  beim  $  hinten  nur  ausgeschnitten  und  in 
dornartige  Fortsätze  nicht  vorgezogen.  Die  ^  Subgenitalplatte 
kurz,  stumpfwinklig  dreieckig  (Fig.  62). 

1.  Untergattung  Dinocras  Klp. 
Kopf  mäßig  glänzend,  dunkel  ockergelb,  vor  der  M -Linie 
und  in  einem  von  der  Insertion  der  Fühler  über  die  hinteren 
Punktaugen  gehenden  Bogen  dunkelbraun;  Thorax  oben 
braun,  der  Vorder-  und  Hinterrand  des  Pronotums  dunkler, 
Hinterleib  am  Grunde   dunkel  ockergelb,   gegen   die    Spitze 


44  Fr.  Klapälek, 

zu  allmählich  braun.  Fühler  und  Taster  dunkelbraun,  Cerci 
braun.  Beine  braun,  Schenkel  und  Schienen  an  den  Knien 
dunkler.  Das  Verhältnis  des  Abstandes  zu  deren  Entfernung 
vom  Innenrande  der  Augen  und  vom  vorderen  Punktauge: 
20:27—29:22.  Das  (j"  kurzflügelig.  Körperlänge  des  (^ 
11—15  mm,  des  $  15 — 18  mm.  Flügelspannung  des  $  43 
bis  54  mm.  An  Gebirgsbächen.  Juni.  cephalotes  Gurt, 
b)  Die  Punktaugen  in  ein  fast  gleichseitiges  Dreieck  gestellt 
und  der  Abstand  der  hinteren  etwa  so  groß  wie  die  Ent- 
fernung vom  Innenrande  der  Augen.  Pronotum  weniger 
stark  nach  hinten  verschmälert.  In  dem  medialen  Felde  der 
Hinterflügel  keine  Queradern.  Der  10.  Dorsalring  beim  (j" 
in  der  Mittellinie  geschlitzt  und  jeder  Abschnitt  in  einen 
dornartigen,  nach  vorn  gerichteten  Fortsatz  vorgezogen.  Der 
Hinterrand  des  8.  Ventralbogens  beim  ^  nicht  vorgezogen, 
gerade.  Peiia  s.  str. 

1.  Der  Kopf  meistenteils  —  auch  unten  auf  der  Kehle 
schwarz,  nur  das  Hinterhaupt  lichter  und  die  M-Linie 
sowie  auch  die  Stirnschwielen  rötlich;  der  10.  Dorsalring 
des  5  in  der  Mitte  dreieckig  vorgezogen  und  die  Schwanz - 
fäden  die  zusammengelegten  Flügel  deutlich  überragend. 
Pronotum  beim  (5"  schwarz,  beim  $  jederseits  entlang  des 
Mittelfeldes  etwas  rotbraun,  welche  Farbe  sich  öfters  be- 
deutend verbreitert,  Meso-  und  Metanotum  glänzend 
schwarz,  beim  $  ins  Braune  übergehend.  Der  Hinterleib 
des  S  rotgelb,  beim  ^  licht  rotbraun  bis  braun.  Fühler 
schwarz,  Taster  schwarzbraun,  Beine  braun,  an  den  Knien 
dunkler.  Schienen  lichter  als  die  Schenkel,  Schwanzfäden 
braun  bis  schwarzbraun.  Flügel  stark  glänzend,  nur 
schwach  getrübt,  ohne  den  gelben  Anflug  entlang  dem 
Vorderrande,  Nervatur  stark,  braun,  Costa  und  Subcosta 
in  den  hinteren,  lichter  als  die  übrigen  Adern,  in  der 
Regel  gelb.  Körperlänge  des  (j"  13—15  mm,  des  $  19 
bis  23  mm,  Flügelspannung  des  (j  32 — 38  mm,  des  5 
50 — 58  mm.  In  den  niederen  Lagen  an  größeren  Flüssen 
überall  verbreitert.     Juni.  abdominalis  Burm. 

—  Der  Kopf  größtenteils,  besonders  unten  licht,  oben 
wenigstens  der  Kopfschild  vor  der  M-Linie  mit  einem 
rotbraunen  Makel.  2. 

2.  Pronotum  gelbbraun  bis  rotbraun  mit  einem  deutlichen, 
dunklen  Mittelstreifen  sowie  Vorder-  und  Hinterrande; 
der  Seitenrand  von  der  übrigen  Fläche  in  der  Farbe  nicht 
verschieden.  Flügel  deutlich  gelb  oder  graugrün  getrübt, 
mit  wenig  auffallender,  gelbbrauner  Nervatur,  das  Costai- 
und  Subcostalfeld  nicht  selten  grüngelb  gefärbt.  Schwanz- 
fäden kurz,  die  zusammengelegten  Flügel  nicht  überragend. 
Die  Körperfarbe  bedeutend  veränderlich.  Kopf  ockergelb 
bis  rotbraun,  Punktaugen  schwarzbraun  gesäumt  bis  mit 
einem  schwarzbraunen  V förmigen  Flecke  verbunden.  Fühler 
rot-  bis  schwarzbraun,  Beine  gelbbraun  mit  schwarzem 
Knierande  bis  braun.  Körperlänge  des  (^  12 — 16  mm, 
des  9  18 — 25  mm;  Flügelspannung  des  (^  32 — 42  mm, 
des  9  50 — 60  mm.  —  An  Gebirgsbächen.     Juni,- Juli. 

marginata  Panz. 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


45 


Körper  ockergelb,  auf  dem  Pronotum  das  schmale  Mittel- 
feld und  alle  vier  Ränder  schwarzbraun.  Flügel  schwach 
getrübt  und  entlang  dem  Radius  gelblich.  Nervatur  braun, 
in  den  hinteren  Subcosta]  größtenteils  und  Radius  im 
unteren  Drittel  gelb.  Schwanzfäden  die  zusammengelegten 
Flügel  deutlich  überragend.  Scutum  und  Scutellum  der 
Mittel-  und  Hinterbrust  kastanienbraun,  die  Seiten  des 
Thorax  braun  und  die  Unterseite  des  Hinterleibes  etwas 
dunkler  als  der  Rücken.  Fühler  und  Taster  schwarzbraun, 
Beine  lichtbraun  mit  schwarzbraunen  Knien  und  Füßen. 
Schwanzfäden  mit  dem  Hinterleibe  gleichfarbig.  Körper- 
länge 17—22  mm,  Flügelspannung  43—64  mm.  —  An 
größeren  Flüssen.     Juni.  maxima  Scop. 


Fig.  63  b. 


Fig.  63  a. 

Fig.  63.     Perla  vitripennis  Buriii.  q  .     a  das 

Hinterlei bseude  von  oben  ;   b  der  Fortsatz  des 

10.  Dorsahinges  von  der  Seite. 

Fig.  64.     Perla  vitripennis  Biirm.   Y-     Hin- 
ter! ei  bsende  von  unten. 


Fig.  64. 


B.  Keine  Querader  zwischen  der  längsten  akzessorischen  Ader  des 
Vorderastes  der  2.  Analader  und  dem  Mittelaste  derselben. 
Das  (j"  voll-  oder  kurzflügelig;  sein  5.  Dorsalring  dreieckig  vor- 
gezogen und  die  Fortsätze  des  10.  Ringes  zweiteilig.  Beim  ^ 
ist  der  8.  Bauchring  hinten  stumpfwinklig  vorgezogen. 

Untergattung  Marthamea  Klp, 
1.  Beim  $  ist  der  Kopf  entlang  des  Augeninnenrandes  und  auf 
den  Schläfen  auffallend  gelb;  Fühler  schwarzbraun  bis  schwarz, 
gegen  den  Grund  zu  lichter,  gelb;  Praescutum  des  Meso- 
und  besonders  des  Metanotums  lichter,  gelb;  Schwanzfäden 
gelbbraun;  der  Mittellappen  der  9  Subgenitalplatte  nimmt 
etwa  ^/g  der  Breite  des  8.  Ringes  ein.  Beim  $  ist  der 
größere  Teil  des  Kopfes  und  alle  3  Thorakalringe  schwarz- 
braun; Flügel  voll  entwickelt.  Beim  cf  ist  der  größte  Teil 
des  Kopfes  und  das  Pronotum  schwarzbraun,  nur  der  Kopf- 


46 


Fr.  Klapälek, 


Schild,  Wangen  und  die  Seiten  des  Hinterhauptes  ockergelb, 
Meso-  und  Metanotum  glänzend,  fast  schwarz,  Hinterleib 
rotbraun;  beim  ^  sind  die  Farben  lichter,  besonders  auf  dem 
Kopfe  hat  die  lichte  Farbe  einen  größeren  Umfang.  Beine 
gelbbraun,  die  Rückenkante  der  Schenkel,  die  Schienen  unter 
den  Knien  und  Füßen  schwarzbraun.  Schwanzfäden  gelb- 
braun, die  letzten  4 — 5  Glieder  schwarz.  Flügel  glashell, 
entlang  dem  Vorderrande  deutlich  gelb.  Nervatur  fein, 
schwarzbraun,  nur  Costa  und  Subcosta  mit  den  costalen  Quer- 
adern zitrongelb.  Körperlänge  des  (^  10  mm,  des  5  H  bis 
15  mm,  Flügelspannung  des  (j  30  mm,  des  $  34—40  mm.  — 
An  größeren  Flüßen.     Juni  (Fig.  63  u.  64). 

vitripennis  Burm. 
Beim  ^  der  Kopf  gleichmäßig  braun,  nur  zwischen  den 
Punktaugen  etwas  dunkler;  Fühlerbasis  schwarzbraun;  Prae- 


Fig.  66.     Perla  Selysit  Pict.     c?  Hiuterleibsende  von  der  Seite. 

scutum  der  Mittel-  und  Hinterbrust  schwarzbraun,  eher  etwas 
dunkler  als  die  übrige  Fläche;  der  Mittellobus  der  9  Sub- 
genitalplatte  nimmt  nur  etwa  Vs  der  Breite  des  8.  Ringes  ein; 

der  Körper  des  (^  einfarbig 
braun  und  die  Flügel  ver- 
kürzt. Körper  des  $  braun 
mit  einem  Stich  ins  Oliven- 
grüne, die  Mittel-  und  Hin- 
terbrust oben  schwarzbraun, 
unten  gelblich.  Fühler  und 
Taster  braun,  Schwanzfäden 
licht  olivbraun.  Flügel  etwas 
getrübt,  entlang  dem  Vor- 
derrande gelblich,  Nervatur 
braun,  Costa  und  Subcosta 
mit  ihren  Queradern  gelb. 
Körperlänge  13  mm;  Flügel- 
spannung des  5  38  mm.  — 
An  der  Mosa.  Juni,  Juli 
(Fig.  65  u.  66). 

Selysii  Pict. 


Fig.  66.     Perla   Selysii  Pict.     $  Hin- 
terleibsende  von  unten. 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


47 


—  Körper  des  (j"  überwiegend  gelb,  der  Kopf  oben  mit  er- 
habenen schwarzen  Linien  und  Makeln,  Pronotum  mit 
starken  schwarzen  Rändern  und  einem  ]\Iittelstreifen.  Schwanz- 
fäden am  Grunde  gelblich,  Beine  fast  ganz  gelblich,  nur  die 
Spitzen  der  Schenkel  und  Schienen  und  die  Füße  schwärz- 
lich. Beim  $  ist  der  Körper  schlanker,  oben  schwarz,  auf 
dem  Hinterleibe  graulich;  Unterseite  des  Kopfes  gelblich  mit 
einem  großen  schwarzen  Makel,  jene  des  Hinterleibes  mit 
einem  breiten  gelben  Mittelstreifen.  Beine  graulich,  Füße 
schwärzlich,  Schwanzfäden  grauschwarz,  deutlich  geringelt. 
—  Moseilaufer  bei  Alf  31./7.— 1./8.  (Mc.  Lachl.). 

var.  Mosellae  Mc.  Lach, 


4.  Gattung  Chloroperla  Nwm. 

Mittelgroße  bis  kleine  Arten  meistens  von  gelbgrüner  oder 
dunkel  graugrüner  Farbe.  Pronotum  vorn  etwas  breiter  als  das 
Hinterhaupt,  parallelseitig,  quer  viereckig  mit  breitem  bogenförmig 
nach  vorn  und  hinten  erweiterten  Mittelfelde.  Im  Subcostalfelde 
außerhalb  der  Subcosta  höchstens  nur  2,  meistens  aber  nur  eine 
Querader.     Sector  radii  meist  nur  einmal  außerhalb  der  Anastomose 


Fig.  67.     Chloroperla  rivulorum  Pict.     Nervatur.     Erklärung  siehe  Flg.  54. 

gegabelt,  Cubitus  anticus  im  Vorderflügel  nur  mit  2—3,  im  Hinter- 
flügel mit  einer  akzessorischen  Ader;  der  Vorderast  der  2.  Anal- 
ader bei  größeren  Arten  einmal  gegabelt,  bei  kleineren  überhaupt 
ungegabelt,  aber  immer  ohne  die  ihn  mit  dem  Mittelaste  ver- 
bindende Querader;  der  anale  Teil  der  Hinterflügel  wohl  ent- 
wickelt. Beim  (^  trägt  der  Hinterrand  des  8.  Bauchringes  in  einem 
Ausschnitte  den  abgerundet  trapezoiden  oder  quer  viereckigen, 
stärker  chitinisierten  Anhang.  Die  9.  Ventralplatte  bildet  eine 
pai-abolische  Subgenitalplatte.  In  dem  Ausführungsgang  der  Geni- 
talien befindet  sich  ein  röhrchenartiger ,  am  Ende  geschlitzter 
Titillator.  Die  Subanalklappen  schmal,  klauenartig,  Supraanal- 
lobus  halbkugelig.  Beim  $  bildet  der  8.  Ring  eine  querelliptische 
oder  dreieckige  Subgenitalplatte  (Fig.  67). 


48  l^'r-  Klapälek, 

1.  Schwanzfäden  dünn,  lang  (fast  so  lang  wie  die  Fühler),  licht 
und  deutlich  geringelt;  die  weibliche  Subgenitalplatte  drei- 
eckig. 2. 

—  Schwanzfäden  stark,  deutlich  kürzer  als  die  Fühler,  ganz 
dunkel  oder  nur  am  Grunde  lichter,  nur  selten  undeutlich 
geringelt.  4. 

2.  Kopf  und  Pronotum  gelbbraun  bis  braun  mit  verwaschenem 
hufeisenförmigen  oder  hinten  ganz  geschlossenen  Makel. 
Auf  dem  Pronotum  sind  die  Seitenfelder,  nach  außen  all- 
mählich lichter.  Der  übrige  Körper  van  Dyck-braun,  nur 
das  Praescutum  und  Scutum  des  Mesonotums  und  das  Prae- 
scutum  des  Metanotums  lichtbraun.  Die  ganze  Unterseite 
licht  ockergelb.  Fühler  am  Grunde  gelbbraun,  gegen  die 
Spitze  zu  dunkler.  Beine  mit  der  Unterseite  gleichfarbig, 
die  Rückenkanten  dunkler,  Füße  braun.  Schwanzfäden  ocker- 
gelb, dunkelbraun  geringelt,  an  der  Spitze  ganz  dunkelbraun. 


Fig.  68. 

Fig.  68.      Chloroperla  venosa  St.     O   Anhang 
der  VIII.  Ventralplatte. 

Fig.    69.       Chloroperla    venosa    St.     $.     Das 

Hinterleibsende  von  unten.  

Flg.  69. 

Flügel  fast  hyalin,  mit  auffallender,  feiner,  brauner  Nervatur; 
nur  die  Subcosta  grünlichgelb.  Das  Subcostalfeld  am  Grunde 
und  an  der  Spitze  deutlich  gelbgrün.  Das  Verhältnis  des 
Abstandes  der  hinteren  Punktaugen  zur  Entfernung  vom 
Innenrande  der  Augen  ist  28 — 30:  10.  Beim  (^  ist  der  An- 
hang des  8.  Bauchringes  so  breit  wie  lang,  hinten  abgerundet. 
Flügelspannung  21 — 22  mm. —  Mai.  Nach  Pictet  in  Deutsch- 
land vorkommend,  mir  aus  Österreich  bekannt  (Fig.  68  u.  69). 

venosa  St. 

—  Die  Punktaugen  durch  einen  scharf  begrenzten  hufeisen- 
förmigen Fleck  verbunden.  3. 

3.  Das  Verhältnis  des  Abstandes  der  hinteren  Punktaugen  zur 
Entfernung  derselben  vom  Innenrande  der  Augen  ist  37  :  10; 
die  5  Subgenitalplatte  nimmtfast  die  ganze  Breite  des  9.  Ringes 
ein;  10.  Dorsalring  nur  mäßig  bogenförmig  erweitert;  die 
Subanalklappen  normal.  Körper  relativ  schmal,  oben  mit 
Ausnahme  des  ockergelben  Kopfes  dunkelbraun,  unten  gelb- 
braun. Auf  dem  Pronotum  ist  das  Mittelfeld  und  die  schmalen 
Seitenränder  ockergelb,  die  wurmförmigen  Schwielen  dunkel- 
braun.    Flügel  schmal  hyalin,  das  Costal-  und  Subcostalfeld 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


49 


nur  in  gewisser  Stellung  am  Grunde  und  an  der  Spitze 
grünlich.  Adern  nicht  auffallend,  in  den  Vorderflügeln  ist 
die  Subcosta  bis  auf  die  schwach  bräunliche  Mitte,  Costa  bis 
auf  die  Spitze,  Radius,  Sector  radii  und  Media  am  Grunde 
und  die  Analadern  ganz  gelb;  in  den  Hinterflügeln  ist  nur 
das  Ende  des  Radius  und  die  Gabel  seines  Sectors  bräunlich, 
sonst  Adern  gelb.  Der  Anhang  des  8.  cj"  Ventralringes  etwa 
um  ^/^  breiter  als  lang,  mit  ganz  abgerundeten  Hinterecken. 
Flügelspannung  17 — 21  mm.  —  An  größeren  Flüssen  im  Juni 
und  Juli  häufig  (Fig.  70).  griseipennis  Pict. 

Das  Verhältnis  des  Abstandes  der  hinteren  Punktaugen  zu 
deren  Entfernung  vom  Innenrande  der  Augen  ist  22  :  10;  die 
5  Subgenitalplatte  nimmt  etwa  ^/^  der  Breite  des  9.  Ringes 
ein;  der  10.  Dorsalring  stark  parabolisch  vorgezogen;  die 
Subanalklappen  spitzig,  beim  ^  klauenartig.  Kopf  und  Pro- 
notum   licht  ockergelb,   das  letztere  an   den    Seiten   dunkler 


Fig.  70. 
Fig.    70.       Chloroperla  grtset'penm's  Pict. 

$.     Das  Hinterleibsende  von  unten. 
Fig.  71.     Chloroperla    rufescens    St.     Q- 

Anhang  der  VIII.  Ventralplatte. 

Fig.   72.     Chloroperla    rufescens    St.    $• 

Das  Hinterleibsende  von  unten. 


Fig.  71. 


Fig.  72. 


mit  fast  schwarzen,  kleinen  Schwielen,  Meso-  und  Metanotum 
braun  bis  schwarzbraun  mit  gelbem  Praescutum,  der  Hinter- 
leib dunkelbraun,  gegen  die  Spitze  zu  lichter.  Flügel  hyalin, 
im  Subcostalfelde  am  Grunde  und  an  der  Spitze  grünlich. 
Adern  fein,  gelbbraun,  in  den  Vorderflügeln  Costa,  die  Spitze 
des  Radius,  die  Gabel  des  Sector  radii,  die  Spitze  der  Media 
und  der  vordere  Cubitus  etwas  dunkler  und  stärker;  in  den 
hinteren  nur  die  Adern  der  Flügelspitze  dunkler.  Der  An- 
hang des  (^  am  8.  Ventralringe  sehr  kurz,  trapezoid,  stark 
nach  hinten  verschmälert  und  am  Grunde  etwa  Vs  der  ganzen 
Breite  des  Ringes  einnehmend.  Flügelspannung  20—22  mm. 
—  Juni,  Juli  an  größeren  Flüssen  (Fig.  71  u.  72). 

rnfescens  St. 
4.  Kopf  gelb,  mit  scharf  begrenztem,  hufeisenförmigem  Makel; 
Sector  radii  größtenteils  gelb;  die  $  Subgenitalplatte  bogen- 
förmig.    Pronotum  gelb,    die  Seitenfelder  schwach  bräunlich, 
Meso-  und  Metanotum   glänzend   kastanienbraun   mit   einem 

Süßwasserfauna  von  Deutschland.    Heft  8.  4 


50 


Fr.  Klapälek, 


grünlichen  Anfluge,  Hinterleib  olivbraun,  gegen  die  Spitze 
zu  lichter,  die  ganze  Unterseite  gelbbraun.  Beine  gelbbraun, 
mit  einem  sehr  deutlichen  dunkelbraunen  Rückenstreifen  auf 
den  Schenkeln.  Cerci  olivbraun,  am  Grunde  gelbbraun. 
Flügel  grünlich,  im  Costal-  und  Subcostalfelde  deutlich  gelb- 
grün. Adern  gelbgrün,  in  den  Vorderflügeln  ist  die  Costa 
bis  auf  die  Wurzel,  die  äußere  Hälfte  der  Subcosta,  das 
Ende  von  Sector  radii  und  Media  nach  außen  von  der  Ana- 
stomose, diese  und  die  äußeren  Queradern,  sowie  auch  öfters 
ein  Teil  des  vorderen  Cubitus  auffallend  stärker  und  braun; 
in  den  Hinterflügeln  sind  nur  die  Apicaläste  braun.  Beim 
(^  ist  der  Anhang  des  8.  Ventralringes  stark  quer,  etwa  zwei- 
mal so  breit  wie  lang,  etwas  nach  hinten  verschmälert  mit 
abgerundeten  Hinterecken.     Beim    ^    ist   der  10.  Dorsalring 


Fig.    73.       Chloroperla    grammatica 
Scop.      cf.     Anhang   der  VIII.    Ven- 
tralplatte. 


Fig.  75.     Chloroperla  difformis  Klp. 
CJ".     Anhang  der  VIII.  Ventralplatte. 


Fig.    74.       Chloroperla   grantmattca 
Scop.     5.      Das  Hinterleibsende  von 


Fig.  76.     Chloroperla  difformis  Klp. 
5'     Das  Hinterleibsende   von   unten. 


stumpfwinklig  vorgezogen.  Flügelspannung  22 — 27  mm.  —  Von 
Mai  bis  August  an  Bächen  und  Flüssen  häufig  (Fig.  73  u.  74). 

grammatica  Scop. 

—  Kopf  zwischen  den  Punktaugen  mit  einem  verwaschenen, 
den  Raum  zwischen  ihnen  ausfüllenden  oder  die  gelbe  Mitte 
des  Scheitels  kreisförmig  umschließenden  Makel;  in  letzterem 
Falle  ist  die  5  Subgenitalplatte  stumpf  dreieckig.  5. 

5.  Das  (j"  kurzflügelig  und  der  Anhang  seines  8.  Ringes  wenig 
breiter  als  lang;  die  $  Subgenitalplatte  groß,  ^4  der  Länge 
des  9.  Ringes  bedeckend;  der  Abstand  der  hinteren  Punkt- 
augen größer  als  die  doppelte  Entfernung  vom  Innenrande 
der  Augen.  Körper  schwarzbraun,  mattglänzend,  nur  die 
Kopfseiten  und  das  Mittelfeld  des  Pronotums  lichter,  gelb- 
lich ;  Flügel  grau,  schwach  grünlich,  die  vorderen  mit  brauner, 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


51 


die  hinteren  mit  gelblicher  und  nur  in  der  Spitze  bräun- 
licher Nervatur.  Körperlänge  des  (j  6 — 7  mm,  Flügel- 
spannung des  5  20 — 24  mm.  —  April,  Mai.  Dresden. 
(Schiller)  Böhmen,  Dänemark  (Fig.  75  u.  76). 

difformis  Klp. 

—  Das  (^  vollflügelig  und  die  $  Subgenitalplatte  einfach  bogen- 
förmig und  den  Hinterrand  des  8.  Ringes  wenig  überragend 
oder  stumpf  dreieckig.  6. 

6.  Der  Anhang  der  8.  Ventralplatte  des  (j*  deutlich  weniger  als 
zweimal  so  breit  wie  lang.  Kopf  olivgrün  gelb,  zwischen 
den  Punktaugen  mit  einem  braunen  Makel,  welcher  in  der 
Regel  den  Raum  zwischen  denselben  ganz  ausfüllt,  seltener 
eine  gelbe  Mitte  zeigt  und  dann  verwaschen  hufeifenförmig 


Fig.  77.     Chloroperla  Strandi   Kny. 
O.     Anhang  der   VIII.  Veutralplatte. 


Fig.    79.      Chloroperla    rivulorum    Pict. 
C^.     Anhang  der  VIII.  Ventralplatte. 


Fig.  78. 


Fig.    80.       Chloroperla    rivulorum    Pict. 
$.     Das  Hinterleibsende  von  unten. 

Fig.  78.     Chloroperla   Strandi  Kny.     $• 
Das  Hinterleibsende  von  unten. 


erscheint.  Die  Grundfarbe  des  Pronotums  jener  des  Kopfes 
gleich;  die  Seitenfelder  mit  mehr  oder  minder  dunkelbraunen 
Schwielen;  Meso-  und  Metanotum  glänzend  schwarzbraun, 
das  erstere  mit  gelbgrünem  Praescutum,  welche  Farbe  sich 
manchmal  als  ein  Streifen  zwischen  beiden  Hügeln  des 
Scutums  nach  hinten  zieht;  Beine  gelboliv  mit  schwarz- 
braunen Füßen  und  auffallendem  Streifen  auf  beiden  Kanten 
der  Schenkel.  Die  Längsadern  der  Yorderflügel  mit  Aus- 
nahme von  Subcosta  und  der  Flügelwurzel  auffallend  dunkel- 
braun, jene  der  Hinterflügel  gelb  nur  in  der  Spitze  braun. 
Die  weibliche  Subgenitalplatte  stumpf  dreieckig  und  in  der 
Regel  an  der  Spitze  etwas  ausgekerbt.     Flügelspannung  des 


52  Fr.  Klapälek, 

(^  21 — 22  mm,   des   ^   23 — 28  mm.  —  Juni  bis   September. 
Riesengebirge,  Norwegen  (Fig.  77,  78).        Straiidi  Kmpny. 

—  Der  Anhang  der  8.  Ventralplatte  deutlich  mehr  als  zweimal 
so  breit  wie  lang.  7. 

7.  Die  2  Subgenitalplatte  einfach  bogenförmig,  den  Hinterrand 
des  8.  Ringes  kaum  überragend.  Die  Grundfarbe  des  Kopfes 
und  des  Pronotums  deutlich  gelbgrün,  welche  Farbe  auch  die 
Flügel  zeigen;  die  wurmförmigen  Schwielen  des  Pronotums 
braun;  Hinterleib  oben  schwarzbraun,  unten  braun;  die 
vordere  Hälfte  des  Körpers  matt;  Fühler  schwarzbraun,  am 
Grunde  der  Geißel  lichter,  rötlichbraun;  Beine  gelbbraun, 
die  Rückenkante  der  Schenkel  und  die  Füße  dunkelbraun; 
die  Adern  der  Vorderflügel  dunkelbraun,  nur  die  Subcosta 
und  die  Wurzel  der  starken  Längsadern  gelb,  jene  der 
Hinterflügel  ganz  gelb  und  nur  in  der  Spitze  dunkler. 
Flügelspannung  23 — 29  mm.  —  August.  Gebirgsbäche  (Fig. 
79  u.  80).  rivulorum  Pict. 

—  Die  2  Subgenitalplatte  dreieckig,  an  der  Spitze  öfters  aus- 
gekerbt. 8. 

8.  Die  Grundfarbe  des  Körpers  gi'ünlichgelb ,  Vorderast  des 
Sectoris  radii  meist  gegabelt.  Punktaugen  durch  einen  huf- 
eisenförmigen, verwaschenen  Makel  verbunden,  welcher  aber 
sich  öfters  so  Verbreitert,  daß  er  den  Raum  zwischen  den 
Punktaugen  ganz  ausfüllt;  Praescutum  und  Scutum  des  Meso- 
notums  meist  deutlich  lichter  als  die  schwarzbraune  glänzende 
hintere  Hälfte.  Nervatur  der  Vorderflügel  bis  auf  die  Sub- 
costa und  die  gelbgrüne  Flügel wurzel  braun,  jene  der  Hinter- 
flügel grünlichgelb,  in  der  Spitze  bräunlich.  Flügelspannung 
des  (5"  24 — 25  mm,  des  $  28 — 29  mm.  —  Juli,  August. 
Riesengebirge,  Karpathen.  sudetica  Kol. 

—  Die  Grundfarbe  des  Kopfes  und  Pronotums  gelbgrau,  ähnlich 

wie  bei  difforims\  Flügel 
graulich  mit  ganz  schwa- 
chem grünlichen  An- 
fluge; Nervatur  dunkel- 
braun, nur  die  Subcosta 
in  beiden  Flügelpaaren 

Fig.  81.      Chloroperla   helvetica    Schoch.         li^ht    grüngelb     UUd    die 
6.    Anhang   der   VIII.   Subgenitalplatte.         fosta    und    RadlUS     der 

Hinterflügel  lichter.  Flü- 
gelspannung 24 — 26  mm.  —  April,  Mai.     Schweiz   (Fig.  81). 

helvetica  Schoch. 

5.  Gattung  Isopteryx  Pict. 

Pronotum  quer  elliptisch,  weil  seine  Seitenteile  nicht  nach 
unten  umgebogen  sind.  Subcosta  endigt  nahe  der  Mitte  der  Flügel- 
länge, im  Costalfelde  spärliche,  im  Subcostalfelde  nur  eine  Quer- 
ader; Sector  radii  nur  einmal  gegabelt,  und  zwar  w^eit  nach  außen 
von  der  Anastomose;  der  vordere  Cubitus  hat  im  Vorderflügel  nur 
eine,  im  Hinterflügel  keine  akzessorische  Ader  und  der  hintere  ist 
stark,  besonders  im  Vorderflügel  verkürzt;  der  anale  Teil  ist  sehr 
klein  und  alle  3  Analadern  einfach;  Media  im  Hinterflügel  ist  stark 
gebogen   und    die   intramediale   Zelle   etwa  so   lang   wie   ihr  Stiel. 


I 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


53 


Beim  ^  ist  der  9.  Bauchring  in  eine  etwa  parabolische  Subgenital- 
platte  vorgezogen,  auf  deren  Spitze  die  Genitalöffnung  sich  befindet; 
in  dem  Ausführungsgange  ist  ein  in  2  Borsten  gespaltener  Titillator. 
Der  10.  Dorsalring  in  der  Mitte  verdickt  und  in  der  Seitenansicht 
zahnförmig  nach  oben  vorspringend.  Sonst  sind  die  Segmente  und 
ihre  Anhänge  normal.  Beim  $  bildet  die  8.  Ventralplatte  eine 
kurze  Subgenitalplatte.  —  Kleine,  gelbgrüne  oder  weißliche  Arten 
(Fig.  82). 

1.  Fühler  gesägt,  im  unteren  Drittel  grünlichgelb,  sonst  schwarz- 
braun. Pronotum  halbmondförmig  mit  deutlichen  Vorder- 
ecken, breitem,  fast  ^/.^  der  ganzen  Breite  einnehmendem 
Mittelfelde  und  entlang  demselben  mit  einem  verwaschenen 
braunen  Streifen,  welcher  in  der  Vorderrandsfurche  erweitert 
und  fast  schwai-z  ist;  dasselbe  ist  stark  quer,  mehr  als  zwei- 
mal so  breit  wie  lang.  Flügelspannung  19 — 25  mm.  —  An 
größeren  Flüssen  im  Juni.  serricomis  Pict. 

—  Fühler  einfach  borstenförmig,  nicht  gesägt.  2. 


Sc    __JS3^ 


Fig.  82.     Isopteryx  tripunctata  Pict.     Erklärung  wie  Fig.  51. 


2.  Die  Mittelfurche  des  Pronotums  schwarz  sowie  auch  die 
Vorder-  und  Hinterrandsfurche.  Punktaugen  durch  einen 
verwaschenen  V förmigen  Fleck  verbunden  und  der  Kopfschild 
schwärzlich.  Fühler  schwarz,  nur  die  untersten  4 — 5  Glieder 
der  Geißel  grünlichgelb.  Nervatur  dunkelbraun,  nur  die 
Adern  im  basalen  Flügeldrittel,  die  Subcosta  und  Radius  so- 
wie sein  Sector  fast  bis  zur  Anastomose  gelb;  im  Hinterflügel 
sind  nur  die  Apicaläste  und  der  größte  Teil  der  Costa  dunkel- 
braun. Schwanzfäden  größtenteils  grünlichgelb,  fein  schwarz- 
braun geringelt,  nur  die  Spitze  schwarzbraun.  Flügelspannung 
15 — 18  mm.  —  Weit  verbreitet  und  die  erste  Art  im  Frühlinge, 
Mai.  Burmeisteri  Pict. 

—  Die  Mittelfurche  des  Pronotums  nicht  schwarz.  3. 

3.  Schwanzfäden  lang,  deutlich  länger  als  der  Hinterleib  und 
an  der  Spitze  schwarz,  4, 


54 


Fr.  Klapälek, 


Schwanzfäden  kurz,  kaum  so  lang  wie  der  Hinterleib,  ganz 
gelb;  Punktaugen  nicht  durch  einen  Y förmigen  Fleck  ver- 
bunden. 5. 
Der  Seitenrand  des  Pronotums  auffallend  schwarz,  die  Vorder- 
randsfurche mit  einer  feinen,  schwarzen  Linie  und  die  Seiten- 
felder in  ihrem  äußeren  Drittel  mit  einem  krummen,  schwarzen 
Striche.  Flügelspannung  12 — 17  mm.  —  An  Bächen  im  Vor- 
gebirge von  Mitte  Mai  bis  Juli  sehr  häufig. 

torrentium  Pict. 
Pronotum  ganz  gelb,  ohne  schwarze  Seitenränder  und  mit 
sehr  feiner,  schwarzer  Linie  in  der  VordeiTandsfurche.  P'lügel 
grünlichgelb   mit  deutlicher  grüngelber   Nervatur;    das   Sub- 


Fig.  83.     Capnia  nigra  Pict.     Nervatur.     Erkläning  wie  Fig.  54. 


costalfeld  am  Grunde  und  der  Spitze  stärker  gefärbt.  Flügel- 
spannung 16 — 18  mm.  —  Erzgebirge  und  Riesengebirge. 
Juli,  August.  neglecta  Rost, 

Pronotum  gelb,  schwarz  gerandet,  ohne  jede  andere  Zeich- 
nung. Körper  gelb,  das  Scutellum  des  Meso-  und  Metanotums 
mit  schwarzer  Mittellinie  und  schwarzem  Umrisse  hinten, 
Flügel  blaßgelb  mit  gelber  Nervatur.  Fühler  im  unteren 
Drittel  gelb,  sonst  schwarz.  Flügelspannung  16 — 20  mm.  — 
An  größeren  Bächen  und  Flüssen.     Mai  bis  Juli. 

tripunctata  Scop. 
Pronotum  ganz  gelb,  ohne  jede  schwarze  Zeichnung.  Körper, 
Plügel  und  Nervatur  noch  blasser  als  bei  der  vorigen,  das 
Scutellum  des  Meso-  und  Metanotums  nie  mit  einer  schwarzen 
Mittellinie  und  der  schwarze  hintere  Saum  desselben  fehlend 
oder  kaum  angedeutet.  Pronotum  deutlich  länger.  Flügel- 
spannung 12 — 15  mm.  —  An  größeren  Flüssen  oder  Bächen 
in  niederen  Lagen.     Mai  bis  Juli.  apicalis  Newm. 


Plecoptera,  Steinfliegen.  55 


B.  Unterordnung  Plecoptera  filipalpia. 

Die  Tasterglieder  gleichmäßig  stark  und  die  Taster  fadenförmig. 
Die  akzessorischen  Äste  des  Cubitus  anticus  gehen  alle  nach  vorn 
ab,  die  Ader  selbst  nicht  vorgebogen.  Cerci  entweder  vorhanden, 
fühlerartig  oder  verkürzt,  eingliedrig,  oder  zu  Zwecken  der  Kopu- 
lation modifiziert. 


3.  Familie  Capniidae. 

Der  vordere  Cubitus  einfach,  ohne  akzessorische  Äste;  das 
Costalfeld  mit  wenigen  oder  ganz  ohne  Queradern ;  im  Subcostalfeld 
die  Querader  vorhanden  oder  fehlend.  Sector  radii  einmal  gegabelt. 
Beim  ^  ist  der  9.  Bauchring  kaum  verlängert  oder  eine  ziemlich 
deutliche  Subgenitalplatte  bildend.  Der  Supraanallobus  in  einen 
langen  nach  oben  und  vorn  gekrümmten  penisartigen  Fortsatz  ver- 
wandelt. Schwanzfäden  entweder  lang,  fühlerartig  oder  stark  ver- 
kürzt (Fig.  83). 

6.  Gattung  Oapnia  Fi  ct. 

Im  Costalfeld  neben  der  humeralen  wenigstens  eine  Querader. 
Die  Querader  im  Subcostalfeld  vorhanden.  Die  Querader  rs  mündet 
in  den  Sector  radii  auf  derselben  Stelle  ein,  wo  er  seinen  Ast  ab- 
gibt Zwischen  der  Media  und  dem  vorderen  Cubitus  3  Queradern. 
Der  anale  Teil  der  Hinterflügel  deutlich  entwickelt,  die  Analadern 
einfach.  Cerci  lang.  Das  9.  Ventralsegment  bildet  beim  ($  keine 
Subgenitalplatte.  Beim  ^  fehlt  die  Subgenitalplatte  oder  ist  kurz 
dreieckig. 

Die  durch  den  unteren  Teil  der  beiden  Cubiti  und  die  zwischen 
ihnen  liegende  Querader  gebildete  Zelle  viereckig,  gegen  den 
Grund  zu  mäßig  verschmälert.  Körper  schwarz,  Flügel  bräunlich 
angeraucht  mit  starker  schwarzbrauner  Nervatur.  Beim  (j"  P'lügel 
stark  verkrümmt.     Flügelspannung  des  $  16 — 18  mm.     nigra  Pict. 

Die  durch  den  unteren  Teil  der  Cubiti  und  die  zwischen  ihnen 
liegende  Querader  gebildete  Zelle  dreieckig,  gegen  den  Grund  zu 
stark  verschmälert.  Der  Körper  schlanker,  Flügel  feiner  und  mehr 
hyalin,     (j  vollflüglig.     Flügelspannung  12 — 17  mm.       atra  Mort. 

7.  Gattung  Capnopsis  Rost.  (Mort.). 

Im  Costalfelde  neben  der  humeralen  keine  Querader.  Die 
Querader  im  Subcostalfelde  fehlend.  Die  Querader  rs  trifft  den 
Sector  radii  an  der  Abzweigung,  seines  Astes.  Zwischen  der  Media 
und  dem  vorderen  Cubitus  nur  2  Queradern.  Der  anale  Teil  der 
Hinterflügel  verkümmert.  Beim  (j"  bildet  das  9.  Segment  eine 
deutliche  Subgenitalplatte.  Cerci  stark  verkürzt.  Beide  Geschlechter 
vollflügelig  (Fig.  84). 

Körper  schwarz,  Flügel  schwach  bräunlich  getrübt  mit  dunkel- 
brauner, deutlicher  Nervatur.  Flügelspannung  12  mm.  —  Mai. 
Dresdener  Heide,  an  der  Prießnitz  (Schiller).        pygmaea  Zett. 


56 


Fr.  Klapälek, 


4.  Familie  Taeniopterygidae. 

Sector  radii  einmal  bis  dreimal  gegabelt  und  der  erste  Ast  ist 
öfters  an  der  Bildung  der  Anastomose  beteiligt;  der  vordere  Cubitus 
entsendet  im  Vorderflügel  1— B  parallele  akzessorische  Äste;  im 
Hinterflügel  bleibt  derselbe  ganz  einfach.  Der  Analteil  der  Hinter- 
flügel wohl  entwickelt,  2.  Analader  dreiästig,  der  Vorderast  einmal 


Fig.  84.     Capnopsis  pygmaea  Zett.      Nervatur.     Erklärung  wie  Fig.  54. 


gegabelt  und  mit  dem  Mittelaste  durch  eine  Querader  nicht  ver- 
bunden. In  dem  medialen  und  vorderen  Cubitalfelde  der  Vorder- 
flügel zahlreiche  Queradem.  Bei  dem  (^  bildet  gewöhnlich  der 
9.  Ventralring  eine  Subgenitalplatte,  welche  nahe  dem  Grunde  auf 
ihrer  Außenseite  öfters  mit  einem  tränenförmigen  Anhange  ver- 
sehen ist.     Die  Subanalklappen  und   der  Supraanallobus   zu  Kopu- 


Fig.  85.     Taeniopteryx  Braueri  Klp.     Nervatur.     Erklärung  wie  Fig.  54. 


lationszz wecken  modifiziert.  Schwanzfäden  stark  verkürzt,  aus 
wenigen  Gliedern  bestehend  oder  bloß  eingliedrig.  Beim  9  ist  die 
Genitalöffnung  oft  bis  auf  die  Fläche  des  8.  Ventralringes  ver- 
schoben, welche  nicht  vorgezogen  ist.  Dafür  ist  die  9.  Ventralplate 
ausgehöhlt  und  mehr  oder  weniger  plattenartig  vorgezogen.  Flügel 
bei  den  (j"  einiger  Arten  rudimentär  (Fig.  85), 


Plecoptera,  Steinfliegen.  57 

8.  Gattung  Taeniopteryx  Pict. 

Der  vordere  Cubitus  mit  2 — 3  akzessorischen  Ästen,  im  Costal- 
felde  sowie  zwischen  Radius  und  seinem  Sector  außerhalb  der  Ana- 
stomose keine  Queradern,  im  Subcostalfelde  außerhalb  der  Subcosta 
nur  eine  Querader,  welche  noch  fehlen  kann.  Beim  (^  die  Sub- 
genitalplatte  lang  mit  dem  Anhange  an  dem  Grunde;  Cerci  ein- 
gliedrig, öhrchenförmig,  mit  knopfartigem  2.  Gliede.  Die  Subanal- 
klappen  asymmetrisch,  stark  modifiziert,  in  spiralige  Chitingräten 
auslaufend;  Supraanallobus  ebenfalls  stark  modifiziert,  in  2  Teile 
differenziert:  einen  halbkugeligen,  dorsalen  und  röhrenartigen,  ven- 
tralen, aus  dessen  Innern  grätenartige  Titillatoren  herausragen;  die 
Form  der  Spitze  dieses  Röhrchens  ist  für  die  Unterscheidung  der 
Arten  wichtig.  Beim  9  ist  die  9.  Ventralplatte  nach  der  Art  einer 
Subgenitalplatte  verlängert.  Schwarzbraune,  schlanke  Arten,  die  wir 
auf  Mauern,  unter  Steinen  und  in  den  Ritzen  der  Rinde  sammeln 
können. 

1.  Fühler  stark,  in  der  unteren  Hälfte  lichtbraun,  deutlich  perl- 
schnurförmig.  2. 

—  Fühler  schwach,  borstenförmig,  aber  in  dem  unteren  Fünftel 
sind  ihre  Glieder  kurz,  breiter  als  lang,  manchmal  schwach 
perlschnurförmig.     Sector  radii  nur  einmal  gegabelt.  3. 

—  Fühler  fein,  borstenförmig,  alle  ihre  Glieder  walzenförmig, 
länger  als  breit.  4. 

2.  Das  (j  kurzflügelig  (das  $  mit  borstenförmigen,  unten  kurz- 
gliedrigen  Fühlern),  s.  3.  trifasciata  Pict. 

—  Beide  Geschlechter  vollflügelig.  Körper  relativ  stark,  schwarz, 
nur  der  Kopf  dunkel  rotbraun,  mit  einem  schwarzen  Flecke 
zwischen  den  Punktaugen;  Meso-  und  Metanotum  glänzend. 
Flügel  schwach  braun  getrübt  mit  graubrauner  Spitze  und 
3  bogenförmigen,  nach  außen  konkaven  Querstreifen,  welche 
aber  manchmal  nur  ganz  schwach  angedeutet  sind.  Sector 
radii  1 — 2  mal  gegabelt.  Beine  gelb-  bis  dunkelbraun.  Die 
Form  mit  stark  perlschnurförmigen  Fühlern  ohne  Querstreifen 
auf  den  Flügeln  ist  moniUcorms  Pict.  Körperlänge  5 — 8V2  mm. 
Flügelspannung  20 — 31  mm  (Fig.  86  u.  87).    Braiieri'Klp. 

3.  Das  $  vollflügelig,  die  unteren  Fühlerglieder  lichter  und 
ziemlich  deutlich  perlschnurförmig.  Körper  ziemlich  schlank, 
Kopf  und  Brust  schwarz,  Hinterleib,  Abdomen  schwarzbraun 
oder  dunkel  rotbraun.  Flügel  schwach  glänzend  mit  grau- 
brauner Spitze  und  3  bogenförmigen,  nach  außen  konkaven 
Querstreifen;  der  vordere  Cubitus  mit  3  oder  2  Ästen.  Beine 
braun,  Schenkel  unter  der  Spitze  dunkler  bis  schwai'zbraun, 
Schienen  immer  mit  einem  dunklen  Ringe  unter  dem  Knie. 

Kempnyi  Klp. 

—  Das  $  kurzflügelig.  Alle  Fühlerglieder  walzenförmig.  Körper 
beim  (^  ziemlich  stark,  stärker  als  beim  %  dunkelbraun, 
beim  (^  etwas  lichter  als  beim  %  in  der  Mitte  des  Kopfes 
schwarzbraun.  Die  Vorderflügel  des  (^  kaum  halb  so  lang 
wie  die  Hinterflügel,  beide  Paare  braun,  mit  starker  Ner- 
vatur. Beim  ^  die  Flügel  mattgrau,  die  Spitze  und  3  fast 
gerade  Querstreifen  dunkler.  Vorderer  Cubitus  mit  3  akzes- 
sorischen   Adern.     Beine    braun,    die    Schenkel    unter  der 


58 


Fr.  Klapälek, 


VIII 


Spitze   und   ein  Ring   auf  den  Schienen    unter    den   Knien 

dunkler  (Fig.  88).  trifasciata  Pict. 

4.  Sector  radii  zweimal  gegabelt   und  sein   erster  Ast  meistens 

zur  Anastomose  beitragend  und  mit  derselben  weit  verbunden ; 

Nervatur  auffallend 
stark ,  schwarzbraun, 
nur  der  Radius  manch- 
mal lichter.  Körper 
schwarzbraun,  nur  der 
Kopf  und  das  Prono- 
tum  etwas  lichter,  das 
letztere  gelbbraun  ge- 
randet.  Flügel  schwach 
getrübt  mit  sehr  deut- 


Sg 


Fig.  86. 


Fig.  87. 


Fig.  86.  Taeniopteryx 
Braueri  Klp.  C^.  1  das  Hin-- 
terleibsende  von  der  Seite;  2 
von  oben.  Sg  =  Subgenital- 
platte,  IkS  =  Supraanallobus, 
C  ■=  Cerci. 

Fig.  87.     Taeniopteryx 
Braueri  Klp.  ?.     Das  Hin- 
terleibsende von  der  Seite. 


Fig.  88.  Fig.  89. 

Fig.  88.     Taeniopteryx  trifasciata  Pict.  Q.      Flügel. 
Fig.  89.     Flügel  des  \  von  Oemopteryx  Loewii  Alb. 

liehen  bogenförmigen  Querstreifen,  aber  die  Spitze  kaum 
dunkler.  Beine  braun,  die  Rückenkante  der  Schenkel  und 
die  Schienen  gegen  die  Spitze  zu  schwarzbraun.    Körperlänge 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


59 


6 — 7  mm,  Flügelspannung  20 — 26  mm.  —  Böhmerwald, 
Riesengebirge,  Erzgebirge,  Harz.  Juni,  Juli;  die  späteste  von 
unseren  Taeniopteryx- Arten.  seticomis  Klp. 

Sector  radii  nur  einmal  gegabelt  und  sein  Ast  die  Anastomose 
nur  in  einem  Punkte  berührend  oder  ganz  außerhalb  der- 
selben verlaufend.  Nervatur  fein,  lichtbraun  bis  braun. 
Flügel  fast  hyalin,  mit  schwach  angedeuteter  Zeichnung,  von 
welcher  nur  der  halbmondförmige  Querstreifen  über  der  Ana- 
stomose deutlicher  hervortritt.  Sonst  wie  diö  vorige,  von 
welcher  sie  sich  durch  den  zarteren  Bau  im  allgemeinen 
unterscheidet.  Körperlänge  6 — 7  mm,  Flügelspannung  22  bis 
25  mm.  Risi  Mort. 


9.  Gattung'  Oemopteryx  Klp. 

Der  vordere  Cubitus  mit  einem  akzessorischen  Aste;  im  Costal- 
felde  keine  Queradern,  aber  zwischen  dem  Radius  und  seinem  Sector 
2 — 3    Queradern;    die    Querader   im    Subcostalfelde    außerhalb    der 


Fig.  90.     Oemopteryx  Loew ü  A\h.  S-    -^  «Jas   Hinterleibsende  von  der   Seite;    B 
von  oben  und  von  hinten.     Sg  =  Siibgenitalplatte,  Ls  =  Supraanallobus,  C=  Cerci. 

Subcosta  vorhanden.  Sector  radii  mit  2 — 3  Ästen.  Beim  ^j"  ist  die 
9.  Bauchplatte  lang,  eine  Subgenitalplatte  ohne  Anhang  am  Grunde 
bildend;  die  Subanal  klappen  stark  mo- 
difiziert und  spiralig  gewundene  Chi- 
tingräten bildend;  der  Supraanallobus 
bildet  2  Abschnitte,  von  welchen  der 
dorsale  stark  chitinisiert,  kugelig  ver- 
dickt und  unten  in  ein  Chitinröhrchen 
verlängert  ist,  der  ventrale,  schwächer 
chitinisierte  ist  mit  Spitzen  und  Häk- 
chen besetzt,  an  der  Spitze  dreilappig 
und  mit  einem  grätenartigen  Titillator 
versehen,  der  aus  dem  inneren  des 
mittleren  röhrchenartigen  Teiles  her- 
vortritt. Cerci  stark  verkürzt,  aber 
mehrgliedrig.  Beim  $  ist  die  9. 
Bauchplatte  in  eine  sphärische  drei- 
eckige Supraanalplatte  vorgezogen  (Fig. 

89,    90   U.    91).  Fig.  91.    Oemopteryx  Loewii  k\h. 

Schwarzbraun,  Pronotum  ringsum        $.      Hinterleibsende    von    unten. 


60  Fr.  Klapälek, 

gelbbraun  gerandet,  Beine  gelbbraun  mit  schwarzbraunen  Knien 
und  Füßen.  Flügel  graubraun  getrübt  mit  starker,  brauner  Nervatur. 
Das  (^  stark  brachypter,  und  zwar  sind  die  Vorderflügel  bedeutend 
kürzer  als  die  Hinterflügel.  Flügelspannung  des  ^  27—29  mm.  — 
Rheinprovinz,  Bonn;  März,  April,  Loewii  Alb. 

10.  Gattung  Rhabdiopteryx  Klp. 

Der  vordere  Cubitus  mit  einem  akzessorischen  Aste;  im  Costal- 
felde  1 — 3  Queradem;  zwischen  dem  Radius  und  seinem  Sektor 
außerhalb  der  Anastomose  nur  ausnahmsweise  eine  Querader.  Beim 
(^  ist  die  9.  Bauchplatte  in  eine  lange  Subgenitalplatte  umgebildet, 
welche  keinen  Anhang  an  ihrem  Grunde  besitzt.  Die  Subanal- 
klappen  stark,  etwas  unsymmetrisch  modifiziert.  Der  10.  Dorsal- 
ring in  2  dreieckige,  oft  dornartig  verlängerte  Teile  gespalten. 
Der  Supraanallobus  kleiner  als  bei  den  vorhergehenden  Gattungen, 
aber  ähnlich  modifiziert.  Cerci  kurz,  aber  doch  aus  mehreren 
Gliedern  zusammengesetzt.  Das  9.  Sternit  beim  9  i^  ^^^  Mitte 
des  Hinterrandes  in  eine  zungenförmige  Platte  verlängert  (Fig.  92). 

Sector  radii  nur  einmal  gegabelt;  die  (j  Subgenitalplatte  groß, 
an  dem  Ende  abgestutzt;  die  Abschnitte  der  10.  Rückenplatte  dom- 
artig verlängert.  Dunkelbraun,  Kopf,  Meso-  und  Metanotum  schwarz- 
braun. Flügel  fast  hyalin,  nur  der  Streifen  über  die  Anastomose 
deutlicher.  Körperlänge  7—8  mm,  Flügelspannung  22 — 25  mm.  — 
Bayern  (Würzburg),  Glogau  in  Schlesien.    Juni— August. 

neglecta  Alb. 

11.  Gattung  Nephelopteryx  Klp. 

Der  vordere  Cubitus  mit  einem  akzessorischen  Aste;  im  Costal- 
felde  keine  Queradern.  Sector  radii  nur  einmal  gegabelt  und 
zwischen  ihm  und  dem  Radius  keine  Queradern.  Beim  (^  ist  die 
Subgenitalplatte  sehr  kurz,  am  Grunde  mit  einem  Anhange.  Die 
Subanalklappen  symmetrisch  in  einen  Dorn  auslaufend.  Lobus 
supraanalis  kurz,  zapfenförmig,  einfach.  Beim  ^  ist  der  9.  Bauch- 
ring nur  kurz,  rundlich  verlängert.  Cerci  beim  (j"  eingliedrig,  beim 
9  mehrgliedrig. 

1.  Das  (J  vollflügelig,  die  Querader  in  dem  Subcostalfelde  vor- 
handen. Körper  dunkelbraun,  der  Hinterleib  des  (^  fast 
schwarz.  Flügel  bräunlich  getrübt  ohne  dunklere  Quer- 
streifen. Beine  braun.  Flügelspannung  des  (^  22 — 25  mm, 
des  5  30 — 35  mm.  —  Hannover,  Dresden,  Westfalen.  Februar, 
März  (Fig.  93  u.  94).  nebiilosa  L. 

—  Das  (J  kurzflügelig;  die  Querader  im  Subcostalfelde  fehlend, 
oder,  wenn  vorhanden,  ist  sie  sehr  kurz  und  dem  Ende  von 
Radius  sehr  nahe.  Auf  den  Schenkeln  deutlichere  dunkle 
Längsstreifen.  Sonst  wie  vorige.  Flügelspannung  des  $  25 
bis  32  mm.  —  Dresden  30./3.  und  30./4.  (leg.  C.  Schiller); 
erscheint  etwas  später  als  die  vorige  (Fig.  95  u.  96). 

araneoides  Klp. 

5.  Farn.  Leuctridae. 

Sector  radii  nur  einmal  gegabelt  und  der  erste  Ast  an  der 
Bildung  der  Anastomose  beteiligt  oder  nicht;   der  vordere  Cubitus 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


61 


ohne  akzessorische  Adern,  der  hintere  Cubitus,  die  1.  und  2.  Anal- 
ader im  Vorderflügel   stark  geschwungen.     Die  Längsadern   in   der 


Fig.  92.    Rhabdtopteryx  neglecta  Alb. 

O.    A   das    Hinterleibseude   von    der 

Seite;  B  der  10.  Ring  und  der  Lobus 

supraanalis  von  oben  und  hinten. 


Fig.  93.  Nephelopteryx  nebulosa  L. 
$ .  A  das  Hinterleibsende  von  imten; 
B  von  der  Seite.  Sg  =  Subgenital- 
platte,  Ls  =  Supraanallobns,  C=  Cerci. 


Fig.  94. 
Fig.  94.     Nephelopteryx  nebulosa  L.  $•     Das   Ilinterleibsende   von   imten.      VIII. 
IX,   X  =  9.— 10.  Ring,   Li  =  Snbanalklappen,   Ls  =  Supraanallobns,    C  =  Cerci. 

äußeren  Hälfte  parallel  laufend.     In  dem   medialen  und  vorderen 
Cubitalfelde    zahlreiche    Queradern.     Der    anale    Teil    der    Hinter- 


62 


Fr.  Klapälek, 


flügel  klein  oder  ganz  fehlend;  die  Analadern  einfach.  Beim  cf 
ist  der  9.  Bauchring  in  eine  kurze  Subgenital  platte  vorgezogen  und 
ist  am  Grunde  meist  mit  einem  lappenförmigen  Anhange  versehen. 


Fig.  95.   Nepkeloptetyx  araneoides  K\^.  S-     A  Das  Hinterleibsende  von  der  Seite; 

B  von  unten;  C  von  oben.     IX,  X,  XI  =.  9.,  10.,  11.  Segment,  Sg  =  Subgenital- 

platte,  C  =  Cerci,  Ls  =  Ix)bu8  snpraanalis. 

Die  Subanalklappen  sind  in  dornartige  Fortsätze  umgestaltet,  welche 
den  2  an  der  Genitalöffnung  vorragenden  Tilillatoren  anliegen; 
der  Supraanallobus  bei  unserer  Gattung  klein,  hügelartig.  Cerci 
eingliedrig,  zapfenförmig,   öfters  an  der  Spitze  mit  dem  Rudimente 


Fig.  96.     Der  Flügel  des  c^  Nephelopteryx 
araneoides  KIp. 


Fig.  97.     Leuctra  hippopus  Kpny, 
Nervatur.     Erklärung  wie  Fig.  54. 


Fig.  96. 


Fig.  97. 

eines  weiteren  Gliedes.  Der  6.-8.  Dorsalring  tragen  oft  dornartige, 
zahn-  oder  lappenförmige  Anhänge,  deren  Form  für  die  Unter- 
scheidung von  einzelnen  Arten  wichtig  ist.  Beim  9  ist  der  8. 
Ventralring  meist  in  eine  deutliche  Subgenitalplatte  vorgezogen. 
Die  Flügel  in  der  Ruhe  um  den  Hinterleib  walzenförmig  gerollt 
(Fig.  97). 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


63 


12.   Gattung  Leuctra  St. 

Der  anale  Teil  der  Hinterflügel  kleiner  als  üblich,  aber  doch 
deutlich.  Beim  (^  der  Supraanallobus  klein,  hügelartig.  Schlanke, 
gewöhnlich  schwarzbraune  bis  schwarze  Arten,  die  wir  oft  massen- 
haft von  Gebüschen  an  den  Bachufern  herabklopfen  können. 

1.  Beine  lang  abstehend  behaart.  2. 
—  Beine  nur  kurz  und  fein  behaart.  3. 

2.  Pronotum  fast  um   '/.^  länger  als    breit;    Flügelspannung   des 
^  20 — 22   mm,    des  5  23 — 26    mm.      Kopf    und    Pronotum 
schwarzbraun,  Meso-  undMetanotum  dunkel  gelbbraun,  Hinter- 
leib des  (j"  oben  vorn  dunkel  bräunlich,  vom 

a6.  Ringe  weich,  gelblich  weiß.  Nahe  dem 
Vorderrande  des  6.  Ringes  entspringen  2 
von  oben  rechteckige,  von  der  Seite  lang- 
elliptische Höcker;  das  7.  Dorsalsegment 
trägt  nahe  dem  Vorderrande  2  schmälere,  in 
ihrer  Mitte  rechtwinklig  gebrochene  Haken, 
_    _  deren   scharfe   Spitze   nach   innen   gerichtet 

ist.      Die    Subanalklappen    und    Titillatoren 
etwa   gleich   lang.     Der   $  Hinterleib   oben 


Fig.  98.  Fig.  99. 

Fig.  98.    Leuctra  cylindrica  De  Geer.  cj".     Der  Hinterleib  von  oben. 
Fig.  S9.     Leuctra  cylindrica  De  Geer.  $.     Der  Hinterleib  von  unten. 

fahlgelb  mit  je  4  schwarzen  Punkten  auf  jedem  Segmente; 
10.  Ring  und  der  Supraanallobus  ganz  schwarz.  $  Sub- 
genitalplatte  lang,  hinten  sattelartig  ausgeschnitten.  Fühler 
schwarz,  erste  2  Glieder  gelbbraun,  Beine  gelbbraun,  Schienen 
und  Füße  dunkler.  Flügel  bräunlich.  —  Im  Vorgebirge; 
August  bis  November  (Fig.  98  u.  99). 

cylindrica  De  Geer. 

-  Pronotum  deutlich  breiter  als  lang.     Flügelspannung   des  (j* 

15 — 17,5    mm,    des    9    16 — 19   mm.      Körper   braun,   der   $ 

Hinterleib  oben  fahlgelb.     Fühler  gegen  die  Spitze  dunkler. 

Flügel  braun  gefärbt.     Beim   $  trägt  das  7.  Rückensegment 


64 


Fr.  Klapälek, 


einen  vom  Vorderrande  entspringenden,  aufgerichteten,  band- 
förmigen Anhang,  der  in  2  dreieckige,  scharfe  Zacken  aus- 
gezogen ist;  in  der  Seitenansicht  stehen  diese  Zacken  zahn- 
artig ab.  Die  Subanalklappen  etwas  kürzer.  Beim  $  läuft  die 
8.  Bauchplatte  in  2  drehrunde  Fortsätze  aus,  deren  Abstand 
etwa  ihrer  Breite  gleich  ist.  —  An  Waldbächen  stellenweise 
massenhaft.     Juli  bis  September  (Fig.  100).     Braueri  Kny. 


Fig.  100.    Leuctra  Braueri  Kpny.     A  das  (S  Hinterleibsende  von  oben :  B  das  $ 
Hinterleibsende  von  unten. 

3,  Fühler  lichtbraun,  knotig,  stark,  abstehend,  quirlartig  behaart; 
Körper  dunkelbraun,  Beine  lichtbraun,  Schenkel  gegen  die 
Spitze  zu  etwas  dunkler,  Flügel  bräunlich  getrübt,  glänzend, 
mit  starker  Nervatur.  Eine  sehr  leicht  kenntliche,  an  die 
Z.  Braueri  erinnernde,  aber  viel  größere  Art.    Flügelspannung 


\ 


c^-. 


.; 


\ 


^'^^^ 


Fig.  101^. 


Fig.  101^. 


Fig.  101.  Leuctra  ctngulata   Kny.  c^-     Das  Hin- 
terleibsende, A  von  oben,  B  von  der  Seite. 


19 — 23  mm.  —  England,  Holland,  Umgebung  von  Bonn 
(leg.  Dr.  le  Roi).  geniculata  St. 

—  Fühler  einfach,  borstenförmig,  kurz,  nicht  quirlartig  behaart.  4. 

4.  Pronotum  wenigstens  so  lang  wie  breit.  Braun,  Flügel 
bräunlich  angeraucht  mit  gelbbraunen  Adern,  Beim  $  die 
vordere    Hälfte   und    die    Seitenfläche    des    6.    Dorsalringes 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


'65 


stärker  chitinisiert;  in  der  Mitte  der  Dorsalfläche  entspringen 
2  etwa  um  ihre  eigene  Breite  voneinander  entfernte  parallele, 
kurz  rechteckige  Fortsätze.  Auf  dem  7.  und  8.  Dorsalringe 
tragen  die  stärker  chitinisierten  Seitenflächen  an  ihrer  inneren 
Grenze  je  ein  kleines  Zähnchen.  Die  Subanalklappen  breit, 
etwas  länger  als  die  Titillatoren.  Beim  ^  ist  die  Subanal- 
klappe  (bei  trockenen  Stücken)  durch  einen  tiefen,  drei- 
eckigen  Einschnitt  in   2    stumpf   konische    Teile    gespalten. 


Fig.  102. 
Kny.  ?. 


Leuctra  cingulata 
Das  Hinterleibende 
von  unten. 


"^N^ 


Fig.  103.  Leuctra  Klapäleki 
Kny.  $'  Das  Hinterleibsende, 
A  von  oben,  B  von  der  Seite. 


n 


JK 


W^i^\^ 


m 


m 


m- 


Fig.  103  i5. 


'WIÄ 


Fig.  104.     Leuctra  Klapäleki 
Kny.    Die  $  öubgenitalplatte. 


Flügelspannung  des    (^   12-14   mm,   des  $   14—16  mm.  — 
An  Gebirgsbächen ;  August,  September  (Fig.  101  u.  102). 

cingulata  I^  m  p  n  y . 

—  Pronotum  deutlich  breiter  als  lang.  ;  5. 

5.  Die  (^  Subgenitalplatte  am  Grunde  ohne  xinhang  oder  der- 
selbe sehr  klein;  die  $  Subgenitalplatte  in  der  Mitte  aus- 
geschnitten, hinten  2  Abschnitte  bildend,  die  breiter  als  lang 
sind.  '    O  6- 

—  Die  c^  Subgenitalplatte  am  Grunde  mit  einein  deutlichen, 
länglich  eiförmigen  Anhange.  rn    -:  ;:  7. 

Süßwasserfauna  von  Deutschland.     Heft  8.  5 


66 


Fr.  Klapälek, 


Die  Fortsätze  des  7.  Dorsalringes  des  t^  sehr  stark  und  schief 
nach  hinten  und  innen  gerichtet,  so  daß  sie  eine  mulden- 
artige Stelle  begrenzen;  beim  ^  ist  zwischen  beiden  End- 
abschnitten eine  viereckige  Ausbuchtung.  Körper  samt  allen 
Gliedmaßen  schwarz;  Flügel  beim  (j'  graulich,  beim  ^  bräun- 
lich. Der  Abstand  der  Fortsätze  des  6.  Dorsalringes  beim  cf 
kaum  größer  als  die  Breite  eines  jeden  von  ihnen.  Flügel- 
spannung des  (^  14 — 16  mm,  des  $  16 — 19  mm.  —  Im 
Hügellande  vom  September  bis  zum  Winter  häufig  (P'ig.  103, 
104).  Klapäleki  Kmpny. 

Die  Fortsätze  des  7.  Dorsalringes  beim  (j"  schwächer  und  quer- 
gestellt; beim  ^  ist  die  Subgenitalplatte  in  der  Mittellinie 
schwächer  chitinisiert  und  infolgedessen  bei  trockenen  Exem- 
plaren in  2  bis  zum  Grunde  getrennte  länglich  viereckige, 
an  der  Spitze  schief  abgestutzte  Abschnitte  geteilt.  Die 
Fortsätze  des  6.    Dorsalringes  beim  (^   schmal   lang  und  so 


Fig.  106.     Leuctra  digitata   Kuy.     A  das  <S  Hinterleibsende  von  oben;   B  das  ^ 
Hinterleibsende  von  unten. 

nahe  einander  gestellt,  daß  ihr  Abstand  kaum  so  groß  ist 
wie  ihre  Breite.  Körper  dunkel,  kastanienbraun  bis  schwarz- 
braun; Fühler  schwarzbraun,  Beine  etwas  heller.  Flügel- 
spannung des  $  14 — 16  mm,  des  $  15—19  mm.  —  Im  Vor- 
gebirge, September— November  (Fig.  105).     digitata  Kpny. 

7.  Der  6.  Dorsalring  des  (^  mit  Höckern  versehen.  8. 

—  Der  (^  Hinterleib  nur  auf  dem  8.  Ringe  mit  Höckern  ver- 
sehen oder  ganz  unbewehrt.  9. 

8.  Der  $  Hinterleib  auf  dem  6.  und  7.  Ringe  mit  Höckern 
versehen,  die  in  der  Ansicht  von  oben  kurz  rechteckig,  in 
der  Seitenansicht  abgerundet  erscheinen.  Die  ^  Subgenital- 
platte hinten  einfach  abgerundet.  Körper  lichter  oder  dunkler 
braun,  Beine  etwas  lichter.  Fühler  fein  grau  getrübt,  mit 
licht  gelbbraunem  Geäder.  Flügelspannung  des  (^  12 —  1 4  mm, 
des  $  15 — 17  mm.  —  Im  Vorgebirge,  Juli— September 
(Fig.  106,  107).  albida  Kpny. 

—  Der  6.  und  8.  Hinterleibsring  beim  $  bewehrt;  die  Fort- 
sätze stark,   in  der  Seitenansicht  zugespitzt,   von   oben   ab- 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


67 


gerundet,  das  vordere  Paar  deutlich  kleiner  als  das  hintere, 
aber  das  vordere  viel  weiter  voneinander  entfernt  als  das 
hintere.  Die  2  Subgenitalplatte  hinten  mit  einem  stumpf- 
winkligen Ausschnitte  und  in  der  Mitte  desselben  mit  einem 


A.  ^ 


JX 


M 


VIR 


TU 


Fig.  106.     Leuctra   albida  Ejiy.  Q.     A  der  Hin- 
terleib von  der  Seite,  B  von  oben. 

Fig.  107.     Leuctra  albida    Kny.    ^p.     Der  Hinter- 
leib von  unten. 


Fig.  107. 


runden  Zipfel.  Körper  samt  seinen  Gliedmaßen  schwarz- 
braun. Flügel  stark  braun  angeraucht.  Flügelspannung  des 
$  10 — 14  mm,  des  $  15— 18  mm.  —  Im  Vorgebirge  häufig, 


April,  Mai  (Fig.  108,  109). 


nigra  Pict. 


Fig.  108^. 


Fig.  108.5. 

Fig.  108.     Leuctra  nigra 
Pict.  (S-    A  das  Hinter- 
leibsende    von    oben,    B     '™ 
von  der  Seite. 


Fig.   109.     Leuctra  nigra   Pict.   ?.     Das  Hinterleibsende 
von  unten. 


Fig.  109. 


Der  c^  Hinterleib  auf  dem  Rücken  unbewehrt,  die  Subanal- 
klappen  kurz,  stark,  kaum  über  das  2.  Drittel  der  Titilla- 
toren  reichend,  die  $  Subgenitalplatte  seicht,  stumpfwinklig 
ausgeschnitten.     Kopf  und  Pronotum  schwarzbraun,  der  übrige 


6S 


Fr.  Klapälek, 


Körper  samt  Fühlern  und  Beinen  braun.  Flügel  grau,  [ge- 
trübt. Flügelspannung  des  c^  11—12  mm,  des  ^  13 — 15  mm. 
—  Im  Vorgebirge,  Mai— Juli  (Fig.  110,  111). 

inermis  Kpny. 
Der  8.  Hinterleibsring  des  (^  bewehrt.  Die  ^  Subgenital- 
platte  entweder  jederseits  in  ein  dicht  bewimpertes  liäppchen 
auslaufend  oder  in  der  Mitte  schwach  ausgerandet.  10. 


dRig.  110.     Letictra   inermts   Kny.  $.    A   das  Hinterleibseude   von  unten,    B  von 
.\  ■'.  der  Seite. 


10.  Der  9.  Dorsalring  des  J  oben  größtenteils  häutig,  aber  in 
jedem  Dritteile  seiner  Breite  mit  einem  schmalen  Chitin- 
streifen, dessen  Ende  als  ein  rund- 
liches oder  viereckiges  Köpfchen 
erhoben  und  stärker  chitinisiert 
ist.  Auf  dem  9.  Dorsalringe  ein 
trapezförmiger  dunkler  Fleck  mit 
winklig  ausgeschnittenem  Vorder- 
rande. Die  5  Subgenitalplatte 
hinten  in  der  Mitte  breit  ausge- 
schnitten, wodurch  2  tatzenförmige, 
stark  beborstete  Seitenlappen  ent- 
stehen.   Körper  samt  Fühlern  und 

Beinen   dunkel    schwarzbraun. 
Flügelspannung  des  (^  14 — 15  mm, 

Fig.  111.  Leu ctra  inermis  lS.ti^.     deS    $    16—17    mm.    —    Im    Hügel- 

$.     Das   Hinterleibsende   von    lande,    März    bis   Mai  (Fig.  112). 
""ten.  hippopus  Kpny. 

Der  9.  Dorsalring  mit  deutlichen,  in  der  Seitenansicht  dorn- 
artig abstehenden,  schwärzlichen  Höckern,  welche  aber  zu 
einem  parallelseitigen,  hinten  winklig  ausgeschnittenen  Plättchen 
verbunden  sind.  Der  chitinisierte  hintere  Teil  des  9.  Dorsal- 
ringes bildet  in  der  Mitte  einen  zweilappig  nach  vorn  aus- 
laufenden braunen  Fleck.  Die  5  Subgenitalplatte  hat  einen 
fast  vollkommen  runden,  durch  eine  stärker  chitinisierte  Linie 
bezeichneten  Hinterrand.  Körper  samt  Fühlern  und  Beinen 
dunkel  schwarzbraun.  Flügelspannung  des  (j"  14 — 15  mm, 
des    $    17 — 19    mm.    —    Im    Hügellande   die    erste   Art  im 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


69 


Frühlinge,  März,  April,  an  Gebirgsbächen  im  Herbst,  September 
bis  November  (Fig.  1J8).  prima  Kpny. 


6.  Familie  Nemuridae. 

Sector  radii  nur  einmal  gegabelt  und  sein  Ast  mit   dem  Ende 
des  Subcostalastes   und   der   Querader   r — m   eine  X-förmige   Figur 


A  B 

Fig.  112.     Leuctra  htppopus  Kny.     A  das  (S  Hinterleibsende  von  oben;   B  das  $ 
Hinter! ei bsende  von  unten. 

bildend;  der  vordere  Cubitus  keine  akzessorische  Adern  entsendend; 
in  dem  medialen  und  vorderen  cubitalen  Felde  mehrere  Queradern; 
der  anale  Teil  der  Hinterfltigel  deutlich;  die  Analadern  dasselbe 
strahlenförmig  durchlaufend;  zweite  von  ihnen  dreiästig.  Beim  $ 
ist  der  9.  Ventralring  durch  2  Längsfalten  in  3  Felder  geteilt,  von 


II  ni9b 


A         .  B 

Fig.  113.    Leuctra  prima    Kny.     A  das  <S  Hinterleibsende  von  oben;    B  das  9 
Hinterleibsende  von  unten. 

Welchen  das  mittlere  mehr  oder  weniger  dreieckig  vorgezogen  und 
demzufolge  von  einem  symmetrisch  fünfeckigen  Umrisse  ist;  seine 
Spitze  ist  nach  oben  gebogen,  legt  sich  an  den  basalen  Teil  des 
Supraanallobus  an  und  trägt  die  Geschlechtsöffnung;  es  ist  die  Sub- 
genitalplatte.    Die  Basis  ihrer  Außenseite  trägt  einen  im   frischen 


70 


Fr.  Klapälek, 


Zustande  blasenartig  gewölbten,  vertrocknet  aber  löffel-  oder  schaufei- 
förmig ausgehöhlten  Anhang.  Cerci  sind  entweder  wie  bei  den  $ 
eingliedrig,  zapfen-  oder  kegelförmig  oder  zu  Kopulationszwecken 
in  haken-  oder  beilförmige  Gebilde  umgestaltet.  Ebenso  die  Sub- 
analklappen  sind  entweder  wie  im  weiblichen  Geschlechte  normal, 
stumpf  dreieckig  oder  stark  modifiziert.  In  diesem  Falle  können 
wir  in  der  Regel  einen  medialen,  einen  lateralen  und  einen  dor- 
salen Teil  unterscheiden.  Der  Supraanallobus  ist  in  ein  mächtiges, 
penisartiges  Kopulationsorgan  umgebildet;  dasselbe  entspringt  über 
den  Subanalklappen  aus  einer  breiten,  kegelartig  sich  verjüngenden 
Basis  und  ist  nach  oben  und  vorn  gekrümmt;  seine  dorsale,  infolge 
der  Krümmung  nach  unten  umgeschlagene  Seite  ist  meist  mit 
Widerhaken  besetzt.  Beim  $  befindet  sich  die  Genitalöffnung  auf 
der  Fläche  des  8.  Ringes  mehr  oder  minder  weit  nach  vorn  ge- 
schoben. Der  7.  Ring  ist  entweder  normal,  höchstens  etwas  stärker 
gewölbt,   oder  in  eine  dreieckige  oder  halbkreisförmige  Subgenital- 


Fig.  114.     Nemura  variegata  Oliv.     Nervatur.     Erklärung  wie  Fig.  64. 

platte  vorgezogen.  In  diesem  Falle  ist  der  8.  Ring  in  der  Mittel- 
linie vertieft  und  an  den  Seiten  der  Genitalöffnung  höckerartig 
erhoben;  im  ersteren  Falle  ist  der  vordere  Teil  seiner  Fläche 
plattenartig  erhoben  und  unter  dem  Hinterrande  dieser  Platte  er- 
heben sich  2  quere  oder  dreieckige  Höcker,  welche  wir  kurzweg 
Scheidenklappen  nennen  wollen.  Flügel  in  der  Ruhe  dem  Hinter- 
leibe flach  aufliegend.  Diese  Familie  ist  durch  die  einzige,  die 
Merkmale  der  Familie  tragende 

13.  Gattung  Nemnra  Latr. 

vertreten  (Fig.  114). 
a)  Cerci  der  J  einfach  zapfenförmig;  der  Anhang  der  Subgenital- 

platte  mäßig  bis  sehr  breit;  die  Subanalklappen  stark  modifiziert; 

Supraanallobus  mäßig  breit;  Flügel  schmal  und  die  Adern  meist 

grau  oder  graubraun  gesäumt. 

Untergattung  Protonemura  Kmpny. 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


71 


I 


f 


1.  Bei  vollkommen  ausgefärbten  Stücken  sind  die  Flügel  gleich- 
mäßig braun  getrübt,  nur  das  Subcostalfeld  im  1.  Dritteile 
nach  außen  von  der  humeralen  Querader  und  an  der  Ana- 
stomose dunkler  und  die  Flügelbasis  auffallend  hell,  gelb- 
braun ;  Radius  am  Grunde  bis  zur  humeralen  Querader  gelb, 
sonst  aber  schwarzbraun  und  besonders  nach  außen  von  der 
Anastomose  sehr  stark;  das  apicale  Feld  Sc^  lang,  so  daß 
sein  Vorderrand  gleich  lang  ist  wie  der  Abstand  zwischen 
dem  Ende  der  Sc^  und  dem  i?. -Beine,  lichtbraun,  die  Schenkel 
gegen  das  Ende  zu  kaum  dunkler.  Bei  den  nicht  voll- 
kommen ausgefärbten   Stücken  sind  die  Flügel  gleichmäßig 


Fig.  115.      Neniura    humeralis    Pict.   Q*     ^ 

das   Hinterleibsende    von   unten;    B  von   der 

Seite ;  C  von  oben. 

grau  getrübt.  Der  mediale  Teil 
der  Subanalklappen  im  rechten 
Winkel  nach  außen  in  eine 
ziemlich  lange  und  starke  Chi- 
tingräte verlängert.  Flügel- 
spannung des  (j"  15  mm,  des  5 
17  mm.  —  Im  Gebirge  (Fig. 
115).  humeralis  Pict. 

—  Die  Adern  grau  oder  grau- 
braun gesäumt,  oder  wenn  die 
Flügel  in  größerem  Maße  grau- 
gefärbt sind,    so   zeigen   doch 

die  Felder  in  der  Mitte  hellere,  weißliche  Streifen ;  Schenkel 
gegen  die  Spitze  zu  auffallend  dunkler.  2. 

2.  Der  Ast  des  Sector  radii  stark  geschweift  und  infolgedessen 
auch  der  Vorderast  der  Media  deutlich  wellenartig  gekrümmt; 
Kopf  und  Pronotum  mit  langen  und  feinen  Härchen  besetzt 
und  nur  matt  glänzend;  das  erstere  mäßig,  aber  deutlich 
trapezoid;  Kopf  schwarz,  aber  hinter  der  Scheitelsutur  mit 
einem  queren,  bogenförmigen,  verwaschenen  rotbraunen  Quer- 
streifen; auch  das  Praescutum  auf  dem  Mesonotum  rotbraun; 
Flügel  stark  glänzend,  hyalin,  mit  schwarzbraunen,  graubraun 
gesäumten  Adern,  was  besonders  am  Anfange  der  Anastomose 
deutlich  hervortritt,  Beine  lichtbraun  im  distalen  Drittel 
der  Schenkel  schwarzbraun  und  nebst  dem  mit  einem  großen 
schwarzbraunen  Makel  in  der  Mitte  der  Dorsalkante,  was 
den  Eindruck  macht,  als  ob  die  Schenkel   mit  einem  Ringe 


72 


Fr.  Klapälek, 


-;        geziert   wären.     Der    mediale    Teil    der    Subanalklappen    in 

*  eine^  schmale,   dünne  Lamelle  ausgezogen,   die   sich  spiralig 

um  die  laterale  Kante  nach  oben  umschlägt   und  am  Ende 


Fig.   116.     Nemura  Meyeri  Pict. 

Q.     A    das   Hinterleibsende    von 

unten;   B  von  der  Seite:    C  von 

oben. 


Fig.    117.      Nemura    lateralis    Pict. 

C^.    A  das  Hinterleibsende  von  unten ; 

B  von  der  Seite;   C  von  oben. 


einen   scharfen  Dorn   trägt.     Flügelspannung  des  ^  15  mm, 
des  $  19—25  mm.  —  Im  Gebirge,  Mai,  Juni  (Fig.  116). 

Meyeri  Pict. 
Der  Vorderast  der  Media  höchstens  nur  schwach  gebogen,  in 
der  Regel  ganz  gerade.  Kein  Makel  in  der  Mitte  der  dor- 
salen Kante  der  Schenkel.  3. 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


73 


3.  Der  dorsale  Teil  der  ^  Subanal  klappen  lang,  an  den  Seiten 
des  Supraanallobus  nach  hinten  vorragend,  der  ventrale  in 
eine  lange  Chitingräte  auslaufend.  4. 

—  Der  dorsale  Teil  der  Subanalklappen  ist  kurz,  stumpf  kegel- 
förmig, den  ventralen  nicht  weit  überragend;  dieser  nur  in 
eine  kurze  Spitze,  selten  in  eine  etwas  längere  Gräte  aus- 
laufend. 5. 

4.  Der  dorsale  Teil  der  Subanalklappen  kopfartig  aufgeschwollen 
und  unten  in  eine  Spitze  auslaufend;  die  Chitingräte  des 
ventralen  Teiles  nach  außen  gekehrt.    Anhang  der  Subgenital- 


Fig.  118.     Netnura  nimborum  Ris  $•     A  das 

Hinterleibsende  von  unten,   B  von  der  Seite, 

C  von  oben. 


Fig.    119.       Netnura    nimborum 

Kis    qp.     Das  Hinterleibsende  von 

unten. 


platte  breit.  Kopf  und  Pronotum  glänzend  schwarz.  Adern 
schwach  grau  gerandet.  Flügelspannung  des  (^  13 — 15  mm, 
des  5  16  mm.  —  Im  Gebirge,  Juli,  August  (Fig.  117). 

lateralis  Pict. 
Der  dorsale  Teil  der  Subanalklappen  an  dem  Ende  erweitert 
und  gerade  abgestutzt,  also  im  ganzen  dreieckigen  Umrisses; 
die  Chitingräten  des  ventralen  Teiles  lang,  gewöhnlich  unter 
dem  Supraanallobus  gekreuzt.  Kopf  und  Pronotum  glänzend 
dunkelbraun.  Anhang  der  Subgenitalplatte  breit.  Adern 
stark  grau  gerandet.  Flügelspannung  des  c^  15  —  18  mm, 
des  $  19—22  mm.  tt- .  Im  Gebirge,  Juli,  August  (Fig.  118, 
119).  ilCioiiiii»  nimborum  Ris. 


74 


Fr.  Klapälek, 


5.  Anhang  der  Subgeni talplatte  sehr  breit,  sein  vertiefter  End- 
teil etwa  so  breit  wie  lang,  dreieckigen  Umrisses;  Kopf  und 
Pronotum  schwarz,  schwach  glänzend,  das  letztere  breit, 
parallelseitig.  Flügel  mit  stark  grau  gesäumten  Adern.  Der 
dorsale  und  ventrale  Teil  der  Subanalklappen  kurz,  kegel- 
förmig, in  eine  kurze  Spitze  auslaufend,  die  Cerci  nicht 
überragend.  Flügelspannung  des  cj"  18  mm,  des  $  22  mm, 
—  Im  Hügelland,  Mai  (Fig.  120).  praecox  Mort. 


'J?r 


Vi^SSÜ^^ 


Fig.  120.    Nemura  praecox  Mort. 

Q.     A    das    Hinterleibsende    von 

unten ;    B  von  der  Seite ;    C  von 

oben. 


Fig.  121.      Nemura  ftimosa    Ris 

(^.     A   das    Hinterleibsende    von 

unten;    B  von   der  Seite;    C  von 

oben. 


—  Der  Anhang  der  Subgenitalplatte  länglich,  eiförmigen  Um- 
risses. 6. 

6.  Der  dorsale  Teil  der  Subanalklappen  von  dem  ventralen 
fast  ganz  verdeckt;  der  letztere  breit,  rhomboid,  an  der 
inneren  Endecke  in  eine  an  dem  Rande  in  2  kurze  Spitzen 
auslaufende  Chitingräte  vorgezogen.  Flügel  bei  stark  aus- 
gefärbtem Exemplaren  braun,  am  Grunde  gelblich,  aber 
immer  mit  helleren  Streifen  in  der  Mitte  der  Zellen.    Flügel- 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


75 


Spannung  des  (^  15 — 18  mm,  des  $  19 — 21  mm.  —  Gebirge. 
Mai  bis  August  (Fig.  121,  122).  furaosa  Ris. 

—  Der  dorsale  Teil  der  Subanalklappen  länger  als  der  ven- 
trale, diesen  überragend.  7. 

7.  Der  ventrale  Teil  der  Subanalklappen  in  eine  kurze,  nach 
außen  gerichtete  Chitingräte  auslaufend.  Flügelspannung  des 
(^  18—20  mm,  des  $  22—29  mm.  —  Vorgebirge  und  Ge- 
birge.    August  bis  November  (Fig.  123).  nitida  Pict. 

—  Der  ventrale  Teil  der  Subanalklappen  kurz  kegelförmig,  in 
eine  kurze  Spitze  auslaufend.  Flügelspannung  des  (J  16  mm. 
—  Gebirge.     August  (Fig.  124).  brevistyla  Ris. 

b)  Cerci   stumpf  konisch,    kurz;   der   Anhang   der  Subgenitalplatte 
sehr  schmal,  parallelseitig;  die  Subanalklappen  stark  modifiziert. 


Fig.  122.     Nemura  fumosa    Ris     5- 
Das  Hinterleibsende  von  unten. 


Fig.  123.     Nemura    nitida    Pict.    (^• 

A  das  Hinterleibsende  von  der  Seite ; 

B  von  unten. 


Fig.  123. 


Supraanallobus  ziemlich  schmal;  beim  ^  bildet  der  7.  Ring  eine 
kleine,  halbkreisförmige  Subgenitalplatte  und  unter  ihrem  Hinter- 
rande befinden  sich  auf  dem  8.  Ringe  2  Vaginalklappen.  Kleine 
Arten.  Untergattung  Amphinemnra  Ris. 

1.  Die  Subanalklappen  einen  stark  chitinisierten  Fortsatz  bil- 
dend; der  Supraanallobus  am  Ende  schmal.  2. 
—  Die  Subanalklappen  nur  mäßig  chitinisiert,  ihr  lateraler  Teil 
wie  ein  gekrümmter  Finger  den  Grund  der  Cerci  umfassend, 
auf  seiner  Außenseite  mit  feinen  Widerspitzen  besetzt  und 
am  Ende  mit  einer  Reihe  von  steifen  Borsten  bewehrt;  das 
Ende  des  Supraanallobus  lanzettlich  erweitert.  Flügelspannung 
des  (^  12 — 14  mm,  des  $  15 — 17  mm.  —  Im  Hügellande. 
Juni  bis  September  (Fig.  125,  126).               Standfnssi  Ris. 


76 


Fr.  Klapälek, 


Der  chitinisierte  Teil  der  Subanalklappen  nach  oben  knie- 
förmig  gebogen,  an  der  Spitze  unbewehrt;  Flügel  öfters  stark 
braun  getrübt  un4  mit  deutlich  ausgeprägter  X-Figur.  Flügel- 
spannung des  ^  I3V2— I4V2  nim,  des  $  17—18  mm.  — 
Weit  verbreitet  von  Mai  bis  September  (Fig.  127). 

cinerea  Oliv. 


:-^     C 


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Ls 


.•:Ll  .m^ 


,^^7 


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c 

Fig.  124.     Nemura  brevistyla  Ris  O  • 

A  das  Hinterleibsende  von  unten ;   B 

von  der  Seite:  C  von  ol)en. 


Fig.  125.    Nemura  Standfussi  Ris  C^- 

A  das  Hinterleibsende  von  unten ;  B 

von  der  Seite;  C  von  oben. 


—  Der  chitinisierte  Teil  der  Subanalklappen  kürzer,  bogen- 
förmig nach  oben  gekrümmt,  an  der  Spitze  erweitert  und 
nach  der  Art  eines  Zahnrades  am  Rande  mit  starken  Zähnen 
besetzt;  Flügel  sehr  fein  und  schwach  grau  getrübt,  besonders 


Plecoptiera,  Steinfliegen. 


77 


die    Adern    am    Anfange   der   Anastomose   zeigen   nicht   die 

auffallende  Verdickung  wie  bei   den  2  anderen  Arten;    auch 

scheinen  die  Flügel    schmäler    zu    sein,   mit   einem    schärfer 

parabolischen  Apex,     Farbe*  dunkelbraun,    Beine   blaßbraun, 

die  Schenkel  an  der  Spitze  kaum  dunkler.     Flügelspannung 

des  (j*  15 — 16  mm,    des   $  16  ^^'  —  ^^  torfigen  Gegenden 

der   Vorgebirge    und    Gebirge.     In    meiner    Sammlung    sind 

Exemplare,    die  ich  im  Mai,   Juli  und  September  gesammelt 

habe  (Fig.  128).  borealis  Mort. 

c)    Cerci  zu  Kopulationszwecken  verschiedenartig  modifiziert,  haken- 

oder  beilförmig;   der  Anhang  der  Subgenitalplatte,   mäßig  breit, 

länglich  eiförmig;  die  Subanalklappen  fast  normal,  stumpf  drei- 


Fig.  ;i26.      Nemura    Standfussi    Ris    $• 
Das  Hinterleibsende  von  unten. 


B 

Fig.  127.     Nemura  cinerea   Oliv,  o  .     A 

das    Hinterleibsende    von    unten;    B   von 

der  Seite:  C  von  oben. 


eckig,  einfach;  beim  9  bildet  das  7.  Segment  eine  halbkreis- 
förmige Subgenitalplatte,  welche  einer  Mulde  des  8.  Ringes  auf- 
liegt.    Meist  breitflügelige  Arten  mit  hyalinen  Flügeln. 

Nemura  s.  str. 
1.  Pronotum  mit  abgerundeten  Ecken,  stark  chagriniert  und 
matt,  heller  oder  dunkler  braun;  Cerci  in  der  Ansicht  von 
oben  gerade  und  aii  der  Spitze  2  starke  Zähne  bildend ,  in 
der  Seitenansicht  ebenfalls  gerade  und  an  der  Spitze  stark 
klauenartig  nach  unten  gekrümmt.  Beine  gelbbraun,  die 
Schenkel  vor  den  Knien  etwas  dunkler.  Flügel  gewöhnlich 
an  der  Basis  bräutilich  mit  stark  vortretender  X-Figur;  es 
kommen  aber  Exemplare  vor,  deren  basale  Hälfte  der  Hinter- 


78 


Fr.  Klapälek, 


flügel    stark    braun   gefärbt   ist   und    die    Querader   r — s   in 
allen  4  Flügeln  dunkelbraunen  Fleck  trägt.    Flügelspannung 


^^^^^ 


S9 


^ü. 


'^V^^'  ^ay^ 


Fig.  128.     Nemura  borealis  Mort. 

(^'     A   das    Hinterleibsende   von 

unten ;    B  von   der  Seite ;    C  von 

oben. 


Fig.     129.       Nemura     variegata 

Oliv.  $•    A    das  Hinterleibsende 

von  unten;    B  von   der  Seite;    C 

von  oben. 


des   $   15—20   mm,    des  $  16 — 27  mm.  —  Überall   gemein. 
(Fig.  129  u.  130).  variegata  Oliv. 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


79 


Pronotum  deutlich  viereckig,  glänzend,  schwarzbraun  bis 
schwarz,  höchstens  am  Rande  dichter.  2. 

Fühler  in  ihrer  ganzen  Länge  schwarzbraun,  am  Grunde 
nicht  lichter;  Pronotum  sehr  fein  chagriniert  und  mit  feinen 
weißlichen  Härchen  bedeckt  und  daher  nur  schwach  glänzend, 
an  den  Vorderecken  etwas  abgerundet,  aber  doch  mit  fast 
geraden  Seiten.  Beim  (j"  ist  das  Ende  der  Cerci  halbmond- 
förmig erweitert.  Schenkel  an  der  Spitze  schwarzbraun. 
Flügelspannung   des   J  20—21   mm,   des  $  25  mm.  —   An 


'Wr^-' -^^  --,  rr-^  T 


3r 


Fig.    130.     Nemura    variegata    Oliv. 
$.     Das  Hinterleibsende  von   unten. 


Fig.    131.     Nemura   avicularis  Mort.  $.     A    das   Hinterleibsende   von   unten;    B 
von  der  Seite;  C  von  oben. 

Bächen  in  höher  gelegenen  Gegenden  mit  Torfboden.     März 
bis  Mai  (Fig.  131).  avicularis  Mort. 

—  Die  ersten  2  Fühlerglieder  lichter,  wenigstens  auf  ihrer  ven- 
tralen Seite.     Schenkel  an  der  Spitze  kaum  dunkler.  3. 

3.  Cerci  in  der  Seitenansicht  fast  gerade,  an  der  Spitze  beider- 
seits gleichmäßig  erweitert,  von  oben  gegen  die  Mittellinie 
konvergierend,'  an  der  Spitze  ebenfalls  gleichmäßig  erweitert 
und  am  Hinterrande  ausgeschnitten.  Flügelspannung  des  (^ 
14 — 19  mm.  des  $  17 — 25  mm.  —  Weit  verbreitet  auch  in 
niederen  Lagen.     April  bis  Juni  (Fig.  132). 

.'  W'M-:.  jiBüDiarginata  Pict. 


80 


Fr.  Klapälek, 


—  Die  Cerci  in  der  Seitenansicht  nach  oben  gekrümmt  und  an 
der  Spitze  klauenartig  nach  unten  gebogen,  von  oben  an  der 
Spitze  nach  außen  fußartig  erweitert.  Ich  kenne  bisher  keine 
sicheren  Merkmale,  nach  welchen  man  die  Weibchen  der 
letzten  2  Arten   unterscheiden   könnte;    die  cambrica  dürfte 


Fig.  132.     Neniura   marginata   Pict. 

O^.    A  das  Hinterleibsende  von  unten  ; 

B  von  der  Seite;  C  von  oben. 


Fig.  133.     Nemura  cambrica  St.  Q. 

A  das  Hinterleibsende  von  unten;  B 

von  der  Seite;   C  von  oben. 


durchschnittlich  kleiner   sein   und   ihre  Flügel   schmäler  als 
bei  marginata.     Flügelspannung  des  (^15  mm,  des  $  16  bis 
19  mm.  —  In  höheren  Lagen.  Mai.  (Fig.  133.)    cambrica  St. 
d)  Beim  $  Cerci   aus   einem   kugelig  verdicktem    Grunde   walzen- 
förmig verlängert,  lang;   der  Anhang  der  Subgenitalplatte  ziem- 


Plecopteria,  Steinfliegen. 


81 


lieh  schmal.  Die  Subanalklappen  langi  schmal,  kegelförmig  und 
an  der  Innenseite  ihres  Grundes  entspringt  eine  lange,  schmal 
säbelförmige  Chitingräte;  der  Supraanallobus  kurz,  nach  hinten 
dreieckig  verschmälert.  Beim  $  bildet  der  7.  Ring  eine  drei- 
eckige Subgenitalplatte,  welche  in  eine  muldenförmige  Vertiefung 
des  8.  Ringes  hineinpaßt  (Fig.  134  u.  135). 

Untergatt.  Nemurella  Kmpny. 

Dunkelbraun  mit  ziemlich  schmalen  Flügeln,  welche  meist 

eine  feine  Nervatur  zeigen,   die  an   der  Anastomose  liur  wenig 


^  i. 


K 


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Flg.  134..  NevtiiraPicMii  Ktp.  c^.     A  das 

Hinterleibsende  von  unten;    B  von  der  Seite; 

C  von  oben. 


Fig.  135.     Nemura  Pictetii  KIp. 
$.  Das  Hinterleibsende  von  unten. 


verdickt  ist.  Pronotum  besonders  beim  ^  sehr  breit.  Flügel- 
spannung des  (^  13—19  mm,  des  $  19—27  mm.  —  In  den 
Ebenen  bis  in  die  Vorgebirge  weit  verbreitet.  Von  Mai  bis 
September.  .-r  -..^^..^^yi  Pictetii  Klp. 


Bestimmungstat)elle  der  Gattungen  vön^ 
Plecoptereiiiiy  mphen . 

1.  Taster  ahlförmig;  die  Innenladen  der  Unterlippe  rudimentär, 
erste  2  Fußglieder  sehr  kurz,  zusammen  kürzer  als  das  3.    2. 

—  Taster  gleichmäßig  stark,  kurz  fadenförmig;  die  Unterlippe 
trägt  4  zwar  weit  verwachsene,  aber  durch  fast  gleich  große 
Lobi  angedeutete  Laden.  5. 

Süßwasserfauna  von  Deutsch] and.    Heft  8.  t) 


§^  Fr.  Klapälek, 

2.  Die  Tasterglieder  bis  zum  vorletzten  gleichmäßig  stark,  das 
letzte  aber  auffallend  dünner,  stumpf;  Unterlippe  bis  zum 
Submentum  geschlitzt;  Körper  schmal  länglich.      Isopteryx. 

—  Tasterglieder  stufenweise  an  Stärke  abnehmend,  das  letzte 
nicht  auffallend  dünner  als  das  vorletzte  und  die  Taster  voll- 
kommen ahlförmig.  3. 

3.  Körper  flach,  breit,  auf  der  Brust  mit  Kiemenbüscheln,  Hypo- 
pharynx  dreieckig  zugespitzt,  Perla. 

—  Körper  nicht  auffallend  flach,  ohne  Kiemen  auf  der  Brust; 
Hypopharynx  abgerundet.  4. 

4.  Das  3.  Glied  der  Maxillartaster  so  lang  oder  etwas  länger  als 
das  4.;  letztes  Tasterglied  deutlich  dünner  als  das  vorletzte, 
aber  fast  gleichmäßig  stark  und  nicht  zugespitzt. 

Periode»  und  Isogenns. 

—  Das  3.  Glied  der  Maxillartaster  kürzer  als  das  4.  und  das 
letzte  ahlförmig  zugespitzt.  Chloroperla. 

5.  Die  Hüften  mit  dreigliedrigen  Anhängen;  die  ersten  2  Fuß- 
glieder untereinander  fast  gleich  lang,  zusammen  so  lang  wie 
das  3.  Nephelopteryx. 

—  Hüften  ohne  Anhänge.  6. 

6.  Die  Fußglieder  stufenweise  länger;  beide  Taster  und  die 
Laden  der  Unterlippe  dicht  kurz  bewimpert.    Taeniopteryx. 

—  2.  Fußglied  am  kürzesten  oder  die  Füße  anscheinend  zwei- 
gliedrig; Taster  nur  spärlich  beborstet  7. 

7.  Die  Laden  der  Unterlippe  durch  tiefe  Einschnitte  deutlich 
voneinander  getrennt;  die  ersten  2  Fußglieder  der  Hinter- 
füße wenig  voneinander  verschieden,  das  3.  wenigstens  zwei- 
mal so  lang  wie  die  2  ersten  zusammen;   Sporne  sehr  klein. 

Capnia. 

—  Die  Laden  der  Unterlippe  durch  seichte  Einschnitte  nur  als 
runde  Lobi  angedeutet;  Sporne  stark.  8. 

8.  2.  Fußglied  undeutlich,  mit  dem  1.  verschmolzen  und  die 
Füße  anscheinend  zweigliedrig;  das  letzte  Glied  der  Maxillar- 
taster am  längsten;  Labium  quer  viereckig,  breiter  als  lang; 
das  letzte  Glied  der  Labialtaster  kegelförmig;  Schenkel  und 
Schienen  überwiegend  mit  langen,  abstehenden  Borsten  be- 
setzt, nur  mit  spärlichen  Dornen;  Körper  schmal.    Leuctra. 

—  2.  Fußglied  am  kürzesten,  aber  deutlich,  das  3.  am  längsten; 
die  letzten  3  Glieder  der  Maxillartaster  fast  gleich  lang; 
Labium  länger  als  breit  und  das  letzte  Glied  der  Labialtaster 
eiförmig;  auf  den  Schenkeln  und  Schienen  überwiegend  in 
Reihen  geordnete  Spitzen,  abstehende  Borsten  nur  spärlich; 
Körper  ziemlich  stark.  Nemnra. 

Perlodes  Pict. 

Köi*per  stark,  nur  mäßig  flach,  Kopf  deutlich,  etwas  breiter  als 
das  Pronotum,  welches  schmal  quer  elliptisch  ist  und  ganz  ab- 
gerundete Seitenränder  hat.  Die  Punktaugen  in  ein  gleichschenkliges 
Dreieck  gestellt  und  der  Abstand  der  hinteren  etwa  um  die  Hälfte 
größer  als  die  Entfernung  vom  Innenrande  der  Augen  und  vom 
vorderen  Punktauge.  Beine  mäßig  stark,  an  der  Innenkante  mit 
kurzen,  nicht  dichten  Spitzen,  auf  der  Außenkante  bis  zur  Spitze 
mit  einer  Franse  von  langen,  feinen  Haaren  besetzt;    die  Schienen 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


83 


mit  2  ungleichen  Endspomen,  Bei  der  $  Nymphe  ist  der  8.  Bauch- 
ring etwas  länger  als  der  7.  und  9.;  der  10.  Ring  ist  auf  der 
Rückenseite  stumpf  dreieckig  vorgezogen.  Die  Subanalklappen  sind 
bei  beiden  Geschlechtern  sphärisch  dreieckig  und  divergierend, 
beim  (^  länger  als  beim  $?  an  der  Außenseite  nicht  mit  Spitzen 
besetzt  (Fig.  136,  137,  138). 

Kopf  und  Pronotum  graubraun  mit  gelber  Zeichnung,  sonst  aber 
ist  der  Körper  gelb  mit  graubrauner  Zeichnung.  Auf  dem  Kopfe 
ist  ein  dreieckiger  bis  zum  vorderen  Punktauge  reichender  Fleck 
auf  dem  Kopfschilde,  ein  eiförmiger  zwischen  den  Punktaugen  und 
ein  anderer  jederseits  auf  dem  Hinterhaupte;  kleine  Punkte  finden 
wir  zwischen  den  Punktaugen  uud  der  Fühlerbasis.    Auf  dem  Prono- 


Fig.  137. 


Fig.  136. 


Fig.  138. 


Fig.  136—138. 


Perlodes  dtspar  Kmbr,     Fig.   136  Vorderkörper  der  Nymphe; 
Fig.  137  Maxiila;  Fig.  138  Unterlippe. 


tum  ist  ein  heller  Mittelstreifen  und  jederseits  von  demselben  ein 
bogenförmiger  nach  außen  konkaver  Streifen;  die  Randfurche  ist 
auffallend  dunkler.  dispar  Rmb. 

Isogenns  Newm. 

Der  vorigen  Gattung  sehr  ähnlich.  Beim  $  ist  der  8.  Bauch- 
ring in  der  Mitte  am  Hinterrande  kaum  merklich  bogenförmig  vor- 
gezogen, wobei  zwei  stärker  chitinisierte  Linien  einen  kleinen  Ein- 
schnitt andeuten  und  die  Dornenreihe  unterbrochen  ist;  der  10.  Dorsal- 
ring ist  in  seiner  ganzen  Breite  stumpfwinklig  vorgezogen;  die 
Subanalklappen  sind  fast  parallelseitig,  hinten  vollkommen  abgerundet, 
reichen   bis  zum  Hinterrande  des  ebenfalls  runden  Supraanallobus 


84 


Fr.  Klapälek, 


und  sind  auf  ihrer  Außenseite  mit  kurzen  Spitzen  besetzt.  Beim  ^ 
ist  der  9.  Ring  nicht  vorgezogen  und  nicht  länger  als  der  8.  und 
der  Supraanallobus  überragt  als  ein  kurzer  Kegel  den  Hinterrand 
des  10.  Ringes.  Das  Proriotum  ist  nach  hinten  etwas  erweitert  und 
zeigt  deutliche  obwohl  etwas  gerundete  Seiten  (Fig.  139). 

Körper  weißlich  olivengrün,  oben  braun  gefleckt.  Auf  dem 
Kopfe  ist  die  vordere  Partie  bis  zur  M -Linie  licht,  der  übrige  Teil 
braun,  nur  zwischen  den  Punktaugen  ist  ein  lichter  Fleck  und  das 
Hinterhaupt  ist  auch  etwas  heller.  Auf  dem  Pronotum  ist  der  Rand, 
der  Mittelstreifen  und  je  ein  bogenförmiger,  nach  außen  konvexer 
Fleck  auf  den  Seitenfeldern  lichter.  Auf  dem  Meso-  und  Metano- 
tum  sind  vier  kreuzweiß  gewellte  eiförmige  lichte  P'lecke. 

nubecula  Newm. 


Fig.  139.     Isogenus  nubecula  Newm.     Nymphe.     A  Oberlippe,  B  Mandibeln, 
C  Maxilla,  D  Unterlippe. 

Perla  Geoffr. 
Körper  breit,  flach,  insbesondere  unten  ganz  eben;  Kopf  von 
parabolischem  Umrisse  mit  winkelig  hinter  den  Augen  vorspringen- 
den Schläfen.  Taster  relativ  kurz,  ihre  Glieder  von  dem  dritten 
an  Länge  abnehmend.  Beine  breit  und  auf  der  äußeren  Kante  mit 
ieiner  Franse  von  langen  feinen  Haaren  versehen  und  mit  kurzen 
Spitzen  besetzt.  Auf  der  Brust  ist  je  ein  starkes  Doppel büschel 
von  feinen  Kiemenfäden  auf  der  weichen  Haut  hinter  jeder  Hüfte 
und  nebstdem  auf  der  Vorderbrust  ein  kleines  vor  der  Hüfte.  Bei 
einigen  Arten  tragen  auch  die  Subanal  klappen  auf  ihrer  Aveichen 
Haut  Kiemenbüschel.  Die  Hinterleibssegmente  sind  normal  nur 
das  10.  ist  auf  der  Bauch-  wie  Rückenseite  in  der  Mitte  dreieckig 
vorgezogen,  beim  (^  ist  aber  dieser  Vorsprung  in  der  Mitte  etwas 
ausgekerbt  und  in  der  Mittellinie  mit  einer  Furche  versehen.  Bei 
vollständig  reifen  weiblichen  Nymphen  ist  in  der  Mitte  des  Hinter- 
randes  des  8.  Ventralringes  ein  weißlicher  runder  Fleck,   der  vom 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


85 


von    einer   stärker   chitinisierten  Linie  gesäumt  ist.     Die  Subanal - 
klappen  sind  kurz  und  klaffend,  der  Supraanallobus  ist  klein. 

1.  Die  Subanalklappen  Kiemenbüschel  tragend;  die  Schwanz- 
fäden nur  mit  Dornkränzchen,  ohne  Haarfransen.  2. 
—  Die  Subanalklappen  ohne  Kiemenbüschel,  dafür  aber  die 
Schwanzfäden  auf  ihrer  Rückseite  mit  einer  dichten  Haar- 
franse versehen.  Körper  gelb,  braun  gezeichnet:  auf  dem 
Kopfe  ist  eine  braune  Zickzacklinie  zwischen  den  Augen 
und  am  Rande  des  Clypeus  sind  einige  braune  Flecke  so 
gestellt,  daß  auf  dem  Kopfschilde  eine  gelbe,  sechsstrahlige, 
sternförmige  Zeichnung  entsteht.  Auf  dem  Pronotum  zieht 
sich  von  dem  dunkelbraunen  Randstreifen  eine  kurze  den 
Randstreifen  hinten  nicht  erreichende  Binde.  Auf  den  Hinter- 
leibsringen ist  der  Vorderrand  braun  gesäumt  und  dieser 
Saum  verlängert  sich  nach  hinten  in  5  Zacken,  von  welchen 
die  äußeren  auf  den  Körperseiten  sich 
'^  befinden,  der  innerste  in  der  Mittellinie' 
^  der  Dorsalfläche;  auf  den  vorderen  Ringen 
^Vs.  ^  sind  diese  Zacken  nur  kurz,  auf  den  mitt- 
leren  erreichen  sie  den  Hinterrand  und 


1 


Fig. -141. 


Fig.  140  u.  141.     Perla  abdominalis  Biirm. 
Fig.  140.  Nymphe.     Fig.  140  Maxilla.     Fig.  141  Unterlippe. 

schließen  dann  4  helle  Makeln  ein.  Der  9.  Ring  ist  fast, 
der  10.  ganz  braun.  In  der  Mitte  der  Außenfläche  der 
Schenkel  sind  braune  Flecke  kaum  angedeutet.' 

maxima  Scop. 
Körper  gelb,  braun  gezeichnet;  die  Mitte  des  Kopfes  nimmt 
ein  trapezförmiger  Fleck,  welcher  vorn  vor  der  Fühlerbasis 
beginnt  und  hinten  in  der  Mitte  des  Hinterliauptes  endet, 
aber  durch  die  gelbe  M-Linie,  die  Stirnschwielen  und  die 
Punktaugen  unterbrochen  ist;  manchmal  dringt  die  helle 
Farbe  des  Kopfschildes  in  den  mittleren  Winkel  der  M-Linie 
ein.  Auf  dem  Pronotum  reichen  die  dunklen  Binden  auf 
den  Seitenfeldern  bis  zum  hinteren  Randstreifen  und  die 
Seitenfelder  werden  dadurch  in  zwei  lichte  Streifen  geteilt. 
Auf  den  Hinterleibssegmenten  erreichen  die  von  dem  Vorder- 
randssaume abgehenden  Zacken  meist  den  Hinterrand  und 
deshalb  zeigen  die  Rückensegmente  je  4  eiförmige,  lichte 
Flecke  in  dem  dunklen  Grunde.  Auf  den  Schenkeln  ist  der 
schwarzbraune  Knierand  und  ein  Fleck  in  der  Mitte  der 
Außenseite  wohl  entwickelt.  Öfters  ist  auch  die  Kehle  bräun- 
lich. Der  Abstand  der  hinteren  Punktaugen  ist  wenig  kleiner 
als  die  Entfernung  vom  Innenrande   der  Augen  imdf gleich 


86 


Fr.  Klapälek. 


der  Entfernung  vom  vorderen  Punktauge  (11:  13:11)    (Fig. 
140,  141).  abdominalis  Burm. 

—  Körper  fast  gleichmäßig  rotbraun,  nur  der  Vorderrand  des 
Kopfschildes,  Fühler,  Taster,  Schienen,  Füße  und  Schwanz- 
faden  gelb.  Der  Abstand  der  hinteren  Punktaugen  fast  zwei- 
mal kleiner  als  die  Entfernung  vom  Innenrande  der  Augen 
und  etwas  kleiner  als  die  Entfernung  vom  vorderen  Punkt- 
auge (12:23:14).  cephalotes  Curt. 

Chloroperla  Newm. 

Körper  von  ähnlicher  Form  wie  bei  Isogenus  oder  Perlodes, 
aber  kleiner,  ohne  Kiemenbüschel.  Taster  ziemlich  lang,  ihr  4.  Glied 
etwas  länger  als  das  3.  und  das  letzte  ahlförmig  zugespitzt.  Auch 
die  Form  der  äußeren  Laden  der  Unterlippe  ähnlich  wie  bei  den 
genannten  Gattungen.  Die  Fransen  auf  der  Rückenkante  der  Beine 
nur  auf   den  Schienen  deutlicher  entwickelt,   sonst  schwach,   dafür 


Fig.  142. 
Fig.  142-144. 


Fig.  143. 


Fig.  144. 


Chloroperla  difjormis  Klp.  Nymphe.     Fig.  142  Vorderkörper. 
Fig.  143  Maxiila.     Fig.  144  Unterlippe. 


treten  daselbst  die  kurzen  Spitzen  auf.  Die  Hinterleibssegmente 
zeigen  keine  Geschlechtsmerkmale,  höchstens  scheint  der  9.  Ventral - 
ring  etwas  verlängert  zu  sein.  Der  10.  Ring  ist  nur  auf  der  Rücken- 
seite rundlich  dreieckig  vorgezogen.  Die  Subanalklappen  sind  schmal 
dreieckig  und  klaffend. 

1.  Kopf  braun,  nur  der  Vorderrand  des  Kopf  Schildes ,  ein 
eiförmiger  Fleck  zwischen  den  Punktaugen  und  ein  Punkt 
an  jedem  Punktauge  deutlich  heller;  auf  dem  Hinterhaupt 
sind  2  Paare  von  nur  undeutlich  vortretenden  Makeln. 
Auch  die  Zeichnung  auf  dem  Pronotum  beschränkt  sich  nur 
auf  2  undeutliche  hellere  Streifen  entlang  der  Mittellinie. 
Der  Hinterleib  ist  unten  einfarbig  braun,  hat  oben  einen 
breiteren  helleren  Mittelstreifen,  welcher  durch  eine  undeut- 
liche Mittellinie  geteilt  ist.  Fühler  und  Schwanzborsten  etwas 
lichter  als  der  Körper,  die  ersteren  gegen  die  Spitze  zu 
dunkelbraun,  die  letzteren  undeutlich  geringelt;  Taster  und 
Beine  lichtgelb.  helvetica  Seh  och. 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


87 


Körper  gelb  mit  brauner  Zeichnung.  2. 

Abstand  der  hinteren  Punktaugen  um  die  Hälfte  größer  als 
die  Entfernung  derselben  vom  Innenrande  der  Augen;  die 
braune  Zeichnung  des  Körpers  tritt  deutlich  hervor  und  das 
Hinterhaupt,  besonders  hinter  den  Augen  ist  ebenfalls  bräun- 
lich; die  Schwanzborsten  schmal,  aber  deutlich  braun  ge- 
ringelt; beim  (^  sind  die  Flügelscheiden  nur  als  ganz  kurze 
Lappen  angedeutet  (Fig.  142,  143,  144).  difformis  Klp. 
Abstand  der  hinteren  Punktaugen  etwa  so  groß  wie  die  Ent- 
fernung derselben  von  dem  Innenrande  der  Augen;  die 
braune  Zeichnung  des  Körpers  nicht  so  deutlich  vortretend 
und  das  Hinterhaupt  gelb;  die  Schwanzborsten  nicht  ge- 
ringelt; die  Flügelscheiden  bei  beiden  Geschlechtern  gleich 
entwickelt.  grammatica  Scop. 


I 


Fig.  145. 

Fig.  145.     hopteryx  tripunctala    Pict.   Nymphe. 
Der  Vorderkörper. 

Fig.   146.     hopteryx  Burmeisferi  Pict.   Nymphe. 
Vorderkörper. 


Fig.  146. 


Isopteryx  Pict. 

Körper  schlank,  im  Querschnitte  elliptisch.  Die  Punktaugen 
in  ein  gleichschenkliges  Dreieck  gestellt,  der  Abstand  der  hinteren 
noch  etwas  mehr  als  zweimal  so  groß  wie  die  Entfernung  vom 
Innenrande  der  Augen.  Das  wichtigste  Merkmal  bieten  die  Taster, 
welche  im  wahren  Sinne  des  Wortes  kaum  ahlförmig  zu  nennen 
sind,  da  ihre  Glieder  bis  zum  vorletzten  stärker  werden  und  das 
dünne  letzte  auffallend  schwach  und  klein  erscheint.  Pronotum 
nicht  ganz  so  breit  wie  der  Kopf  samt  Augen,  meist  quer  elliptisch, 
seltener  querlänglich  mit  abgerundeten  Ecken;  es  ist  an  dem  Rande 
mit  steifen  Borstenhaaren  besetzt.  Die  Flügelscheiden  haben 
eiförmigen  Umriß.  Beine  kurz,  schwach;  die  Fransen  auf  der 
äußeren  Kante  derselben  sind  schwach  entwickelt,  dafür  treten 
kurze  Spitzen  und  kurze  steife  Borsten  in  größerer  Zahl  auf.    Die 


88 


Fr.  Klapälek. 


Hinterleibsringe   sind   normal,    nur    das    10.   jst    auf    dem   Rücken 
atumpf   dreieckig   oder   rundlich   vorgezogen.     Die    SubanalklajDpen 
koi'z  dreieckig,   auf  der  Außenseite  mit  kurzen  steifen  Borsten  be- 
setzt.     Supraanallobus    rundlich,    wenig    vorragend,    mit    kleinen 
Spitzen  besetzt.     Körperfarbe  hellgelb  oder  licht  rötlichbraun. 
..     1.  Pronotum  deutlich  schmäler  als  der  Kopf  samt  Augen,  quer- 
länglich viereckig  mit   abgerundeten  Ecken;    das  Verhältnis 
seiner  Breite   zur  Länge   ist  50 :  34.     Schwanzborsten   kurz, 
.  , ,       etwa;  so  lang  wie  die  6  letzten  Hinterleibsscgmente,  1 6  gliedrig. 
,:;        Körper  gelb    ohne   Zeichnung,    nur    bei   reifen  5  Nymphen 
:;.i  ,      mit  einem  dunklen  Streifen  auf  dem  Rücken  des  Hinterleibes 
(Fig.  145).  tripiincfata  Scop. 

,[    rr->  Pronotum  an  den  Seiten  vollkommen  abgerundet,  quer  ellip- 
\  tisch  und  kürzer.  2. 

2.  Körper  gelb  mit  undeutlicher  brauner  Zeichnung;  Pronotum 
sehr  kurz,  Breite  zur  Länge  wie  50:26;  Schwanzborsten 
etwa'  so  läng  wie  die  6  letzten  Hinterleibssegmente,  16  gliedrig 
(Fig.  146).  ,;•.  Burmeisteri  Pict. 


Fig.  147. 
Fig.  147  u.  148.     Isoptery. 


-  torrentitim  Pict.  Nymphe, 
Fig.  148  Unterlippe. 


Fig.  148. 

Fig.  147  Maxiila. 


—  Körper  licht  lederbraun  ohne  Zeichnung;  Pronotum  kürzer 
als  bei  tripunctata,  aber  länger  als  bei  Burmeisteri  (50:30); 
Schwanzborsten  länger  als  bei  den  genannten  Arten  16gliedrig 
etwa  so   lang  wie  die  8  hinteren  Segmente  (Fig.  147,  148). 

torrentium  Pict. 

Capnia  Pict. 

Körper  schlank,  fast  walzenförmig.  Kopf  abgerundet  dreieckig. 
Puiiktaugen  in  ein  gleichschenkliches  Dreieck  gestellt;  Abstand  der 
hinteren  etwa  zweimal  so  groß  wie  die  Entfernung  vom  Innenrande 
der  Augen.  Pronotum  quer  viereckig,  mit  abgerundeten  Ecken, 
vorn  etwas  schmäler  als  hinten.  Flügelscheiden  der  J  Nymphe 
sehr  klein,  der  $  groß  sackförmig.  Beine  kurz;  von  den  Fuß- 
gliedern ist  das  mittlere  am  kürzesten,  das  Endglied  etwas  länger 
als  die  zwei  ersten  zusammen.  Auf  der  Rückenkante  der  Beine 
nur  spärliche  lange  Haare.  Die  Hinterleibssegmente  sind  normal 
entwickelt,   nur   das  10.  ist  auf   dem   Rücken   samt   dem   mit  ihm 


riecoptera,  Steinfliegen. 


89 


verwachsenen  Lobus  supraanalis  beim  J  lang  dreieckig  vorgezogen 
und  an  der  Spitze  abgestutzt,  beim  ^  parabolisch  verlängert.  Schwanz- 
borsten fein,  lang,  fast  die  Länge  des  Hinterleibes  erreichend.    Die 


Fig.  150. 


Fig.  149.  Fig.  151. 

Fig.  149  u,  150.     Capna  nigra   Pict.  Nymphe.     Fig.  149  Maxilla. 

Fig.  150  Unferlippe. 

Fig.  151.      Capnta    nigra    Pict.    Nymphe.      ^Hinterleibsfnde    des  c^  von    oben; 

B  von  der  Seite. 

Subanal  klappen  kurz,  abgerundet  dreieckig  und  stark  klaffend  (Fig. 
149,  150,  ]51a,  b). 

Körper   licht  gelb,    ohne  jede   besondere  Zeichnung,   nur  der 
Kopf  etwas  dunkler.  -  nigra  Pict. 

Nephelopteryx  Klp. 

Körper  schlank,  fast  walzenförmig.  Punktaugen  in  ein  gleich - 
schenkeliges  Dreieck  gestellt  und  der  Abstand  der  hinteren  etwa 
zweimal  so  groß  wie  ihre  Entfernung  vom  In- 
nenrande der  Augen.  Pronotum  vorn  etwa  so 
breit  wie  das  Hinterhaupt,  nach  hinten  erweitert, 
also  von  trapezoider  Form,  aber  mit  etwas  bogen- 
förmigen Seiten,  Die  vorderen  Flügelscheiden 
lang  eiförmig,  die  hinteren  abgerundet  drei- 
eckig. Beine  lang  und  ziemlich  schlank;  die 
Fußglieder  stufenweise  länger;  das  3.  fast  so 
lang  wie  die  2  ersten  zusammen.  Die  Haar- 
franse auf  der  äußeren  Kante  der  Schenkel 
und  Schienen  dünn,  die  Innenkante  der  Schenkel 
mit  einigen  stärken  Zähnen,  die  mit  einer  kurzen 
Spitze  bewehrt  sind.  Die  Hüften  tragen  einen 
einziehbaren,  dreigliedrigen  Anhang.  Das  1.  bis 
7.  Hinterleibssegment  ist  in  der  Mitte  des  Hin- 
terrandes mit  einem  konischen  Höcker  bewehrt. 
Bei  reifen  Nymphen  ist  die  Teilung  des  9.  Ven- 
tralbogens  in  3  Felder  angedeutet.  Der  10.  Ring 
ist  auf  der  Bauchseite  stark  verkürzt,  auf  der  Rückenseite  dreieckig 
vorgezogen.    Die  Subanalklappen  breit  dreieckig,  der  Supraanal  lobus 


Fig.    152.      Nephelo- 
pteryx    nehulosa    L. 
Nymphe.     Maxilla. 


90 


Fr.  Klapälek, 


verlängert   und   den    10.  Ring   noch   etwas   überragend.     Schwanz- 
borsten dünn,  länger  als  der  Hinterleib  (Fig.  152,  153,  154). 


Fig.  153.  Fig.  154. 

Fig.  153  u.  154.     Nephelopteryx  nebulosa    L.  Nymphe.     Fig.  153  Unterlippe; 
Fig.  154  Hüfte  mit  Anhang. 

Körper  lichter  oder  dunkler  braun,  oben  gewöhnlich  etwas 
dunkler,  die  Kopfnähte  und  ein  über  den  ganzen  Körper  sich 
ziehender  Mittelstreifen  lichter.  nebulosa  L. 


Taeniopteiyx  Pict. 

Mit  der  vorigen  Gattung  habituell  übereinstimmend,  aber  ohne 
gegliederte  Anhänge  der  Hüften  und  ohne  konische  Höcker  in  der 


Fig.  155. 


Fig.  156. 


Fig.  157.  Fig.  158. 

Fig.  155—158.     Taeniopteryx  Braueri  Klp.  Nymphe.     Fig.  155  Kopf; 

Fig.  156  Pronotum;  Fig.  157  Maxilla;  Fig.  158  Unterlippe. 

Mitte   des  Hinterrandes   der  Hinterleibssegmente.     Der  9.  Ring   ist 
bei  beiden  Geschlechtern  in  eine  parabolische,   auf  der  Bauchseite 


Plecoptera,  Steinfliegen.  91 

stark  und  lang  behaarte  Platte  verlängert.  Der  10.  Ring  ist  auf 
der  Bauchseite  ganz  geteilt,  auf  der  Rückenseite  dreieckig  vor- 
gezogen und  unter  ihm  ist  der  runde  Supraanallobus  sichtbar. 
Beim  (j"  sind  in  der  Ansicht  von  unten  unter  der  Platte  des 
9.  Ringes  die  öhrchenartigen  Subanalklappen  sichtbar.  Cerci  so 
lang  wie  der  Körper  (Fig.  155—158). 

Fühler  stark,  die  Glieder  erst  über  der  Mitte  so  lang  wie 
breit;  Farbe  ledergelb,  mit  undeutlicher,  dunklerer  Zeichnung;  das 
2.  und  3.  Fußglied  auf  seiner  Rückenkante  mit  einem  schwarzen 
Punkte  am  Grunde.     Körper  stärker  und  größer.        Braueri  Klp. 

Fühler  fein,  ihre  Glieder  schon  über  dem  ersten  Drittel  so 
lang  wie  breit;  Körper  lederbraun,  die  Fußglieder  am  Grunde  und 
dem  Endrande  schwarzbraun  gesäumt,  öfters  ist  auch  ihre  Rücken - 
kante  schwarzbraun.     Körper  kleiner  und  zarter,     seticornis  Klp. 

Lenctra  St. 

Körper  sehr  schlank,  schmal  walzenförmig;  Kopf  abgerundet 
dreieckig;  Punktaugen  in  ein  gleichschenkeliges  Dreieck  gestellt 
und  der  Abstand  der  hinteren  etwa  zweimal  so  groß  wie  die  Ent- 
fernung derselben  vom  Innenrande  der  Augen;  Taster  fadenförmig, 


Fig.  159.     Leuctra  prima  Kpny.  Nymphe.     A  das  Iliuterleibsende  von  unten ; 
B  das  Pronotum, 

ihre  Glieder  stufenweise  länger.  Pronotum  etwas  schmäler  als  der 
Kopf  samt  Augen,  quer  viereckig;  Flügelscheiden  sackförmig;  Beine 
relativ  kurz,  die  hinteren  stufenweise  länger;  das  mittlere  Fußglied 
am  kürzesten,  oft  undeutlich.  Der  10.  Ring  ist  auf  der  Bauchseite 
tief  rundlich  ausgeschnitten,  auf  der  Rückenseite  abgerundet  drei- 
eckig vorgezogen  und  mit  dem  Supraanallobus  fest  verbunden.  Die 
Subanalklappen  sind  beim  $  dreieckig,  zugespitzt,  aber  nur  teil- 
weise auf  einer  runden  Stelle  etwas  chitinisiert  und  an  den  Rändern 
dieses  Schildchens  mit  feinen  Börstchen  besetzt;  die  Klappen  sind 
durch  einen  tiefen  Einschnitt  voneinander  getrennt.  Beim  $  sind 
die  Subanalklappen  abgerundet,  hinten  mit  einem  Kranze  von 
steifen,  ziemlich  langen  Börstchen  und  berühren  einander  in  der 
Mittellinie.  Schwanzborsten  kurz,  fein,  an  den  Enden  der  einzelnen 
Glieder  mit  langen  Börstchen  besetzt  (Fig.  159). 

Pronotum  quer  länglich  viereckig,  nach  hinten  kaum  verschmälert, 
nur  an  den  Seiten  mit  längeren  Härchen  besetzt,  auf  ihrer  oberen 
Fläche  ganz  kahl;  die  Rückenfläche  des  3.— 10.  Hinterleibsringes 
nur  mit  zerstreuten  steifen  Börstchen  und  die  Hinterränder  der 
genannten  Ringe  mit  einem  Kranze  von  feinen  Spitzen;   die   neue 


92 


Fr.  Klapälek, 


Gliederung   der  Fühler   beginnt   mit   dem  7.-8.  Gliede;    Schenkel 
und  Schienen  nur  mit  spärlichen  langen  Haaren  besetzt. 

prima  Kpny. 
Pronotum  trapezoid,  nach  hinten  deutlich  (etwa  um  Ye)  ver- 
schmälert, mit  abgerundeten  Ecken,  nicht  nur  an  allen  Rändern, 
sondern  auch  an  den  seitlichen  Teilen  der  oberen  Fläche^  behaart; 
die  Rückenfläche  des  Hinterleibes  dicht  mit  kurzen  Börstchen  be- 
setzt, denen  an  den  Seiten  längere  Härchen  beigemengt  sind;  die 
Hinterränder  der  Segmente  ohne  besondere  Borsten-  oder  Spitzen - 
kränze  (Fig.  160);  die  neue  Gliederung  der  Fühler  beginnt  mit 
dem  10.  Gliede;  Schenkel  und  Schienen  mit  zahlreichen  langen 
Haaren  besetzt  (Fig.  161,  162).  nigra  Pict. 


?>'ft'>ff^ 


Fit?.  160. 


Fig.  161. 


Fig.  162.  Fig.  163.  Fig.  164. 

Fig.   160— 162.     Leuctra  nigra  Pict.  Nymphe.     Fig.   160  Pronotum; 

Fig.  161  Maxilla;  Fig.  162  Unterlippe. 

Fig.  163  u.   164.     Netnura  variegata  Oliv.  Nymphe.     Fig.  163  Maxilla, 

Fig.  164  Unterlippe. 


Nemura  Latr. 

Körper  stärker  als  bei  den  2  vorhergehenden  Gattungen,  be- 
sonders in  der  Brust.  Die  Tasterglieder  stufenweise  länger.  Pro- 
notum so  breit  oder  etwas  breiter  als  der  Kopf  samt  Augen,  mit 
trapezoidem  Chitinschildchen,  dessen  Ecken  mehr  oder  weniger  ab- 
gerundet sind ;  es  ist  in  der  Mitte  durch  eine  feine  weißliche  Linie 
geteilt  und  an  den  Rändern  mit  Spitzen  oder  Borsten  besetzt.  Die 
Flügelscheiden  sackartig,  die  hinteren  etwas  breiter  als  die  vorderen. 
Beine  stark  mit  dreigliedrigen  Füßen,  deren  mittleres  Glied  am 
kürzesten  und  das  letzte  etwas  länger  ist  als  die  2  vorhergehenden 
zusammen;  die  Beine  tragen  nur  zerstreute  längere  Borsten,  sind 
dafür  ziemlich  dicht  mit  kurzen  Spitzen  und  steifen  Börstchen  be- 
setzt. Beim  (j"  ist  der  9.  Vcntralring  dreieckig  vorgezogen,  der  10. 
vollständig  geteilt;  die  Subanalklappen  klaffend,  hinten  abgerundet 


Plecoptera,  Steinfliegen. 


93 


und  auf  den  chitinisierten  Flächen  mit  starken  steifen  Borsten  oder 
dünnen  Spitzen  besetzt.  Die  10.  Rückenplatte  ist  hinten  vorgezogen 
und  mit  dem  abgerundet  kegelförmigen  Supraanallobus  verbunden. 
Beim  $  ist  die  7.  Ventralplatte  öfters  in  der  Mitte  etwas  vor- 
gezogen, die  8.  mit  einer  chitinisierten  kurzen  Querleiste  versehen, 
aber  am  Hinterrande  gerade,  die  9.  wieder  etwas  vorgezogen,  die 
10.  nicht  geteilt,  die  Subanalklappen  und  der  Supraanallobus  kürzer. 


Fig.  165. 


Fig.  166. 


^ii 


Fig.  169. 

Fig.  165  u.  166.     Nemura  humer alis  Pict. 

Nymphe.     Fig.  165  Fronolum  ; 

Fig.  166  Schwanzborste. 

Fig.   167  u.  168.     Nemura  cinerea  Oliv.  Nymphe. 

Fig.  168.  -^^^K-  1^^  Pronotum ;   Fig.  168  unterer  Teil  der 

Schwanzborste. 
Fig.  169.     Nemurella  Pictetii  Klp.     Kopf  der  Nymphe. 


verhältnismäßig  breiter.  Schwanzborsten  bei  beiden  Geschlechtern 
stark,  etwas  Länger  als  der,  Hinterleib,  vor  dem  Ende  der  Glieder 
mit  quirlartig  gestellten  Spitzen  oder  starken  Borsten  besetzt.  Die 
Nymphen  der  Untergattungen  Protojiemura  und  AmJ>hmemtcra  tragen 
auf  der  Vorderbrust  Kiemenfäden  (Fig.  163,  164). 

1.  Die  Vorderbrust  mit  jederseits  drei  kurz  wurstförmigen,  weißen 
Kiemenfäden ;  Pronotum  trapezoid,  mit  geraden  Seiten,  bogen- 
förmigem Vorder-  und  Hinterrande,  am  ganzen  Rande  mit 
.  einem  Kranze  von  kurzen ,  steifen  borstenartigen  Spitzen; 
das  Verhältnis  der  vorderen  und  hinteren  Breite  zur  Länge 
ist  50:43:32.  Schwanzborsten  vor  dem  Ende  der  Glieder 
mit  Quirlen  von  feinen  Spitzen,  welche  kürzer  sind  als  die 
halbe  Länge  des  Gliedes;  erst  das  8.  Glied  so  lang  wie  breit. 
(Big.  165,  166).  Protonemura  hiimeralis. 


94 


Fr.  Klapälek, 


Die  Vorderbrust  mit  4  Büscheln  von  je  5 — 8  feinen  langen 
weißen  Kiemenfäden;    Pronotum   trapezoid,    aber  die  Seiten 


Fig.  176. 


Fig.  170—172.  Nemura  Picietii 
KIp.  Nymphe.  Fig.  170  Prono- 
tum; Fig.  171  unterer  Teil  der 
Schwanzborste;  Fig.  172  $  Hin- 
terleibsende 7on  unten. 


Fig.  175.  Fig.  177. 

Fig.  173 — 175.     Nemura  marginata  Pict.  Nymphe.     Fig.  173  Pronotum; 

Fig.  174  Hinterende  des  c?;  Fig.  175  unterer  Teil  der  Schwanzborste. 

Fig.  176.    Nemura  variegata  Oliv.     Pronotum  der  Nymphe. 

Fig.  177.    Nemura  variegata  Oliv.     Der  untere  Teil  der  Schwanzborste. 

sind  stark  bogenförmig  gerundet,  der  Vorderrand  fast  gerade, 
die  Vorderecken  stark  abgerundet  und  der  Hinterrand  stumpf- 


Plecoptera,  Steinfliegen.  95 

winklig  ausgeschnitten;  der  Rand  trägt  einen  Kranz  von 
dichten,  langen,  steifen  Borsten:  das  Verhältnis  der  vorderen 
und  hinteren  Breite  zur  Länge  ist  50 :  37 :  27,  wobei  die 
vordere  Breite  etwa  im  ersten  Drittel,  wo  das  Schildchen  am 
breitesten  ist,  gemessen  wird.  Die  Glieder  der  Schwanzborsten 
an  den  Enden  knotenartig  verdickt  und  mit  einem  Quirl  von 
starken  Borsten  versehen,  die  wenigstens  ^/^  der  Länge  des 
Gliedes  haben.  Der  ganze  Körper  ist  überhaupt  stark  mit 
Borsten  und  Haaren  besetzt  (Fig.  167,  168). 

Amphinenmra  cinerea  Oliv. 

—  Vorderbrust  ohne  Kiemen  (Fig.  169).  2 

2.  Die  Subanalklappen  des  (J  sehr  lang,  zapfenförmig,  den 
Supraanallobus  weit  überragend,  beim  5  klaffend  zugespitzt; 
das  1.  Glied  der  Hinterfüße  fast  so  lang  wie  das  letzte; 
Pronotum  trapezoid  mit  schwach  bogenförmigen  Rändern  und 
abgerundeten  Vorderecken,  an  den  Rändern  mit  einem  Kranze 
von  feinen  kurzen  Börstchen ;  die  Glieder  der  Schwanzborsten 
am  Ende  mit  einem  Kranze  von  steifen  Borsten,  die  etwa 
im  unteren  Drittel  der  Cerci  die  Länge  des  Gliedes  erreichen. 
(Fig.  170,  171,  172).  Nemurella  Pictetii  Klp. 

—  Die  Subanalklappen  bei  beiden  Geschlechtern  kurz  und  an 
der  Spitze  abgerundet;  1.  Glied  der  Hinterfüße  kaum  halb 
80  lang  wie  das  letzte.  (Nemura  s.  str.)     3 

3.  Die  Borsten  in  den  Quirlen  an  den  Enden  der  Glieder  von 
Schwanzfäden  stark  und  lang,  fast  die  Länge  der  Glieder 
erreichend,  abstehend;  Pronetum  trapezoid  mit  abgerundeten 
Vorderecken,  an  den  Rändern  mit  einem  Kranze  von  kurzen 
Spitzen  (Fig.  173,  174,  175).  marginata  Pict. 

—  Die  Borsten  in  den  Quirlen  an  den  Gliedern  der  Schwanz - 
fäden  feiner,  die  halbe  Länge  der  Glieder  nicht  überschreitend 
und  nicht  so  abstehend;  Pronotum  ähnlich  aber  auch  der 
Rand  mit  feinen  kurzen  Börstchen  besetzt  (B'ig.  176,  177). 

variegata  Oliv. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge. 

Von 

Dr.  K.  Grünberg  (Berlin). 

Mit  83  Abbildungen  im  Text. 


Lepidoptera.  , 

Insekten  mit  vollkommener  Verwandlung^  saugenden 
Mundteilen  und  4  gleichmäßig  gebildeten,  häutigen,  be- 
schuppten Flügeln. 

Körper  in  ganzer  Ausdehnung  dicht  beschuppt  oder  behaart. 
Kopf  stets  deutlich  abgesetzt,  Thoraxsegmente  verschmolzen. 
Hinterleib  mit  6  oder  7  sichtbaren  Ringen. 

Facettenaugen  groß  und  gut  entwickelt,  2  Ocellen  vor- 
handen oder  fehlend.  Fühler  stets  vielgliedrig,  lan^estreckt  und 
ungebrochen,  im  speziellen  Bau  verschieden,  einfach  mit  keulen- 
förmig verdicktem  Ende  {Rhopaloceren  oder  Tagfalter)  oder  ohne 
Endverdickung,  beborstet  oder  gefiedert  usw.  und  meist  bei  (j"  und 
9  deutlich  verschieden  {Heteroceren,  alle  übrigen  Familien).  Man- 
dibeln  und  Maxillen  rudimentär.  Maxillartaster,  wenn  vor- 
handen, meist  klein,  zweigliedrig,  selten  groß  und  mehrgliedrig. 
Labium  (2.  Maxillen)  einen  langen,  aus  2  Halbrohren  bestehenden, 
spiralig  einrollbaren  Saugrüssel  bildend,  zuweilen  rudimentär  oder 
fehlend.  Labial taster  kräftig,  dreigliedrig,  dicht  behaart  oder 
beschuppt,  verschieden  gebildet. 

Flügel  von  sehr  verschiedener  Form,  dicht  mit  oft  lebhaft 
bunten,  dachziegelförmig  gelagerten  Schuppen  bedeckt,  zuweilen 
behaart.  Bezeichnung  der  Flügelränder  bei  Vorder-  und  Hinter- 
flügeln: Vorderrand,  vorderer  Rand  von  der  Wurzel  bis  zur  Spitze, 
Innenrand,  der  gegenüberliegende  Rand,  und  Außenrand,  von 
der  Spitze  zum  Innenrand  reichend.  Außenrand  und  häufig  auch 
der  Innenrand  mit  einem  Saum  mehr  oder  weniger  langer  Schuppen 
oder  Haare  (Saumschuppen  bzw.  -Haare).  Geäder  im  Vorder- 
und  Hinterflügel  in  den  Grundzügen  gleich  (vergl.  P'ig.  180),  im 
Vorderflügel  meist  12,  im  Hinterflügel  8  Adern,  welche  vom  Innen- 
rand aus  gezählt  werden.  Aus  der  Wurzel  treten  4  Adern  in  den 
Flügel  ein:  die  Innenrand-  oder  Dorsalader  (Ader  1,  häufig 
doppelt  oder  dreifach  und  dann  mit  la,  \b,  \c  bezeichnet),  die 
vordere  und  hintere  Mittelader  oder  Subcostal-  und  Sub- 
dorsalader  und  die  Vorderrand-  oder  Costalader  (Ader  12 
bzw.  Ader  8,  stets  einfach,  nur  zuweilen  an  der  Wurzel  mit  einem 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  97 

kurzen  Gabelast).  Vordere  und  hintere  Mitterlader  i^mschließen  die 
Zelle,  welche  am  Ende  durch  eine  Querader,  die  Discocellular- 
ader,  geschlossen  wird,  aber  auch  teilweise  oder  ganz  offen  sein 
kann.  Sie  kann  ferner  der  Länge  nach  .durch  eine  Ader  oder 
aderartige  Falte  geteilt  sein.  Im  Vorderflüg;©!  bilden  die  aus  dem 
vorderen  Zellenende  entspringenden  Adern  Äuweilen  (z.B.  beiden 
Noctuiden)  ein  kleines,  geschlossenes,  mit  der  Zelle  zusammen- 
hängendes Feld,  die  Anhangszelle.  Das  Geäder  ist  bei  vielen  Tineiden 
rudimentär.  Bei  den  ^  mancher  Arten  sind  die  ganzen  Flügel 
verkümmert.  Bei  den  meisten  Heteroceren  entspringt  von  der  Wurzel 
des  Hinterflügels  eine  steife,  federnde  Borste  (oder  ein  Borsten- 
büschel), die  Haftborste  oder  Frenulum,  welche  in  eine  riegel- 
oder  rinnenförmige  Vorrichtung  auf  der  Unterseite  des  Vorder- 
flügels (Retinaculum)  eingreift  und  eine  feste  Verbindung  zwischen 
beiden  Flügeln  herstellt. 

Beine  mit  fünfgliedrigen  Tarsen  und  verlängerten  Metatarsen. 
Mittel-  und  Hinterschienen  mit  je  2  Endspornen,  Hinterschienen 
vielfach  auch  mit  Mittelspornen. 

Larven  (Raupen)  mit  beißenden  Mundteilen,  12 ringelig, 
meist  mit  8  Fußpaaren,  den  gegliederten  Thorakalfüßen  und  5  Paar 
ungegliederten  Bauchfüßen  am  6.-9.  und  12.  Segment  (letztere  als 
Nachschieber  bezeichnet).  Von  den  Bauchfüßen  können  einzelne 
Paare  verkümmern  oder  ganz  verschwinden.  Bauchfüße  entweder 
mit  zweilappiger  Sohle,  deren  äußere  Hälfte  mit  einwärts  ge- 
krümmten Häkchen  besetzt  ist  (Klammerfüße),  oder  ungeteilt 
und  am  Rande  mit  einem  Kranz  auswärts  gerichteter  Häkchen 
(Kranzfüße).  1,  und  letztes  Segment  auf  dem  Rücken  gewöhnlich 
mit  einer  stärker  chitinisierten  Platte,  dem  Nacken-  und  After- 
schild. 

Die  Raupen  der  am  Wasser  vorkommenden  Arten  leben  meist 
im  Innern  von  Pflanzen  und  sind  daher  ganz  oder  nahezu  nackt 
und  farblos  oder  wenigstens  nie  auffallend  bunt  und  lebhaft  gefärbt. 

Puppen  frei  oder  in  einem  gesponnenen  Kokon,  häufig  auch 
in  einer  ausgeglätteten  oder  ausgesponnenen  Erdhöhle.  — 

Zur  Süßwasserfauna  ist  unter  den  Lepidopteren  nur  die  ver- 
hältnismäßig geringe  Zahl  der  Arten  zu  rechnen,  deren  Raupen  von 
den  in  und  am  Wasser  wachsenden  Pflanzen  leben  und  deren 
Imagines  daher  ebenfalls  in  unmittelbarer  Nähe  von  Gewässern  zu 
finden  sind.  Sie  bilden  keine  natürliche  geschlossene  Gruppe  wie 
etwa  die  Wasserkäfer,  sondern  rekrutieren  sich  zusammenhanglos 
aus  verschiedenen  Famlien,  den  Nochtiden  (Eulen),  Cossiden  (Holz- 
bohrern), Pyralididen  (Zünslern),  Tort  neiden  (Wicklern)  und  Tineiden 
(Schaben  oder  Motten),  welche  teilweise  nur  einzelne  Vertreter 
stellen.  Nur  bei  den  Noctuiden  und  Pyralididen  kommen  einige 
natürliche  Verwandtschaftsgruppen  hinzu.  Die  Rhopaloceren  (Tag- 
falter) sind  überhaupt  nicht  vertreten,  ebenso  fehlen  von  den  Hetero- 
ceren gänzlich  die  Geometriden  (Spanner),  Sphingiden  (Schwärmer) 
und  die  Bombyciden  (Spinner)  im  weitesten  Sinne. 

Die  meisten  der  im  folgenden  behandelten  Arten  können  nur 
als  Wasserbewohner  im  weiteren  Sinne  oder  als  Wasseranwohner 
gelten.  Wasserbewohner  im  engsten  Sinne  sind  nur  die  Raupen 
der  Hydrocampinen,  einer  kleinen  Pyralididen-Gvxi^^e,  welche  ganz 
ähnlich  leben  wie  die  Larven  der  Trichopteren  und  zum  Teil  sogar 
wie  diese  mit  Fadenkiemen  ausgestattet  sind.     Als  direkte  Wasser- 

SOßwasserfaima  von  Deutschland.    Heft  8.  < 


98  K.  Grünberg, 

bewohner  können  im  allgemeinen  auch  nur  Raupen  in  Betracht 
kommen,  denn  die  entwickelten  Schmetterlinge  sind  ja  durch  ihre 
ganze  Organisation  auf  das  Landleben  angewiesen.  Die  einzige 
Ausnahme  macht  von  allen  deutschen  Schmetterlingen  nur  das  9 
von  Acentropus  m'vetis,  ebenfalls  einer  Hydrocampine,  welches  auch 
als  Imago  im  Wasser  lebt. 

Viele  der  am  Wasser  zwischen  Rohr  und  Sumpfgräsern  fliegen- 
den Arten  zeigen  eine  starke  Anpassung  an  solche  Örtlichkeiten 
durch  ihre  stumpfe,  gelb-  oder  graubraune  Färbung,  welche  der 
Farbe  trockenen  Rohres  oder  Schilfes  gleicht.  Diese  ausgesprochene 
Schilffärbung  besitzen  z.  B.  alle  Rohreulen  {Leticannnen),  unter  den 
Pyralididen  die  Schoenobnnen,  ferner  auch  einige   Tineiden. 

Übersicht  über  die  am  Wasser  vorkommenden 
Familien. 

I.  Hinterflügel  mit  zwei  Dorsaladem. 

Ader  5  im  Hinterflügel  schwach  oder  fehlend.  Vorderflügel 
meist  mit  Anhangszelle.  Ader  7  und  8  im  Hinterflügel  nur 
an  der  Wurzel  verschmolzen.  Maxillartaster  meist  fehlend. 
Labialtaster  und  Rüssel  kräftig  entwickelt.  Noctuidae. 

n.  Hinterflügel  mit  drei  Dorsaladern  oder  Geäder  rudimentär. 

1.  Fühler  kurz  und  dick,  beim  (^  lang  gefiedert.  Labialtaster 
klein,  Maxillartaster  und  Rüssel  fehlen.  Ader  7  und  8  im 
Hinterflügel  getrennt.  Schienensporne  klein.  Große  robuste 
Arten.  Cossidae. 

2.  Fühler  lang  und  dünn.  Maxillartaster  vorhanden  oder  fehlend. 
Labial taster  und  Rüssel  meist  gut  entwickelt.  Mittelgroße 
bis  kleine,  meist  zarte  Arten. 

a)  Vorderflügel  dreieckig,  seltener  lang  und  schmal,  mit  11 
oder  12  Adern,  Ader  7  und  8  oder  7,  8  und  9  gestielt; 
Ader  7  und  8  im  Hinterflügel  an  der  Wurzel  eine  Strecke 
verschmolzen.  Maxillartaster  meist  vorhanden.  Labial- 
taster kräftig,  zuweilen  verlängert.  PjTralididae. 

b)  Vorderflügel  lang  und  breit,  trapezförmig,  mit  12  meist 
getrennten  Adern.  Maxillartaster  fehlen.  Labialtaster 
kräftig,  gedrungen,  seltener  verlängert,  mit  kurzem  stummei- 
förmigen Endglied.  Tortricidae. 

c)  Flügel  meist  schmal  und  spitz  mit  sehr  langen  Saumhaaren. 
Ader  7  und  8  im  Hinterflügel  getrennt;  Geäder  häufig 
rudimentär.  Maxillartaster  vorhanden  oder  fehlend.  Labial - 
taster  lang  und  dünn,  aufgebogen,  mit  langem  spitzen  End- 
glied, selten  kurz  und  hängend.  Tineidae. 

Noctuidae,  Eulen. 

Sehr  umfangreiche  Familie  von  leicht  kenntlichem,  durchweg 
einheitlichem  Körperbau,  mit  kräftigem  gedrungenem  oder  auch 
schlankem,  dichtbehaartem  oder  beschupptem  Körper  und  dreieckigen 
Vorderflügeln,  deren  Zeichnungsich  in  ihren  charakteristischen  Grund- 
zügen (Kreis-  oder  Ringfleck,  Nierenfleck,  Wellenlinie  etc.)  bei  fast 
allen  Gruppen  wiederholt.  Augen  nackt  oder  behaart,  zuweilen  von 
einem  Kranz  langer  dünner  Haare  umstellt.    Stirn  glatt  gerundet,  zu- 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  99 

weilen  mit  rundem,  spitzem  oder  plattenförmigem  hornigen  Fortsatz. 
Fühler  borstenförmig,  häufig  gewimpert  oder  beborstet,  zuweilen  ge- 
zähnt, selten  lang  gefiedert.  Tasten  meist  steil  aufgebogen  und  dicht 
beschuppt,  mit  kurzem  dünnen,  zylindrischen  oder  stummeiförmigen 
Endglied,  bei  einigen  Gruppen  stark  verlängert.  Rüssel  kräftig 
entwickelt,  selten  fehlend.  Thorax  und  Hinterleib  oft  mit  Haar- 
schöpfen. Beine  kräftig  und  gedrungen,  zuweilen  stark  verlängert 
oder  mit  besonderen  Merkmalen  (Haarpinseln,  Chitindomen),  Mittel- 
und  Hinterschienen  gespornt.  Vorderflügel  (Fig.  180)  gewöhnlich 
und  mit  12,  zuweilen  mit  11  Adern,  meist  mit  Anhangszelle; 
Hinterflügel  mit  Haftborste,  Ader  5  schwach  ausgebildet  oder  feh- 
lend, 8  dicht  hinter  der  Basis  die  vordere  Mittelrippe  berührend, 
selten  eine  längere  Strecke  mit  ihr  verschmolzen. 

Raupen  (Fig.  178)  meist  16 füßig,  mit  Klammerfüßen  und 
hornigem  Nackenschild,  nackt,  nur  selten  und  dünn  behaart,  sehr 
häufig  mit  feinen  dunk- 
len, meist  borsten  tragenden 
Wärzchen,  mit  aus  dunklen 
oder  hellen  Längsstriemen 
bestehender  Zeichnung.  Yer- 

puppung  meist  in  oder  an  ^^  ^^g.  Raupe  von  I^ucama  l.  albu^n  (L.), 
der  Erde  m  einem  leichten  als  Schema  einer  Noctuidenraupe. 

Gespinst. 

Außer  einzelnen  Vertretern  verschiedener  Unterfamilien  stehen 
als  einigermaßen  geschlossene  Gruppe  nur  die  Leucannngn,  deren 
Raupen  in  oder  an  Rohr,  Schilf  oder  Sumpfgräsern  leben,  zu  dem 
Wasser  in  enger  Beziehung.  In  ausgedehnten  Sümpfen  und  an 
fließenden  Gewässern  mit  reichlichem  Rohrbestande  gehören  sie  zu 
den  charakteristischen  Erscheinungen. 

Übersicht  über  die  Unterfamilien. 

I.  Taster  kurz,  aufgebogen.     Beine  mäßig  lang. 

1.  Augenrand  ohne  Kranz  von  Wimperhaaren. 

a)  Körper  dicht  behaart. 

a)  Thorax  und  Hinterleib  mit  Haarschöpfen.    Hadeninae. 

ß)  Thorax    höchstens   mit   vorderem    kleinen    Haarschopf, 

Hinterleib  stets  ungeschopft.  Leiicaniinae. 

b)  Körper  beschuppt,    Thorax    und   Hinterleib    mit  kleinen 
Schöpfen.  Erastriinae. 

2.  Augenrand    mit    einem   Kranz   feiner  Wimperhaare,    Thorax 
und  Hinterleib  dicht  wollig  behaart  und  geschöpft.    Plusiinae. 

II.  Taster  stark  verlängert,  Beine  sehr  lang.  Herminiinae. 

Hadeninae. 

Augen  nackt.  Fühler  kurz  gewimpert,  beim  ^j"  zuweilen  ge- 
zähnt. Taster  steil  aufgebogen,  dicht  beschuppt.  Schienen  ohne 
Dornen.  Thorax  und  Hinterleib  rauh  wollig  behaart,  mit  Haar- 
schöpfen. Vorderflügel  dreieckig,  mit  deutlicher  iy^\%ehev  Noctutden- 
Zeichnung. 

Raupen  16  füßig. 


100 


K.  Grünberg, 


Gattungsübersicht. 

1.  Endglied  der  Taster  deutlich  sichtbar,  dünn,  zylindrisch,  vor- 
gestreckt, Haarschöpfe  am  Thorax  und  Hinterleib  gut  entwickelt. 

a)  Fühler  gleichmäßig  kurz  gewimpert,  Körper  rauh  behaart. 

Hadena,  3Iiana. 

b)  Fühler  unterbrochen  gewimpert,  mit  einzelnen  kurzen  Haar- 
büscheln, Leib  glatt  behaart.  Helotropha. 

2.  Endglied  der  Taster  sehr  kurz,  stummeiförmig,  in  der  Behaarung 
des  2.  Gliedes  versteckt,  Hinterleib  nur  mit  einem  schwachen 
basalen  Haarschopf.  Hydroecia. 

Hadena  Schrank  (Fig.   179  u.   180). 

Augen  nackt.     Fühler  kurz  gewimpert.     Taster  bis  zur  Stirn 
aufgerichtet,   dicht  abstehend  beschuppt,    mit  kurzem  dünnen,   vor- 
wärts gerichteten  Endglied.    Rüssel  kräf- 
tig.   Thorax  mit  geteiltem  mittleren  und 
hinteren  Haarschopf.    Hinterleib  mit  dor- 
salen Haarschöpfen  und  seitlich  vorstehen - 


Fig.  179. 

Fig.   179  u.  18Ö.     Hadena  unanimis  Tr. 
Kopf  und  Geäder. 


Fig.  180 


den  Haarbüscheln.  Vorderflügel  mit  rechtwinkliger  abgerundeter 
Spitze.  Hinterflügel  breit,  gerundet,  mit  welligem  Saum.  Ader  3 
und  4  aus  dem  unteren,  6  und  7  aus  dem  oberen  Zellenende; 
8  nahe  der  Basis  die  vordere  Mittelrippe  berührend. 

Raupen  mit  feinen  borstentragenden  Wärzchen,  an  Gräsern, 
.Verpuppung  in  der  Erde. 

Zahlreiche  deutsche  Arten,  davon  eine  am  Wasser. 


Hadena  unanimis  Tr.  (Fig.  181). 

Fühler  und  Taster  braun.  Thorax  oben  dunkel  rotbraun  bis 
schwarzbraun.  Hinterleib  heller,  graubraun,  glänzend.  Beine  braun, 
mit  schmalen  hellen  Tarsenringen.  Oberseite  der  Vorderflügel  von 
dunkelrot-  oder  graubrauner  Grundfarbe  mit  dunkleren  schwarz- 
braunen Flecken.  Basalteil  und  äußerer  Flügel  teil  jenseits  des 
Nierenfleckes  etwas  heller,  so  daß  eine  meist  deutliche  schwarz- 
braune breite  Mittelquerbinde  entsteht,  welche  innen  schwarz,  außen 
weißlich  gesäumt  ist  und  hinter  dem  undeutlichen  Ringfleck  einen 
unbestimmten  schwarzen  Schatten  zeigt.  Längs  des  Vorderrandes 
bis  zum  Nierenfleck  eine  Reihe  schwarzbrauner,  jenseits  des  Nieren- 
fleckes 3  kleine  weißliche  Punkte.  Nierenfleck  weißlich,  besonders 
scharf  am  Außenrand.  Adern  in  dem  hellen  Feld  hinter  der  Mitte 
schwarz  und  weiß  gepunktet,    aber  unscharf.     Wellenlinie  deutlich, 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  101 

hellbraun,  Saumteil  hinter  derselben  mit  Ausnahme  der  helleren 
Spitze  schwarzbraun  mit  kleinen  schwarzen  winkeligen  Saumflecken 
und  hellbrauner  Saumlinie.  Saumschuppen  dunkelbraun  mit  hellen 
Fleckchen  an  den  Adermündungen.  Hinterflügel  oben  dunkel  grau- 
braun mit  heller  Basis  und  undeutlichem  Discocellularfleck,  heller 
Saumlinie  und  weißlichgrauen  Saumschuppen.  Unterseite  in  beiden 
Flügeln  dunkel  graubraun,  am  Innenrand  heller,  Außenrandpartie 
im  Vorderflügel  weißlich,  Hinterflügel  mit  scharfem,  schwarzbraunem 
Discocellularfleck  und  dunkl-er  discaler  Bogenlinie.  Flügelspannung 
30—35  mm.  Mai— Juli.  In  Deutschland  verbreitet,  aber  nicht  häufig. 


^^ 


Fig.  181.     Hadena  unanimis  Tr.     Vergr.  l^/^. 

Raupe:  Kopf  und  Nackenschild  bräunlichgelb,  auf  dem  letz- 
teren 3  weißliche  Längsstriche.  Körper  graugelb  bis  graubraun, 
oberseits  mit  3  weißlichen  Längsstriemen,  zu  beiden  Seiten  der 
mittleren  eine  Längsreihe  schwärzlicher  Warzenpunkte,  je  2  auf 
jedem  Segment.  Stigmen  weiß  mit  schwarzer  Umrandung,  in  der 
breiten  hellen  Seitenstrieme.  Unterseite  hellgrau.  Länge  bis  40  mm. 
Herbst — Mai  an  Sumpfgräsern,  besonders  an  Glanzgras  (Phalaris 
arundinacea  L.),  tagsüber  zwischen  einem  zusammengesponnenen 
Blatt;  verpuppt  sich  gern  in  Rohrstoppeln. 

Puppe  dunkelbraun. 

Miana  Steph. 

Sehr  nahe  verwandt  mit  Hadena^   von  schlankerem  Körperbau, 
in  den  übrigen  Merkmalen  mit  ihr  übereinstimmend. 
5  deutsche  Arten,  davon  eine  am  Wasser. 

Miana  ophiogramma  Esp.  (Fig.  182). 

Kopf,  Fühler,^  Taster  und  Beine  dunkelbraun.  Thorax  und 
Hinterleib  graubraun,  Halskragen  hinten  mit  schwarzem  Querstrich. 
Flügeldecken  mit  einzelnen  schwarzen  Schuppen  bestreut.  Vorder- 
flügel oberseits  hell  graubraun  mit  großem,  tief  dunkelbraunem  Fleck, 
welcher,  vorn  am  breitesten,  den  Vorderrand  von  der  Basis  bis  jen- 
seits der  Mitte  einnimmt,  außen  bis  über  den  Nierenfleck  und  hinten 
bis  kurz  vor  die  Ader  1  reicht;  er  ist  hinten  scharf  gerandet  und 
weißlich  gesäumt,  außen  weniger  scharf  gerandet.  Am  Vorderrand 
eine  Reihe  dunkler,  hinter  der  Mitte  3  oder  4  kleine,  weißliche 
Punkte.  Ringfleck  unscharf,  Nierenfleck  scharf,  hellbraun.  Adern 
außerhalb  des  dunklen  Fleckes  weißlich,  hinter  der  Mitte  mit  einer 


102 


K.  Grünberg, 


Querreihe  feiner,  schwarzer  Doppelpunkte.  Hinter  der  Ader  2  ein 
am  Saum  erweiterter  schwarzer  Längsstrich.  Wellenlinie  sehr  un- 
deutlich, innen  von  einem  dunklen  Schatten  begleitet.  Saum  etwas 
dunkler,  mit  schwarzen,  bogenförmigen  Saumfleckchen  und  schmaler, 
heller  Saumlinie.  Saumschuppen  dunkelbraun,  an  den  Adermün- 
dungen etwas  heller.  Hinterflügel  oben  einfarbig  graubraun.  Unter- 
seite der  Yorderflügel   dunkel   graubraun,   hinten   heller,    mit   sehr 


Fig.   182.     Miana  ophiogramma  Esp.     Vergr.  P/^. 

undeutlicher  Bogenlinie  vom  Vorderrand  bis  zur  Ader  4  und 
kleinen,  schwärzlichen  Saumfleckchen.  Hinterflügel  ebenfalls  grau- 
braun mit  hellerem  Innenrande,  scharfem  schwarzbraunen  Dis- 
cocellularfleck  und  undeutlicher,  dunkler  Bogenlinie  hinter  der 
Mitte.  Flügelspannung  30  mm.  Juni,  mehr  in  Norddeutschland, 
auch  bei  Frankfurt  a.  M.,  nicht  häufig. 

Raupe:  Kopf  glänzend  hellbraun,  Nacken-  und  Afterschild 
dunkelbraun.  Körper  schmutzig  fleischfarben  mit  2  dorsalen  Längs- 
reihen dunkler  Warzenpunkte,  je  4  auf  jedem  Segment  und  3  bis 
4  ebensolcher  Punkte  um  die  Stigmen.  Unterseite  weißlichgrau. 
Länge  bis  40  mm.  Herbst  —  Frühjahr,  im  Mai  in  den  Jung- 
trieben der  Schwertlilie  (Iris)  und  verschiedener  Sumpfgräser,  be- 
sonders in  Schilf  (Calamagrostis),  Glanzgras  (Phalaris),  Süß- 
gras (Glyceria),  dicht  über  der  Wurzelkrone,  von  außen  bemerkbar 
durch  die  Bohröffnung.     Verpuppung  in  einer  Erdhöhlung. 

Puppe  hellbraun. 

M.  ophiogr.  var.  maerens  Stgr. 

Dunkler  als  die  Hauptform,  Vorderflügel  fast  einfarbig  schwarz- 
braun. Hauptsächlich  in  Süd-  und  Westdeutschland,  auch  bei 
Hamburg. 


Helotropha  Led. 

Augen  nackt.  Fühler  unterbrochen  gewimpert.  Taster,  Thorax 
und  Hinterleib  wie  bei  Hadena,  die  Beschuppung  und  Behaarung 
glatter;  Hinterleib  beim  $  mit  breitem  Afterbüschel,  beim  $  spitz. 
Geäder  wie  bei  Hadena. 

Raupe  fein  behaart.     Puppe  mit  2  Dornen  am  Hinterende. 

Nur  eine  Art. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  103 

Helotropha  leucostigma  Hb.  (Fig.  183). 

Kopf,  Thorax  und  Beine  tief  dunkelbraun,  Fühler  etwas  heller, 
Hinterleib  hell  graubrälin.  Oberseite  der  Vorderflügel  tief  dunkel- 
braun mit  undeutlicher,  schwärzlicher  Zeichnung  und  breiter,  .etwas 
hellerer  Außenbinde.  Vorderrand  mit  dunklen  Punkten  und  3  kleinen 
weißen  Punkten  hinter  der  Mitte.    Ringfleck  undeutlich,  Nierenfleck 


Fig.  183.     Helotropha  leucostigma  Hb.     Vergr.  11/2- 

sehr  scharf,  weiß  mit  schwärzlicher  Innenseite.  Außenrand  schwärz- 
lich mit  zusammenfließenden,  bogenförmigen,  schwarzen  Saumfleck- 
chen und  heller  Saumlinie.  Saumschuppen  schwarzbraun.  Hinter- 
flügel graubraun  mit  hellerer  Basis.  Unterseite  in  beiden  Flügeln 
dunkel  graubraun  mit  hellerem  Innenrand.  Discocellularfleck  und 
^ogenlinie  in  den  Hinterflügeln  undeutlich.  Flügelspannung  35 
bis  40  mm.     Juni — August,  ganz  Deutschland,  nicht  häufig. 

Raupe:  Kopf  hellbraun,  Nacken-  und  Afterschild  söhwarz. 
Körper  schmutzig  weißlich,  Oberseite  rot-  oder  schwarzbraun ;  3  helle 
Rückenlängsstriemen  umschließen  2  Längsreihen  schwarzer  Warzen- 
punkte, je  4  auf  jedem  Segment,  deren  jeder  ein  Haar  trägt. 
Stigmen  schwarz,  mit  4  kleinen  Warzenpunkten  umstellt.  Unter- 
seite hell  graubraun.  Herbst — Juni  oder  Juli  in  der  Wurzel  und 
im  unteren  Stengel  von  Sumpfpflanzen,  besonders  in  Schwertlilie 
(Iris),  Schilf  (Calamagrostis)  und  Igelkolben  (Sparganium), 
auch  im  Wasser  selbst  zwischen  den  Herzblättern  des  Schilfrohrs 
gefunden.  Verpuppung  in  einem  dünnen  Gespinst  im  Innern  der 
Futterpflanze. 

Puppe  zuerst  olivengrün  mit  bräunlichem  Hinterende,  dann 
olivenbraun. 

Hei.  leucost.  var.  fibrosa  Hb. 

Vorderflügel  heller,  die  scharfe,  helle  Außenbinde  mit  einer 
Querreihe  schwarzer  Doppelpunkte.  Ringfleck  deutlich,  weißlich 
umrandet. 

Hydroecia  Guen. 

Augen  nackt.  Fühler  gewimpert.  Taster  mit  kurzem,  stummei- 
förmigem, in  der  Beschuppung  halb  verstecktem  Endglied.  Vorderer 
Haarschopf  des  Thorax  ungeteilt,  schmal  und  scharf  gekielt,  Hinter- 
leib nur  an  der  Basis  mit  einem  kleinen  Haarschopf,  beim  cf  mit 
wolligem   Afterbüschel,   beim    $   spitz.     Vorderflügel   mit   ziemlich 


104 


K.  Grünberg, 


scharfer  Spitze,  ebenso  wie  die  Hinterflügel  mit  gewelltem  Saum. 
Geäder  wie  bei  Hadena. 

Raupen  dick,  walzig,  mit  feinen  dunklen  borstentragenden 
Wärzchen.  Im  Stengel  und  in  der  Wurzel  von  Gräsern  und  einigen 
andei'en  Pflanzen. 

5  deutsche  Arten,  davon  2  am  Wasser. 


Artenübersicht. 

Imagines. 

Vorderflügel  und  Flügelunterseite  hellrötlichbraun.  H.  niicacea. 
Vorderflügel  und  Flügelunterseite  dunkelbraun.     H.  petasitis. 

Raupen. 

Schmutzig  grauweiß,  in  Schwertlilie,  Schilf,  Wasserampfer. 

H.  micacea. 
Hell  fleischfarben,  in  Pestwurz.  H.  petasitis. 

Hydroecia  micacea  Esp.  (Fig.  184). 

Fühler  hellbraun,  an  der  Basis  oben  weißlich.     Kopf,   Thorax 
und  Beine  rötlichbraun,  Hinterleib  hell  graubraun.     Oberseite  der 


Fig.  184.     Hydroecia  micacea  Esp.     Vergr.  1^/^. 

Vorderflügel  rötlichbraun  mit  breitem  dunklerem,  hinten  verschmäler- 
tem und  scharf  dunkel  gerandetem  Mittelfeld.  Wurzel-  und  Außen- 
randpartie  heller,  mit  Grau  durchtränkt.  Ring-  und  Nierenfleck 
etwas  heller  vom  Mittelfeld  abgehoben,  mit  scharfer  dunkler  Um- 
randung. Wellenlinie  undeutlich,  zuweilen  kaum  angedeutet,  hat 
nur  inneren  dunklen  Schatten.  Saumlinie  dunkel,  Saumschuppen 
von  der  Farbe  des  Mittelfeldes.  Hinterflügel  oben  ganz  einfarbig, 
hell  gelblichbraun  mit  sehr  undeutlichem  dunklen  Discoidalfleck 
und  dunkler  Mittellinie.  Unterseite  in  beiden  Flügeln  hell  rötlich- 
braun,  am  Vorderrand  leichter  weiß  durchtränkt,  am  Innenrand 
heller,  besonders  im  Hinterflügel.  Discocellularfleck  und  Bogen- 
linie  mehr  oder  weniger  deutlich,  Saumlinie  dunkel.  Flügelspannung 
35 — 43  mm.  August— September,  in  ganz  Deutschland  verbreitet, 
aber  selten. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  105 

Raupe:  Kopf  hell  rotbraun,  glänzend,  Nacken-  und  Afterschild 
gelblich.  Körper  hell  fleischfarben  mit  braunroter  Rückenlängslinie 
zwischen  2  Längsreihen  schwarzer,  je  eine  Borste  tragender  Warzen- 
punkte; gleiche  Warzenpunkte  seitlich  über  den  ebenfalls  schwarzen 
Stigmen.  Unterseite  weißlichgrau.  Länge  bis  50  mm.  Mai  und 
Juni,  an  sumpfigen  Stellen  in  der  Wurzel  von  Schwertlilie  (Iris), 
Riedgras  (Carex),  Schilf  (Calam  agrosti  s),  auch  in  Wasser- 
ampfer (Rum ex  aquaticus  L.).  Erwachsen  auf  dem  Boden 
zwischen  Pflanzen  oder  in  der  Erde.  Verpuppung  in  einer  ge- 
leimten Erdhöhlung. 

Puppe  gelbbraun,  verhältnismäßig  klein,  schlank. 

Hydroecia  petasitis  Doubld. 

Sehr  ähnlich  H.  micacea,  etwas  größer.  Flügel  dunkler.  Mittel- 
binde der  Vorderflügel,  besonders  am  Vorderrand,  schmäler,  mit 
steileren,  wenig  hervorgehobenen  Rändern.  Fühler  wie  bei  micacea. 
Kopf  und  Thorax  dunkel  rötlichbraun,  Hinterleib  ebenso,  mit  hellerer 
Basis  auf  dem  Rücken.  Vorderflügel  dunkelbraun,  Wurzel-  und 
Außenrandpartie  heller,  Außenrand  wieder  etwas  dunkler,  mit  heller 
Saumlinie.  Ring-  und  Nierenfleck  hell,  scharf,  die  dunklen  Ränder 
undeutlich.  Adern  hinter  der  Mitte  weiß  gesprenkelt.  Wellenlinie 
undeutlich,  hell.  Adern  hinter  der  Mitte  weiß  gesprenkelt.  Wellen- 
linie undeutlich.  Saumschuppen  dunkelbraun.  Hinterflügel  dunkel 
graubraun,  mit  schwach  angedeuteter  Bogenlinie.  Unterseite  in 
beiden  Flügeln  dunkel  graubraun,  Discocellularflecke  und  Bogen- 
linie deutlich.     Flügelspannung  40 — 45  mm.     Herbst,  selten. 

Raupe:  Kopf,  der  längsgeteilte  Rückenschild  und  Afterschild 
dunkelbraun.  Körper  schmutzig  grauweiß,  mit  dunkel  durchschei- 
nendem Rückengefäß  und  schwarzen  Warzenpunkten  in  2  dorsalen 
Längsreihen,  sowie  je  4  um  die  weißen,  schwarzgesäumten  Stigmen. 
Länge  bis  50  mm.  Mai  —  Juli.  Auf  sumpfigen  Wiesen,  an  Bach- 
und  Uferrändern  im  Stengel,  später  in  der  Wurzelkrone  der  ge- 
bräuchlichen Pestwurz  (Petasites  offinalis  Moench).  V^erpuppung 
in  der  Nährpflanze  oder  in  der  Erde. 

Puppe  dunkel  rotbraun. 

Leucaniinae. 

Augen  nackt  oder  behaart.  Fühler  gewimpert,  selten  beim  c^ 
gezähnt.  Taster  aufgebogen,  mit  dichter  Behaarung.  Körper  glatt, 
anliegend,  fein  wollig  behaart  oder  beschuppt,  Hinterleib  ohne  Haar- 
schöpfe. Schienen  ungedornt.  Vorderflügel  dreieckig,  mehr  oder 
weniger  lang  gestreckt,  mit  abgerundeter  oder  scharfer  Spitze.  Fär- 
bung gleichmäßig  und  stumpf,  gelblichgrau  oder  hell  graubraun, 
röhr-  oder  schilffarben :  Nochäden-Zeiciixmng  ganz  zurücktretend 
oder  nur  der  Nierenfleck  scharf  ausgeprägt.  Geäder  wesentlich  wie 
bei  den  Hadeninen.  Schmetterlinge  am  Wasser,  in  Rohrbeständen, 
auch  in  Gehölzen  und  trockenen  Büschen. 

Raupen  16  füßig,  blaß  gefärbt,  schlank,  meist  mit  feinen  schwarzen 
Wärzchen  oder  mit  Längsstriemen,  fast  alle  im  Innern  von  Pflanzen, 
im  Stengel  oder  an  der  Wurzel. 


106 


K.  Grünberg, 


II. 


Gattungstiber  sieht. 
Augen  nackt. 

1.  Stirn  mit  hornigem  Fortsatz. 

a)  Stimfortsatz  plattenförmig,  viereckig. 

b)  Stirnfortsatz  spitz. 

2.  Stirn  ohne  Fortsatz. 

a)  Körper  wollig  behaart, 
a)  Taster  steil  bis  zur  Stirn  aufgebogen. 
ßj  Taster  vorgestreckt,  nur  ganz  wenig  aufgebogen. 

Tapiiiostola. 

b)  Körper  glatt  anliegend  beschuppt.  Senta. 
Augen  behaart. 

1.  Vorderflügel  lang  und  schmal  mit  sehr   scharfer  Spitze   und 
stark  abgeschrägtem  Außenrand.  3Ieliana. 

2.  Vorderflügel  mit  rechtwinkeliger  Spitze  und  steilem  Außen- 
rand. Leucania. 


Nonagria. 
Coenobia. 


Calamia. 


Nonagria  Ochsh.,  Schilf eulen  (Fig.  185). 

Kräftig  gebaute,  robuste  Arten  von  teilweise  beträchtlicher 
Körpergröße.  Augen  nackt.  Stirn  in  eine  durch  dichte  Beschuppung 
verdeckte,  viereckige,  hornige  Platte  ver- 
längert, daher  stark  vorstehend.  Fühler 
dick,  kräftig  gewimpert,  mit  einer  län- 
geren Borste  auf  jeder  Seite  jedes  Gliedes, 
beim  (^  von  nexa  stark  gezähnt,  mit 
pinselartiger  Wimperung.  Taster  bis  zur 
Stirn  aufgebogen,  mit  kurzem  stumpfen 
Endglied.  Thorax  glatt  behaart,  mit 
kleinem  vorderen  Haarschopf,  der  hintere 
fehlend,  ebenso  die  Haarschöpfe  auf  dem 
Hinterleib.  Vorderflügel  ziemlich  lang, 
mit  rechtwinkeliger,  scharfer  oder  ab- 
gerundeter Spitze  und  steilem  glatten 
Saum.  Saum  der  Hinterflügel  ebenfalls 
glatt,  an  der  Ader  5  leicht  einspringend. 
Schenkel  mit  langen  abstehenden  Haarfahnen. 

Falter  in  Rohrbeständen  oder  in  dürren  Büschen,  versteckt. 
Raupen  langgestreckt,  nackt,  hell  gefärbt,  mit  hornigem  Nacken- 
und  Afterschild,   in  Stengeln   von   Rohr  und    Sumpfgräsem.     Ver-- 
puppung  in  der  Futterpflanze  in  einem  leichten  Gespinst.    Puppen 
außer  der  von  nexa  mit  einem  hornigen  Kopfvorsprung. 
7  deutsche  Arten, 


Fig.  185.     Nonagria  cannae 
Ochsh.     Geäder. 


Artenübersicht. 

Imagines. 

1.  Nierenfleck  auf  dem  Vorderflügel  scharf  ausgeprägt,  weiß.    2. 
Nierenfleck  auf  dem  Vorderflügel  wenig  hervortretend  oder 

fehlend.  3. 

2.  Vorderflügel  rötlichbraun  mit  dunklerer  Mittelbinde,  Nieren- 

fleck am  Hinterende  nach  innen  umbiegend.       N.  nexa. 
Vorderflügel  einfarbig  graubraun  ohne  Mittelbinde,  Nieren- 
fleck in  2  Flecke  aufgelöst.  N.  geminipuncta. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  107 

3.  Vorderflügel  kurz  und  breit.  4. 
Vorderflügel  lang  und  schmal.  6. 

4.  Vorderflügel  mit  mehr  oder  weniger  deutlicher  schwärzlicher 

Längsstrieme    und    einigen    weißlichen    Flecken    in    der- 
selben. 5. 
Vorderflügel  einfarbig  ohne  solche  Zeichnung,  nur  mit  einer 
ganz  verschwommenen  Verdunkelung  auf  der  Mitte. 

N.  cannae. 

5.  Unterseite    ohne  Discocellularflecken ,    Vorderflügel    weniger 

scharf  gezeichnet.  N.  neurlca. 

Unterseite  mit  scharfen  dunklen  Discocellularflecken,  Zeich- 
nung des  Vorderflügels  stärker  ausgeprägt. 

N.  dissoluta  var.  arnndineta. 

6.  Unterseite  der  Hinterflügel   mit  scharfem  Discocellularfleck, 

N.  tj'phae. 
Unterseite  ohne  Discocellularfleck.  N.  sparganii. 

Raupen. 

1.  Rücken  mit  schmalen  hellen  oder  dunklen  Längslinien.      2. 
Rücken  ohne  Längslinien.  5. 

2.  Rücken  mit  hellen  Längslinien.  3. 
Rücken  mit  dunklen  Längslinien.                                            4. 

3.  Schmutzig  fleischfarben  mit  3  hellen  Längslinien,  in  Rohr- 

kolben, N.  typhae. 

Schmutzig  weiß  mit  3  hellgrauen  Längslinien,  in  Rohr. 

N.  neurica. 

4.  Schmutzig  weiß   mit  2  braunroten  Längslinien,   in  Wasser- 

schwaden und  Riedgras.  N.  nexa. 

Lichtgrün  mit  4  dunklen  Längslinien,   in  Rohrkolben,   Igel- 
kolben, Rohr.  N.  sparganii. 

5.  Schmutzig  weiß  mit  hellrötlichem  Rücken,  in  Rohr. 

N.  dissoluta. 

var.  arundineta. 

Körper  einfarbig.  6. 

6.  Schmutzig  gelbgrün,  in  Rohrkolben,  Igelkolben,  Simse. 

N.  cannae. 
Schmutzig  weiß,  in  Rohr.  N.  geminipuncta. 

Nonagria  nexa  Hb.  (Fig.  186). 

Fühler  hellbraun.  Kopf,  Thorax  und  Beine  rötlichbraun, 
Hinterleib  etwas  heller.  Vorderflügel  breit  mit  stark  geschwungenem 
Außenrand  und  ziemlich  scharfer  Spitze,  oberseits  von  der  Farbe 
des  Thorax,  auf  der  Mitte  dunkler,  längs  des  Saumes  weißlichgrau. 
Die  dunklere,  hinten  verschmälerte  Mittelbinde  von  2  sehr  unscharfen 
hellen  Linien  eingefaßt,  von  denen  meist  nur  die  äußere  deutlicher 
zu  sehen  ist.  Am  Vorderrand  hinter  der  Mitte  einige  helle  Punkte. 
Nierenfleck  sehr  scharf,  weiß,  am  unteren  Ende  längs  der  hinteren 
Mittelader  einwärts  bis  zur  Wurzel  von  Ader  2  verlängert.  Dar- 
über in  der  Zelle  ein  kleiner  weißer  Fleck.  In  dem  helleren 
Saumfeld  auf  den  Adern  eine  Querreihe  feiner  schwarzer  Punkte. 
Saumlinie  dunkel,  Saumschuppen  rotbraun.  Hinterflügel  einfarbig, 
dunkel  oder  heller  graubraun.  Unterseite  in  beiden  Flügeln  rötlich 
graubraun    mit   verschwommener   ziemlich    breiter    Bogenlinie    und 


108 


K.  Griinberg, 


schwärzlicher   Saumlinie.      Flügelspannung   22—28    mm.      August. 
Vorzugsweise  in  Norddeutschland,  selten. 

Raupe:  Kopf  braun  mit  weißlicher  Winkel  Zeichnung;  Nacken- 
schild braungelb  mit  braunem  Vorderrand  und  ebensolchen  Seiten- 
flecken. Afterschild  glänzend  gelb  oder  braun,  hinten  in  2  schwärz- 
liche Zähnchen  auslaufend.  Körper  schmutzig  weiß  mit  2  undeut- 
lichen braunroten  Rückenlängsstriemen  und  4  schwarzen,  ein  feines 


Fig.  186.     Nonagria  nexa  Hb.     Vergr.  2. 

Härchen  tragenden  Warzenpunkten  auf  jedem  Segment.  Stigmen 
schwarz,  über  einer  schwarzen  unterbrochenen  Seitenlinie.  Länge 
bis  30  mm.  Herbst— Juli,  in  den  Stengeln  von  Süßgras  (Glyceria) 
und  Riedgras  (Carex),  dicht  über  der  AVurzel,  erst  im  Juli 
weiter  oben. 

Puppe  glänzend  gelbbraun,   aufrecht  im  Stengel,  ohne  Kopf- 
fortsatz. 

Nonagria  geminipuncta  Hatch.  (Fig.  187). 

Fühler  hellbraun,  oben  weißlich.    Vorderflügel  kurz  und  breit,. 

mit  gerundeter  Spitze.  Leib 
und  Flügel  einfarbig  dunkel- 
grau oder  rötlichbraun.  Nieren- 
fleck der  Vorderflügel  scharf^ 
weiß  mit  mehr  oder  weniger 
deutlicher  schwärzlicher  Um- 
randung, meist  in  einen  vor- 
deren kleinen  und  einen  hin- 
teren größeren  Fleck  aufgelöst. 
Häufig  einwärts  vom  Nieren- 
fleck am  Vorderrand  der  Zelle 
ein  kleiner,  runder,  schwärz- 
licher Fleck.  Außerhalb  de& 
Nierenfleckes  meist  eine  un- 
deutliche schwärzliche  Bogen- 
linie  und  jenseits  derselben  eine  kaum  angedeutete  hellere  Quer- 
binde. Adern  vor  dem  Saum  häufig  weiß  und  schwarz  gefleckt. 
Unterseite  dunkel  graubraun  mit  undeutlichem  Discocellularfleck  im 
Hinterflügel.  Flügelspannung  25 — 33  mm.  August,  ganz  Deutschland. 
Ei  kugelig,  dunkelbraun,  einzeln  an  Rohrstengeln  abgelegt. 
Raupe:  Kopf,  Nacken-  und  Afterschild  schwarzbraun.  Körper 
schmutzig  weiß   oder  gelblich,   mit  2  dorsalen  Längsreihen  kleiner, 


Fig.   187.     Nonagria  geminipuncta 
Hatch.     Vergr.  IV2. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  109 

borstentragender,  schwarzer  Warzenpunkte,  je  4  auf  jedem  Segment 
und  ebensolchen  seitlich  über  den  schwarzen  Stigmen.  Länge  bis 
50  mm.  Herbst— Juni  in  den  Stengeln  des  Rohrs  (Phragmites 
communis  Trin.),  in  Pflanzen  auf  trockenem  Boden,  frißt  die 
inneren,  noch  unausgebildeten  Blätter.  Legt  vor  der  Verpuppung 
unter  und  über  sich  aus  zernagten  Rohrteilen  eine  schräge  Scheide- 
wand an.  Die  Ausflugsöffnung  bleibt  durch  die  dünne  Epidermis 
nach  außen  geschlossen. 

Puppe  aufrecht  im  Stengel,  gestreckt,  walzig,  hellbraun,  mit 
langem  Kopffortsatz.     Puppenruhe  6  bis  7  Wochen. 

Non.  gem.  ab.  nigricans  Stgr. 

Leib  und  Flügel  schwärzlichbraun,  der  Nierenfleck  ganz  ver- 
loschen. 

Nonagria  cannae  Ochsh.  (Fig.  188). 

Fühler  hellbraun,  oben  weiß.  Kopf,  Thorax  und  Flügelober- 
seite beim  ^  rötlichbraun,  beim  $  hellgelblich  graubraun.  Hinter- 
leib bei  beiden  Geschlechtern  etwas  heller  als  der  Thorax.  Vorder- 
flügel breit, 


Fig.  1S8.     Nonagria  cannae  Ochsb.     Vergr.  V-j». 

einfarbig  graubraun,  nur  auf  der  Mitte  am  Zellenende  eine  meist 
ganz  diffuse,  oft  kaum  merkliche  Gruppe  schwarzer  Schuppen. 
Hinter  der  Mitte  auf  den  Adern  eine  Querreihe  schwarzer  Punkte. 
Saumteil  meist  etwas  dunkler,  Saumlinie  schwarz,  Saumschuppen 
wie  die  Flügelgrundfarbe.  Hinterflügel  etwas  dunkler  als  die  Vorder- 
flügel, einfarbig  oder  mit  ganz  schwach  angedeuteter  dunkler  Bogen- 
linie.  Unterseite  beim  cf  rötlichbraun,  beim  ^  heller  oder  dunkler 
graubraun,  ohne  Zeichnung.  Flügelspannung  32  (J) — 42(5)  ™"^- 
August — September.     Ganz  Deutschland,  selten. 

Raupe:  Kopf  gelblichbraun,  Nacken-  und  Afterschild  grünlich- 
weiß oder  gelblich.  Körper  dünn  und  schlank,  schmutzig  gelbgrün 
mit  feinen  schwarzen  Warzenpunkten  und  schwarz  gerandeten 
Stigmen.  Länge  bis  60  mm.  Herbst  —  Juli  im  Stengel  des  Rohr- 
kolbens (Typha)  und  Igelkolbens  (Sparganium),  auch  in  Simsen 
(Scirpus),  bevorzugt  Pflanzen  mit  dünnem  Stengel.  Verpuppung 
in  der  frischen  oder  vorjährigen  Pflanze. 

Puppe  aufrecht  im  Stengel,  unmittelbar  unter  der  Ausflugs- 
öffnung, rotbraun  mit  hellerer  Unterseite,  walzig,  mit  vorgestrecktem 
kegelförmigen  Kopffortsatz.  Vorletztes  Segment  mit  einem  stumpfen 
Höcker,  Hinterende  mit  mehreren  kleinen  Spitzen. 


110 


K.  Grünberg, 


Nonagria  neiirica  Hb. 

Fühler  hellbraun,  oben  weißlich,  Halskragen  weiß  gesäumt. 
Kopf,  Thorax  und  Hinterleib  graubraun,  Hinterleib  etwas  heller. 
Vorderflügel  breit,  Oberseite  gelblich  graubraun,  rohrfarben  mit 
undeutlicher  schwärzlicher,  in  einzelne  Flecke  aufgelöster  Mittel- 
längsstrieme, in  welche  auf  der  hinteren  Mittelader  einige  weiße 
Flecke  eingestreut  sind.  Hinter  der  Mitte  eine  bogenförmige  Querreihe 
schwarzer  Aderpunkte.  Außenrand  mit  strichförmigen  schwärzlichen 
Saumflecken  zwischen  den  Adern,  Saumschuppen  von  der  Flügel - 
grundfarbe.  Hinterflügel  etwas  heller  als  die  Vorderflügel,  mit 
hellgrauer  Basis  und  undeutlichen  dunklen  Saumflecken.  Unter- 
seite hell  gelblich  graubraun,  ohne  Zeichnung,  nur  mit  undeutlicher 
Bogenlinie.  Flügelspannung  30  mm.  Juli  —  August,  Nord-  und 
Westdeutschland,  in  Rohrbeständen,  selten. 

Raupe:  Kopf  dunkelbraun,  Nacken-  und  Afterschild  gelbbraun 
mit  dunkelbrauner  Punktierung.  Körper  schmutzig  weißlich  bis  grau 
mit  3  undeutlichen,  dorsalen,  hellgrauen  Längslinien  und  2  dorsalen 
Reihen  sehr  feiner,  schwarzer,  borstentragender  Warzenpunkte,  je 
4  auf  jedem  Segment  und  schwarzen  Stigmen.  Länge  bis  40  mm. 
Herbst — Mai  oder  Anfang  Juni  in  Rohrstengeln  (Phragmites), 
erwachsen  nur  in  den  frischen  Sprossen.  Verpuppung  im  unteren 
Teil  des  Stengels  oder  in  vorjährigen  Stengeln. 

Puppe  mit  dem  Kopf  abwärts  über  der  Ausflugsöffnung,  walzig, 
hellbraun,  mit  kielförmigem  Kopffortsatz  und  zahlreichen,  haken- 
förmig gekrümmten  Borsten  am  Hinterende.  Puppenruhe  6  bis 
7  Wochen. 


Nonagria  dissoluta  Tr.  var.  arnndineta  Schmidt  (Fig.  189). 

Ähnlich  N.  neurica.  Körper  robuster,  Halskragen  einfarbig, 
Vorderflügel  schlanker,  Oberseite  dunkler,  graubraun  mit  rötlichem 
oder  gelblichem  Anflug,  die  schwärzliche  Längsstrieme  stärker,  die 

weißen      Flecke      schärfer, 
Nierenfleck  meist  deutlich 
sichtbar.      Hinter    der    ge- 
bogenen Punktreihe  auf  den 
Adern  zuweilen  kleine  weiße 
Fleckchen.      Unterseite    in 
beiden  Flügelpaaren  mit 
deutlichem  dunklen  Disco- 
cellularfleck.      Die    Saum- 
punkte ziemlich  scharf. 
Flügelspannung  30 — 35  mm. 
August    —    September,    in 
dichten  Rohrbeständen,  sehr 
selten.     (Hauptform  in  Deutschland  ausgestorben.) 

Raupe:  Kopf  dunkelbraun,  Nacken-  und  Afterschild  graubraun 
mit  je  4  größeren  und  mehreren  kleineren  braunen  Wärzchen. 
Körper  schmutzig  weiß  mit  hell  rötlichem  Rücken.  2.  und  3.  Seg- 
ment mit  je  einer  Querreihe  feiner  schwarzer  Warzenpunkte,  auf 
den  folgenden  Segmenten  je  4  gleiche  Warzenpunkte,  je  3  um  die 
weißen,  schwarz  gesäumten  Stigmen  und  einige  sehr  feine  auf  der 
Außenseite  der  Afterfüsse.     Länge  bis  40  mm.     Herbst — Juni,  in 


Fig.  189.     Nonagria  dissoluta  Tr,  var.  arun- 
dtneta  Schmidt.     Vergr.  IVg. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  Hl 

Rohrslengeln    (Phragmites).      Verpuppung   im   unteren   Teil    des 
Stengels. 

Puppe  gestreckt,  walzig,  hellbraun.     Verhalten  wie  bei  neurica. 

Nonagria  typhae  Thunb.  (P"ig.  190). 

Fühler  hell-  bis  dunkelbraun.  Kopf,  Thorax  und  Beine  dunkel 
rötlichbraun  oder  mehr  grau,  Hinterleib  hell  gelblich  graubraun. 
Vorderflügel  schlank  mit  abgeschrägtem  Außenrand  und  ziemlich 
scharfer  Spitze,  Oberseite  dunkel  graubraun  mit  leichtem  rötlichen 
Anflug,  die  Adern,  besonders  hinter  der  Flügelmitte,  weiß,  begleitet 
von  unbestimmten  schwärzlichen  Schuppenstreifen.  Am  Vorderrand 
hinter  der  Mitte  4  weiße  Punkte.  Hinter  der  Flügelmitte  eine 
schräge  Querreihe  schwarzer  Punkte  auf  den  Adern,  weiter  saum- 
wärts  eine  Parallelreihe  keilförmiger  schwarzer  Zwischenflecke.  Längs 
des  Saumes  kleine  halbkreisförmige  schwarze  Zwischenflecke.  Saum- 
schuppen von  der  Flügelgrundfarbe,  innen  eine  dunkle  Saumlinie 
bildend.  Hinterflügel  hell  gelblich  graubraun  mit  dunkel  graubraunem 
Außenrand  und  schwärzlicher  Saumlinie.  Saumschuppen  hell.  Unter- 
seite der  Vorderflügel  dunkel  graubraun  mit  unscharfem  Discocellu- 
larfleck,   an  der  Spitze  und   am  Außenrand   weißlichgrau,    Adern 


Fig.  190.     Nonagria  typhae  Thunb.     Vergr.  l^jo,. 

hinter  der  Mitte  weißlich.  Hinterflügel  hell,  nur  am  Vorder-  und 
Außenrand  dunkler,  mit  scharfem  schwärzlichen  Discocellularfleck ; 
beide  Flügel  mit  halbkreisförmigen  schwärzlichen  Saumflecken  und 
hellen  Saumschuppen.  Flügelspannung  43 — 53  mm.  August — Sep- 
tember, stellenweise  häufig. 

Raupe:  Kopf,  Nacken-  und  Afterschild  dunkelbraun.  Körper 
glänzend,  schmutzig  fleischfarben  mit  3  dorsalen  hellen  Längs- 
streifen und  schwarzen  Stigmen.  Unterseite  schmutzig  weiß.  Länge 
bis  70  mm.  Herbst — Anfang  August  im  Stengel  des  breitblättrigen 
Rohrkolbens  (Typha  latif  olia  L.),  vorzugsweise  in  Pflanzen,  die 
im  Wasser  stehen. 

Puppe  mit  dem  Kopf  abwärts  über  der  Ausflugsöffnung,  lang- 
gestreckt, walzig,  hellbraun,  mit  kurzem  stumpfen  Kopffortsatz  und 
8  hakenförmig  gekrümmten  Borsten  an  dem  abgerundeten  Hinterende. 

Nonagria  typhae  ab.  fraterna  Tr. 

Oberseite  der  Vorderflügel  einfarbig  dunkel  rotbraun  oder 
schwarzbraun  mit  sehr  stark  oder  ganz  reduzierter  Zeichnung. 
Raupe  blaugrün  mit  gelblichem  Kopf. 


112  K.  Grünberg, 

Nonagria  sparganii  Esp.  (Fig.  191). 

Fühler  hellbraun,  oben  weißlich.  Kopf,  Thorax  und  Beine 
rötlich  oder  gelblichbraun,  Hinterleib  hell  graubraun.  Vorderflügel 
schlank  mit  steilem  Außenrand  und  ziemlich  scharfer  Spitze,  Ober- 
seite beim  c?  rötlich  gelbbraun,  beim  ^  mehr  graubraun  mit  zer- 
streuten schwärzlichen  Schuppen,  die  längs  der  vorderen  und  hinteren 
Mittelader  und  der  von  ihnen  ausgehenden  Adern  sich  oft  stärker 
anhäufen,  so  daß  diese  Partien  schwärzlich  erscheinen  und  in  der 
Zelle  und  über  der  Ader  2  eine  breite  hellere  Längsstrieme  bleibt. 
Beim  ^  ^^  der  Wurzel  der  Adern  3 — 5  ein  ziemlich  scharfer 
schwarzer  Fleck.  Hinter  der  Mitte  eine  stark  einwärts  gebogene, 
oft  recht  undeutliche  Querreihe  schwarzer  Punkte  auf  den  Adern, 
am  Saum  eine  Reihe  schwarzer  Zwischenflecke.  Saumschuppen  wie 
die  Flügelgrundfarbe.  Hinterflügel  etwas  heller  als  die  Vorder- 
flügel, ohne  Zeichnung,  mit  unscharfen,  dunklen  Saumfleckchen. 
Unterseite  in  der  Grundfärbung  wie  die  Oberseite,  Vorderflugel  auf 


Fig.  191.     Nonagria  sparganii  Esp.     Vergr.  I2/3. 

der  Mitte  mehr  oder  weniger  ausgedehnt  schwärzlich,  Innenrand 
des  Hinterflügels  blaß  bräunlichgelb.  Beide  Flügel  mit  schwärz- 
lichen Saumpunkten.  Flügelspannung  35((J) — 45(5)  °^"^'  Mitte  Juli 
— September,  Norddeutschland,  stellenweise  häufig. 

Raupe:  Kopf  gelblichbraun,  Nacken-  und  Afterschild  glänzend 
grün.  Körper  glänzend  lichtgrün  mit  4  dorsalen  dunkleren  Längs- 
linien und  schwarzbraunen  Stigmen,  Länge  bis  60  mm.  Herbst — 
Juli,  im  breitblättrigen  Rohrkolben  (Typha  latifolia  L.),  auch 
in  Igelkolben  (Sparganium)  und  Rohr  (Phragmites),  bevorzugt 
Pflanzen,  die  nicht  unmittelbar  im  Wasser  stehen.  Verwandlung 
in  einer  oben  und  unten  zugesponnenen  Höhlung. 

Puppe  aufrecht  im  Stengel  unter  der  Ausflugsöffnung,  rot- 
braun, schlank,  walzig  mit  kurzem  Kopffortsatz. 

CoeDobia  Steph. 

Verwandt  mit  Nonagria,  aber  wesentlich  kleiner,  mit  schlankem 
zarten  Körper.  Augen  nackt.  Stirnplatte  vorn  zugespitzt.  Fühler 
kurz  und  gleichmäßig  gewimpert.  Taster  nicht  aufgebogen,  etwas 
hängend.     Beine  anliegend   beschuppt.     Geäder  wie   bei  Nonagria. 

Eine  deutsche  Art. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge. 


113 


Coenobia  rufa  Hew. 

Fühler  gelblichbraun.  Kopf  und  Thorax  hell  graubraun,  Hinter- 
leib lang  und  schlank,  hell  gelblichgrün,  glänzend.  Vorderflügel 
ziemlich  schlank  mit  gerundeter  Spitze,  Oberseite  glänzend  grau- 
braun, heller  oder  dunkler,  mit  rötlichem,  leicht  kupferfarbigem  An- 
flug; hinter  der  Mitte  eine  schräge  Querreihe  feiner  schwärzlicher 
Punkte  auf  den  Adern,  die  Adern  von  den  Punkten  bis  zum  Saum 
etwas  dunkler  als  der  Flügelgrund.  Hinterflügel  hell  gelblichgrau, 
glänzend,  am  Außenrand  etwas  dunkler  mit  schwärzlicher  Saum- 
linie. Unterseite  graubraun  mit  schmaler  schwärzlicher  Saumlinie, 
Hinterflügel  an  der  Basis  heller,  mit  unscharfem  dunklen  Disco- 
cellularfleck.  Flügelspannung  21 — 23  mm.  Norddeutschland,  Pom- 
mern, Sachsen,  fliegt  im  Juli  zwischen  Rohr.     Selten. 

Raupe:  sehr  ähnlich  der  von  Nonagria  dissoluta  var.  arundi- 
neta,  aber  bedeutend  kleiner.  Kopf,  Nacken  und  Afterschild 
glänzend  braun.  Körper  weißlich  mit  zart  rötlichem  Rücken  und 
2  Reihen  sehr  feiner  dorsaler  schwarzer  Warzenpunkte,  je  4  auf 
jedem  Segment  und  einer  feinen  schwärzlichen  Seitenlinie,  Herbst 
— Juni,  in  den  Stengeln  von  Binsen  (Jun- 
cus  lampocarpus  Ehrh.). 

Puppe  aufrecht  im  Stengel,  lang- 
gestreckt, hellbraun,  mit  kurzem  Kopf- 
fortsatz und  2  Borsten  am  Hinterende. 

Calaraia  Hb.  (Fig.  192.) 

Augen  nackt.  Stirn  ohne  Fortsatz, 
mit  dichter  abstehender  Behaarung. 
Fühler  des  c^  bei  lutosa  lang  und  pinsel- 
artig, bei  phragmitidis  kurz  und  gleich- 
mäßig gewimpert.  Taster  aufgebogen,  bis 
zur  Stirn  reichend,  mit  kurz  zylindri- 
schem Endglied.  Thorax  glatt  behaart 
mit  ziemlich  undeutlichem  vorderen  Haar- 
schopf.    Spitze  der  Vorderflügel  etwas  vorgezogen,   ziemlich  scharf. 

Raupen  lang,  walzig,  mit  großem  kugeligen  Kopf  und  feinen, 
dunklen,  borstentragenden  Wärzchen,  in  Rohr.  Puppen  mit  haken- 
förmigen Borsten  an  dem  abgerundeten  Hinterende. 

2  deutsche  Arten. 


Fig.    192.      Calamia  phrag- 
mitidis Hb.     Geäder. 


Artenübersicht. 
Imagines. 
Vorderflügel  lang  und  schmal,  hellbraun  oder  rötlich  graubraun  mit 
einer  Querreihe  schwarzer  Punkte,  größere  Art  von  45—50  mm 
Spannweite.  C.  lutosa. 

Vorderflügel   kurz   und   breit,   hell   oder  dunkler  graubraun   ohne 
Zeichnung,  kleinere  Art  von  30 — 35  mm.  Spannweite. 

C.  phragmitidis. 

Raupen. 
Fleischfarben  mit  braunem  Kopf,  in  Rohrwurzeln.  C.  lutosa. 

Weißlich  mit  schwarzem  Kopf,  in  Rohrstengeln.     C.  phragmitidis. 

Süßwasserfauna  von  Deutschland.     Heft  8.  8 


114  .  K.  Grünberg, 

Calainia  Intosa  Hb. 

Fühler  hellbraun  oder  grau.  Kopf  und  Thorax  hellbraun,  röt- 
lich graubraun  oder  hell  bräunlichgrau,  Hinterleib  ähnlich,  aber 
immer  etwas  heller.  Vorderflügel  lang  und  schmal,  Oberseite  stets 
von  der  Farbe  des  Thorax,  mit  gleichfarbigen  Saumschuppen,  zer- 
streuten schwarzen  Schuppen  und  schmaler  heller  Saumlinie;  hinter 
der  Mitte  eine  stark  gebogene  Querreihe  schwarzer  Aderpunkte, 
welche  sich  bei  hellgefärbten  Stücken  auf  den  Hinterflügel  fort- 
setzen kann.  Hinterflügel  heller  als  der  Vorderflügel,  gelblich 
graubraun  oder  grau.  Unterseite  gefärbt  wie  die  Oberseite,  mit 
undeutlichen  schwärzlichen  Saumpunkten  zwischen  den  Adern,  heller 
Saumlinie  und  zerstreuten  schwärzlichen  Schuppen,  die  gewöhnlich 
auf  der  Mitte  der  Vorderflügel  stärker  angehäuft  sind  und  hier 
einen  deutlichen  Discocellularfleck  bilden.  Flügelspannung  45  bis 
50  mm.  August  —  Oktober  in  Rohrbeständen  oder  auch  entfernt 
von  solchen,  am  Rand  von  Gehölzen;  selten. 

Eier  klein,  kugelig,  weißlichgelb,  in  Gelegen  von  5 — 30  Stück 
unter  den  umgeschlagenen  Rändern  der  Teichrohrblätter,  mit  einer 
gelatineartigen  Schicht  überzogen. 

Raupe:  Kopf  braun,  Nacken  und  Afterschild  bräunlichgelb, 
durch  eine  helle  Mittellinie  geteilt.  Körper  bräunlich  fleischfarben 
mit  4  sehr  feinen  schwarzen  Warzenpunkten  auf  jedem  Segment 
und  einer  schwärzlichen,  an  den  Einschnitten  unterbrochenen  dor- 
salen Mittellängsstrieme  auf  den  Hinterleibssegmenten,  die  auf  jedem 
Segment  von  einer  gleichfarbigen  Querlinie  gekreuzt  wird.  Stigmen 
weiß  mit  schwarzer  Umrandung.  Länge  bis  60  mm.  April— Juli 
in  den  Wurzeln  des  Rohres  (Phragmites)  in  außerhalb  des  Wassers 
stehenden  Pflanzen,  oft  bis  über  1  m  tief  in  der  Erde,  bringt  die 
befallenen  Pflanzen  zum  Absterben.  Verpuppung  in  der  Erde 
dicht  unter  der  Oberfläche  oder  in  herumliegenden  Rohrstücken  in 
einem  leichten  Gespinst  oder  ohne  solches. 

Puppe  gelbbraun,  am  stumpfen  Hinterende  mit  2  längeren 
und  zwei  kürzeren  hakenartig  gekrümmten  Borsten. 

Calamia  phragmitidis  Hb. 

Fühler  und  Taster  gelblichbraun.  Kopf  und  Thorax  weißlich 
graugelb.  Hinterleib  und  Beine  etwas  dunkler,  graubraun.  Vorder- 
flügel kurz  und  breit,  mit  abgeschrägtem  Außenrand,  Oberseite  ganz 
hell  bis  dunkel  graubraun,  am  Außenrand  stets  am  dunkelsten, 
Saumschuppen  braun  oder  rotbraun;  ganz  ohne  Zeichnung,  an  der 
Basis  zuweilen  mit  grünlichem  Anflug  oder  die  Adern  schwach 
weißlich.  Hinterflügel  wie  die  Vorderflügel,  mit  helleren  Saum- 
schuppen. Unterseite  wie  oben,  mit  schmaler  dunkler  Saumlinie, 
Vorderflügel  auf  der  Mitte  dunkler.  Flügelspannung  30—35  mm. 
Juli,  zerstreut  und  selten. 

Raupe:  Kopf  und  Afterschild  glänzend  schwarz,  Nackenschild 
braun  mit  breiten  schwarzen  Seitenrändern.  Körper  schmutzig 
weiß  mit  einem  großen,  unbestimmten,  braunvioletten  seitlichen 
Fleck  auf  jedem  Segment,  mit  schwärzlicher,  an  den  Einschnitten 
unterbrochener  dorsaler  Mittellängsstrieme  und  4  feinen  schwarzen 
Warzenpunkten  auf  jedem  Segment.  Stigmen  schwarz.  Länge  bis 
40  mm.  Mai  an  sumpfigen  Stellen  in  den  jungen  Stengeln  des 
Rohrs  (Phragmites),  zunächst  in  der  Wurzel  unter  der  Wasser- 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  115 

Oberfläche,  zuweilen  mehrere  Fuß  tief  im  Wasser,  später  oben  im 
Stengel,  ist  sehr  gefräßig  und  wächst  sehr  schnell.  Die  befallenen 
Pflanzen  kenntlich  an  ihren  verwelkten  Spitzen  und  an  einer 
Öffnung  in  dem  bewohnten  Internodium.  Verpuppung  an  der  Erd- 
oberfläche oder  in  Rohrstoppeln. 

Puppenruhe  4  Wochen.  Ausschlüpfen  nur  in  den  späten  Abend- 
stunden oder  nachts. 

k  Tapinostola  Led. 

Kleine  Arten  mit  schlankem  zarten  Körper  und  langen  Vorder- 
flügeln, den  Nonagrien  ähnlich.  Augen  nackt.  Stirn  ohne  Fort- 
satz, abstehend  behaart.  Fühler  beim  (^  kurz  und  dicht  gewimpert. 
Taster  vorgestreckt,  ganz  schwach  aufgebogen,  unten  lang  abstehend 
behaart,  mit  zylindrischem  Endglied.  Vorderflügel  mit  geradem 
Vorderrand  und  scharfer,  spitzwinkliger  Spitze.  Geäder  wie  bei 
Calamia.     Schenkel  und  Schienen  mit  langen  äußeren  Haarfahnen. 

Raupen  spindelförmig,  an  den  Wurzeln  von  Gräsern. 

6  deutsche  Arten,  davon  2  am  Wasser. 

Artenübersicht. 

Imagines. 

Vorderflügel  ohne  Zeichnung,  Unterseite  gelblich.     T.  Hellmanni. 

Vorderflügel    mit    einer    Querreihe    schwarzer    Punkte,    Unterseite 

rötlich.  T.  fulva. 

Raupen. 

Gelblichweiß  mit  rötlichem  Rücken,  in  Schilf,  Verpuppung  in  der 
Erde.  T.  Hellmanni. 

Gelblichweiß  mit  2  rötlichen  Rücken  streifen,  in  Glyceria  und 
Carex,  Verpuppung  in  der  Futterpflanze.  T.  fulva. 


Tapinostola  Hellmanni  Eversm. 

Fühler  hellbraun,  oben  weißlich.  Kopf,  Thorax  und  Hinterleib 
hell  graubraun  oder  der  Hinterleib  etwas  heller,  mehr  gelblichgrau. 
Oberseite  der  Vorderflügel  hell  graubraun  mit  rötlichem  Anflug 
oder  durch  schwärzliche  Schuppen  schmutzig  braun  erscheinend, 
ohne  Zeichnung,  mit  gleichfarbigen  Saumschuppen  und  schmaler 
dunkler  Saumlinie.  Hinterflügel  etwas  heller.  Unterseite  grau- 
braun oder  mehr  gelblich,  ungezeichnet  oder  mit  ganz  undeutlicher 
mittlerer  Bogenlinie.  Flügelspannung  25  mm.  Juli — August,  Nord- 
deutschland, selten. 

Ei  kugelig,  glänzend  weiß. 

Raupe:  Kopf  glänzend  hellbraun,  vorn  mit  einem  seitlichen 
schwarzen  Fleckchen;  Nacken-  und  Afterschild  bräunlichgelb,  weniger 
glänzend.  Körper  schmutzig  gelblichweiß  mit  schwach  rötlichem 
Rücken  und  hellerer  Unterseite,  Stigmen  schwarz.  Länge  bis  30  mm. 
August  — Ende  Juni  an  sumpfigen  Stellen  in  Schilf  (Calama- 
grostis  epigeios  Roth)  im  unteren  Teil  des  Stengels,  von  außen 
bemerkbar  durch  das  gelbe  Herzblatt.  Verpuppung  in  der  Erde 
in  einem  leichten  Gespinst. 

Puppe  blaßgelblich.     Puppenruhe  3 — 4  Wochen. 


116  K.  Griinberg, 

T.  Hellm.  ab.  satnrata  Stgr. 
Oberseite  der  Vorderflügel  ganz  dunkelbraun. 
Tapinostola  fnlva  Hb. 

Fühler  hellbraun.  Kopf  und  Thorax  hell  rötlich  graubraun, 
Hinterleib  heller,  mehr  graugelb.  Oberseite  der  Vorderflügel  gelb- 
lichrot oder  hell  rötlich  graubraun  mit  gleichfarbigen  Saumschuppen 
und  einer  meist  sehr  undeutlichen  schrägen  Querreihe  feiner 
schwarzer  Aderpunkte  hinter  der  Mitte.  Hinterflügel  hell  grau- 
braun. Unterseite  in  beiden  Flügelpaaren  hell  rötlich  graubraun, 
auf  der  Mitte  der  Vorderflügel  dunkler.  Flügelspannung  25  mm. 
August — September,  Norddeutschland. 

Raupe  kurz,  in  der  Mitte  am  breitesten,  hart  und  steif.  Kopf 
braun,  mit  hellen  Fleckchen  und  weißer  Gabelzeichnung.  Nacken- 
schild gelb  mit  braunem  Vorderrand  und  einer  mittleren  und  2 
seitlichen  Vertiefungen.  Afterschild  glänzend  gelb  oder  braun,  hinten 
in  2  braune  oder  schwarze  Zähnchen  auslaufend.  Körper  schmutzig 
gelblichweiß  mit  2  unscharfen,  verschwommenen  rötlichen  Rücken- 
streifen und  4  sehr  feinen  schwärzlichen,  borstentragenden  Wai-zen- 
punkten  auf  jedem  Segment,  zwischen  denselben  einzelne  Gruppen 
von  sehr  kurzen  parallelen  Längsstreifen.  Stigmen  schwarz,  in  einer 
unterbrochenen  schwärzlichen  Linie.  Länge  bis  30  mm.  Herbst  — 
Juni.  In  Surapfgräsern  [Wasserschwaden  (Glyceria  aquatica 
Wahlenb.),  Sumpfsegge  (Carex  acutiformis  Ehrh.)]  dicht  über 
der  Wurzel,  Verpuppung  im  oberen  Teil  des  Stengels  nahe  bei  den 
abgestorbenen  Herzblättern  zwischen  lose  zusammengesponnenen 
zernagten  Pflanzenteilen. 

Puppe  gelbrot,  mit  vorragendem  Kopf,  Hinterende  abgerundet, 
mit  Dornen. 

T.  fiilv.  ab  concolor  Tutt. 

Einfarbig  hell  gelblichgrau.     Norddeutschland. 

Senta  Steph.  (Fig.   193). 

Augen  nackt.     Stirn  gewölbt,  mit  glatter  anliegender  Beschup- 
pung.    Fühler  sehr  kurz  und  gleichmäßig  dicht  gewimpert.    Taster 
sanft  aufgebogen,  bis  zur  Stirn  reichend, 
mit  anliegender  Beschuppung  und  ziem- 
lich langem  Endglied.     Thorax  glatt  be- 
haart,   mit    schwachem    vorderen   Haar- 
schopf.    Vorderflügel  langgestreckt,    mit 
gleichmäßig  gebogenem  Vorder-  und  Hin- 
terrand und  scharfer  rechtwinkliger  Spitze. 
Ader  3  und  4  im  Hinterflügel  aus  dem 
unteren 'Zellenende,  6  und  7  kurz  gestielt 
Raupen  schlank,   dorsoventral  etwas 
abgeplattet,  dünn  und  zerstreut  behaart, 
FigAdS.Sen^a^arih-maTausch.^^^  feinen  Wärzchou.     In  Toichrohr. 
Geäder.  Eine  deutsche  Art. 

Senta  maritima  Tausch. 

Fühler  hellbraun,  oben  weißlich.  Kopf,  Thorax  und  Beine 
graubraun,   Hinterleib  heller,   gelblichgrau,   schlank.     Vorderflügel 


I 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  117 

schlank,  mit  scharfer  Spitze,  Außenrand  zunächst  senkrecht,  an  der 
Ader  3  nach  innen  umbiegend;  Oberseite  graubraun,  zwischen  den 
beiden  Mitteladern  und  am  Außenrand  mehr  gelblichbraun.  Ring- 
und  Nierenfleck  durch  einige  weiße  Fleckchen,  welche  einen  un- 
vollkommenen Ring  bilden,  angedeutet.  Hinter  der  Mitte  eine 
schräge  Querreihe  feiner  schwarzer  Punkte  auf  den  Adern,  Außen- 
rand mit  schwarzen  Saumpunkten.  Saumschuppen  graubraun.  Hinter- 
flügel weißgrau  mit  feiner  dunkler  Saumlinie.  Unterseite  der  Vorder- 
flügel hell  oder  dunkler  graubraun,  der  Hinterflügel  weißlich  mit 
dunklerem  Vorder-  und  Außenrand,  in  beiden  Flügelpaaren  mit 
scharfem  schwärzlichen  Discocellularfleck  und  dunkler  Bogenlinie, 
welche  sich  im  Hinterflügel  in  schwärzliche  Punkte  auflöst,  sowie 
dunklen  Saumpunkten.  Flügelspannung  30—35  mm.  Juni — Juli, 
zwischen  Rohr.     Stark  variabel. 

Raupe:  Kopf  oben  etwas  eingeschnitten,  glänzend  schwarz- 
braun, Nackenschild  kurz,  halbkreisförmig,  glänzend  braun.  Körper 
graugelblich  mit  rötlichem  oder  bläulichem  Anflug.  Auf  dem  Rücken 
eine  feine  weißliche,  an  den  Einschnitten  unterbrochene  Mittel- 
längslinie, begleitet  von  2  feinen  weißlichen  Nebenlinien,  auf  der 
Seite  ein  feiner  weißlicher,  darunter  ein  schwärzlicher  Seitenstreif. 
Körper  bedeckt  mit  zerstreuten,  feinen,  schwarzen  Warzenpunkten 
und  feinen  hellen  Härchen.  Stigmen  schwarz.  Länge  bis  40  mm. 
Spätsommer  —  Mai  in  Rohr  (Phragmites),  tagsüber  in  Rohr- 
stoppeln verborgen,  führt  eine  nächtliche  Lebensweise  und  lebt 
räuberisch  von  anderen  im  Rohr  vorkommenden  Insekten,  selbst 
von  Raupen  und  Puppen.  Verpuppung  in  zugesponnenen  Rohr- 
stoppeln in  einem  leichten  Gespinst. 

Puppe  schlank  und  dünn,  hellbraun  mit  gelblicher  Unterseite, 
Hinterende  stumpf  mit  2  längeren  und  4  kürzeren  Borsten. 

S.  mar.  ab.  bipunctata  Hew.  (Fig.  194). 

Im  Vorderflügel  an  Stelle  des  Ring-  und  Nierenfleckes  2  scharfe, 
runde,   schwarze  Flecke,   welche  auch   auf   der  Unterseite   sichtbar 


Fig.  194.     Senta  maritima  Tausch,  ab.  bipunctata  Hew.     Vergr.  P/s- 

sind;    an   der  Basis  ein  kurzer,    schwacher  Längsstrich,    hinter   der 
*    Punktreihe    ein    schwarzer    Wisch.      Saumpunkte    scharf,    schwarz. 
Discocellularfleck  im  Hinterflügel  auch  auf  der  Oberseite. 


I 


118 


K.  Grünberg, 


S.  mar.  ab.  wismariensis  Schmidt. 
Vorderflügel   mit   schwarzer,    außen    verbreiterter   Mittellängs- 
strieme,   in    der   die   beiden   schwarzen,    schmal   weiß   umrandeten 
Flecke  liegen. 

S.  mar.  ab.  nigricostata  Stgr. 
Vorderflügel    mit   breitem    schwarzen   Vorderrand.     Pommern. 

S,  mar.  ab.  nigrostriata  Stgr. 
Vorderflügel  mit  zahlreichen,  schmalen,  schwarzen  Längsstrichen. 

Meliana  Curt. 

Verwandt  mit  Senta.  Augen  behaart.  Endglied  der  Taster 
sehr  kurz,  stummeiförmig.  Thorax  ohne  Haarschopf.  Hinterleib 
beim  (^  mit  breitem  Afterbüschel,  beim  5  spitz.  Vorderflügel  mit 
scharfer  vorgezogener  Spitze  und  abgeschrägtem  Außenrand.  Ge- 
äder  wie  bei  Senta. 

.  Raupe  gestreckt,  walzig,  an  Vorder-  und  Hinterende  etwas 
verjüngt,  in  Rohr.  Puppe  schlank,  walzig,  mit  4  Dornen  am  ab- 
gerundeten Hinterende. 

Nur  eine  Art. 

Meliana  flammea  Curt  (Fig.  195). 
Fühler  hellbraun.  Kopf,  Thorax  und  Beine  rötlich  graubraun, 
Hinterleib  heller,  grau.  Oberseite  der  Vorderflügel  von  der  Farbe 
des  Thorax,  einfarbig,  auf  der  Mitte  etwas  dunkler,  hinter  der 
Mitte  mit  einer  dem  Außenrand  parallelen  Querreihe  feiner  schwarzer 
Punkte  auf  den  Adern  und  mit  schwarzen  Saumpunkten;  die  beiden 
Punktreihen  zuweilen  ganz  verloschen.  Adern  längs  des  Vorder- 
randes und  hinter  der  Punktreihe  weißlich.  Saumschuppen  wie  die 
Flügelgrundfärbung.  Hinterflügel  hell  graubraun  mit  etwas  helleren 
Saumschuppen.  Unterseite  in  beiden  Flügeln  wie  die  Grundfärbung 
der  Oberseite,  ohne  Zeichnung,  nur  mit  kleinen  schwärzlichen 
Saumpunkten.  Flügelspannung  35  mm.  Mitte  Mai  —  Anfang  Juni, 
in  Rohrbeständen,  selten,    cf  fliegt  nur  an  warmen  dunklen  Abenden. 


Fig.  195.     Meliana  flammea  Curt.     Vergr.  1^/^. 

Raupe:  Kopf  bräunlichgelb,  Nacken-  und  Afterschild  hell- 
braun. Körper  gelblich  mit  zerstreuten  feinen  schwarzen  Warzen- 
punkten und  3  weißlichen  Rückenlinien,  die  mittlere  undeutlich 
und  dunkel  gesäumt,  die  seitlichen  an  den  Einschnitten  unter- 
brochen.   Stigmen  schwarz  umrandet,  in  einer  hellen  Seitenstrieme. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  119 

Länge  bis  40  mm.  Sommer  —  Herbst  in  Rohr  (Phragmites). 
Verpuppung  im  September  oder  Oktober  zwischen  2  dünnen  ge- 
sponnenen Scheidewänden. 

Puppe  schwarzbraun,   im  Winter  in  Rohrstoppeln. 

Leucania  Ochsh.   (Fig.   196). 

Augen  behaart.  Fühler  borstenförmig,  beim  (j"  mit  gleich- 
mäßiger sehr  kurzer  Wimperung  und  jederseits  einer  kurzen  feinen 
Borste  am  Ende  jedes  Gliedes.  Tas- 
ter wie  bei  Meliana.  Rüssel  kräftig. 
Thorax  mit  glatter  anliegender  Be- 
haarung, bei  manchen  Arten  hinter 
dem  Halskragen  mit  einem  kleinen 
aufgerichteten  Haarschopf.  Hinter- 
leib schmal  kegelförmig,  beim  cj*  ab- 
gestumpft, beim  ^  spitz.  Vorderflügel 
gegen  die  Spitze  verbreitert,  Spitze 
rechtwinklig  oder  nur  wenig  vorge- 
zogen, Saum  ganzrandig.  Saum  der 
Hinterflügel  an  der  Ader  5  etwas 
eingebuchtet;  Ader  3  und  4  aus  dem 
unteren,  6  und  7  aus  dem  oberen  ^'^-  ^'^^'  ^'^'^^i^-  «eäder. 
Zellenende. 

Raupen  spindelförmig  mit  kleinem  Kopf,  nackt,  schmutzig  gelb 
oder  weißlich  mit  helleren  und  dunkleren  Längsstreifen  und 
schwarzen  Warzenpunkten.  Tagsüber  versteckt,  die  am  Wasser 
lebenden  Arten  gern  in  Rohrstückchen  und  Rohrstoppeln  verborgen, 
an  Rohr,  Schilf  und  Sumpfgräsern. 

Puppen  schlank,  mit  Borsten  oder  Dornen  am  Hinterende. 
Zahlreiche  deutsche  Arten,  davon  6  am  Wasser  oder  auf  Sumpfboden. 

Artenübersicht. 
Imagines. 

1.  Vorderflügel    mit   schwarzem    Wurzelstrich    und    schwarzen 

Längsstrichen  zwischen  den  Adern  hinter  der  Mitte.        2. 
Vorderflügel  ohne  scharfe  schwarze  Striche.  3. 

2.  Vorderflügel  mit  scharfem,  _i  -förmigem  weißen  Fleck  auf  der 

Mitte,  Wurzelstrich  kurz.  L.  1  album. 

Vorderflügel  ohne  solchen  Fleck,  Wurzelstrich  lang. 

L.  comma. 

3.  Vorderflügel   mit   einzelnen   schwarzen  Punkten   oder   einer 

Punktreihe.  4. 

Vorderflügel  ohne  schwarze  Punkte,   auf   der  ganzen  Fläche 

zwischen  den  Adern  mit   zerstreuten  schwarzen   Schuppen 

bedeckt.  L.  Impudens. 

4.  Vorderflügel  mit  3  einzelnen  schwarzen  Punkten  am  unteren 

Zellenende  und  auf  der  Mitte  der  Ader  2  und  5.  5. 

Vorderflügel  mit  einer  schrägen  Bogenreihe  schwarzer  Punkte. 

L.  obsoleta. 

5.  Unterseite  bräunlich,  Discocellularflecke  undeutlich. 

L.  impura. 
Unterseite  weiß,  Discocellularflecke  scharf,  schwarz. 

L.  straminea. 


120  K.  Grünberg, 

Raupen. 

1.  Auf  der  Rückenmitte  mit  einer  oder  mehreren  dunklen  Längs- 

striemen, mit  weißlichen  Längslinien  oder  ohne  solche.    2. 

Rückenmitte  hell,  mit  3  weißlichen  Längslinien,  die  seitlichen 

außen   von    einer   schwärzlichen    Linie   begleitet,    an  Rohr 

und  Seggen.  L.  impudens. 

2.  Nur  eine  mittlere  dunkle  Längsstrieme.  3. 
3   schwarze   Längsstriemen,    die   mittlere   durch    eine   weiße 

Längslinie  geteilt.  5. 

3.  Mit  einer  oder  mehreren  weißlichen  dorsalen  Längslinien.    4. 
Hellgrau  mit  dunkler  Rückenstrieme,  ohne  helle  Längslinien, 

an  Rohr.  L.  obsoleta. 

4.  Mit  einer  weißlichen  Mittellängslinie  in  der  dunklen  Rücken- 

strieme, an  Rohr  und  Seggen.  L.  impura. 

Mit  5  weißlichen  Längslinien,    die   mittlere  in   der  dunklen 

Strieme,  an  Rohr.  L.  straminea. 

5.  Kotlichbraun  mit  braunem  Kopf,  an  Gräsern.         L.  comma. 
Hell  gelblichbraun  mit  grünlichgrauem  Kopf,  an  Gräsern. 

L.  1  album. 
Leucania  1  album  (L.)  (P'ig.  197.; 

Fühler  schwärzlich  graubraun.  Körper  hell  graubraun,  Hals- 
kragen mit  2  schwärzlichen  Querbinden,  Schulterdecken  mit  ein- 
zelnen schwarzen  Schuppen.  Vorderflügel  oberseits  gelblichgrau 
mit  dunkel  graubraunen,  von  der  Wurzel  bis  zur  Spitze  reichenden, 


auf  der  Mitte  verbreiterten  Mittellängsschatten  und  ebenso  gefärbtem 
Saum.  Nahe  der  Wurzel  am  Hinterrand  des  Mittelschattens  ein 
schwarzer  Längsstrich.  Zwischen  den  Adern  2  und  3  längs  der  hinteren 
Mittelader  ein  scharfer  weißer  Strich,  welcher  am  Zellenende  recht- 
winklig nach  oben  umbiegt  und  so  die  Form  eines  -i  annimmt. 
Adern  hinter  der  Flügelmitte  weiß,  besonders  deutlich  3  und  4.  Außen- 
rand mit  heller  Saumlinie  und  schwarzen  Saumpunkten  zwischen 
den  Adern.  Hinterflügel  von  der  Grundfarbe  der  Vorderflügel,  an 
der  Wurzel  heller,  Saum  und  Adern  dunkel  graubraun.  Unterseite 
der  Vorderflügel  glänzend  gelblichgrün  mit  schwarzen  Saumpunkten 
und  schwach  angedeuteter,  am  Vorderrand  mit  einem  schärferen 
schwärzlichen  Fleck  beginnender  Bogenlinie.  Hinterflügel  glänzend 
hellgrau  mit  zerstreuten  dunkelbraunen  Adern  am  Vorderrand  und 
Saum  und  schwarzen  Saumpunkten.  An  der  Stelle  der  Bogenlinie 
undeutliche  schwärzliche  Punkte  auf  den  Adern.  Flügelspannung 
35  mm.     Mai— Juni  und  Ende  August— Oktober,  nicht  selten. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  121 

Raupe  (Fig.  178):  Kopf  glänzend  grünlichgrau.  Körper  hell 
gelblichbraun  mit  3  dorsalen  schwärzlichen  Längsstriemen,  die 
mittlere  durch  eine  weißliche  Linie  geteilt,  die  seitlichen  oben  hell 
gesäumt;  zwischen  den  Längsstriemen  jederseits  eine  Reihe  schwarzer, 
einzeln  auf  den  Segmenten  stehender  Warzenpunkte.  Über  den 
schwarzen  Stigmen  2  schwärzlichgraue  Seitenstreifen,  unter  den- 
selben auf  jedem  Segment  einige  schwarze  Punkte.  Länge  bis 
40  mm.  Auf  nassen  Wiesen  an  Gräsern.  2  Generationen,  Herbst — 
Frühjahr  und  Juni— Juli.  Verpuppung  in  einem  leichten,  mit  Erde 
und  Pflanzenteilen  verwebten  Gespinst. 

Puppe  kurz  und  dick,  hellbraun  mit  hellen  Einschnitten. 

Leiicania  comma  (L.). 

Fühler  bräunlich,  oben  hellgrau.  Körper  hell  graubraun,  Kopf 
meist  etwas  dunkler,  Halskragen  mit  schwärzlicher  Querbinde.  Unter- 
seite des  Hinterleibs  rötlichbraun.  Oberseite  der  Vorderflügel  hell 
graubraun  mit  dunkleren  Längsschatten  zwischen  den  Adern.  Vorder- 
rand und  Adern  weißlich,  besonders  scharf  die  hintere  Mittelader; 
hinter  derselben  ein  scharfer  schwarzer  Längsstrich  von  der  Wurzel 
bis  zum  Zellenende,  ferner  hinter  der  Mitte  zwischen  den  Adern 
mehr  oder  weniger  deutliche  schwarze  Längsstriche.  Vor  dem 
unteren  Zellenende  ein  scharfer  schwarzer  Punkt.  Außenrand  und 
Saumschuppen  am  dunkelsten,  meist  etwas  rötlich;  zwischen  den 
Adern  schwarze  Saumpunkte,  die  schwarzen  Längsstreifen  zuweilen 
bis  zu  diesen  verlängert.  Hinterflügel  heller  oder  dunkler  grau- 
braun mit  heller  W^urzel  und  hellen  Saumschuppen.  Unterseite 
rötlich  graubraun,  heller  oder  dunkler,  Hinterflügel  am  Innenrand 
grau  mit  dunkleren  Adern.  Flügelspannung  35  —  40  mm.  Ende 
Mai — Juli  und  Ende  August  —  Oktober. 

Raupe:  Kopf  braun  mit  schwärzlichen  Striemen;  Nackenschild 
schwarz  mit  3  weißen  Linien,  von  denen  sich  die  mittlere  als  feine 
Längslinie  über  den  ganzen  Rücken  fortsetzt.  Körper  heller  oder 
dunkler  rötlichbraun  mit  zerstreuten  schwarzen  Punkten,  3  dorsalen 
schwarzen  Ijängslinien,  die  mittlere  durch  i^ie  weiße  Mittellinie  ge- 
teilt. Seiten  heller,  Stigmen  schwarz,  in  einer  schwärzlichen  Längs- 
strieme. Unterseite  gelblichgrau.  Länge  bis  50  mm.  Auf  nassen 
AViesen  an  Gräsern,  besonders  Schwingelgras  (Festuca).  Ver- 
puppung an  der  Erde  in  einem  leichten,  mit  Erde  und  Graswurzeln 
verwebten  Gespinst.     2  Generationen. 

Puppe  wie  bei  Letic.  l  album. 

Leiicania  impudens  Hb, 

Fühler  hellbraun,  oben  weißlich  grau.  Kopf  und  Thorax  hell 
graubraun  mit  rötlichem  Anflug.  Hinterleib  oben  heller,  mehr 
grau,  Unterseite  und  Beine  dunkler.  Oberseite  des  Vorderflügels 
hell  rötlich  graubraun  mit  weißlichen  Adern  und  über  die  ganze 
Fläche  zwischen  den  Adern  zerstreuten  schwarzen  Schuppen.  Zwischen 
den  Adern  ferner  unbestimmte  dunkle  Längsstreifen,  welche  gegen 
den  Saum  breiter  und  deutlicher  werden.  Hinterflügel  dunkel 
graubraun  mit  helleren,  rötlichen  Saumschuppen.  Unterseite  hell 
rötlich,  wie  die  Oberseite  des  Vorderflügels  mit  schwarzen  Schuppen 
bestreut;  Vorderflügel  auf  der  Mitte  breit  verdunkelt.     Hinterflügel 


122  K-  Grünberg, 

zuweilen  mit  undeutlichem  Discocellularfleck.  Flügelspannung 
35 — 40  mm.  Juni — Juli.  Mehr  in  Süddeutschland,  besonders  in 
den  Alpen. 

Raupe:  Kopf  gelbbraun  mit  schwärzlichen  Punkten  und  2 
ebensolchen  nach  hinten  divergierenden  Striemen;  Nackenschild 
glänzend  braun  mit  3  weißlichen  Linien.  Köi-per  gelblichweiß 
mit  3  dorsalen  weißen  Längslinien,  die  mittlere  zwischen  2  Reihen 
zu  je  1  Paar  auf  jedem  Segment  stehender  schwarzer  Warzenpunkte, 
die  äußeren  auf  der  Innenseite  von  einer  schwarzen  Längslinie  be- 
gleitet. Seitlich  3  weitere  feine  weißliche  Längslinien.  Stigmen 
schwarz,  in  einer  grauen  Längslinie.  Länge  bis  50  mm.  Herbst 
— Mai,  an  sumpfigen  Stellen  in  Rohr  (Phragmites)  und  Seggen 
(Gar ex).     Verpuppung  an  der  Erdoberfläche. 

Puppe  hell  rotbraun,  schlank. 

Leucania  obsoleta  Hb. 

Fühler  braun,  oben  hellgrau.  Kopf  und  Thorax  gelblich  grau- 
braun, Hinterleib  etwas  heller,  mehr  grau.  Oberseite  der  Vorder- 
flügel von  der  Farbe  des  Thorax,  mit  weißlichen  Adern  und  gelb- 
lichen feinen  dunklen  Längslinien  wie  bei  L.  imptira.  Hinter  der 
Mitte  eine  vom  Vorderrand  zur  Mitte  des  Hinterrandes  ziehende 
schräge  Bogenreihe  schwarzer  Aderpunkte.  Außenrand  mit  feinen 
schwarzen  Saumpunkten.  Hinterflügel  weißgrau  mit  ebensolchen 
Saumschuppen,  Adern  und  Außenrand  dunkelbraun,  am  Saum 
einige  schwärzliche  Punkte.  Unterseite  im  Vorder-  und  Hinter- 
flügel weißlichgrau,  am  Vorderrand  mehr  gelblich  mit  zerstreuten 
schwärzlichen  Schuppen,  mit  deutlichem  dunklen  Discocellularfleck 
und  schwarzen  Saumpunkten;  Vorderflügel  auf  der  Mitte  ver- 
dunkelt.    Flügelspannung  34 — 40  mm.     Ende  Mai — Juli. 

Raupe:  Kopf,  Nacken-  und  Afterschild  graubraun.  Körper 
in  der  Jugend  grün,  erwachsen  hellgrau  mit  dunklerer  Rücken- 
längslinie. Stigmen  schwarz.  Länge  bis  50  mm.  Herbst — Anfang 
Mai,  an  Teichen  und  sumpfigen  Stellen,  an  Rohr  (Phragmites), 
tagsüber  in  Rohrstoppeln  oder  abgebrochenen  hohlen  Stücken. 
Spinnt  sich  am  unteren  Ende  von  Rohrstengeln  oder  in  Stoppeln 
ein  und  überwintert  daselbst  von  September  bis  Mai  in  einem 
Gespinst.     Verpuppung  Anfang  Mai. 

Puppe  braun  mit  4  feinen  Borsten  und  2  Dornen  am  Hinterende. 

Lencania  impura  Hb. 

Fühler  hellbraun,  oben  weißlich.  Körper  gelblich  oder  bräun- 
lich grau,  Kopf  und  Thorax  etwas  dunkler.  Oberseite  der  Vorder- 
flügel hell  gelblichgrau  mit  weißlichen  Adern  und  zahlreichen  feinen, 
helleren  oder  dunkleren  braunen  Längslinien.  Vor  dem  unteren 
Zellenende  sowie  auf  der  Mitte  der  Adern  2  und  5  je  ein  scharfer 
schwarzer  Punkt.  Am  Innenrand  einzelne  schwarze  Schuppen, 
Außenrand  mit  feinen  schwarzen  Saumpunkten.  Hinterflügel  gi-au- 
braun  mit  hellerer  Basis  und  weißlichen  Saumschuppen.  Unterseite 
der  Vorderflügel  gelblichgrau,  die  Mitte  schwärzlich  und  oft  mit 
deutlichem  rötlichen  Anflug,  Außenrand  mit  schwarzen  Saum- 
punkten. Hinterflügel  hellgrau,  glänzend,  mit  zerstreuten  schwärz- 
lichen Schuppen   am  Vorder-   und  Außenrand   und   mit  schwarzen 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  123 

Saumpunkten;  zuweilen  die  Discocellularader  verdunkelt  und  die 
Bogenlinie  durch  dunkle  Flecke  auf  den  Adern  markiert.  Flügel- 
spannung 30 — 35  mm.     Ende  Mai — Juni  und  Juli — August. 

Raupe:  Kopf  hellbraun  mit  schwärzlichen  Längsstrichen  und 
dunkelbraunem  Hinterrand.  Körper  schmutzig  gelblich  mit  breiter 
dunklerer  Rückenstrieme;  in  derselben  eine  weißliche  Mittellängs- 
linie zwischen  2  Reihen  schwarzer  Warzenpunkte,  je  4  auf  jedem 
Segment.  Stigmen  schwarz,  in  einer  graubraunen  Längsstrieme. 
Länge  bis  50  mm.  Am  Wasser,  an  Rohr  (Phragmites)  und 
Seggen  (Carex).     Verpuppung  in  der  Erde.     2  Generationen. 

Puppe  schlank,   hell  rotbraun  mit  2  Dornen  am  Hinterende. 

Leucania  straminea  Tr. 

Fühler  hellbraun,  oben  weißlichgrau.  Körper  hell  gelblich  grau- 
braun, Hinterleib  an  der  Basis  weißlich.  Halskragen  mit  2  feinen 
braunen  Querbinden.  Oberseite  der  Vorderflügel  gelblichgrau  '  mit 
weißlichen  Adern  und  zahlreichen  hell  graubraunen  Längslinien, 
hinter  der  hinteren  Mittelader  mit  einem  ebensolchen  breiteren 
Längsschatten.  Vor  dem  unteren  Zellenende  sowie  auf  der  Mitte 
der  Ader  2  und  5  je  ein  zuweilen  undeutlicher  schwarzer  Punkt. 
Außenrand  mit  feinen  scharfen  schwarzen  Saumpunkten.  Hinter- 
flügel weiß  mit  leichtem  bräunlichen  Anflug  und  einigen  unscharfen 
schwärzlichen  Saumpunkten.  An  der  Stelle  der  Bogenlinie  einige 
schwärzliche  Aderpunkte.  Unterseite  weiß,  im  Vorderflügel  und 
am  Vorderrand  des  Hinterflügels  leicht  gelblich  mit  zerstreuten 
schwärzlichen  Schuppen;  beide  Flügel  mit  scharfem  schwärzlichen 
Discocellularfleck  und  scharfen  schwarzen  Saumpunkten.  Flügel- 
spannung 35 — 40  mm.     Juli. 

Raupe:  Kopf  hellbraun.  Körper  in  der  Jugend  lederfarbig 
mit  bläulichgrauer  Rückenlängslinie,  erwachsen  matt  strohfarben 
mit  feinen  schwärzlichen  Punkten  besät,  mit  5  weißen  Längslinien, 
die  mittlere  in  einer  breiten  dunklen  Rückenstrieme.  Stigmen 
schwarz.  Unterseite  bläulichgrau.  Länge  bis  50  mm.  Herbst  — 
Ende  Mai  oder  Juni  an  Rohr  (Phragmites),  tagsüber  in  Rohr- 
stoppeln, überwintert  halberwachsen. 

Puppe  langgestreckt,  braun,  (j"  am  abgerundeten  Hinterende 
mit  4  längeren,    9  ^^^  4  kurzen  Dornen.     Puppenruhe  4  Wochen. 

Erastriinae. 

Kleinere  Arten  mit  glatter  anliegender  Beschuppung  und  kleinen 
Haarschöpfen  auf  dem  Hinterleib.  Augen  nackt.  Fühler  gewimpert 
und  beborstet.  Taster  leicht  aufgebogen,  anliegend  beschuppt. 
Schienen  ungedornt.  Vorderflügel  breit,  dreieckig,  mit  ziemlich 
scharfer  Spitze. 

Raupen  14  füßig. 

Erastria  Ochsh.   (Fig.   198). 

Ziemlich  kleine  Arten  mit  schlankem  Körper  und  breiten  drei- 
eckigen Vorderflügeln.  Augen  nackt.  Fühler  beim  cf  kurz  und 
dicht  gewimpert  mit  einer  längeren  Borste  jederseits  an  jedem  Seg- 
ment.    Taster  mäßig  aufgebogen,    anliegend  beschuppt  mit  kurzem 


124 


K.  Grünberg, 


cylindrischen  Endglied.  Stirn,  Thorax  und  Hinterleib  breit  und 
anliegend  beschuppt,  hinterer  Schopf  am  Thorax  vorhanden.  Zelle 
im  Vorderflügel  mit  dem  hinteren  Ende 
weiter  nach  außen  reichend  als  mit  dem 
vorderen,  Anhangszelle  klein.  Ader  8  im 
Hinterflügel  an  dar  Basis  eine  kurze  Strecke 
mit  der  vorderen  Mittelader  verschmolzen. 
Raupen  14  füßig,  die  Füße  des  7.  Seg- 
mentes verkümmert,  dünn  und  schlank,  nackt. 
An  Gräsern  und  niederen  Pflanzen. 

6  deutsche  Arten,  davon  2  am  Wasser. 

Artenübersicht. 

Vorderflügel  dunkel  olivenbraun  mit  2 
scharfen  weißen  Querbinden. 

Er.  argentula. 
Vorderflügel   schwarzbraun   mit  breiter 
heller  Vorderrandbinde   und  geboge- 
nem zapfenförmigen  Mittelfleck.  *  Er.  unciila. 


Fig.    198.     Erastria    un 
cula  Clerck.     Geäder.* 


Erastria  argentula  Hb.  (Fig.  199). 

Fühler  dunkelbraun,  oben  graugelb.  Kopf  und  Thorax  mit 
graugelb  und  dunkel  olivenfarben  gemischter  Beschuppung,  Hals- 
kragen mit  weißem  Saum,  Schulterdecken  und  Thorax  am  Hinter- 
ende ebenfalls  weiß.  Beine  graubraun.  Beschuppung  des  Hinter- 
leibs grau  und  olivenfarben  vermischt.     Oberseite   der  Vorderflügel 

dunkel  olivenbraun  mit  2  vom 
Vorderrand  bis  zum  Innenrand 
schräg  nach  außen  ziehenden 
weißen,  undeutlich  schwarz  ge- 
säumten Querbinden,  die  innere 
am  Vorder-  und  Hinterrand  der 
Zelle  mit  je  einem  zapfenartigen 
Vorsprung,  die  äußere  in  der 
Gegend  des  Nierenfleckes  mit 
einer  bauchigen  Vorwölbung. 
Vor  der  Spitze  ein  kleiner 
weißer  Strich,  vor  dem  Saum 
eine  gerade  weiße  Strieme.  Saumschuppen  weiß  und  dunkelbraun 
gemischt.  Hinterflügel  graubraun  mit  hellerer  Basis.  Saumschuppen 
grau  mit  dunkelbrauner  Linie  längs  des  Saumes.  Unterseite  grau- 
braun mit  gelblichem  Grundton,  im  Vorderflügel  die  Zeichnung  der 
Oberseite  schwach  angedeutet,  Hinterflügel  mit  deutlichem  schwarz- 
braunen Discocellularfleck.  Flügelspannung  20  —  23  mm.  Mai  — 
Juni,  zerstreut  und  nicht  häufig. 

Raupe:  Kopf  bräunlichgrün.  Körper  lebhaft  grün  mit  dunkler 
dorsaler  Mittellängslinie,  seitlich  eine  weiße  und  unter  dieser  eine 
gelbe  Längslinie,  in  w^elcher  die  roten  Stigmen  stehen.  Länge  bis 
30  mm.  August  und  September  auf  sumpfigen  Wiesen  an  Cypera- 
ceen  (Cyperus  und  Carex),  Verpuppung  an  der  Erde  oder  zwischen 
Grashalmen  in  einem  leichten  Gespinst. 
Puppe  klein,  kolbig,  hellbraun. 


Fig.  199.     Erastria  argentula  Hb. 
Vergr.  2. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge,  125 

Erastria  uncula  Clerck  (Fig.  200). 

Fühler,  Kopf  und  Thorax  dunkelbraun,  Beine  und  Hinterleib 
graubraun.  Vorderflügel  oben  mit  einer  breiten,  von  der  Basis  bis 
zur  Spitze  reichenden  gelblich  grauen,  vorn  mehr  bräunlichen 
Vorderrandbinde,  an  welche  auf  der  Flügelmitte  ein  großer,  schräg 
nach  außen  gerichteter  zapfenförmiger,  gebogener  weißer  Fleck  mit 
dunklerem  Kern  anschließt.  Basalwärts  von  diesem  am  Hinter- 
rand der  hellen  Binde  ebenfalls  ein  gegen  die  Binde  verschwimmen- 
der weißer  Fleck.  Der  Sauinteil  wird  von  einer  innen  weißen,  außen 
graubraunen  Binde  eingenommen.     Saumlinie  schwarzbraun,  Saum- 


Fig.  200.     Erastria  uncula  Clerck.     Vergr.  2. 

schuppen  graubraun.  Flügelmitte  tief  dunkel  schwarzbraun,  gegen 
den  Hinterrand  heller.  Hinterflügel  dunkel  graubraun  mit  helleren 
Saumschuppen.  Unterseite  dunkel  graubraun  mit  gelblich  grauem 
Grundton.  Saumlinie  schwarzbraun,  Hinterflügel  etwas  heller  als 
die  Vorderflügel,  mit  dunklem  Discocellularfleck  und  dunkler  Bogen- 
linie,  Flügelspannung  20 — 23  mm.  Mai— Juni,  häufig  an  sumpfigen 
Stellen. 

Raupe  gleicht  der  von  Er.  argentula.  Stigmen  rotbraun,  in 
der  gelben  Seitenlinie.  Länge  bis  30  mm.  Juni— Juli,  an  Ried- 
gräsern (Gar ex  und  Gyperus).  Verpuppung  an  der  Erde  in 
einem  mit  Erde  und  Pflanzenteilen  vermischten  Gespinst. 

Puppe  kurz,  dick,  braungrün. 

Plusiiriae. 

Augen  von  einem  Kranz  langer  Wimperhaare  umgeben.  Fühler 
gewimpert.  Taster  steil  aufgebogen,  dicht  beschuppt,  zuweilen  ver- 
längert. Körper  kräftig,  dicht  und  lang  behaart,  mit  sehr  breitem 
hinteren  Haarschopf  am  Thorax  und  geschöpftem  Hinterleib.  Schienen 
ungedornt.  Vorderflügel  breit,  mit  scharfer  Spitze,  meist  mit  leb- 
haft metallglänzenden  Flecken. 

Raupen  12  füßig. 

Plusia  (Fig.  201  u.  202). 

Mittelgroße,  kräftig  gebaute  Arten  mit  dreieckigen,  meist  leb- 
haft mit  Silber-  oder  goldglänzenden  Flecken  gezeichneten  Vorder- 
flügeln. Augen  nackt,  von  einem  Kranz  langer  dünner  V^imperhaare 
umgeben.  Stirn  mit  abstehender,  zu  einzelnen  dichten  Büscheln  ge- 
ordneter Behaarung.  Fühler  kurz  gewimpert.  Taster  steil  aufgebogen, 
bis  zum  Scheitel  reichend  oder  stark  verlängert,   dicht   abstehend 


126 


K.  Grünberg, 


beschuppt.  Endglied  verschieden  geformt.  Thorax  mit  stark  ent- 
wickeltem hinteren  Haarschopf,  Hinterleib  ebenfalls  geschöpft.  Vorder- 
flügel breit  mit  scharfer  Spitze,  Anhangszelle  klein,  Ader  8  und  9 
langgestielt,   9  in  die  Spitze.     Ader  8  im  Hinterflügel  die  vordere 


^ 


Fig.  201.  Fig.  202. 

Fig.  201  u.  202.     Plusia  festucae  Hb.     Kopf  und  Geäder. 

Mittelader  nur  ganz  kurz  berührend;  Ader  3  und  4  aus  dem  unteren, 
6  und  7  aus  dem  oberen  Zellenende. 

Raupen  12 füßig,  mit  verjüngtem  Vorder-  und  verdicktem 
Hinterende,  meist  an  niederen  Pflanzen,  Zahlreiche  deutsche  Arten, 
davon  eine  am  Wasser. 

Plusia  festucae  Hb.  (Fig.  203). 

Fühler  hellbraun.  Stirn  gelb  beschuppt,  auf  der  Mitte  hellrot 
untermischt.  Taster,  Thorax  und  Beine  braunrot,  Hinterleib  oben 
graugelb,  unten  braunrot.  Oberseite  der  Vorderflügel  von  lebhaft 
rötlich  goldbrauner  Grundfai-be;  an  der  Basis  ein  schwach  gold- 
glänzender leicht  braun  überdeckter  Vorderrandfleck,  welcher  bis 


Fig.  203.     Plusia  festucae  Hb.     Vergr.  ca.  2. 

zu  einer  subbasalen,  dicht  hinter  dem  Vorderrand  nach  innen  um- 
biegenden dunkelbraunen  Querlinie  reicht.  Auf  der  Flügelmitte 
über  der  Ader  Ib  2  scharfe  silber-  oder  schwach  goldglänzende 
Tropfenflecke,  der  äußere  kleiner.  Hinter  diesen  beiden  Flecken 
ist  die  Grundfarbe  ebenfalls  silberglänzend,  aber  außer  dem  inneren 
Band  mit  Braun  überdeckt.     Ein  ähnlicher,   etwas  größerer  Silber- 


Lepidoptera,  Schmetterlijige.  127 

fleck  vor  der  Spitze,  gegen  diese  allmählich  verstreichend,  innen 
von  einer  dunklen  schrägen  Querlinie  begrenzt.  Hinter  den  weißen 
Plecken  eine  mehr  oder  weniger  deutliche  dunkle  Wellenlinie, 
dicht  vor  dem  Saum  eine  dunkle  Querlinie.  Saumschuppen  rötlich 
braun.  Hinterflügel  dunkel  graubraun  mit  hellerer  Basis  und  röt- 
lichen Saumschuppen.  Unterseite  lebhaft  rotbraun  oder  mehr  grau- 
braun, Vorderflügel  auf  der  Mitte  schwärzlich,  Hinterflügel  an  der 
Basis  heller,  mit  dunklem  Discocellularfleck  und  dunkler  Bogenlinie, 
welche  im  Vorderfitigel  nur  am  Vorderrand  deutlich  ist.  Flügel- 
spannung 33 — 38  mm.     Juli  und  September,  verbreitet,  nicht  selten. 

Raupe:  Kopf  bräunlichgrau.  Körper  lebhaft  grün  mit  dunkel- 
grüner weiß  eingefaßter  dorsaler  Mittellängslinie,  einer  schmalen 
gelben  Querbinde  am  Vorderrande  jedes  Segments  und  mehreren 
feinen  seitlichen  gelben  Längslinien.  Über  den  Füßen  eine  weiße, 
oben  dunkelgrün  gesäumte  Längsstrieme.  Länge  bis  50  mm.  Herbst 
—  Mai  oder  Anfang  Juni  und  Juli  —  August,  stets  auf  nassem, 
sumpfigem  Boden  an  Ried-  und  Schwingelgras  (Carex  und  Festuca), 
Wasserschwaden  (Glyceria  aquatica  Wahlenb.  und  fluitans  L.), 
Rohr  (Phragmites),  breitblättrigem  Rohrkolben  (Typha  lati- 
folia  L.),  Igelkolben  (Sparganium  ramosum  Huds.).  Verpup- 
pung zwischen  einem  zusammengebogenen.  Blatt  der  Nahrungspflanze 
in  einem  dünnen  hellgrauen  Gespinst.  Bewegt  sich  ähnlich  wie  die 
Spannerraupen,  im  Bogen. 

Puppe  hellgrün  oder  gelblich  mit  schwarzbraunem  Rücken. 
Puppenruhe  3  Wochen, 

Herminiinae. 

Kleinere,  zart  gebaute  Arten  mit  stark  verlängerten  Tastern 
und  Beinen.  Augen  nackt.  Fühler  beim  ^  häufig  lang  gefiedert. 
Taster  vorgestreckt  oder  leicht  aufgebogen.  Vorderschienen  beim 
(^  zuweilen  mit  langem  Haarbüschel.  Körper  glatt  anliegend  be- 
schuppt. Vorderflügel  dreieckig  oder  verlängert,  mit  scharfer  Spitze, 
12  oder  11  Adern,  mit  oder  ohne  Anhangszelle. 

Gattungsübersicht. 

Taster  vorgestreckt,  abstehend  behaart,  Vorderflügel  mit  12  Adern 
und  kleiner  Anhangszelle.  Hermiiiia. 

Taster  leicht  aufgebogen,  anliegend  beschuppt,  Vorderflügel  mit  11 
Adern,  ohne  Anhangszelle.  Tholomiges. 

Herminia  (Fig.   204  u.   205). 

Augen  nackt.  Stirn  etwas  abstehend  behaart.  Fühler  beim  (j" 
mit  langen  gewimperten  Fiederästen,  beim  $  dicht  gewimpert,  mit 
einer  längeren  Borste  an  jeder  Seite  jedes  Gliedes.  Taster  sehr 
stark  verlängert,  das  2.  Glied  besonders  lang,  vorgestreckt,  seitlich 
stark  zusammengedrückt  und  oberseits  lang  abstehend  behaart, 
3.  Glied  kürzer,  spitz,  etwas  aufgebogen.  Thorax  und  Hinterleib 
glatt  anliegend  beschuppt.  Vorderschienen  des  ^  mit  langem  ba- 
salen Haarbüschel.  Vorderflügel  mit  scharfer,  leicht  vorgezogener 
Spitze,  die  Adern  7,  8  -|-  9  und  10  aus  dem  Ende  der  sehr  kleinen 


128 


K.  Grünberg, 


Anhangszelle;    im  Hinterflügel   die  Adern  3  und  4  sowie  6  und  7 
kurz  gestielt. 


Fig.  204.  Fig.  205. 

Fig.  204  u.  205.     Herminia  cribrumalis  Hb.     Kopf  (cf)  und  Geäder. 

Raupen  16füßig,  leicht  spindelförmig,  mit  kleinem  kugeligen 
Kopf  und  zerstreuten  feinen  borstentragenden  Wärzchen.  An  nie- 
deren Pflanzen  und  Gräsern. 

4  deutsche  Arten,  davon  eine  am  Wasser. 

Herminia  cribrumalis  Hb.  (Fig.  206). 

Körper  und  Flügel  gelblichgrau,  Vorderflügel  oben  mit  zer- 
streuten dunkelbraunen  Schuppen,  einem  scharfen  schwarzen  Punkt 
vor  dem  Zellenende  und  hinter  der  Mitte  2  Querreihen  schwarz- 


Fig.  206.  Herminta  cribrumalis  Hb.  O 
Vergr.  ca.  2. 

brauner  Punkte  zwischen  den  Adern,  beide  Reihen  am  Vorderrand 
vor  der  Spitze  beginnend,  vorn  genähert,  hinten  divergierend,  die 
innere  stark  einwärts  gebogen,  die  äußere  steil.  Hinterflügel  wie 
die  Vorderflügel,  mit  undeutlichem  dunklen  Discocellularpunkt, 
sonst  ohne  Zeichnung.  Unterseite  etwas  dunkler  als  die  Oberseite, 
dichter  mit  braunen  Schuppen  bestreut,  in  beiden  Flügeln  mit  deut- 
lichem dunklen  Discocellularfleck.  Flügelspannung  24 — 28  mm. 
Juni — Juli  in  Sumpfgegenden. 

Raupe  graubraun  mit  feiner  ockergelber  Sprenkelung  und 
dunkler,  weißlich  gesäumter  dorsaler  Mittellängslinie  sowie  schwarzen, 
hell  umrandeten  Warzenpunkten.  Seiten  heller,  gelblich,  Stigmen 
schwarz.  Länge  bis  30  mm.  Herbst — Mai  an  sumpfigen  Stellen 
zwischen  Rohr  an  Sumpfgräsern.  Verpuppung  zwischen  lose  zu- 
sammengesponnenem Moos  oder  Grashalmen. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge. 


129 


Puppe  schwarzbraun  mit  hellbraunen  Einschnitten  und  zahl- 
reichen Häkchen  am  Hinterende. 

Tholomiges  Led.  (Fig.  207  u.  208). 

Kleine  zart  gebaute  Art  mit  schlanken  aufgebogenen  Tastern 
und  langen  schmalen  Flügeln.  Augen  nackt.  Stirn  sehr  breit,  glatt 
anliegend  beschuppt.    Fühler  mit  kurzen,  am  Ende  etwas  erweiterten 


Fig.  207. 


Fig.  208. 


lig.  207  u. 


Tholomiges  turfosalis  Wocke.     Kopf  imd  Geäder. 


Gliedern.  Taster  verlängert,  anliegend  beschuppt,  sanft  aufgebogen, 
mit  dünnem  spitzen  Endglied.  Thorax  und  Hinterleib  glatt  an- 
liegend beschuppt.  Vorderflügel  mit  scharfer  rechtwinkliger  Spitze, 
ohne  Anhangszelle,  Ader  7  aus  dem  Zellenende,  8  mit  9  lang- 
gestielt, 10  fehlt. 

Entwicklung  unbekannt. 

Eine  deutsche  Art. 

Tholomiges  turfosalis  Wocke  (Fig.  209). 

Fühler  dunkelbraun;  Körper  gelblich  oder  dunkler  graubraun. 
Stirn,  Halskragen  und  Schulterdecken  zuweilen  hellgrau.  Vorder- 
flügel oberseits  graubraun  oder 
heller  mit  gelblichem  Grundton, 
mit  schwarzem  Discocellularfleck 
und  mehreren  zuweilen  undeut- 
lichen schwärzlichen  Querbinden, 
die  1.  hinter  der  Basis,  die  2.  auf 
der  Mitte,  hinter  dem  Discocellu- 
larfleck nach  außen  zum  Vorder- 
rand abbiegend  oder  zu  dem  Disco- 
cellularfleck selbst  führend  und 
von  dem  vorderen  Teil  getrennt;  eine  3.  weniger  scharfe  Binde  be- 
ginnt an  der  Spitze  und  führt  schräg  einwärts  zum  Hinterrand. 
Außenrand  mit  meist  scharfen,  getrennten  oder  zusammenfließenden 
Saumflecken.  Hinterflügel  und  Unterseite  einfarbig  graubraun. 
Flügelspannung  14 — 15  mm.  Juni,  Norddeutschland,  Schlesien,  in 
Sumpfgegenden. 

Cossidae,  Holzbohrer. 

Große  oder  mittelgroße  Arten  mit  dicht  behaartem  langge- 
streckten Körper  und  kleinem  Kopf.  Fühler  kurz,  beim  $  lang 
gefiedert,  Augen  nackt,  Ocellen  fehlen.     Taster  klein,  Rüssel  fehlt. 

Süßwasserfauna  von  Deutschland.     Heft  8.  9 


Fig.  209.     Tholomiges  turfosalis 
Wocke.     Vergr.  27,. 


130  K.  Grünberg, 

Beine  kurz,  dicht  behaart,  Schenkel  und  Schienen  gleich  lang. 
Schienenendsporne  klein.  Flügel  gestreckt,  mit  gerundeter  Spitze, 
Vorderflügel  mit  2,  Hinterflügel  mit  3  Innenrandadern. 

Raupen  nackt,  mit  einzelnen  kurzen  Borsten,  16 füßig  mit 
Kranzfüßen,  mit  starken  Mandibeln,  im  Innern  von  Bäumen  und 
anderen  Pflanzen. 

Puppen  mit  dorsalen  Dornenquerreihen  am  B[^nterleib. 

Phragniatoecia  Newm.  (Fig.  210  u.  211). 

Fühler  beim  (j  lang,  beim  9  kurz  gefiedert,  Taster  kurz, 
stummeiförmig,  hängend.  Stirn  und  Gesicht  lang  abstehend  be- 
haart.    Körper   mit   dichter,    etwas   zottiger   Behaarung,    Hinterleib 


Fig.  210.  Fig.  211. 

Fig.  210  u.  211.     Phragmatoecia  castaneae  (Hb.)    C^    Kopf  und  Geäder. 

beim  (^  doppelt,  beim  ^  etwa  3  bis  4  mal  so  lang  wie  der  Thorax. 
Flügel  beim  ^  länger  und  schlanker  als  beim  $.  Zelle  im  Vorder- 
flügel durch  2  miteinander  quer  verbundene  Längsadern  geteilt, 
daher  vierteilig.  Ader  4  und  5  getrennt  aus  dem  unteren,  7  -|-  8  und 
9  getrennt  aus  dem  oberen  Zellenende.  Vordere  Mittelader  des 
Hinterflügels  frei,  übrige  Adern  einzeln  und  weit  getrennt  aus  der 
Zelle,  nur  4  und  5  stark  genähert.  Zelle  durch  eine  Gabelader 
längsgeteilt. 

Raupe  langgestreckt,  dünn,  walzig,  unter  Wasser  an  der 
Wurzel  des  Rohrs. 

Puppe  langgestreckt,  walzig,  mit  dorsalen  Querreihen  kleiner, 
rückwärts  gerichteter  Dornen. 

Phragmatoecia  castaneae  (Hb.)  (Fig.  212). 

Körper  und  Flügel  beim  (j*  gelblichbraun,  beim  §  bräunlich- 
grau. Oberseite  der  Vorderflügel  mehr  oder  weniger  dicht  mit 
dunkleren  Schuppen  bestreut,  über  der  Ader  Ib  eine  Längsreihe 
schwärzlicher  Fleckchen.  Saumschuppen  beim  cf  mit  schwärzlichen 
Punkten  an  den  Aderendigungen.  Hinterflügel  etwas  heller  als  die 
Vorderflügel.  Unterseite  ebenfalls  etwas  heller,  ohne  Zeichnung. 
Flügelspannung  $  35 — 40  m'm,  $  40—50  mm. 

Stellenweise,  am  Rhein,  Schlesien,  Pommern,  selten. 

Ei  lang  oval,  fast  walzig,  glänzend  weißlichgrau. 

Raupe:  Kopf  und  Nackenschild  braun.  Körper  schmutzig 
gelblich,  mit  2  Querreihen  dünner  schwarzer  Borstenhaare  auf  jedem 
Segment,   Rücken   verloschen  rotbraun  mit  weißlicher  Mittellängs- 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  131 

linie.    Stigmen  schwarz.    Länge  bis  60  mm.    Im  Stengel  des  Rohrs 
(Phragmites)  nahe  der  Wurzel  unter  Wasser,  überwintert  daselbst 


Fig.  212.     Phragmatoecia  castaneae  (Hb.)  (S' 

zweimal  und  geht  dann  höher  hinauf.    Verpuppung  im  Mai  in  dem 
zugesponnenen  Schaft  in  einem  weißen,  seidenglänzenden  Gespinst. 
Puppe    dunkelbraun,    mit   kurzen,    etwas   helleren    Flügel- 
scheiden. 

Pyralididae,  Zünsler. 

Kleinere  oder  mittelgroße  Arten  mit  schlankem  Körper  und 
langen  dünnen  Beinen.  Augen  nackt.  Ocellen  meist  vorhanden. 
Fühler  bortenföi-mig,  bei  beiden  Geschlechtern  meist  verschieden, 
beim  $  länger,  oder  stärker  gefiedert  als  beim  5>  zuweilen  gezähnt. 
Rüssel  meist  kräftig  entwickelt.  Labialtaster  verschieden,  bei  einigen 
Gruppen  sehr  lang.  Maxillartaster  gewöhnlich  gut  ausgebildet. 
Vorderflügel  gewöhnlich  dreieckig,  zuweilen  lang  und  schmal,  mit 
12  oder  11  Adern;  Zelle  ungeteilt,  Ader  4  und  5  dicht  zusammen 
oder  gestielt  aus  dem  hinteren  Zellenende,  9  aus  8  oder  7,  selten 
fehlend.  Hinterflügel  stets  mit  Haftborste  und  3  Innenrandadern, 
ohne  eingeschobene  Zelle,  Ader  4  und  5  wie  im  Vorderflügel,  8 
mit  7  eine  Strecke  verschmolzen  oder  dicht  daneben  verlaufend. 

Raupen  schlank,  löfüßig,  mit  Kranzfüßen,  dünn  und  kurz 
behaart. 

Die  Pyralididen  umfassen  in  den  Nymphulinen  {Hydrocampinen) 
die  einzige  Lepidopterengruppe,  deren  Raupen  im  Wasser  leben 
und  teilweise  Kiemenfäden  besitzen.  Hierher  gehört  auch  Acentro- 
pus  nivetis,  der  einzige  deutsche  Schmetterling,  dessen  ^  auch  als 
Image  im  Wasser  lebt.  Zwei  Gattungen  der  Crambinen  und  die 
kleine  Gruppe  der  Schoenohünen   sind  nur  Anwohner  des  Wassers. 

Übersicht  über  die  am  Wasser  vorkommenden 
Unterfamilien. 

1.  Labialtaster  meist  stark  verlängert,  dick  beschuppt  und  vor- 
gestreckt; Ader  10  im  Vorderflügel  stets  frei, 
a)  Hintere  Mittelader  im  Vorderflügel  oben  lang  behaart. 

Crambinae. 

9* 


132 


K.  Grünberg, 


b)  Hintere  Mittelader  im  Torderflügel  oben  nicht  behaart, 

Schoenobiinae. 
2.  Labialtaster  nie  auffällig  verlängert,  dünn,  etwas  aufgebogen, 
Ader  10  im  Vorderflügel  mit  8  und  9  gestielt,  oder  die  Taster 
klein,  hängend  und  Ader  10  im  Vorderflügel  frei. 

Nymphulinae. 

Crambinae. 

Arten  mit  stark  verlängerten,  dick  beschuppten  Labialtastern, 
gut  entwickelten  pinselförmig  behaarten  Maxillartastern,  gestreckten 
schmalen,  beim  ^  und  $  häufig  verschieden  geformten  Vorder- 
flügeln und  sehr  breiten  Hinterflügeln  mit  oben  langbehaarter  hin- 
terer Mittelader.  Ocellen  vorhanden  oder  fehlend.  Fühler  bei  (j 
und  $  meist  einfach.  Rüssel  klein  oder  fehlend.  Zelle  im  Hinter- 
flügel offen.     Ader  7  mit  8  lang  gestielt. 

Raupen  schlank,  dünn  behaart,  an  Gräsern.  Verpuppung  in 
einem  Kokon. 

Am  Wasser  2  Gattungen. 

Gattungsübersicht. 

Ader  7  im  Vorderflügel  mit  8  und  9  langgestielt,  11  frei. 

Calamotropha. 
Ader  7  im  Vorderflügel  frei,  11  in  die  Costalader.  Chilo. 

Calamotropha  Zell.  (Fig.  213   u.  214). 

Stirn  vorstehend,  gewölbt,  Ocellen  fehlen.  Fühler  geißeiförmig, 
Glieder  gegen  die  Spitze  am  Ende  unbedeutend  erweitert.  Maxillar- 
taster  von  ungefähr  dreifacher  Kopflänge, 
dicht  beschuppt,  am  Ende  locker  und 
etwas  abstehend  behaart.  Labialtaster 
pinselartig,  bis  etwas  über  die  Hälfte  der 
Maxillartaster  reichend.  Hinterleib  lang 
und  schlank,  den  Analwinkel  der  Hinter- 
flügel weit  überragend.  Beine  kräftig  und 
gedrungen ,  Vorderhüften  wenig  kürzer 
als  die  Schenkel,  Vorder-,  Mittel-  und 
Hinterschienen  =:  V2J  ^/i  "^^  1^/?  ^^^ 
Schenkellänge.  Sporne  der  Hinterschienen 
kräftig,  die  vorderen  knapp  hinter  der 
Mitte.  Vorderflügel  verhältnismäßig  breit, 

mit  rechtwinkliger,  ziemlich  scharfer 
Spitze.  Außenrand  zunächst  gerade  und 
steil,  dann  an  der  Ader  3  nach  innen  um- 
biegend. Ader  4  und  5  dicht  beiein- 
ander aus  dem  unteren,  6  und  7  -f-  8 
-f-  9  gemeinsam  aus  dem  oberen  Zellen- 
ende, 10  kurz  vor  dem  Zellenende,  11 
ziemlich  kurz  und  steil.  Hinterflügel 
etwas  kürzer  als  die  Vorderflügel,  breit, 

halbkreisförmig,  Vorderrand  gerade. 
Außen-  und  Innenrand  einen  Halbkreis 
kurz,  7  und  8  ziemlich  lang  gestielt. 


Fig.  213. 


Fig.  214. 

Fig.  213  u.  214.     Calamotropha 

paludella    (Hb.).      Kopf    und 

Geäder. 


bildend.     Ader  3  und  4 
Eine  deutsche  Art. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge. 


133 


Calamotropha  paliidella  Hb.  (Fig.  215). 

Fülller  gelblicbbraun,  oben  weiß.  Taster  grauweiß,  außen  mit 
zablreicben  bräunlichen  Schuppen.  Körper  gelblichgrau  oder  weiß- 
grau. Oberseite  der  Vorderflügel  gelblich  graubraun,  Staubfarben, 
heller  oder  dunkler,  zuweilen  fast  rein  weiß,  mit  einem  schwärz- 
lichen Fleck  vor  dem  Zellenende  und  2  meist  ziemlich  undeutlichen 
Querreihen  schwarzbrauner  Punkte,  die  innere  aus  3  oder  4  Punkten 
bestehend,  die  einen  mit  dem 
Scheitel  auswärts  gekehrten  rech- 
ten Winkel  bilden  und  von  denen 
meist  nur  der  in  der  Zelle  lie- 
gende Scheitelfleck  deutlich  ist; 
die  2.  hinter  der  Mitte,  am  Vorder- 
rand beginnend,  zunächst  aus- 
wärts gerichtet,  dann  in  scharfem 
Winkel  umbiegend  und  einwärts 
zum  Hinterrand  ziehend.  Hinter- 
flügel weiß  mit  leicht  gebräuntem 
Saum.  Unterseite  im  Vorderflügel 


Fig.  215.    Calamotropha  paludella  (Hb.). 
Vergr.  IVa- 


graubraun,  an  der  Basis  etwas  heller,  die  Adern  hinter  der  Mitte 
weißlich,  im  Hinterflügel  weiß  mit  gebräuntem  Vorderrand  und 
Saum.  Flügelspannung  23 — 30  mm.  Juli — August,  Norddeutsch- 
land, in  Sumpfgegenden. 

Raupe  weißlich,  glänzend,  mit  durchscheinender  Rückenlinie; 
zu  l)eiden  Seiten  derselben  eine  Reihe  grauer  Flecke,  je  2  auf  jeder 
Segmentseite,  die  vorderen  kleiner  als  die  hinteren.  Kopf  klein, 
bräunlich  mit  dunklerer  Mundpartie.  Neben  den  schwarzen  Stigmen 
ebenfalls  je  ein  grauer  Fleck.  Länge  bis  25  mm.  Mai— Juni  oder 
Anfang  Juli  in  den  äußeren  breiten  Blättern  abgestorbener  Pflanzen 
des  breitblättrigen  Rohrkolbens  (Typha  latifolia  L.),  miniert 
einen  langgestreckten  geraden  Gang  bis  zur  Wurzel,  immer  in  dem- 
selben Blatt,  steigt  erwachsen  wieder 
aufwärts  und  verpuppt  sich  im  oberen 
ausgesponnenen  Teil  des  Ganges  nach 
Anlegung  eines  bis  zur  äußersten 
dünnen  Hautschicht  der  Pflanze  ge- 
führten horizontalen  Ganges,  welcher 
als  Ausflugsöffnung  dient. 

Puppe    aufrecht    im    Fraßgang, 
lehmgelb. 

Chilo  Zincken  (Fig.  2.16  u.  217). 

Stirn  vortretend,  gewölbt,  mit 
einem  hornigen  Vorsprung.  Ocellen 
sehr  klein.  Fühler  beim  (^  wenig 
länger  als  beim  ^^  "As  ^^s  ^4  der 
Flügellänge  erreichend,  kurz  gewim- 
pert.  Labial taster  sehr  lang,  vorge- 
streckt, dicht  beschuppt  und  seitlich 
zusammengedrückt.  Maxillartaster 
kurz,    pinselförmig.      Hinterleib    die     .  ^^'  ■'^'' 

Hinterflügel  beim  (j"  wenig,  beim  $  Fig.  216  u.  217.  ChUo  phragmüeiius 
ziemlich   weit    überragend,    beim    $    (Hb.),  Kopf  {6)  uud  Geäder  (?). 


Fig.  216. 


134  K-  Grünberg, 

ohne  Afterbüßchel.  Beine  lang  und  kräftig,  Vorder-,  Mittel-  und 
HinterscWenen  ^s»  Vi  und  V/^  der  Schenkellänge;  vordere  Sporne 
der  Hinterschienen  hinter  der  Mitte.  Yorderflügel  beim  ^j"  2\'2, 
beim  $  3  mal  so  lang  wie  breit,  Spitze  beim  J  abgerundet  oder 
etwas  vortretend,  Außenrand  steil  und  gerundet,  Spitze  beim  $ 
scharf,  Außenrand  gerade,  mehr  oder  weniger  stark  abgeschrägt. 
Hinterflügel  wenig  kürzer  als  der  Vorderflügel,  breit,  halbkreis- 
förmig, Außenrand  beim  ^^  mehr  gerundet,  beim  ^  mehr  gerade. 
Ader  4  und  5  im  Vorderflügel  getrennt  aus  dem  unteren,  6  und  7 
getrennt  aus  dem  oberen  Zellenende,  8  und  9  lang  gestielt,  8  in  die 
Spitze,  11  ziemlich  steil  in  die  Costalader.  Hintere  Mittelader  im 
Hinterflügel  oben  lang  behaart,  Ader  4  und  5  zusammen  aus  dem 
unteren  Zellenende,  7  in  die  Spitze,  mit  8  lang  gestielt. 

Raupen  mit  Rücken warzen,  in  Sumpfgräsern,  Puppe  kurz 
und  dick. 

2  deutsche  Arten. 

Artenübersicht 

Imagines. 
Vorderflügel  ohne  helle  Zeichnung,  mit  schwarzem  Fleck  am  Zellen- 
ende. Ch.  phragmitellus. 
Vorderflügel  mit  weißer  Zeichnung,  hellem  Vorderrand,  mindestens 
aber  mit  einem  weißen  Fleck  am  Zellenende. 

Ch.  cicatricellus. 

Raupen. 
Gelblich  oder  grünlich  mit  5  rotbraunen  Längsstreifen,  in  Rohr. 

Ch.  phragmitellus. 
Schmutzig  weiß  mit  rötlichem  Rücken,  in  Simsen. 

Ch.  cicatricellus. 

Chile  phragmiteUus  (Hb.)  (Fig.  218). 

S.  Fühler,  Taster,  Kopf  und  Thorax  hellbraun  bis  schwarz- 
braun. Hinterleib  hell  graubraun.  Spitze  der  Vorderflügel  ziem- 
lich scharf,  etwas  vorgezogen.     Oberseite  hellbraun  bis  tief  schwarz- 


Fig.  218.     CAüo  phragmitellus  (Hb.)  d".     Vergr.  12/3. 

braun,  stets  mit  der  Thoraxfärbung  übereinstimmend,  mit  schwarzem 
Punkt  am  oberen  Zellenende,  hinter  der  Mitte  mit  feinen  dunklen 
Längsstriemen  zwischen  den  Adern,  welche  mit  schwarzen  Saum- 
punkten enden.    Hinterflügel  hell  graubraun  mit  weißlichem  Grund- 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  135 

ton.  Unterseite  graubraun  mit  schwarzen  Saumpunkten,  im  Hinter- 
flügel heller.     Flügelspannung  ca.  30  mm. 

9-  Kopf  und  Thorax  lebhaft  ockerbraun  oder  fast  graugelb, 
bastfarben,  Hinterleib  gelblich  graubraun.  Oberseite  der  Vorder- 
flügel stets  mit  der  Thoraxfärbung  übereinstimmend,  mit  sehr  feinen 
schwarzen  Saumpunkten;  der  schwarze  Fleck  am  oberen  Zellenende 
zuweilen  undeutlich.  Hintere  Flügelhälfte  zuweilen  dünn  mit 
schwarzen  Schuppen  bestreut.  Hinterflügel  oben  und  unten  weiß 
Unterseite  der  Vorderflügel  gelblichgrau.  Flügelspannung  33 — 38  mm 
Ende  Juli— Ende  August,  vorwiegend  in  Norddeutschland. 

Raupe  schlank,  nackt,  weißlich  gelb  oder  grünlich  mit  5  rot- 
braunen Längsstreifen.  Kopf  und  Nackenschild  gelbbraun.  Raupe 
Herbst— Juni  in  Rohrstengeln  (Phragmites),  wächst  sehr  lang- 
sam, frißt  die  inneren  Zellenschichten.  Die  bewohnten  Pflanzen 
äußerlich  nicht  verändert.  Raupe  gewöhnlich  über  dem  Wasser- 
spiegel, dringt  aber  auch  bis  zur  Wurzel  vor.  Verpuppt  sich  in 
den  vorjährigen  Pflanzen  dicht  über  dem  Wasserspiegel  ohne  Ge- 
spinst, nur  oben  und  unten  durch  eine  Gespinstdecke  abgeschlossen. 
Ausflugsöffnung  von  der  äußeren  Haut  der  Pflanze  bedeckt. 

Puppe  aufrecht  im  Stengel,  schlank,  braun,  mit  nasenförmiger 
Erhöhung  am  Kopf  und  stumpfem,  mit  kurzen  Zähnchen  bewehrtem 
Hinterende.     Ruht  4  Wochen  oder  überwintert  zum  zweitenmal. 

Chilo  cicatricellus  (Hb.)  (Fig.  219). 

(J.  Fühler  dunkelbraun  bis  schwarzbraun.  Taster,  Kopf  und 
Thorax  graugelb,  grau,  graubraun  bis  schwarzbraun.  Hinterleib 
heller  oder  dunkler  graubraun,  Spitze  der  Vorderflügel  abgerundet. 
Oberseite  wie  der  Thorax  variierend  zwischen  graugelb  und  tief 
schwarzbraun,  stets  mit  dem  Thorax  übereinstimmend.  Auch  in 
der  Zeichnung  etwas  variabel.     Bei  dunklen  Stücken  ist  meist  der 


Fig.  219.     CAilo  ctcatricelhis  (Hb.)  c^.     Vergr.  I2/3. 

ganze  Flügel  mehr  oder  weniger  dicht  mit  weißlichen  Schuppen 
bestreut.  Vielfach  ist  eine  breite  helle,  von  der  Wurzel  bis  zur 
Spitze  reichende  Vorderrandbinde  vorhanden.  Längs  der  vorderen 
Mittelader  ein  gegen  die  Spitze  verbreiterter  dunkler  Längsschatten, 
zuweilen  sehr  scharf,  oder  auch  fast  ganz  fehlend,  in  demselben 
am  Zellenende  ein  weißer  Fleck  und  ein  kleinerer  weißer  Fleck, 
hinter  der  Mitte.  Längs  der  hinteren  Mittelader  ebenfalls  ein  von 
der  Wurzel  ausgehender  schwarzer  Längsstrahl,  in  welchen  ein 
weißer  Fleck  eingeschaltet  ist.  Vor  dem  Saum  eine  weiße  quere 
Zackenbinde,  gewöhnlich  in  einzelne  Bogen  aufgelöst,  von  welchen 
kurze  weiße  Striche  gegen  den  Saum  ausstrahlen.     Schwarze  Saum- 


136  K.  Grünberg, 

punkte  deutlich.  Hinterflügel  weiß  mit  grauem  Vorder-  und  Außen- 
rand. Unterseite  graubraun  bis  schwarzbraun,  Wurzel  und  Innen- 
rand der  Hinterflügel  weiß.  Spitzenhälfte  des  Vorderrandes  im 
Vorderflügel  hell,  zwischen  den  Adern  weißliche,  bis  zum  Saum 
reichende  Längsstriche.     Flüfelspannung  23 — 26  mm. 

$.  Kopf  und  Thorax  gelblichbraun  bis  dunkel  graubraun, 
Hinterleib  graubraun.  Oberseite  der  Vorderflügel  hellbraun  bis 
tief  schwarzbraun,  bei  dunklen  Stücken  stets  etwas  dunkler  als  der 
Thorax,  häufig  mit  breitem ,  scharf  abgesetztem  weißlichen  Vorder- 
rand. Die  weißen  Flecke  wie  beim  (5^,  aber  oft  sehr  undeutlich 
oder  ganz  fehlend,  nur  der  Fleck  sTm  Zellenende  stets  wenigstens 
angedeutet.  Hinterflügel  weiß,  Vorder-  und  Außenrand  zuweilen 
leicht  gebräunt.  Unterseite  der  Vorderflügel  graubraun,  Vorder- 
rand gegen  die  Spitze  weißlich,  Hinterflügel  weiß.  Flügelspannung 
30—37  mm,  Anfang  Juli— Mitte  August.  Hauptsächlich  in  Nord- 
deutschland. 

Raupe  schlank,  schmutzig  weiß,  mit  rötlichem  Rücken  und 
einer  besonders  auf  den  mittleren  Segmenten  deutlichen  durch- 
scheinenden dunkleren,  oft  blutroten  unterbrochenen  Rückenlängs- 
strieme. Kopf  gelb  mit  brauner  Winkelzeichnung;  Nackenschild 
gelb,  am  Hinterrand  mit  6  im  Halbkreis  stehenden  schwarzen 
Punkten;  die  beiden  nächsten  Segmente  etwas  breiter  als  die 
übrigen,  oben  mit  mehreren  verschieden  großen  glänzenden  Warzen 
besetzt;  auf  den  folgenden  Segmenten  je  4  sehr  kleine  schwarze 
Rückenpunkte  auf  ähnlichen,  breiten,  bräunlich  glänzenden  Warzen- 
flecken. Afterschild  bräunlich  gelb.  Herbst— Juni  oder  Anfang 
Juli,  in  den  untersten  Stengelteilen  der  Seesimse  (Scirpus  la- 
custer  L.),  oft  zahlreich  in  einer  Pflanze,  die  bewohnten  Pflanzen 
durch  lebhaft  gelbe  Färbung  der  oberen  Stengelhälfte  erkennbar. 
Verpuppung  ohne  Gespinst  in  der  etwas  erweiterten  Stengelröhre, 
etwa  2  cm  unter  der  ovalen,  mit  einer  dünnen  Haut  verschlossenen 
Ausflugsöffnung. 

Puppe  braun  mit  schwärzlichen  Flügelscheiden,  Kopf  mit 
cchnabelförmiger  Spitze,  Hinterleibssegmente  mit  je  einem  Kranz 
kleiner  Dörnchen,  welche  auf  dem  letzten  Segment  am  stärksten 
sind.  Hinterende  breit  und  stumpf,  hinten  mit  einem,  an  den 
Seiten  mit  mehreren  kleinen  Zähnchen.  Puppenruhe  kaum  8  Tage, 
die  Hülle  bleibt  im  Lager  zurück. 

Schoenobiinae. 

Ziemlich  große  derbe  Arten  mit  langem  schlanken  Körper, 
sehr  langen  Beinen  und  langgestreckten  schmalen,  bei  (j"  und  ^ 
verschieden  geformten  Vorderflügeln.  Ocellen  vorhanden,  klein. 
Fühler  beim  ^  wesentlich  länger  als  beim  ^  und  gewimpert.  La- 
bialtaster stark  verlängert  oder  auch  kurz.  Maxillartaster  gut  aus- 
gebildet, pinselförmig.  Rüssel  klein  oder  fehlend.  Zelle  der  Hinter- 
flügel mehr  oder  weniger  deutlich  geschlossen,  hintere  Mittelader 
oben  nicht  behaart,  Ader  7  und  8  gestielt. 

Raupen  schlank,  in  Rohr  und  Sumpfgräsern.  Puppe  schmal 
und  schlank. 

3  deutsche  Gattungen. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge. 


137 


Gat  tu  ngs  Üb  ersieht. 

1.  Labial taster  wenig  länger  als  der  Kopf,  dünn,  Scirpopliaga. 
Labialtaster  stark  verlängert,  dicht  beschuppt.  2. 

2.  Ader  10  im  Vorderflügel  frei  aus  der  Zelle.  Sclioenobius. 
Ader  10  im  Vorderflügel  mit  8  -j-  9  gestielt.  Donacaula. 


Scirpophaga  Tr.  (Fig.  220  u.  221). 

Stirn  flach,  beim  (^  etwas  schmäler  als  beim  5-  Fühler  dünn, 
geißeiförmig,  kurz  gewimpert,  beim  (^  etw^as  länger  als  die  Hälfte 
des  Vorderflügels,  beim  2  ^^^r  halb  so  lang  wie  beim  (j.  Labialtaster 
so  lang  wie  der  Kopf,  gerade  vor- 
gestreckt und  zugespitzt.  Maxillar- 
taster  kurz,  stummeiförmig.  ^  "^it 
dichtem  wolligen,  abgestutzten  Af- 
terbüschel. Beine  lang  und  kräf- 
tig, mit  verlängerten  Hüften;  Vor- 
der-,  Mittel-   und  Hinterschienen 


-J^^*»«'4wC 


Fig.  220. 


=  V, 


und  7i    der  Schenkel- 


Fig.  221. 

Fig.  220  u.  121.      Scirpophaga  prae- 
lata  Scop.     Kopf  und  Geäder. 


länge.  Sporne  der  Hinterschienen 
dick  und  kräftig,  die  vorderen 
hinter  der  Mitte.  Vorderflügel 
des  $  2V2J  des  $  3  mal  so  lang 
wie  breit,  Hinterflügel  breit,  mit 
stark  gerundetem  Außen-  und 
Innenrand;  Spitze  des  Vorderflü- 
gels gerundet,  Außenrand  beim  $ 
ziemlich  steil,  beim  ^  mehr  ab- 
geschrägt. Zelle  im  Vorderflügel  bis 
über  die  Mitte  reichend,  Ader  4  von 
3  doppelt  so  weit  getrennt  als  von 
5;  6  und  7  ziemlich  weit  getrennt, 
7,  8  -[-  9  und  10  einander  ge- 
nähert, 8  -|-  9  lang  gestielt,  in  die 
Flügelspitze,  10  einzeln  aus  dem  oberen  Zellenende,  11  erst  ziem- 
lich steil,  dann  sehr  schräg  verlaufend.  Zelle  im  Hinterflügel  oben 
bis  zur  Mitte,  unten  etwas  weiter  reichend;  Ader  3  in  der  Mitte 
zwischen  2  und  4,  4  von  3  etwa  3  mal  so  weit  entfernt  wie  von  5; 
6  frei  aus  der  Zelle,  7  ebenso,  dann  eine  Strecke  dicht  an  8. 
Eine  deutsche  Art. 

Scirpophaga  praelata  Scop. 

$  kleiner  und  schlanker  als  das  $.  Körper  und  Flügel  glän- 
zend weiß,  ohne  Zeichnung.  Beine  ausgedehnt  dunkelbraun,  Tarsen 
dunkelbraun  mit  weißen  Gliedspitzen.  Vorderflügel  oben  etwas 
dunkler  als  die  Hinterflügel,  mit  grauem  oder  bräunlichem  Anflug. 
Vorderflügel  und  Vorderrand  der  Hinterflügel  beim  <^  unten  stark 
gebräunt.     Flügelspannung  31  ((j") — 47(9)  °^™-     ^^"^ — August. 

Eier  an  die  Futterpflanze  (Seesimse,  Scirpus  lacuster  L.) 
abgelegt,  mit  der  weißen  Afterwolle  des  $  bedeckt. 

Raupe  lederbraun,  nackt,  mit  hellbraunem  Kopf  und  mit  vor- 
stehenden Hinterfüßen,  welche  auch  an  der  Puppe  sichtbar  sind. 
Länge  bis  35  mm.    Raupe  Herbst— Juni  in  den  Stengeln  von  Scir- 


138 


K.  Grünberg, 


pus  lacuster  L.  Bohrt  sich  als  junge  Raupe  in  den  oberen  Teil 
der  Pflanze  ein  und  frißt  einen  Kanal  bis  auf  die  Wurzel,  in 
welche  sie  aber  nicht  eindringt;  erweitert  den  Raum  über  der 
Wurzel  und  steigt  wieder  aufwärts.  Verpuppung  unter  dem  Wasser- 
spiegel in  einem  Gespinst  nach  Anlegung  einer  bis  auf  die  äußerste 
Stengelhaut  gehenden  Ausflugsöffnung  über  dem  Wasser. 

Puppe  weiß,  äußerst  dünnhäutig  und  ganz  durchscheinend. 

Schoenobius  Dup.  (Fig.  222  u.  223). 

Stirn  breit,  flach  gewölbt.  Fühler  des  (^  fast  doppelt  so  lang 
wie  beim  $  und  gewimpert.  Labialtaster  sehr  lang  und  kräftig, 
vorgestreckt,  seitlich  zusammengedrückt;  Maxillaytaster  kurz,  den 
ersteren  aufliegend,  etwa  so  lang  wie  der  Kopf.  Hinterleib  lang- 
gestreckt, den  Analwinkel  der  Hinterflügel  mit  mehr  als  der  Hälfte 
seiner  Länge  üben*agend,  beim  9  mit  dichtem  wolligen  Afterbüschel. 
Beine   wie   bei   Scirpophaga^   Vorder-,  Mittel-   und  Hinterschienen 


Fig.  222.  Fig.  223. 

Fig.  222  u.  223.     Schoenobius  forficellus  Thunb.      Kopf  ((j")  und  Geäder   (9). 

V2,  Vi  und  7,  der  Schenkellänge.  Vorderflügel  beim  $  ziemlich 
breit  mit  abgerundeter  Spitze  und  steilem  geschwungenen  Außen- 
rand, beim  $  schmäler  und  länger,  mit  sehr  scharfer  vorgezogener 
Spitze  und  stark  abgeschrägtem,  leicht  ausgehöhltem  Außenrand. 
Hinterflügel  beim  (^  breit,  halbkreisförmig,  beim  $  die  Spitze 
ziemlich  scharf,  der  Außenrand  mehr  abgeschrägt  und  gerade. 

Artenübersicht. 
Imagines. 
(5"  Vorderflügel  mit  zahlreichen  schwarzen  Flecken. 

Seh.  gigantelhis 

Vorderflügel  mit  einer  schrägen  dunklen  Querbinde  von  der  Spitze 

zum  Innenrand.  Seh.  forfieelhis. 

$  Vorderflügel  ockergelb,  Spannweite  35—40  mm.    Seh.  gigantellus. 

Vorderflügel   heller   oder   dunkler  gelblichbraun,    Spannweite  30 

—35  mm.  Seh.  forfieellus. 

Raupen. 

Lehmgelb,  Kopf  und  Nackenschild  gelblichbraun,  in  Rohr. 

Seh.  gigantellus. 

Graugrün,  Kopf  und  Nackenschild  schwarz,  in  Wasserschwaden  und 

Segge.  Seh.  forfieellus. 

Schoenobius  gigantellus  Schiff  (Fig.  224). 
(^.   Fühler  schwarzbraun,  Taster  und  Körper  graubraun,  Hinter- 
leib glänzend.     Oberseite  der  Vorderflügel  hell  graubraun  mit   un^ 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  139 

bestimmtem  schwarzbraunen,  gegen  die  Spitze  verbreiterten  Längs- 
schatten, zerstreuten  schwarzbraunen  Fleckchen  und  ebensolchen 
Saumpunkten  an  den  Aderendigungen.  Hinterflügel  graubraun  mit 
weißlicher  Wurzel,  schwarzbraunen  Saumpunkten  und  einer  un- 
scharfen dunklen  Querbinde  hinter  der  Mitte.  Unterseite  graubraun 
mit  schwarzbraunen  Saumpunkten.  Hinterflügel  an  der  Wurzel 
zuweilen  ausgedehnt  weißlich.     Flügelspannung  25 — 30  mm. 

2-  Fühler,  Taster  und  Körper  gelblichgrau.  Oberseite  der 
Vorderflügel  lebhaft  ockerfarben  mit  einem  schwärzlichen  Punkt 
am  unteren  Zellenende  und  auf  Ader  1  und  undeutlichen  dunklen 
Saumpunkten.  Hinterflügel  weiß.  Unterseite  der  Vorderflügel  hell 
gelblichgrau,  glänzend,  der  Hinterflügel  weiß  mit  gelblichgrauem 
Vorderrand.  Flügelspannung  35  —  40  mm.  Juni — August,  haupt- 
sächlich in  Norddeutschland,  selten. 

Raupe  lehmgelb  mit  grauschimmernden  Querfalten;  wird  bei 
der  Zucht  olivengrün.  Kopf  klein  und  spitz,  glänzend  gelblich- 
braun, vorn  und  hinten  dunkler.  Nackenschild  von  der  Farbe  des 
Kopfes.     Thoraxsegmente  verbreitert.     Stigmen   sehr  klein,   braun. 


Fig.  224.     Schoenobius  gigantellus  Schiff.  $.     Vergr.  2. 

Mai — Juni,  vereinzelt  noch  Ende  August  in  den  jungen  Trieben 
des  Rohrs  (Phragmites  communis  Trin.) .  Die  befallenen 
Pflanzen  verwelken  und  brechen  dicht  über  oder  unter  dem  Wasser- 
spiegel ab.  Die  Raupe  geht  durch  die  Scheidewände  bis  in  die 
Wurzel,  die  inneren  Zellenschichten  abfressend,  und  häuft  ihre 
Exkremente  im  oberen  Teil  des  Rohrstumpfes  an,  verläßt  den  aus- 
gefressenen Stengel,  indem  sie  das  Stück,  in  welchem  sie  sich  be- 
findet, oben  und  unten  durchbeißt,  an  beiden  Enden  zuspinnt  und 
sich  darin  an  eine  neue  Pflanze  treiben  läßt;  kriecht  an  dieser  ein 
Stück  hinauf,  die  Wohnröhre  mitziehend,  welche  sie  dann  mit  einem 
Ende,  oft  senkrecht  abstehend,  festspinnt,  worauf  sie  sich  in  den 
frischen  Stengel  einbohrt;  kann  zweimal  überwintern.  Verpuppung 
in  einem  röhrenförmigen  durchsichtigen  Gespinst,  welches  bis  zu 
der  darüber  befindlichen,  mit  einer  häutigen  Gespinstkappe  ver- 
schlossenen Ausflugsöffnung  geführt  wird.  Öffnung  zuweilen  unter 
dem  Wasserspiegel.     Die  Zucht  ist  sehr  schwierig. 

Puppe  zylindrisch,  glatt,  strohgelb  mit  sehr  zarter  durch- 
scheinender Hülle.  Hinterbeinscheiden  bis  zum  vorletzten  Segment 
reichend. 


140  K.  Grünberg, 

Schoenobius  forficelhis  Thunb.  (Fig.  225). 

(^.  Fühler  braun,  Kopf  und  Thorax  gelblichbraun,  Außenseite 
der  Taster  und  Beine  dunkler.  Hinterleib  oben  gelblich  graubraun, 
unten  grau.  Oberseite  der  Vorderflügel  variierend  zwischen  hell 
gelblichgrau  und  graubraun,  mit  einem  zuweilen  sehr  deutlichen, 
zuweilen  ganz  fehlenden,  von  der  Wurzel  bis  zur  Spitze  reichenden 
schwarzbraunen  Längsschatten  und  einer  schrägen,  von  der  Spitze  bis 
zum  Innenrand  ziehenden,  unscharfen  schwarzbraunen  Querbinde.  Am 
unteren  Zellenende  ein  scharfer,  auf  der  Ader  J  zwei  weniger  scharfe 
schwarze  Flecke;  Außenrand  mit  schwarzen  Saumpunkten  an  den 
Aderendigungen,  Saumschuppen  gelblichgrau.  Hinterflügel  weißlich, 
Vorderrand  und  Saum  mehr  oder  weniger  ausgedehnt  braun,  mit 
schwarzen  Saumpunkten  und  einer  unbestimmten  dunklen  Quer- 
binde hinter  der  Mitte.  Unterseite  graubraun  mit  helleren  Saum- 
schuppen und  schwarzen  Saumpunkten.  Die  schrägen  Querbinden 
schwach  angedeutet.  Wurzel  der  Hintorflügel  weißlich.  Flügel- 
spannung 22 — 28  mm.    Mitte  Juni — August,  häufiger  als  gigantellus. 


Fig.  225.     Schoenobius  forficellus  Thunb.  (^ .     Vergr.  13/^. 

5.  Oberseite  der  Vorderflügel  heller  oder  dunkler  gelblich 
braun,  Längsschatten  undeutlich  oder  fehlend,  nur  der  schwärzliche 
Punkt  am  unteren  Zellenende  deutlich.  Hinterflügel  weiß  mit  leichtem 
gelblichen  Anflug.  Unterseite  der  Vorderflügel  hell  gelblichbraun, 
der  Hinterflügel  weißlich.     Flügelspannung  30—35  mm. 

Raupe  ähnlich  der  von  Seh.  gigantelhis,  auch  in  der  Lebens- 
weise; graugrün,  glanzlos,  mit  dunkelgrüner  Rückenlinie  und  weiß- 
lichem Hinterende.  Kopf  schwarz  mit  heller  Winkelzeichnung, 
Nackenschild  mit  schwarzem,  durch  eine  feine  weiße  Linie  geteilten 
Fleck.  Auf  dem  Afterschild  2  halbkreisförmige,  mit  der  hohlen 
Seite  einander  zugekehrte  Zeichnungen.  Herbst — Mai  oder  Anfang 
Juni  in  Carex-Arten  und  in  Wasserschwaden  (Glyc^ria  aquatica 
Wahlenb.).  Wandert  y^\Q  gigantelhis]  beiCarex  in  einem  zusammen- 
gerollten Blatt,  bei  Glyceria  in  einem  Stengelstück,  aus  dem  sie 
mit  dem  Vorderende  hervorragt.  Verpuppung  im  Stengel  der  Futter- 
pflanze in.  einem  langen,  röhrenartigen,  weißen  und  zähen  Gesi)inst, 
das  bis  zu  der  zugesponnenen  Ausflugsöffnung  reicht;  etwas  über 
der  Mitte  des  Gespinstes  eine  lederartige  Kappe,  welche  von  dem 
Falter  durchbrochen  wird.  . 


i 


Lepidoptera,  Schmetterlinge. 


141 


Puppe  zylindrisch,  sehr  zart,  gelblichweiß  oder  hellbraun  mit 
dunkler  Rückenlinie,  braunen  Augen,  langen  Flügelscheiden  und 
bis  zum  Endsegment  reichenden  Hinterbeinscheiden.  Die  Stigmen 
bilden  stark  vortretende  hellbraune  Wärzchen. 


Donacaula  Meyr.  (Fig.  226  u.  227). 

Nahe  verwandt  mit  Schoenohius.  Fühler  des  (^  etwas  länger 
als  die  Hälfte  der  Vorderflügel,  gewimpert.  Taster  wie  bei  Schoenobms, 
ebenso  der  Flügel  schnitt.  Ader  4  und  5  im  Vorderflügel  aus  dem 
unteren,  8  +  9  -j-  10  aus  dem  oberen  Zellende,  8  in  die  Spitze,  9 
und  10  nahe  zusammen  in  den  Vorderrand;  11  ziemlich  steil,  zu- 
weilen mit  der  Costalader  anastomosierend.  Im  Hinterflügel  Ader  4 
und  5  aus  dem  unteren,  6  aus  dem  oberen  Zellenende,  7  mit  8 
lang  gestielt. 

Nur  eine  deutsche  Art. 


Donacaula  miicronella  Schiff. 
Fühler,    Taster,    Kopf    und    Thorax    braun,    Hinterleib    heller, 
graubraun.     Oberseite  der  Vorderflügel  graubraun   mit   dunklerem 
Mittellängsschatten    und     breitem 
hellgrauen    Vorderrand.      Außen- 
rand    mit     schwärzlichen     Saum- 
punkten an  den  Aderendigungen. 


Fig.  226.  Fig.  227. 

Fig.   226  u.  227.     Donacaula  mucronella  Schiff,     c^.     Kopf  und  Geäder. 

Hinterflügel  heller,  Wurzel  und  Innenrand  weißlich,  Außenrand 
mit  feinen  schwarzen  Saumpunkten.  Unterseite  graubraun  mit 
schwarzen  Saumpunkten ,  Innenrand  der  Hinterflügel  weißlich. 
Flügelspannung  25  mm. 

Raupe   braun,   mit  gelblichem  Kopf,   in  Rohr   (Phragmites) 
und  Segge  (Carex),  überwintert  in  der  Nälirpflanze. 


Nymphulinae  (Hydrocampinae). 

Mittelgroße,  zart  gebaute  Arten  mit  schlankem  Körper,  sehr 
langen  Beinen,  besonders  stark  verlängerten  Vorderbeinen  und 
ziemlich  breiten,  gerundet  dreieckigen  Vorderflügeln  [Acentroptis 
mit  kürzeren  Beinen  und  schmalen  Vorderflügeln,  ^  ungeflügelt). 
Ocellen  vorhanden  oder  fehlend.  Fühler  beim  (^  nur  schwach  ge- 
wimpert, einfach  oder  mit  am  Ende  erweiterten  Gliedern.  Labial- 
taster nicht  verlängert,  vorgestreckt  mit  leicht  aufgebogenem  kurzen 
spitzen  Endglied  oder  hängend.  Maxillartaster  vorhanden  oder 
fehlend.  Rüssel  vorhanden.  Mittelzelle  der  Hinterflügel  geschlossen, 
Ader  7  und  8  lang  gestielt,  hintere  Mittelader  oben  nicht  behaart. 


142  K,   Grünberg, 

Raupen  im  Wasser  an  Wasserpflanzen,  in  Gehäusen  oder 
Röhren  aus  zusammengesponnenen  Blattstücken,  bei  Parapojiyx  mit 
langen  Kiemenfäden.  Verpuppung  im  Wasser  in  einem  dichten 
Gespinst. 

4  deutsche  Gattungen. 

.Gattungsübersicht. 

I.  Labialtaster  vorgestreckt  oder  auch  gebogen,  Maxillai'taster  vor- 
handen; größere,  in  beiden  Geschlechtern  geflügelte  Arten. 

1.  Fühler  einfach.  Nymphula. 

2.  Fühlerglieder,  besonders  beim  (^,  am  Ende  erweitert. 

a)  Maxillartaster  gut  entwickelt,  wenig  kürzer  als  die  Labial- 
taster, Ocellen  vorhanden.  Paraponyx. 

b)  Maxillartaster  klein,  stummeiförmig,  Ocellen  fehlen. 

Cataclysta. 

II.  Labialtaster  hängend,  Maxillartaster  fehlen;  kleine  Art,  $  stum- 

melflügelig.  Acenlropus. 

Nymphula  Schrk.  (Hydrocampa  Aut.). 
(Fig.  228  u.  229). 

Stirn  flach  und  breit,  Ocellen  deutlich,  aber  von  der  dichten 
Beschuppung  verdeckt;  Fühler  fadenförmig,  einfach,  beim  (j"  sehr 
kurz  und  dicht  gewimpert.  Maxillartaster  aufwärts  gebogen,  dünn, 
1.  und  2.  Glied  unten  lang  abstehend,  3.  Glied  anliegend,  beschuppt, 
Labialtaster  etwas  kürzer,  dünn.  Hinterleib  lang  und  schlank,  den 
Analwinkel  der  Hinterflügel  weit  überragend,  beim  $  mit  termi- 
nalem Haarbüschel.  Beine  lang.  Vorderhüften  stark  verlängert, 
so  lang  wie  die  Schenkel,  Vorderschienen  ^^  der  Schenkel  länge, 
am  Ende  verdickt,  Vordertarsen  länger  als  Schenkel  und  Schiene 
zusammen.   Mittelschienen  wenig.  Hinterschienen  beträchtlich  länger 


Fig.  228.  Fig.  229. 

Fig.  228  u.  229.     Nymphula  stagnaia  Don.     Kopf  und  Geäder. 

als  die  Schenkel.  Vorderflügel  etwas  mehr  als  doppelt  so  lang  wie 
breit,  mit  deutlichem,  abgerundetem  Vorderwinkel,  Außenrand  ziem- 
lich steil,  leicht  geschwungen,  Hinterwinkel  breit  abgerundet.  Ader 
8  +  9  +  10  aus  dem  oberen  Zellenende.  Hinterflügel  breit,  Vorder- 
und  Analwinkel  abgerundet,  Ader  6  kurz  hinter  der  Zellenmitte 
entspringend,  anastomosiert  mit  7  -j-  8, 
3  deutsche  Arten. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  143 

Artenübersicht. 
Imagines. 

1.  Flügel  mit  scharfen  dunkelbraunen  Binden  und  breitem  zu- 
sammenhängenden Saumband.  2. 
Flügel  mit  hellerer  unschai-fer  Zeichnung.  Saumband  aus 
2  getrennten  Linien  gebildet.                                 N.  rivalalis. 

2.  Discocellularfleck  im  Vorderflügel  dunkelbraun.  N.  stagnata. 
Discocellularfleck  im  Vorderflügel  hellbraun  mit  dunkler  Um- 
randung. N.  iiymphaeata. 

Raupen. 
Dunkelgelb  bis  olivenfarben,  nur  an  Igelkolben.  N.  stagnata. 

Hell  olivenbraun  mit  dunklen  Einschnitten  und  3  dorsalen  dunklen 
Längslinien,  an  verschiedenen  Wasserpflanzen.    N.  nymphaeata. 

Nymphula  rivulalis  Dup.  (Fig.  230). 

Weiß,  Fühler  und  Innenseite  der  Vorderbeine  braun.  Zeich- 
nung wie  bei  stagnata,  aber  weniger  scharf  und  oft  nur  schwach 
ausgebildet.  Discocellularfleck  im  Vorderflügel  dunkel  umrandet, 
ohne  dunklen  Kern,  die  äußere  Doppelbinde  in  beiden  Flügeln  mit 
einigen  zackenartigen  Fortsätzen  gegen  den  Außenrand.    Im  Hinter- 


Fig.  230.  Fig.  231. 

Fig.  230.     Nymphula  rivulalis  Dup.     Vergr.  2. 

Fig.  231.     Nymphula  stagnata  Don.     Vergr.  ca.  2. 

flügel  außer  der  subbasalen  und  der  äußeren  Binde  eine  durch- 
gehende Mittelbinde.  Saum  mit  schmaler  brauner  Saumlinie,  davor 
eine  leichtgezackte  dunkelbraune  Linie.  Zeichnung  der  Unterseite 
unscharf.  Flügelspannung  17 — 19  mm.  Juni  —  September,  be- 
sonders an  hochrandigen  Wiesengräben.  Nordostdeutschland,  nicht 
häufig. 

Entwicklung  unbekannt. 

Nymphula  stagnata  Don.  (Fig.  231). 

Weiß,  Fühler  bräunlich,  Taster  mit  braunem  Rücken  und 
brauner  Spitze,  Beine  teilweise  braun,  Hinterleib  mit  mehr  oder 
weniger  deutlichen  braunen  Rückenflecken.  Flügel  weiß  mit  dunkel- 
brauner Zeichnung.  Vorderflügel:  Vorderrand  bis  jenseits  der  Mitte 
braun,  nahe  der  Basis  eine  einfache  schräge  Querbinde,  vor  der 
Mitte  eine  vom  Hinterrand  ausgehende  Doppelbinde,  hinter  der 
Mitte  eine  zweite,  gegen  den  Vorderrand  gegabelte  Doppelbinde, 
der  innere  Ast  mit  der  ersten  Doppelbinde  auf  der  hinteren  Mittelader 
verbunden  und  über  den  schwarzbraunen  Discocellularfleck  laufend. 


144  K-   Grünberg, 

Beide  Doppelbinden  schließen.  3  runde  weiße  Flecke  ein.  Aiißenrand 
mit  goldbraunem  Saumband.  Hinterflügel:  eine  subbasale  Quer- 
binde, am  Vorderrand  mit  einem  schräg  nach  außen  gerichteten 
Anhang.  Hinter  der  Mitte  eine  wellenförmige  Doppelbinde.  Saum- 
band wie  im  Vorderflügel.  Zeichnung  der  Unterseite  wie  oben, 
aber  blaß  und  unscharf.  Flügelspannung  20 — 22  mm.  Juni — Juli. 
Häufig  an  stehenden  Gewässern,  Flußufern,  Seen. 

Eier  oval,  halbdurchsichtig  mit  gestreifter  Oberfläche,  Ende 
Juli  zu  größeren  Gruppen  vereinigt  an  die  Unterseite  schwimmender 
Blätter  des  Igelkolbens  (Sparganium  simplex  Huds.  und  ra- 
mosum  Huds.)  abgelegt. 

Raupe  zunächst  farblos  und  durchsichtig  mit  schwarzem  Kopf 
und  Nackenschild,  dann  graubraun  oder  olivenfarben,  Kopf  und 
Nackenschild  hellbraun,  vor  der  Überwinterung  wieder  durchsichtig. 
Kopf  klein  und  flach,  3.  Thoraxsegment  am  breitesten.  Körper  der 
erwachsenen  Raupe  dunkelgelb  bis  olivenfarben  mit  braun  gerandeten 
Stigmen.  Länge  20—25  mm.  Raupe  Anfang  August  bis  Oktober 
minierend  in  den  Blättern  des  Igelkolbens,  daselbst  bis  Mitte  April 
überwinternd,  dann  bis  Mitte  Mai  oder  Juni  in  einem  aus  2  mit 
den  Rändern  zusammengesponnenen  Blättern  gebildeten  Sack  dicht 
unter  dem  Wasserspiegel,  die  Blattränder  benagend  und  ausfressend, 
bei  Sparg.  ramosum  die  Blätter  skelettierend.  Verrät  sich  durch 
die  schwärzlichen  Fraßstellen.  Verwandlung  in  einem  langen  weißen, 
mit  Blattstücken  umhüllten  und  an  einem  schwimmenden  Blatt  fest- 
gesponnenen Cocon. 

Puppe  schlank,  lebhaft  dunkelgelb,  Hinterende  in  einen  ventral- 
wärts  gebogenen  Haken  auslaufend. 

Nymphula  nymphactata  L.  (Fig.  282). 
Körper  weißlich  ($)  oder  vorwiegend  bräunlich  (cf).  Flügel 
weiß,  die  braune  Zeichnung  wie  bei  stagnato,  aber  ausgedehnter, 
die  Binden  breiter.  Discocellularfleck  hellbraun  mit  dunkler  Um- 
randung. Die  äußere  Doppel- 
binde sendet  im  Vorder-  und 
Hinterflügel  einzelne  zackige 
Fortsätze  gegen  das  goldbraune 
Saumband.  Zeichnung  auf  der 
Unterseite  nicht  heller  als  oben. 
Trennung  der  Doppelbinden 
weniger  scharf.  Basale  Binde 
im  Hinterflügel  ebenfalls  dop- 
pelt, von  dem  schrägen  Vorder- 
randfleck deutlich  getrennt. 
Flügelspannung    21—26    mm. 

Fig.  232.     Nym^htda  nymphaeata  L.  Juni— AugUSt,   mit  N.  stagnata. 

Häufig. 

Eier  kurz  oval,  flach,  dunkelgelb. 

Raupe  gedrungen,  in  der  Mitte  am  breitesten,  vorn  und 
hinten  verjüngt.  Körper  glänzend,  in  der  Jugend  grün,  später  auf 
dem  Rücken  hell  olivenbraun  mit  dunkleren  Einschnitten  und  3 
dunklen  Längslinien,  unten  heller;  Kopf  sehr  klein,  olivenbraun, 
mit  dunkler  Mundpartie  und  dunklem  Hinterrand,  Nackenschild 
hell  olivenbraun,  glänzend,  vorn  und  hinten  schmal  schwarz  ge- 
säumt,  mit   mittlerem  schwarzbraunen,   durch   eine  helle  Linie  ge- 


Lepidopterä,  Schmetterlinge. 


145 


teilten  Querfleck.  Stigmen  dunkelbraun  gerandet.  Länge  bis  25  mm, 
2  größer  als  (j.  Herbst — Mai  oder  Mitte  Juni  an  der  weißen  und 
gelben  Wasserrose  (Nymphaea  alba  L.,  Nuphar  luteum  L.), 
Froschbiß  (Hydrocharis  morsus  ranae  L.),  Laichkraut  (Pota- 
mogeton  natans  L.  und  polygonifolius  Pourr.),  Wasserstem 
(Callitriche).  Wasserlinse  (Lemna),  Igelkolben  (Sparganium). 
Schneidet  aus  einem  Blatt  der  Nahrungspflanze  ein  elliptisches 
Stück  heraus  und  spinnt  es  mit  dem  Rand  auf  ein  anderes  Blatt 
fest,  benutzt  den  innen  ausgesponnenen  Raum  als  Wohnung,  von 
hier  aus  das  Blatt  benagend.  Das  aufgesponnene  Blattstück  stirbt 
ab  und  wird  braun,  woran  die  Anwesenheit  der  Raupe  zu  erkennen 
ist.  Bietet  ein  Blatt  keine  Nahrung  mehr,  so  schneidet  sie  den 
Boden  des  sackförmigen  Wohnraums  heraus  und  läßt  sich  in  diesem 
an  eine  frische  Pflanze  treiben,  wo  sie  einen  neuen  Wohnraum  an- 
legt. Verläßt  Anfang  November  das  Wasser  mit  ihrer  Wohnung 
und  spinnt  diese  an  einer  Pflanze  fest  zum  Überwintern.  Ver- 
puppung ebenfalls  über  der  Wasseroberfläche  zwischÄi  2  zusammen- 
gesponnenen Blättern, 

Puppe  dunkelbraun,  Flügelscheiden  und  Unterseite  lebhaft 
hellbraun;  Hinterende  stumpf,  warzenförmig,  mit  einigen  kleinen 
Borsten. 

Paraponyx  Hb.  (Fig.   233). 

Stirn    breit,    Ocellen    sehr    klein,   von   der   Beschuppung   ver- 
deckt.    Fühler  fadenförmig,  die  Gliedenden,  besonders  beim  (J,  ver- 
breitert, die  Glieder  daher  im  Umriß  dreieckig,  der  ganze  Fühler  perl- 
schnurähnlich  erscheinend.  Labial  taster 
stärker   gebogen    als    bei    JVymphtcla, 
Maxillartaster  kürzer.    Hinterleib  wie 
bei   Nymphula,     Vorderhüften   etwas 
kürzer  als  die  Schenkel  und  doppelt 
so  breit,  Vorderschienen  etwa  %  der 

Schenkellänge,       VordertarSUS       etwas     *^'S- 233-    Paraponyx  stratiotata  \.. 

kürzer  als  Schenkel  und  Schiene  zu- 
sammen.   Mittel  und  Hinterhüften  kurz.   Mittelschienen  etwas  länger 
als   die   Schenkel,   Hinterschienen   doppelt   so   lang,    die   vorderen 
Sporne  auf  der  Schienenmitte.    Flügel  länger  und  schmäler  als  bei 
Nymphula,  Vorderflügel  etwa  2 '4  mal  länger  als 
breit,  Vorderwinkel  abgerundet,  Außenrand  gleich- 
mäßig geschwungen,  Hinterflügel  mit  etwas  kür- 
zerem   Innenrand    und    daher    schmäler    als    bei 
Nymphula,  Außenrand   mehr  abgekürzt.     Geäder 
wesentlich  wie  bei  Nymphula,   Gabel  der  Adern 
7   und  8   im  Vorderflügel  kürzer,   4  und  5   im 
Hinterflügel  nicht  getrennt.  Die  Zeichnung  besteht 
aus  dem   scharfen    Discocellularfleck    und    einer 
breiten,  oft  unvollständigen  braunen  Mittelbinde. 
2  deutsche  Arten. 

Artenübersicht. 

ImagineS.  Fig.  234.  Paraponyx 

stratiotata  L.  Raup«. 

Discocellularfleck  im  Vorderflügel  schwarzbraun  Vergr.  iVg. 

mit  weißem  Kern.  P,  stratiotata. 

Süßwasserfauna  von  Deutschland.    Heft  8.  ^ 


146 


K.  Grünberg, 


Discocellularfleck  im  Vorderflügel   aus  2  getrennten  dunkelbraunen 
Punkten  gebildet.  P.  nivalis. 

Paraponyx  stratiotata  L.  (Fig.  235); 
Körper  vorwiegend  weiß  bis  vorwiegend  hellbräun  lieh.  Saum 
der  Vorderflügel  steil,  (j".  Grundfarbe  der  Flügel  weiß,  Vorderflügel 
mit  leichter  bräunlichgelber  Tönung  oder  ausgedehnt  hellbraun,  mit 
einem  undeutlichen  subbasalen,  meist  nur  in  2  Flecken  angedeuteten, 
dunkelbraunen  Querstrich  und  einer  breiten  braunen  Querbinde  auf 
der  Flügelmitte,  innen  unscharf,  außen  scharf  begrenzt  und  stark  ge- 
schwungen sowie  mit  einem  Streifen  der  weißen  Grundfarbe  gesäumt. 
Discocellularfleck  scharf,  schwarzbraun  mit  weißem  Kern.  Zwischen 
der  Mittelbinde  und  dem  Saum  eine  weitere,  viel  blassere  Binde.  Längs 
des  Saumes  eine  schmale  bräunliche  Linie,  Saumschuppen  blaßbräun- 
lich. Hinterflügel  weiß,  mit  einer  auf  der  Flügelmitte  unterbrochenen 
und  auf  der  vorderen  Hälfte  nach  außen  verschobenen  dunkelbraunen 
Querbinde;  läfigs  des  Saumes  eine  schmale  braune  Linie,  Saum- 
schuppen weiß  mit  kleinen 
braunen  Flecken  zwischen 
den  Adern.  Unterseite  weiß 
mit  ganz  leichtem  bräun- 
lichgelben Anflug,  die  Bin- 
den nur  sehr  undeutlich. 

$.  Vorderflügel  hell- 
braun, Binden  wie  beim  cf, 
aber  aus  der  dunkleren 
Grundfarbe  nur  wenig  her- 
vortretend. Discocellular- 
fleck deutlich,  mit  hellem 
Kern.  Hinterflügel  weiß  mit 
braunem  Anflug,  Querbinde 
deutlich,  wenig  unterbrochen,  außerdem  Spuren  einer  basalen  Quer- 
binde.  Unterseite  ausgedehnt  bräunlich.  Flügelspannung  18((^) — 
26(5 )  mm.     Ende  Juli — September,  an  Gewässern' 

Eier  oval,  grün,  an  schwimmende  Blattstücke  abgelegt. 
Raupe  (Fig.  234)  vom  und  hinten  etwas  verjüngt,  jederseits 
vom  2.  Segment  an  mit  3  Längsreihen  langer,  dünner,  büschelweise 
von  gemeinsamem  Stamm  ausgehender  Kiemenfäden.  Körper  etwas 
durchscheinend,  hellgrünlich,  olivenfarben  oder  gelb.  Kopf  sehr 
klein,  braun,  Mundpartie  und  Hinterrand  schwarzbraun.  Kiemen- 
fäden grauweiß,  Stigmen  sehr  klein,  schwarz.  Länge  bis  25  mm. 
Herbst — Juni  an  Krebsschere  (Stratiotes  aloides  L.),  V^assernuß 
(Trapa  natans  L.),  Wassersteni  (Callitriche),  in  einem  aus 
2  Blattstücken  zusammengesponnenen  Gehäuse.  Führt  in  kurzen 
Zwischenräumen  mit  dem  Körper  in  dorso ventraler  Richtung  heftig 
schlagende  Bewegungen  aus,  jedenfalls  zur  Beförderung  der  Kiemen- 
atmung, wobei  das  Hinterende  unbeweglich  bleibt.  Die  jungen 
Raupen  fressen  nur  die  Oberflächenschicht  der  Blätter,  während 
die  älteren  große  runde  Stücke  herausfressen.  Überwintert  bis 
April  ruhend  zwischen  den  Blättern  der  Futterpflanze.  Verpuppung 
unter  Wasser  zwischen  2  oder  3  Blattstücken  in  länglichem, 
weißem,  wasserdichtem  Gespinst. 

Puppe   kegelförmig,   glatt,    zuerst  gelb   mit   braunen    Augen, 
dann  die  Flügelscheiden  dunkel  graubraun,  Thorax  hellbraun,  Hinter- 


Fig.  235.  Paraponyx stratiotatalj.  Q.  Vergr.  2V2- 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  |47 

leib  weißlich  fleischfarben  mit  hellbraunen  Querstreifen.  Stigmen 
orangebraun,  schwarz  umrandet.  Hinterende  stumpf,  am  Kopf 
2  schwarze  Härchen.     Puppenruhe  4  Wochen. 

Paraponyx  nivalis  Schiff. 

Saum  der  Vorderflügel  stark  abgeschrägt,  weiß.  Vorderflügel 
mit  3  braunen  Querbinden,  die  basale  nahe  dem  Vorderrand  in 
einem  dunkelbraunen  Punkt  endigend,  die  mittlere  vom  Vorderrand 
bis  zur  Ader  2  stark  geschwungen,  den  aus  2  scharfen  dunkel- 
braunen Punkten  bestehenden  Discocellularfleck  umfassend,  die 
äußere  blasser,  dem  Saum  parallel,  auf  den  Adern  mit  gegen  den 
Rand  vorgezogenen  Spitzen.  Längs  des  Saumes  eine  feine  braune 
Linie,  Saumschuppen  bräunlich.  Hinterflügel  mit  einer  mittleren 
und  einer  distalen  Querbinde.  Zeichnung  der  Unterseite  blaß  und 
undeutlich,  Discocellularfleck  des  Vorderflügels  sichtbar.  Flügel- 
spannung 20—21  mm.     Juni — Juli,  in  Bayern  (Alpen),  selten. 

Entwicklung  unbekannt. 

Cataclysta  Hb.  (Fig.  236). 

Stirn  flach,  so  breit  wie  die  Augen.  Ocellen  fehlen.  Fühler- 
glieder am  Ende  verbreitert,  beim  (^  etwas  stärker  als  beim  ^,  mit 
dreiseitigem  Umriß.  Labialtaster  stark  aufwärts  gebogen,  anliegend 
beschuppt,  3.  Glied  sehr  dünn.  Maxillar- 
taster  sehr  kurz,  stummeiförmig.  Hinter- 
leib wie  bei  Nymphula.  Vorderschenkel 
doppelt  so  lang  wie  die  am  Ende  er- 
weiterte Schiene,  Tarsus  so  lang  wie 
Schenkel  und  Schiene  zusammen.  Schenkel 
und  Schiene  der  Mittelbeine  von  gleicher  Fig.  236.  Cataclysta  lemnata 
Länge,  Hinterschiene  fast  doppelt  so  lang  ^*    ^*^p** 

wie  der  Schenkel,  vordere  Sporne  auf  der 

Mitte.  Vorderflügel  schlank,  ca.  2^/0  mal  länger  als  breit,  Hinter- 
flügel mit  schwach  gebogenem  Vorderi'and  und  breit  gerundetem 
Innenrand.     Geäder  wie  bei  Nymphula. 

Die  Zeichnung  besteht  aus  braunen  Querstreifen,  einem  dunklen 
Discocellularfleck  im  Vorderflügel  und  einem  scharfen  schwarzen 
Saumband  mit  einer  Reihe  weißer  Punkte  im  Hinterflügel. 

Cataclysta  lemnata  L.  (Fig.  237). 

c^.  Körper  und  Plügel  weiß,  Fühler  braun,  Taster  weiß  mit 
schwarzem  Endglied,  Beine  teilweise  braun.  Vorderflügel  mit  kleinem 
braunen  Discocellularfleck  und  braunem  Saumband  sowie  mit  An- 
deutung einer  braunen  Subbasal-  und  Submarginalbinde.  Hinter- 
flügel mit  schai-fem  dunkelbraunen  Zellenfleck,  einer  breiten,  sub- 
basalen, vom  Innenrand  bis  in  die  Zelle  reichenden  Zackenbinde 
und  mehreren  unregelmäßigen  braunen  Linien  hinter  der  Mitte. 
Randpartie  bräunlichgelb  mit  tiefschwarzem  Saumband,  das  eine 
Reihe  kleiner  silberweißer  Flecke  einschließt.  Unterseite  ohne 
scharfe  Zeichnung,  Vorderflügel  braun,  Hinterflügel  weiß  mit  dunklem 
Zellenfleck  und  undeutlicher  brauner  Mittelbinde.  Saumband  von 
oben  etwas  durchscheinend. 

J\.     Körper    ausgedehnt   braun.     Vorderflügel    braun   mit    un- 
er  dunklerer  Zeichnung,  welche  die  Subbasalbinde,  den  Disco- 

10* 


148 


K.  Grünberg, 


cellularfleck  und  die  Submarginalbinde  erkennen  läßt;  außerhalb 
der  letzteren  von  der  Spitze  bis  nahe  zum  Innenwinkel  eine 
weißliche  Linie,  welche  wie  beim  (j  das  braune  Saumband  ein- 
schließt.    Hinterflügel  weiß,  Zeichnung  schärfer  als  beim  (5^,  Basal- 

binde  breiter,  außen  von  einer 
feinen  Linie  begleitet,  hinter  der 
Mitte  eine  gezackte  Doppelbinde. 
Unterseite  der  Vorderflügel  braun, 
der  Hinterflügel  vorwiegend  weiß 
mit  Andeutung  derselben  Zeich- 
nung wie  oben.  Flügelspannung 
16(cf)— 22($)  mm.  Ende  Mai- 
August,  wahrscheinlich  in  2  Gene- 
rationen. Häufig  an  stehenden 
Gewässern. 

Raupe  glatt  mit  einzelnen 
Härchen,  olivenfarben  mit  braunen 
Kopf  klein,  gelblich,  Nackenschild 
Herbst — Mai,  hauptsächlich  an  der 
Unterseite  von  Wasserlinsen  (Lemna),  Verpuppung  Anfang  Mai 
in  einem  aus  Wasserlinsen  oder  anderen  Pflanzenstücken  ver- 
fertigten, innen  weiß  ausgesponnenen,  sackartigen  Gehäuse. 

Puppe   schlank,   schwarzbraun,    mit   vorstehenden   Knöpf chen 
am  Hinterende.     Puppenruhe  2  Wochen. 


Fig.    237.     Caiaclysta    lemnata   L. 
Vergr.  2V2- 

und    schwärzlichen    Strichen, 
dunkler.     Stigmen  sehr  klein 


Acentropus  Gurt.  (Fig.  238  u.  239). 

Stirn  flach  gewölbt,  etwas  breiter  als  die  Augen.  Ocellen  fehlen. 
Fühler  ungefähr  von  der  Länge  des  Körpers,  ziemlich  dick.  Glieder 
kurz,  so  lang  wie  breit.  Labialtaster  dick,  abwärts  gebogen,  Maxillar- 
taster  fehlen.  Körper  glatt  und  anliegend  beschuppt.  Vorderhüften 
verlängert  und  verdickt,  fast  so  lang  wie  die  Schenkel,  Schienen 
kürzer  als  die  letzteren;  Mittelschienen  ebenso  lang  wie  die  Schenkel, 
Hinterschienen   länger,   mit  äußerst  kurzen  Spornen.     Flügel   nur 


Fig.  238.  Fig.  239. 

Flg.  238  u.  239.     Acentropus  niveus  Oliv.  (^.     Kopf  und  Geäder. 


beim  ^j",  halbdurchsichtig,  dünn  beschuppt  und  ohne  Zeichnung,  lang 
und  schmal,  Vorderflügel  3— 4 mal  so  lang  wie  breit,  mit  abgerundeter 
Spitze  und  stark  abgeschrägtem,  in  flachem  Bogen  in  den  Innen- 
rand übergehendem  Außenrand.  Hinterflügel  2 — 3  mal  so  lang  wie 
breit.  Flügel  des  5  rudimentär,  stummeiförmig.  Zelle  bis  über 
die  Flügelmitte  reichend.  Ader  4  und  5  stark  genähert,  6  und  7 
getrennt,    8  +  9    mit    langem    gemeinsamen    Basalstück  und    sehr 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  149 

kurzer  Gabel,  8  in  die  Spitze,  10  und  11  frei  aus  der  Zelle, 
schräg  in  den  Vorderand.  Im  Hinterflügel  4  und  5  getrennt  aus 
dem  Zellenende,  6  eine  Strecke  vor  dem  Zellenende  entspringend, 
frei,  7  und  8  erst  kurz  vor  der  Spitze  getrennt. 

Acentropiis  nivens  Oliv.  (P'ig.  240  u.  241). 

Körper  bräunlichgelb  mit  weißgrauer,  beim  5  mehr  bräunlicher 
Beschuppung.  Flügel  des  (j  durchscheinend,  milchig  grauweiß  be- 
schuppt, die  Hinterflügel  heller  als  die  Vorderflügel.  Flügelspan- 
nung des  (j"  11 — 17  mm.     Mai — Juni  und  September. 

5  stets  im  Wasser.     Begattung  an  der  Oberfläche. 

Eier  in  Klumpen 
oder  flachen  scheiben- 
f  örmigenGelegen  in  einer 
Gallerthülle  an  die  Nah- 
rungspflanzen abgelegt. 
Eiruhe    ca.    3    Wochen. 

Raupen  zunächst 
grünlichgelb    mit    hell-  Fig.  240.  Fig. 

braunem,  dunkel  geran-         Fig.  240   u.   241.     Acentropus  niveus  Oliv.    ^  u. 

detem  Kopf  und  Nacken-  5-  Vergr.  2. 

Schild,   später  weißlich- 
gelb, durchscheinend.     Am  1 .  Hinterleibsring  am  breitesten,  vorn  und 
hinten  schmäler.     Mit  unregelmäßigen  Längsreihen  kleiner  borsten- 
tragender   Hautwarzen.     9    Stigmenpaare,   keine  Kiemenfäden.     In 
ca.  6  Wochen  erwachsen,  12 — 14  mm  lang. 

2  Generationen.  Raupen  September — Mai  und  Juli — August  im 
Wasser,  besonders  an  verschiedenen  Laichkrautarten  (Potamogeton), 
auch  an  Wassernuß  (Trapa  natans  L.),  Tausendblatt  (Myriophyl- 
lum),  Zanichellie  (Zanichellia),  Seegras  (Zostera),  in  der  ersten 
Woche  im  Innern  der  Pflanze,  dann  außen  an  den  Blättern,  in 
einem  röhrenförmigen  Gehäuse  aus  Blattstücken,  oft  in  beträcht- 
licher Tiefe,  bis  zu  3  m.  Verpuppung  in  einem  aus  Blattstücken 
neu  verfertigten  Gehäuse,  welches  mit  dem  grauweißen  luftgefüllten 
Cocon  verwebt  und  an  der  Nahrungspflanze  befestigt  ist. 

Puppe  stets  unter  Wasser,  mit  dem  Kopf  abwärts  im  Cocon, 
hell  gelblichbraun  mit  dorsalen  Querstrichen  und  hellerer  Unter- 
seite. Kopf  mit  3  Paar  zum  Öffnen  des  Gehäuses  dienenden  Dornen. 
Hinterende  stumpf,  vorletztes  und  letztes  Segment  mit  Chitinhäk- 
chen zur  Befestigung  im  Cocon.  cf  Puppen  kleiner  und  schlanker 
als  die  $.     Puppenruhe  ca.  25  Tage. 

Tortricidae,  Wickler. 

Kleinere  Arten,  stets  unter  Mittelgröße,  mit  verhältnismäßig 
kräftigem  Körper,  mäßig  langen  Beinen  und  gerundet  viereckigen, 
in  der  Ruhe  flach  dachförmig  gehaltenen  Vorderflügeln.  Augen 
nackt;  Ocellen  vorhanden.  Fühler  fadenförmig,  häufig  gewimpert, 
selten  beim  ^f  gezähnt  oder  gekämmt.  Rüssel  meist  kräftig  ent- 
wickelt. Maxillartaster  fehlen.  Labial taster  gut  entwickelt,  auf- 
gebogen oder  vorgestreckt,  anliegend  oder  abstehend  beschuppt, 
selten  verlängert,  mit  kurzem  Endglied.  Vorderflügel  groß  und 
breit,  trapezförmig,  selten   mehr   dreieckig,   mit  steilem  Außenrand 


150 


K.  Grüiiberg, 


und  12  getrennten  Adern,  selten  7  und  8  gestielt.  Hinterflügel 
breit,  gerundet,  stets  mit  Haftborsten  und  3  Innenrandadern,  im 
Geäder  wechselnd ;  hintere  Mittelader  bei  einer  Gruppe  oben  lang 
behaart. 

Raupen  walzig,  an  Kopf  und  Hinterende  etwas  verjüngt,  16 füßig, 
mit  Kranzfüßen,  mit  stark  chitinisiertem  Nacken-  und  Afterschild 
und  feinen,  paarweise  geordneten,  borstentragenden  Punktwärzchen. 
Zwischen  aufgewickelten  und  versponnenen  Blättern,  in  Blüten  und 
Früchten,  in  Pflanzenstengeln  und  Wurzeln  usw. 

Puppen  mit  spitzem  oder  stumpfem  Hinterende,  am  Hinterleib 
mit  dorsalen  Querreihen  spitzer  Dornen  und  ventralen  Dornwärz- 
chen oder  mit  Häkchen  am  Hinterende. 

Von  der  sehr  artenreichen  Familie  kommt  nur  eine  Gattung 
mit  2  deutschen  Arten  ständig  am  Wasser  vor. 

>  Epibleminae. 

Hintere  Mittelader  der  Hinterflügel  oben  lang  behaart. 

Bactra  Steph.  (Fig.  242  u.  243). 

Stirn  abstehend  beschuppt.  Fühler  gewimpert.  Taster  vorn 
verbreitert  und  glatt  abgeschnitten,    dicht  beschuppt.     Thorax  glatt 


:     ;     Fig.  242.  Fig.  213. 

Fig.  242  u.  243.     Bactra  lanceolana  Hb.     Kopf  und  Geäder. 


beschuppt.  Hinterschienen  des  cj"  ohne  Haai-pinsel.  Ader  3,  4  und  5 
der  Hinterflügel  dicht  beieinander  aus  dem  unteren,  Ader  6  und  7 
gestielt,  aus  dem  oberen  Zellenende. 

Raupen  in  Sumpfgräsern. 

2  deutsche  Arten.  . 

Artenübersicht. 

Imagines. 

Vorderflügel   mit  feiner   dunkler   Strichelung   am  Vorderraud   und 

einem    dunklen    mittleren    aus    einzelnen    Plecken    gebildeten 

Längsstrahl.  B.  lanceolana. 

Vorderflügel   mit   fleckiger,    aus    unterbrochenen,    breiten    dunklen 

:«.     Querbinden  bestehender  Zeichnung.  B.  furfurana. 

Raupen. 
Weißlich,  Kopf  und  Nackenschild  schwarz.  B.  lanceolana. 

Grünlichj  Kopf  schwarz,  Nackenschild  braun,  B.  furfnraua. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  151 

Bactra  lanceolana  Hb.  (Fig.  244). 
Fühler  dunkelbraun,   Kopf,  Thorax   und  Hinterleib  graubraun. 

L  Vorderflügel  in  der  Grundfärbung  und  Zeichnung  variabel,  meist 
hellgrau  bis  gelblich  oder  bräunlich  grau,  mit  zuweilen  stark  zurück- 

V  tretender  schwarzbrauner  Zeichnung.  VordeiTand  mit  schräger  dunkler 
Strichelung.  Die  Hauptzeichnung  besteht  aus  einem  dunklen  Wisch 
oder  Fleck  auf  der  hinteren  Mittelader,  einem  winkelförmigem  Fleck 
am  Zellenende  und  einem  Strich  an  der  Spitze;  schwach  gezeichnete 
Tiere  zeigen  nur  einen  kleinen  Fleck  am  Zellende  und  an  der 
Spitze;  zuweilen  zieht  ein  dunkler  Längsschatten  von  der  Wurzel 
bis  zur  Spitze.  Hintere  Flügelhälfte  und  Außenrand  mit  unregel- 
mäßigen dunklen  Punkten  und  Linien.  Hinterflügel  bräunlich  grau, 
heller  oder  dunkler.  Unterseite  des  Vorderflügels  dunkel  graubraun, 
Vorderrand  gegen  die  Spitze  und  Saumschuppen  heller,  der  Hinter- 
flügel heller,  mehr  grau.  Flügelspannung  12(J) — 15($)  mm.  Ganz 
Europa,  in  Deutschland  Mai— Juni  und  August— September,  stellen- 
weise sehr  häufig. 

Raupe  in  der  Jugend  lebhaft  grün,  später  schmutzig  weiß  mit 
grünlichem  oder  rötlichem  Anflug;  Kopf  und  Nackenschild  schwarz, 
Afterschild  braun.  April — Mai  und  Juli — August  im  unteren  Stengel 
von  Binse  (Juncus  effusus  L.)  undlCypergras(Cyperus  longusL). 


Fig.  244.     Bactra  lanceolana  Hb.  Fig.  245.     Bactra  für  für  ana  Hew. 

Vergr.  4.  Vergr.  4. 

Bactra  furfnrana  Hew.  (Fig.  245). 

Fühler  dunkelbraun,  Kopf  und  Thorax  gelblich,  grau  oder  braun, 
Hinterleib  bräunlich  grau.  Oberseite  der  Vorderflügel  weißlich  oder 
gelblich  grau,  beim  (j"  mit  schwarzbrauner,  beim  $  mit  hellbrauner 
fleckiger  Zeichnung,  bestehend  aus  einer  basalen  Querbinde,  welche 
den  Vorderrg,nd  frei  läßt,  einer  breiten  gebrochenen  Mittelbinde  und 
einem  Wisch  an  der  Spitze.  Zeichnung  wie  bei  lanceolana  ziem- 
lich variabel.  Außerdem  am  Vorder-  und  Innenrand  unregel- 
mäßige dunkle  Flecke.  Hinterflügel  bräunlich  grau,  ebenso  die 
Unterseite.  Flügelspannung  12((j')— 19($)  mm.  Mai  — Juli  zer- 
streut und  seltener  als  lanceolana. 

Raupe  hell  grünlich,  Kopf  schwarz  mit  weißem  Längsstrich, 
Nacken-  und  Afterschild  braun.  April— Mai  und  Juli  im  Stengel  von 
Binse  (Juncus  effusus  L.)  und  Seesimse  (Scirpus  lacustris  L.). 

Tineidae.    Schaben,  Motten. 

Meist  kleine  zarte  Formen  mit  schmalen  spitzen  Flügeln  und 
langen  kräftigen  Hinterbeinen.  Ocellen  vorhanden  oder  fehlend, 
Fühler  fadenförmig,  mit  verlängertem  walzigen,  zuweilen  sehr  auf- 
fällig gebildeten  Basalglied.  Rüssel  vorhanden  oder  fehlend.  Maxil- 
lartaster  oft  vorhanden,  Labialtaster  meist  sehr  lang  und  dünn,  auf- 


152 


K.  Grtinberg, 


gebogen,  zuweilen  kurz  und  hängend.  Hinterschienen  mit  kräftigen 
langen  Spornen,  zuweilen  außerdem  mit  langen  steifen  Borsten. 
Flügelgeäder  vollständig  oder  rudimentär,  Ader  7  und  8  im  Hinter- 
flügel, wenn  beide  vorhanden,  stets  getrennt. 

Raupen  meist  16  füßig,  selten  14  oder  18  füßig,  mit  Kranzfüßen, 
zuweilen  fußlos,  mit  verschiedener  Lebensweise. 

Äußerst  artenreiche  Familie  mit  zahlreichen  Untergruppen,  von 
denen  aber  nur  wenige  Anwohner  des  Wassers  sind. 

Übersicht  über  die  am  Wasser  vorkommenden 
Unterfamilien. 

I.  Labialtaster  lang  und  dünn,  aufgebogen;  Maxillartaster  fehlen. 
1.  Fühlerglied  nicht  auffällig  gebildet,  Hinterschienen  ohne  lange 
Borsten. 

1.  Flügel  breit,  Vorderflügel  mit  rechtwinkliger  Spitze  und  steilem 

Außenrand,  ziemlich  große  Art.  Orthotaeliiiiae. 

2.  Flügel  schmal  und  spitz,  kleine  zarte  Arten. 

a)  Hinterflügel  linear,  ohne  Zelle,  mit  nur  2  Adern. 

Cosraopterygiiiae. 

b)  Hinterflügel  mit  Zelle,  Geäder  normal.  Laverninae. 
IL  Labialtaster  kurz,  hängend;  Maxillartaster  vorhanden.   1.  Fühler- 
glied sehr  auffällig  vergrößert.  Hinterschienen  mit  langen  steifen 
Borsten.                                                                      Nepticiilinae. 

Orthotaeliinae. 

Mit  den  Merkmalen  der  einzigen  Gattung 

OrthotaeHa  Steph.  (Fig.  246  u.  247). 

Stirn  und  Scheitel  mit  dichter,  etwas  abstehender  Behaarung. 
Ocellen  fehlen.  Fühler  wenig  länger  als  die  Hälfte  der  Vorder- 
flügel, Basalglied  wenig  verdickt, 
Geißelglieder  am  vorderen  Ende 
etwas  erweitert.  Taster  lang  und 
dünn,  aufgebogen,  bis  zum  Schei- 
tel reichend,  anliegend  beschuppt. 
Rüssel  sehr  kurz.  Hinterleib 
langgestreckt,  mit  mehr  als  der 
Hälfte  über  den  Analwinkel  der 

Hinterflügel  hinausreichend. 
Vorderflügel  etwa  2  72  mal  so  lang 
wie  breit.  Vorder-  und  Innenrand 
bis  zum  Saum  fast  parallel,  Außen- 
rand fast  senkrecht,  gerade.  Ader 
3  und  4  stark  genähert  aus  dem 
unteren,  9  aus  dem  oberen  Zellen- 
ende, alle  Adern  außer  3  und  4 
deutlich  getrennt  nnd  einzeln  aus 
der  Zelle.  Oberer  Teil  der  Zelle 
durch  eine  in  der  Verlängerung 
von  Ader  6  verlaufende  Längs- 
p.     247  ader  abgeteilt.  Hinterflügel  breit, 

Fig.  246  u.  247.     o'rthotaelia  sparganella     halbkreisförmig,    alle  Adom  oiu- 

Thunb.    Kopf  und  Geädtr.  zeln,  Ader  3  und  4  getrennt  aus 


Fig.  246. 


Lepidoptera,  Schmetterlinge. 


153 


I 


dem  unteren  Zellenende,  5  von  4  mehr  als  doppelt  so  weit  entfernt 
als  von   6.     Beine   lang   und  robust,  Vorder-.  Mittel-  und  Hinter- 
schienen 7-2»  Vi  ^^^^d  1^/2  der  Schenkellänge. 
Eine  deutsche  Art. 

Orthotaelia  sparganella  Thunb.  (Fig.  248). 

Fühler  gelblichbraun.  Kopf  und  Thorax,  Vorder-  und  Mittel- 
beine lebhaft  rost-  oder  ockerbraun,  Hinterleib  und  Hinterbeine 
hell  bräunlichgrau.  Vorderflügel  oberseits  von  der  Farbe  des  Thorax, 
zuweilen  etwas  dunkler  oder  auch  heller,  mehr  olivenfarben  mit 
mehr  oder  weniger  deutlichem,  dunkleren,  rötlich  purpurbraunen, 
gegen  den  Saum  bis  zum  Vorder-  und  Hinterwinkel  sich  ver- 
breiternden Mittellängsschatten.  Beim  ^  meist  am  Zellenende 
ein  schwärzlicher  Fleck,  in 
der  Zelle,  längs  der  Ader  1 
und  vor  dem  Saum  einige  oft 
sehr  undeutliche  schwärz- 
liche Punkte.  Hinterflügel 
glänzend,  hellgrau  mit  leich- 
tem bräunlichen  Anflug. 
Unterseite  einfarbig  hell 
bräunlichgrau,  im  Hinter- 
flügel heller.  Flügelspan- 
nung 20 — 28  mm.  Juli — 
August. 

Raupe  schlank,  blaßgrün  mit  rötlichgrauer  Rückenlängsstrieme. 
Kopf  braun,  Nackenschild  graubraun  mit  dunklerem  Seitenrand; 
Afterschild  breit,  flach  vertieft  mit  erhabenen  Rändern,  hinten  in 
2  gespreizte  Zähnchen  auslaufend.  Vorn  auf  den  beiden  ersten 
Segmenten  Querreihen  kräftiger  schwarzer  Warzenpunkte.  Herbst 
—  Juni  (auch  im  August  beobachtet)  in  verschiedenen  Wasser- 
pflanzen: Wasserschwertlilie  (Iris  pseudacorus  L.,  auch  in 
I.  germanica  L.),  Rohrkolben  (Typha  angustifolia  L.),  Igel- 
kolben (Sparganium  ramosum  Huds.,  Sp.  simplex  Huds.), 
Wasserschwaden  (Glyceria  aquatica  Wahlenb.),  Simse  (Scirpus 
lacustris  L.).  In  der  Jugend  in  jungen  Blättern,  später  im  Stengel 
über  der  Wurzel  in  einer  Röhre.  Von  außen  bemerkbar  durch  die 
abgestorbenen  Herzblätter.  Oft  in  großer  Zahl  an  einem  Ort.  Ver- 
puppung in  der  Wohnpflanze. 

Puppe  zylindrisch,  am  Hinterende  fast  breiter  als  vorn,  blaß- 
gelblich mit  bräunlichem  Vorderende.  Tasterscheiden  abstehend, 
gekrümmt,  die  mittleren  lang,  nach  hinten  divergierend,  die  seit- 
lichen kurz,  stumpf.  An  den  Einschnitten  eine  dichte  Querreihe 
spitzer,  rückwärts  gekehrter  Dörnchen,  Hinterende  in  2  divergierende 
Spitzen  auslaufend. 


Fig.  248. 


Orthotaelia    sparganella   Thunb. 
Vprgr.  2. 


Cosmopteryginae. 

Kleine  zarte  Arten  mit  auffällig  schmalen  und  spitzen,  sehr 
lang  befransten  Flügeln.  Vorderflügel  mit  lebhaft  metallglänzender 
Zeichnung.  Hinterflügel  linear,  mit  2  einfachen  Adern.  Rüssel 
klein;  Maxillartaster  fehlen;  Labial taster  sehr  lang  und  dünn,  sichel- 
förmig aufgebogen. 

Eine  deutsche  Gattung, 


154 


K.  Grünberg, 


Cosmopteryx  Hb.  (Fig.  249  u.  250). 

Stirn  stark  vortretend,  hoch  gewölbt.  Ocellen  fehlen.  Fühler 
gekerbt,  etwas  kürzer  als  der  Vorderflügel,  Basalglied  verlängert 
und  am  Ende  verdickt.  Taster  sehr  lang  und  dünn,  sichelförmig 
aufgebogen,  mit  der  Spitze  den  Scheitel  überragend;  2.  Glied  fast 
so  lang  wie  das  Endglied,  am  Ende  etwas  verdickt.  Hinterschienen 
von  doppelter  Länge  der  Schenkel,  Sporne  sehr  lang  und  kräftig, 
die  vorderen  auf   der  Mitte.     Yorderflügel   etwa   sechsmal   so   lang 


*^ 


Fig.  249.  Fig.  250. 

Fig.  249  u.  250.     Cosviopteryx  lienigiella  Zell.     Kopf  und  Geäder. 

wie  breit,  mit  sehr  scharfer  feiner  Spitze.  Zelle  schmal  und  sehr 
spitz,  Ader  2 — 5  in  ziemlich  gleichen  Abständen  aus  der  Zelle  in 
den  Hinterrand,  Ader  7  aus  dem  Zellenende  in  die  Flügelspitze 
mündend,  mit  6  und  8  kurz  gestielt;  Ader  9  kurz  vor  dem  Zellen- 
ende, 11  ungefähr  auf  der  Zellenmitte,  10  in  der  Mitte  zwischen 
beiden.  Hinterflügel  linienartig  schmal  mit  sehr  langen  Saumhaaren 
und  nur  2  deutlichen  Adern,  je  eine  in  dem  Vorder-  und  Innenrand. 
Raupen  in  Blättern  minierend. 

Arten  Üb  er  sieht. 

Imagines. 
Vorderflügel  hell  graubraun  mit  2  silberglänzenden  schwarzgepunk- 
teten Querbinden.  C.  lienigiella. 
Vorderflügel  schwarzbraun  mit  ockergelber  goldgesäumter  Querbinde. 

C.  scribaiella. 


Cosmopteryx  lienigiella  Zell.  (Fig.  251). 

Kopf    und    Thorax    gelblich    graubraun    mit   2    seitlichen    und 
einer  mittleren  weißen  Längslinie.      Fühler   schwarzbraun,    Taster 

außen  schwarzbraun,  innen  weiß 
beschuppt.  Beine  hell  graubraun, 
teilweise  weißlich.  Vorderflügel 
oberseits  gelblich  graubraun,  mit  8 
von  der  Basis  bis  zur  Mitte  reichen- 
den, weißen  Längslinien  am  Vorder- 
rand, auf  der  Mitte  und  am  Innen- 
rand, sowie  einigen  kurzen  Linien 
zwischen  denselben.  Hinter  der 
Mitte  und  am  Ende  des  2.  Drittels 
je  eine  silber-  oder  etwas  gold- 
glänzende  Querbinde,  die  innere  mit 
einem  schwarzen  Fleck  vorn  an  der  Außenseite,  die  äußere  mit 
ßinigen  kleinen  schwarzen  Fleckchen  an  der  Innenseite.     Von  jen- 


Fig.  251.     Cosmopteryx  lienigiella 
Zell.     Vergr.  .3. 


! 

r 


Lepidoptera,  Schmetterlinge.  155 

seits  der  äußeren  Binde  bis  zur  Flügelspitze  ein  weißer  Mittel- 
längsstrich. Saumhaare  hell  graubraun.  Hinterfltigel  graubraun, 
weißlich  glänzend.  Saumhaare  etwas  dunkler  als  im  Yorderflügel. 
Unterseite  der  Flügel  dunkelbraun  mit  weißem  Glanz.  Hinterleib 
oberseits  dunkelbraun  mit  sehr  schmalen,  an  den  Seiten  zu  großen 
Flecken  erweiterten  weißen  Hinterrandsäumen.  Unterseite  glänzend 
weiß.     Flügelspannung  9—12  mm.     Juni — Juli,  an  Rohr. 

Raupe  (Fig.*  252)  hellweißlich,  rosa,  durchscheinend,  mit 
schwarzem  Kopf  und  zuweilen  bindenartigen  dunkleren  Querstreifen 
auf  den  vorderen  Segmenthälften.  Am  2.  Seg- 
ment am  breitesten,  nach  hinten  allmählich 
verschmälert.  Länge  8 — 10  mm.  Herbst — 
Frühjahr  minierend  in  den  Blättern  des  Rohrs 
(Phragmites)  an  der  Blattoberseite.  Wechselt 
von  Blatt  zu  Blatt.  Minen  flach,  als  große, 
lange,  graugrüne  oder  weißliche  Flecke  er- 
scheinend. Exkremente  am  unteren  Ende  der 
Mine  angesammelt,  selten  aus  derselben  ent- 
fernt. Überwintert  in  der  Mine  in  einem 
zähen,  halbdurchsichtigen  Cocon  innerhalb 
eines  großen  ovalen,  ausgesponnenen  Raumes. 
Verpuppung  im  Frühjahr. 

Cosmopteryx  scribafella  Zell. 

Körper  tief  schwarzbraun,  Kopf,  Thorax 
und  Beine  mit  lebhaft  goldglänzenden  Flecken. 
Unterseite  des  Hinterleibs  in  ganzer  Ausdeh- 
nung goldglänzend.  Fühler  schwarz,  mit  weißer 
Spitze  und  2  weißen  Ringen  vor  derselben. 
Taster  schwarz,  innen  weißlich.  Vorderflügel  Vyx  lienigüiia  zl 
tief  schwarzbraun,  auf  der  Mitte  eine  breite,  Raupe.  Vergr.  6. 
lebhaft  ockergelbe,  hinten  verschmälerte  Quer-  ^^^*^  Stainton. 

binde,  beiderseits  von  goldglänzenden  Binden  eingefaßt;  an  der 
Basis  ein  langgestreckter,  breiter,  goldglänzender  Fleck,  vor  der 
Spitze  ein  silberweißer  Längsstrich.  Hintei-flügel  heller  als  die 
Vorderflügel,  mehr  graubraun,  einfarbig.  Unterseite  dunkelgrau- 
braun, im  Vorderflügel  stark  glänzend.     Flügelspannung  9 — 11  mm. 

Mit  der  vorigen  Art. 

Raupe  ebenfalls  in  Phragmites,  oft  2  oder  3  in  einem  Blatt, 
ähnlich  der  von  C.  lünigülla,  auch  in  der  Minenbildung.  Ver- 
puppung in  der  Mine. 

Laverninae. 

Ziemlich  kleine  Arten  mit  schmalen  spitzen  Flügeln.  Kopf 
anliegend  beschuppt  oder  behaart.  Ocellen  meist  fehlend.  Rüssel 
vorhanden.  Maxillartaster  fehlen,  Labialtaster  lang  und  dünn,  sichel- 
förmig aufgebogen.     Zelle  in  beiden  Flügeln  vorhanden 

Raupen  nackt,  meist  im  Innern  von  Pflanzen,  im  Stengel  oder 
in  Blättern  minierend. 

Limnaecia  Staint.  (Fig.  253  u.  254). 
Stirn  vortretend,  stark  gewölbt.     Fühler  dünn,  so  lang  wie  der 
Leib,  beim  (j"  etwas  länger,  Basalglied  verlängert  und  am  Ende  er- 


Fiy.  252.     Cosniüpte- 


156 


K.  Griinberg, 


weitert,  4 mal  so  lang  wie  dick,  Geißelglieder  kurz,  am  Ende  ver- 
breitert. Taster  sehr  lang,  dünn,  sichelförmig,  Endglied  den  Scheitel 
weit  überragend,  dünn  und  spitz,  etwa  doppelt  so  lang  wie  das 
etwas  dickere  anliegend  beschuppte  Mittelglied.  Beine  kräftig,  Vorder-, 
Mittel-  und  Hinterschienen  =  Vi?  Vi  und  Vi  der  Schenkellänge, 
Hinterschienen  oben  lang  behaart,  Sporne  kräftig,  die  vorderen  auf 
der   Schienenmitte.      Vorderflügel    schmal    lanzettlich    mit   scharfer 


Fig.  253.  Fig.  254. 

Flg.  253  u.  254.     Limnaccia  phraginitella  Staint.     Kopf  und  Geäder. 

Spitze,  5  mal  so  breit  wie  lang,  Saumhaare  am  Hinterrand  so  lang 
wie  die  Breite.  Ader  2  auf  der  Flügelmitte,  2—5  in  ziemlich  gleichen 
Abständen,  6  aus  dem  Zellenende,  7-1-8  lang  gestielt,  die  übrigen 
Adern  einzeln.  Hinterflügel  halb  so  breit  und  wenig  kürzer  als 
der  Vorderflügel.  Saumhaare  an  der  Basis  doppelt  so  lang  wie  die 
P'lügelbreite,  Zelle  bis  zur  Mitte  reichend,  Ader  5  und  6  aus  dem 
Zellenende,  alle  Adern  einzeln.  Hinterleib  des  $  mit  kräftiger 
stark  behaarter  Haltezange. 
Einzige  deutsche  Art: 


Limnaecia  phragmitella 

Staint.  (Fig.  255). 

Körper  und  Flügel  hell 
graubraun,  von  der  Farbe 
trockenen  Schilfes.  Hinter- 
flügel etwas  heller,  grau, 
glänzend.  Saumhaare  lang, 
gelblichgrau.  Vorderflügel 
oberseits  mit  einer  unbe- 
stimmten schwärzlichen 
Längslinie  auf  der  Mitte, 
von  welcher  gewöhnlich  die 
beiden  Endpunkte  deut- 
licher und  weißlich  umran- 
An  den  Aderendigungen  unscharfe  schwärzliche  Punkte. 
Unterseite  wie  oben,  ohne  Zeichnung.  Flügelspannung  \^{$)  bis 
21  (J)  mm.     Juni — August,  zerstreut. 

Raupe  (Fig.  256)  breit  und  flach,  gelblichweiß  mit  3  hell  grau- 
braunen Rückenlinien  und  ebensolcher  Seitenlinie.  Kopf  glänzend 
gelbbraun  mit  dunklerem  Hinterrand;  Nackenschild  etwas  dunkler 
als  der  Kopf,  mit  hellem  Mittelfleck.  Länge  bis  12  mm.  August 
—April   in   den   Kolben   des   breitblättrigen   Rohrkolbens   (Typha 


Fig.  255. 


det  sind. 


Limnaecia  phragviitella  Staint. 
Vergr.  21/2- 


Lepidoptera,  Schmetterlinge. 


157 


latifolia  L,),  wächst  langsam,  zuweilen  in  großer  Zahl,  bis  zu  30, 
in  einem  Kolben.    Die  befallenen  Kolben  eigentümlich  zerfetzt  und 


Fig.  256.  Fig.  257. 

Fig.  256.     Lt'mnaecia  phragmitella  Staint,   Raupe.     Vergr.  5.     Nach  Stainton. 
Fig.    257.      Rohrkolben,    durch   Raupen    von    Limnaecia   phragniitella    zerfressen. 
Nach  Stainton. 

zerrissen,  so  daß  der  flaumige,  flockige  Inhalt  herausquillt  (Fig.  257). 
Verpuppung  im  Kolben  in  einem  dicht  mit  Flaum  umkleideten  Ge- 
spinst. 

Nepticulinae. 

Sehr  kleine,  äußerst  zarte  Arten  mit  lang  behaarten,  spitzen 
Flügeln.  Kopf  abstehend  behaart.  Ocellen  fehlen.  Fühler  mit  auf- 
fällig stark  vergrößertem  plattenförmigen  Basalglied.  Rüssel  fehlt. 
Maxillartaster  vorhanden,  mehrgliedrig,  dünn,  fadenförmig.  Labial- 
taster hängend.  Geäder  rudimentär,  Zelle  der  Vorderflügel  fehlend 
oder  sehr  kurz,  Hinterflügel  stets  ohne  Zelle.  Hinterschienen  mit 
langen  steifen  Borsten. 

Raupen   18  füßig,   in  Pflanzenstengeln   und  Blättern  minierend. 

Mehrere  Gattungen,  davon  eine  am  Wasser. 


Opostega  Zell.  (Fig.  258  u.  259). 

Stirn  und  Scheitel  abstehend  beschuppt.  Fühler  so  lang  wie 
der  Vorderflügel  oder  wenig  kürzer,  Basalglied  stark  vergrößert, 
blattförmig,  gewölbt,  die  Höhlung  nach  außen  gekehrt;  Geißel  ein- 
fach.    Labialtaster   kurz    und    dick,  hängend,    Maxillartaster  länger 


158 


K.  Grünberg, 


und  schlanker,  mehrgliedrig.  Vorderhüften  stark  verbreitert,  so 
lang  wie  der  Schenkel.  Schienen  und  Metatarsen  der  Hinterbeine 
mit  dichter  langer  stachliger  Beborstung,  ebenso  die  Mittelschienen, 
aber  viel  schwächer.  Hinterschienensporne  groß  und  kräftig,  die 
vorderen  vor  der  Mitte.  Vorderflügel  etwa  dreimal  so  lang  wie 
breit,  zugespitzt,   mit  4  un verzweigten  Längsadern;   Costalader  sehr 


Fig.  258.  Fig.  259. 

Fig.  258  u.  259.     Opostega  auritella  Hb.      Kopf  und  Geäder. 

kurz,  vordere  und  hintere  Mittelader  vor  der  Spitze  endigend. 
Hinterflügel  schmal  und  spitz  mit  langen  dichten  Saumhaaren  und 
einer  kräftigen  Längsader  mit  1  Ast  in  dem  Vorder-  und  2  Ästen 
in  dem  Innenarajid-. 

- '  Kleine  schneeweiße  braungefleckte  Motten.    Am  Wasser  2  Arten. 
Entv^icklung  wenig  bekannt. 

•  .       ^  Artenübersicht. 

Imagines. 

Vorderflügel  mit  deutlichem  braunen  Vorder-  und  Innenrandfleck, 
Spannweite  9—11  mm.  Op.  auritella. 

Vorder-  und  Innenrandfleck  im  Vorderflügel  klein,  undeutlich, 
Spannweite  7—8  mm.  Op.  crepusculella. 


Opostega  auritella  Hb.  (Fig.  260). 

Kopf  und  Thorax  sowie  Basalglied  der  Fühler  weiß  beschuppt. 
Fühlergeißel  hell  gelblichbraun.  Beine  braun.  Hinterleib  dunkel- 
braun. Oberseite  der  Vorderflügel 
schneeweiß  mit  graubraunen  weiß  un- 
termischten Saumhaaren,  einem  brau- 
nen Fleck  in  der  Mitte  des  Innen- 
randes und  einem  gleichen  langge- 
streckten Fleck  an  der  Spitze.  Unter- 
seite und  die  Hinterflügel  ganz  ein- 
farbig graubraun.  Flügelspannung 
9 — 1 1  mm.  Juni — Juli,  Norddeutsch- 
land, an  sumpfigen  Stellen  stellen- 
weise sehr  häufig,  fliegt  in  den  frühen  Abendstunden. 

Raupe  hellgrün,  minierend  im  Stengel  der  Sumpfdotterblume 
(Caltha  palustris  L.).  Verpuppung  in  einem  festen  weißen 
Gespinst. 


opostega    auritella   Hb. 
Vcrgr.  3. 


I 


Lepidoptera,  Schmetterlinge. 


159 


Opostega  crepusculella  Zell. 

Fühler,  Kopf  und  Thorax  wie  bei  auritella.  Hinterleib  oberseits 
dunkelbraun,  unten  hellgrau.  Voi'derflügel  schneeweiß  mit  2  schmalen 
gebogenen  schrägen  hellbraunen  Querlinien  an  der  Spitze  und  einem 
zuweilen  fehlenden  kleinen  Fleck  in  der  Mitte  des  Vorder-  und 
Innenrandes.  Saumhaare  weiß.  Hinterflügel  weiß,  Saumhaare  hell* 
bräunlich.  Unterseite  leicht  bräunlichgrau.  Flügelspannung  7—8  mm. 
Juni — Anfang  August,  ganz  Deutschland  an  Teichen  und  schilf reichen 
Gräben,  auf  feuchten  Wiesen.   icijyCiH 

Entwicklung  unbekannt. 


er. 


Acentropiis 
niveiis  .     . 

Ameletus  . 
inopinalus  . 

Amphineraur 


Seite 

148 

149 

21 

21 

7ö 


Bactra .      150 

furfurana  .-  .  ".  .  .  .  151 
lanceolan^^  ,  .5  «^  V  J  •  ■•  151 
Baetidsife  'K  '  .''  ."  '. '  .  -,  15 
Baetis  .  ,^'  A  f  .  .  15,  32 
alpinus .  .  .  .,  .  .  16,  18 
atrebatinus  .  .  .  .  .  18 
binoculatus  .  :  .  ...  .  18 
buceratus    ......       17 

niger 16,   18 

pumilus 17 

Rhodani 18 

scambus 16 

tenax 18 

venustulus 18 

vernus 17,  18 


Caenidae 
Caenis     . 

dimidiata 

halterata 

harrisella 

lacteella 
Calamia 

lutosa    . 

phragmitidis 
Calamotroph 

paludella 
Capnia    . 

atra  .     . 

nigra     . 
Capniidae 
Capnopsis 

pygmaea 


14 
14,  31 
14 
15 
15 
14 
113 
114 
114 
132 
133 
55,  88 
55 
55,  89 
55 
55 
55 


Cataclysta 

lemnata 
Centroptilum 

luteolum    . 

pennulatum 
Chilo       .     . 

cicatricellus 

phragmitellus 
Chirotonetes 

ignotus 
Chloeori 

dipterum    . 

nifulum 

simile    . 
Chloroperla 

difformis    . 

grammatica 

griseipennis 

helvetica    . 

rivulorum  . 

rufescens    . 

Strandi 

sudetica 

venosa  . 
Choroterpes 

Picteti  .     . 
Coenobia    . 

rufa       .     . 
Cosinopteryginae 
Cosmopteryx 

lienigiella  .     . 

scribaiella  .  . 
Cossidae  .  . 
Crambinae 


Dictyopterygella 
Dictyopteryx 
Dinocras     .     .     . 
Donacaula       .     . 
mucronella 


Register 


161 


Seite 

Ecdyuridae 22 

Ecdyurus    .     .     .     .     .     26,  31 

fluminum 28 

forcipula 28 

insignis 26 

lateralis 27 

venosus 29 

volitans 28 

Epeorus 22,  30 

assimilis 23 

Ephemera 7,  30 

danica 8 

glaucops 9 

lineata 9 

vulgata 8 

Ephemerella  ....     14,  31 

ignita 14 

Ephemerellidae      ...        13 

Ephemerida 1 

Ephemeridae       .      .      .      .  7 

Epibleminae 150 

Erastria 123 

argentula 124 

uncula 125 

Erastriinae 123 

Habrophlebia     ...      12,  31 

fusca 12 

lauta 13 

mesoleuca        .     .     .     .     .  13 

Hadena 100 

unanimis 100 

Hadeninae 99 

Helotropha 102 

leucostigma     .....  103 

leucostigma  var.   fibrosa     .  103 

Heptagenia     .      .      .      .      25,  30 

coerulans 25 

flava 25 

flavipennis 26 

sulphurea 26 

Herminia 127 

cribrumalis 128 

Herminiinae        ....  127 

Hydrocampa        ....  142 

Hydrocampinae      .     .     .  141 

Hydroecia 103 

micacea 104 

petasitis 105 

Isogenus 41,  83 

nubecula 42,  84 

Isopteryx   .      .     ,     .     .     52,  87 


Seite 


Isopteryx 
apicalis 
Burmeisteri 
neglecta 
serricornis 
torrentium 
tripunctata 

Laverninae 

Lepidoptera 

Leptophlebia 

cincta    . 

margin  ata 

Meyeri 

submarginata 
Leptophlebii 
Leucania     . 

comma 

impudens  . 

impura 

1  album 

obsoleta 

straminea  . 
Leucaniinae 
Leuctra 

albida    . 

Braueri 

cingulata    . 

cylindrica 

digitata 

geniculata 

hippopus    . 

inermis 

Klapäleki 

nigra 

prima    . 
Leuctridae 
Limnaecia 

phragmitella 

Marthamea 
M  e  li  a  n  a 

flammea  . 
Miana     .     . 

ophiogramma 

ophiogramma  var.  maerens 


Nemura 
avicularis 
borealis 
brevistyla 
cambrica 


11 


62 


Register 


Seite    I 
Nemura  | 

fumosa 75    ! 

humeralis 71,  93 

lateralis 73 

marginata        ....      79,  95 

Meyeri 72 

nknborum 73 

nitida 75 

Pictetii 81,  95 

praecox 74 

Standfussi 75 

variegata 78,   95 

Nemurella /     81 

Nemuridae      .     .     .     ,     .        69 
Nephelopteryx  .      .     .     60,  89 

araneoides 60 

nebulosa 60,  90 

Nepticulinae       ....      157 

Noctuidae 98 

Nonagria 106 

cannae        109 

dissoluta  var.  arundineta  .  110 
geminipuncta  ....  108 
geminipuncta  ab.   nigricans     109 

neurica 110 

nexa 107 

sparganii 112 

typhae        111 

typhae  ab.  fraterna       .      .     111 

Nymphula 142 

nymphaeata 144 

rivulalis 143 

stagnata 143 

Nymphulinäc      .     .     .     .     141 

Oeraopteryx 59 

Loewii 60 

Oligoneuria    ....        6,  30 

rhenana      7 

Opostega 157 

auritella      .     .     .     .     .     .  158 

crepusculella 159 

Orthotaelia 152 

sparganella 153 

Orthotaeliinae  ....  152 

Palingenia      ....       6,  30 

longicanda 6 

Palingenidae       ....  6 

Paraponyx 145 

nivalis 146 

stratiotata 147 


Seite 

Perla 43,  84 

abdominalis     ....     44,  86 
cephalotes       ....     44,  86 

marginata         44 

maxima 45,  85 

Selysii        46 

Selysii  var.  Mosellae     .     .       47 

vitripennis 46 

Perlidae 42 

Perlodes 39,  82 

dispar 39,  83 

microcephala         ....        40 

recta 40 

septentrionis 41 

P,erlodidae 39 

Phragmatoecia  ....      130 

castaneae 130 

Plecoptera  .....  33 
Plecoptera  filipalpia  .  55 
Plecoptera  setipalpia     .       39 

Plusia- 125 

festucae 126 

Plusiinae 125 

Polymitarcidae  ...  17 
Polymitarcis  ....        7,  30 

virgo 7 

Potamanthidae  ....  9 

Potamanthus       ...       9,  31 

luteus 10 

Protonemura  ....  70 
Pyralididae 131 

Rhabdiopteryx .  ...  60 
neglecta 60 

Rhitrögena     .      .      .      .     24,  30 

aurantiaca 25 

germanica 24 

semicolorata 24 

Schoenobiinae.           .      .  136 

Schoenobius 138 

forficellus 140 

gigantellus       .      .      .      .     .  138 

Scirpophaga 137 

praelata 137 

Senta 116 

maritima 116 

maritima  ab.  bipunctata     .  ]  1 7 

maritima  ab.  nigricostata  ,  118 

maritima  ab.  nigrostriata  .  118 

maritima  ab.    -vrismariensis  118 

Siphluridae 20 


Register 


163 


Seite 

Siphlurus 21,  32 

armatus 22 

lacLislris 22 

Taeniopterygidae .      .      .  56 

Taeniopteryx      ...     57,  90 

Braueri 57,  9 J 

Kempnyi 57 

monilicornis 57 

Risi 59 

seticornis 59,  91 


Seite 

Taeniopteryx 

trifasciata 57,  58 

Tapinostola 115 

fulva 116 

fulva  ab.  concolor    .      .      .      116 

Hellmanni 115 

Hellmanni  ab.  salurata      .      116 

Tholomiges 129 

turfosalis 129 

Tineidae 151 

Tortricidae 149 


Pruck  von  Ant.  Kämpfe,  Jena. 


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